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nijicr zu nöthigen, das Volk zu vertreten, gestützt auf das Volk den Kampf gegen seine Feinde zu vollenden, die Revolution in Athem zu halten, kröchet ihr vor den feindlichen Mächten zu Kreuze, die euren Ministern schon längst geheißen hatten, nicht weiter zu gehen, als eS diesen Mächten genehm war. In eurer Herzensangst riefet ihr den Ministern zu:Folget dem Befehl!" Ihr überliefertet das Volk an seine Tyrannen, indem ihr den Ministern ihre Stellung erhalten, ihnen keine Verlegenheit bereiten wolltet, indem ihr die ministerielle Partei schufet, indem ihr alle Gesetzvorlagen protegirtet, selbst solche, in denen die blutigen Spuren einer tyrannischen Verstümmelung deut­lich genug zu sehen waren. Ihr thatet mehr! Ihr vertheidigtet die Verstümmelung, ihr riefet die Leiche zu eurem Gott aus. Ist daS noch eine konstitutionelle Regierung? Ist das noch ein konstitutionelles Gesetz? Warum rieft ihr euren Ministern nicht zu:das ist nicht euer Gesetz! daS ist nicht euer Wille! Sagt uns offen, was ihr von der Sache glaubt, wir werden euch sagen, was unser Wille ist!" Warum nicht? Ihr wolltet den Bruch zwischen Fürst und Mi­nisterium vermeiden, ihr wolltet die Wunde verhüllen, den Tod eures Prinzips nicht laut werden lassen. Das war Verrath! Von dem Augenblick an war euer konstitutionelles Leben nur ein Gaukel­spiel, cs reducirte sich auf ein Feilschen zwischen Fürst und Ministe­rium. Das Ministerium war kein Ministerium mehr, sondern ein Mäkler, die Kammermajorität war nicht mehr die Herrschaft, sondern eine Partei. Alle konstitutionellen Begriffe waren auf den Kopf ge­stellt. Der Geist war hinüber, ihr wolltet den Buchstaben retten. Womit ihr euer Ministerium zu halten glaubtet, damit habt ihr eS gestürzt. Oder glaubt ihr, euer Kurfürst habe nicht gewußt, daß eure Minister in den landständischen Ausschüssen und sonst sich geäußert, es gehe nicht anders, man möge daS Gesetz so annchmen, ein Weiteres habe man Seiner königl. Hoheit nicht abdingen können? Meint ihr, Seiner königl. Hoheit sei dieses Zeugniß des konstitutionellen Bank­bruchs verschwiegen geblieben? Er habe nicht gewußt, daß sich an diesem einen Finger das ganze Land nachziehen lasse?

Wahrlich, eure Politik war kindisch, jämmerlich. Euer Ruhm, das vorletzte Märzministerium verloren zu haben, ist eine Anklage auf eure Feigheit, Feilheil, Tölpelhaftigkeit. Die Schmach , jetzt einen Hassenpflug zum Minister zu haben, verdankt ihr eurer Politik des Möglichen", der zu Folge es euch besser schien, einen halben Eber­hard zu haben, einen Eberhard als Schatten, an Händen und Füßen geknebelt, sich beugend unter dem Dvnnerwvrte seines Herrn, als gar keinen.

Ein Volk, das mit seiner Ehre, mit seinem Glauben auf solche Weise schachern läßt, verdient Spießruthen, verdient ein Ministerium Hassenpflug. Ihr habt nicht brechen wollen und habt euch kom- promittirt. Ihr habt um deS Friedens willen in die Bahnen der Schande eingelenkt, ihr habt nachgegeben bis auf die Verleugnung eurer Grundsätze, euer Lohn ist das Ministerium Hassenpflug.

Werdet ihr aus dieser Leidensgeschichte etwas lernen? Wahrlich, ein Kind durchschaut die Pläne, die Operation der Contrerevolution, nur ihr nicht. In Frankfurt, in Berlin, in Kassel und überall die» selben ManeuvrcS, dieselbe Taktik: Kompromittiren, Diökrediliren und dann Erdrosseln. In den folgenden Kapiteln, wo wir von der äußern Mission HassenpflugS sprechen, werden wir Gelegenheit sinken, darauf zurückzukommen.

Gegenüber der Monarchie gibt es für daS Volk nur eine Pa­role:Das wollen wir unter allen B edingungen, und wenn die Welt zu Grunde ginge!"

Deutschland.

* Kassel, 7. März. Daß Hr. v. Hessenfluch etwas Un- ruhe erwartete in Kassel, ist sicher; daß ihm dieses EtwaS nicht unan- ^enehm gewesen wäre, läßt sich von einem solchen Menschen er- warten, ter^mit seinen Konsorten blos darauf ausgehl, der Welt Knebel uud ®tnde anzulegen, und dem deshalb jede Gelegenheit, jeder

Dtnmen ^'V m"H' um seine Zuchtpolizeimaßregeln in n en ung ringen zu können. Diese allgemeine Annahme wird in Tatsache näher begründet. Am Abend der Hapenpflugischen Ankunft zogen Patrouillen durch die Stra- l S'' «°1 - " »"-lb-n r-g M , k,i,g«mft,, » h«. rau, der sich schon drei Tage vorher daS Martialaesek ae- kauft, Beurlaubte cinbeorbert und die Husaren von Hofgeismar in die Umgegend Kassels verlegen lassen; die Ställe der Kaserne waren abgebrannt; aber warum in die Nähe Kassels? Antwort: Seine königliche Hoheit wollten 'mal Parade halten. So, Seine königl Hoheit!! das ist etwas Anderes. - Nun ist Alles im Klaren. Der oberste Milüärchef hat eine militärische Promenade machen wollens

wie bei der Pflanzung der Blums-Eiche. Ach nun bezahlt ein dum­mer Unterthan herzlich gern die betreffenden Kosten. Halten zu Gnaden!

/X Kassel, 7. März. Also einen Gehülfen hätte Hr. Haffen­pflug außer seinen Ministercollegen, den Nullen, einen Gehülfen für einen Theil der.Staatsverwaltung, auf welchen seine Mission haupt­sächlich gerichtet ist. Diese Partie ist das Unterrichtswesen und die Kirche. unk der Gehülfe ist Ehren-Vilmar von Marburg, daS Werk­zeug Jehovah'S gegen die Heiden. Die Partei deS Pietismus (Ra- dowitz, Gerlach und Friedrich Wilhelm IV.) hat uns ihren Adepten Hassenpflug gesendet, um unter den blinden Hessen zuerst daSReich Gottes" aufzurichten und von hier aus, aus Klein China, das Evan­gelium deö protestantischen JesuitiSmus in alle Länder zu verbreiten. Diese Partei ist, welche den deutschen Parteienkampf zu einem Re­ligionskrieg anfachen wird, wenn ihr nicht zuvor ihr heuchlerischer Halâ gebrochen wird. Vilmar ist ganz der Mann dazu, diese Flammen anzuschüren; er wird in der Kirche selbst die Zwietracht säen durch die Schaar seiner Gläubigen, durch blinde Verketzerung und Verdam­mung ; er wird in der Schule den blinden Gehorsam und die Dumm­heit zum Regenten machen wollen, damit sie's im Staate bleiben kann. Ich aber sage euch, Hassenpflug und Vilmar, diese scheinheili­gen, dünkelhaften, lieblosen Pharisäer und Schriftgelehrten, die sich preisen, als die Söhne des Allerhöchsten, die an ihre Brust schlagen und rufen, ich danke Dir, mein Gott, daß ich nicht bin, wie dieser oder jener arme Sünder, diese übertünchten Gräber sind der Anti­christ. Der Antichrist will Haß, Blut, Verfolgung, Tod, Unfreiheit, Verdummung und Finsterniß, liebloses Verketzern und Gewalt ge­gen die, welche dem Scepter seiner Brutalität sich nicht unterwerfen wollen. Auf, ihr Streiter für die Wahrheit und für daS ewige Licht, auf, ihr wahren Christen, aus eurem trägen thatlosen Schlummer, auf, ihr Demokraten, ihr Söhne des christlichen Evangeliums der Liebe und der Brüderlichkeit; rüstet euch zum Kampfe, Geist gegen Geist, aber auch Schwert gegen Schwert. Im Namen des Himmels, laßt uns streiten gegen die falschen Propheten der Tyrannei, gegen die Söhne Beelzebubs, Vilmar, Hassenpflug und Konsorten!

Staffel, 7. März. Die schon erwähnte Bummelkorrespondilltz derNorddeutschen" macht natürlich durch alle Zeitungen die Runde. Dieses gedankenlose Abdrucken und Abschmieren anderer Blätter ist eine alte Tugend der deutschen gesinnungüvvllen Presse. Daß die halben und falben Journale, dieNationalzeitung" in Berlin, dieNorddeutsche" rc. diese Gewohnheit so mitmachen, ist eben eine Folge ihrer Halbheit. So râsvnnirt dieNorddeutsche" jede Minute über dieNcuhessische", selbst während sie ganze Seiten daraus abdruckt. Aber daß selbst demokratische Blatter auS Blättern ganz entgegengesetzter Richtung falsche Parteiberichte als baare Münze weiter kursiren lassen, verdient eine öffentliche Rüge. Wir werden demnächst in einem besondern leitenden Artikel uns darüber weiter verbreiten. Dieses Unwesen hat darin sei­nen Grund, daß die Organisazion der demokratischen Presse in Deutsch­land noch geringer ist, als die der Partei selbst, nämlich gleich Null!

Ix' Hersfeld, 2. März. Unser Turnverein feierte den Jahrestag der französischen Revolution mit einer Turn- sahrt nach Friedwald, wo er von der Bürgergarde empfangen und des Abends wieder zum Ort hinaus begleitet wurde. Der Bürgermeiste hatte ihm gestattet, mit Fahne und Musik zur Stadt hinaus, aber standhaft die Erlaubniß versagt, so auch wieder zur Stadt herein zu ziehen. Der Mann, der im März 1848 so sehr mit dem Geiste der Zeit auf D u und D u stand, daß man ihn auf den von seinem verhaßten Vorgänger ge­räumten Amtösessel erhob, ist seitdem sehr ängstlich geworden. Das bewies er auch letzten Sylvester, indem er noch spät Abends die Stadt mit einer Maßregel überraschte, die kaum zur Zeit vorkam, als die Polizei noch in den Häâe» der Staatsbehörden war. Er ließ näm­lich noch gegen 8 Uhr eine Abtheilung Bürgergarde auf die Haupt­wache kommandiren, was die Gemüther dergestalt in Allarm setzte, daß leicht hätte herbeigcsührt werden können, waS Sr. Gestrengen unzeitige Fürsorge verhüten zu wollen schien. Zum Glück ging damals die Nacht so ruhig vorüber, wie jetzt der 24. Febr., an dem der hie­sige Turnverein wirklich keine Revolution versuchte.

0 Berlin, 5. März. Man muß eingestehen, daß unsere offiziellen Blätter nicht zurückhaltend sind, wo es sich darum handelt, irgend eine ihnen mißfällige Politik zu prostituiern. So brachte kie Deutsche Nef." gestern Abend einen Leitartikel über die Schweizer Frage, der mit anerkennenswerther Offenheit geschrieben war. Herr v. Manteuffel macht gar kein Hehl daraus, daß Neuenburg jedenfalls unter die gnädige Oberherrlichkeit Preußens zurückkehren müsse, er weiß nur noch nicht, wann der rechte Zeitpunkt zur Intervention kommen werde. Wir wollen es dem Herrn Minister sagen: sobald 1) die Ordre von Rußland kommt und 2) die Angst vor einer neuen Revo­lution noch ein wenig geschwunden ist. DieConst." wird stark an­geranzt, daß sie die Loslrennung Neuenburgs für eine Kleinigkeit ge-