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beschließen. Man müsse übrigens auch die scharfen Einwirkungen der Negierung auf die Wahlen bedenken, und daß die Regierung bei dieser Wahl als Partei aufgetreten sei. Es sei ihm bekannt, daß die vollziehenden Behörden ihre Befugnisse überschritten hätten, daß sie Strafen angedroht und alle möglichen ManövreS gemacht hätten, um die Leute zur Wahl zu bringen. Er habe für sich die Ueberzeugung, daß die Majorität des Volkes das Bündniß nicht wolle, und er werde seine Maaßregeln danach ergreifen. — Hr. Eberhard: Wenn gesagt werde, die Regierung habe eine Parteistellung angenommen, so glaube er, daß eS einer Verwahrung seiner SeitS nicht bedürfe. Wenn die Regierung das Volk darauf aufmerksam gemacht habe, was Regierung und die Ständeversammlung beschlossen habe, so sei dies keine Partei- stellung. (Hr. Eberhard ist kein Minister mehr, sonst würden wir mit ihm sprechen.) — Hr. Cöster verlangt schließlich, daß die Wahl we- nitzstens noch eine Sitzung weiter ausgesetzt werde. — Ab^eiehnt. (Uns einerlei! Die Geschicke Deutschlands erfüllen sich neben den Konstitutionellen weg. Die Herren wissen das bereits.)
Eingesandt.
si Kassel, 2. März, — Bei dem Staatseisenbahnbau bestanden bis vor einiger Zeit 2 Abtheilungsbüreauè zu Wabern und zu Marburg. Da der Bahnbau seinem Ende naht, so sind diese Abthei- lungsbüreaus als überflüssig aufgehoben worden. Das s. g. Hülfs- arbeiterpersonal ist ohne Weiteres entlassen worden, alle übrigen bei jenen Büreaus angestellt gewesenen Beamten aber, Abthcilungs-Ingenieure, Assistenten, Bauschreiber ?c. sollen sich dem Vernehmen nach hier auf dem technischen Central -Büreau befinden, wo sie soviel als gar nichts zu thun haben sollen, natürlich aber ihre, namentlich für die Ab.'heilungs-Ingenieure sehr hohen Gehalte (1200 Thlr.) fortbe- ziehen! Können diese Beamten nicht anderweit beschäftigt werden? Kann das alte wie das neue Ministerium es verantworten, diese Herren (von denen wir übrigens hoffen, daß ihnen dieses Interim selbst nicht angenehm ist) so lange schon und noch ferner für ein bischen dolce sar niente zu bezahlen?! —
Aufforderung.
In Nr. 74 der „Neuhessischen" hat ein Herr W. aus Fulda unter vielen Schmähungen gegen meine Person auch die Behauptung ausgesprochen: ich sei dadurch, daß ich einen höhern Beamten für den Verfaffer des W.-Artikels aus Fulda gehalten und Worte wie „Forderung, Duell, Durchprügeln') habe fallen lassen, in eine „Höchst fatale Lage" gebracht worden. Im Interrcssc meiner Ehre halte ich mich deshalb zu folgender Erklärung verpflichtet:
Herr Negierungsrath Wagener, den ich wenigstens nie für den Verfasser des Schmähartikels in Nr. 34 benannter Zeitung gehalten, begab sich zu mir aufs Zimmer und fragte mich: ob ich die Worte: „Forderung, Duell, D u r ch p r üg e l n ", auf ihn gebraucht habe? worauf ich ihm erklärte: Diese Aeußerung habe ich allerdings gethan, aber nur in Beziehung auf den Verfasser des W Artikels in der „Neu- h gs fischen ", was ich vernünftiger Weise ja auch allein nur thun konnte. Keines Menschen Namen, also auch nicht der (einige sei dabei ge. nannt worden. Bei dieser Gelegenheit gab mir Hr. Negierungsrath Wagener, ohne daß ich dies von ihm verlangt hatte, die Versicherung, er habe den fraglichen Artikel nicht verfaßt, mit dem Zusätze, daß er überhaupt nicht in Zeitungen schreibe. Da ich obige Aeußerung am Miltagslische im Gasthause „zum Kurfürsten " gethan, so schlug ich Herrn Negierungsrath Wagener vor, die Herren Tischgenossen hierüber zu befragen. Dies geschah denn auch wirklich, indem den hierauf
folgenden Tag zur Mittagsstunde dieser Herr sich in benanntes Gasthaus verfügte, wo sämmtliche Herren Tischgenossen meine Erklärung bestätigten. Hiermit war die Sache ehrenvoll beigelegt.
In den Worten „fatale Lage" liegt aber offenbar eine persönliche Beleidigung, und dergleichen bin ich nicht gewohnt, mit papierner Entgegung abzumachen.
D a h er fo r d er e i ch h i e rm i t H e rr n W. au f, mir seinen Namen m i tzuth e i len.
Ich würde zu einem solchen Artikel sicher nicht gegriffen haben, wenn Herr W. in feinen Korrespondenzen die Sache angegriffen und nicht die Person in so gewöhnlicher Weise angefeindet hätte.
Zeigen Sie also, Herr W., daß hinter Ihren anonymen beleidigenden Artikeln ein Mann steckt, der auch der Person gegenüber treten kann.
Fulda, 19 Fcbr. 1850. L. v. Schweitzer.
Trauungen < Vcburto - und Todesfälle in Massel.
(Vom 22. bis zum 28. Februar 1850.)
Verehelichte: Johann Paul Urff, Hoboist, mit Catharine Dilchert.— Joh. Heinrich Schmidt, Feldwebel, mit Maric Henriette Huth. — Johannes Jakob, Unteroffizier, mit Hanna Louise Auguste Mièlert. — Joh. Carl Schmull, MeHgermstr., mit Marie Sophie Henriette Dilling. — Gustav Rupprecht, Optikus, mit Auguste Wilhelmine Heß. *)
Geborne: Anne Elisabeth, des Bedienten, Johann Hermann Nolde, T. — Marie Magdalene, des Stabshoboisten, Daniel Philipp Weissing, T. — Johann Friedrich, unehel. — Wilhelm Friedrich, des Kutschers, Christoph Möller, aus Wichmannshausen, S. — Philipp Georg Joseph, des Kaufmanns, George Haustein, S. — Henri August, des Kaufmanns, Weinhändlers und Liqueurfabrikanten, Heinrich August Siemon, S. — Johann Gustav Wilhelm Theodor, des Gelbgießers, Andreas Ferdinand Stück, S. — Henriette, des Tagelöhners, Friedrich Wilhelm Krause, T. — Lisette, des Güteraufladers, Heinrich Gutemey, T. — Anne Catharine Georgine, unehel. — Carl Christoph, des Mühlenbesitzers, Conrad Estein, S. — Heinrich, des Pförtners, Jakob Lauterbach, S. — Marthe Elisabeth, des Schieferdecker- gesellen, Joh. Adam Walberg, T. — Friedrich, des Tagelöhners, Nikolaus Henkes, S. — Johann Heinrich, des Hausburschen, Johannes Schnell, S. — Andreas Jean, des Uhrmachers, Andreas Tack, S. — Rudolph, des Schneidermstrs-, Fr. Weber, S. — Johann Heinrich Ludwig, unehel. — Johanne Caroline Louise, des k. preuß. Telegraphenbeamten, Carl Vocke, T- — Amalie Caroline Louise, des Stabshoboisten, Christoph Friedrich Wilhelm Ullrich, T. — Louis Heinrich, unehel. — Julius Wilhelm, Marie Catharine, Christoph Florentin, Elise Dorothee, unehel.
Gestorbene: Caroline Friederike Sophie Elisabeth, des Compagnie-Wundarztes, Martin Heinrich Müller, Ehefrau, geb. Hofmann, alt 37 3. 11 M. II T. — Martin Melis, Fuhrmann, alt angebl. 58 3 — Des Hofbäckermstrs., George Wagner, ftodtg ] S. — Johanne Wihelmine, des Steuer-Inspektors, Elias Matthias Heise, T., alt 36 J. IU M. — Auguste Sophie Henriette, des DanquleKs" Heinrich Carl Friedrich Draz, T, alt 3 I. 4 M. 21 T. — Chnstophine, des Buchdruckereibesitzers, Johann Hermann Hampe, Ehefrau, geb. Scheffer, alt 55 I 8 M. 18 T. — Franz Jakob Engelhardt, Kaufmann, all 48 I. 5 M. 30 T. — Joh. Martin Koch, Schuhmachermstr. und Branntweinschenker, alt 79 I. 4 M. 13 T. — Adelheid Sophie Friederike, des Tagelöhners, Friedrich Wilhelm Krause, Ehefrau, geb. Hagemann, alt 33 J. 7 M. 19 T. — Johanne Marie, des verstorb. Mützenmachers, Heinrich Schneider, gen. Otto, hinter!. Wittwe, geb. Winkel, alt 40 J. 11 M. 5 T. — Johanne Marie, des verst. Stadtmusikus, N. Pfeiffer, hinterl. Wittwe, geb. Meth, alt angebl. 78 J. — Anne Elisabeth, des verst. Straßenwärters, Heinr. Krause, aus Obervellmar, hinter!. Wittwe, geb. Werning, alt 76 J. 10 M. 26 T. — Catharine Wilhelmine Auguste, des verst. Kramers, Friedr. Dettmar, hinter!. T., alt 2 I. 8 M. 24 T. — Wilhelm Diegel, Knecht, aus Schwarzenhasel, alt 35 I. — Jakob Reitz, Polizeigefangener, aus Ippinghausen, alt 28 I. — Sophie Elisabeth, des Werkführers, Friedrich Wilhelm Abel, Ehefrau, geb. Mann, alt 42 J. 3 M. 3 T. — Friederike Amalie, des verst. Obergerichts-Prokurators, Wilhelm Wolf, nachgel. Wittwe, geb. Herrmann, alt 75 I. 9 M. 3 T. — Jakob Schmidt, Blech- schmiedemstr., alt 46 3- 2 M. 19 T. —■ Philipp Franz Schmedes, Fabrikarbeiter, alt 45 I. 2 M. - Ludwig Constanz Schuchard, Buchbindergeselle, alt 37 I. 9 M. — Joseph, des Kaufmanns, Moses Sichel, S., alt 14 I. 4 M. — Elisabeth Liebringhausen, unverheirathet, alt 27 I. 9 M. 24 T.
*) Civilehe.
Bekanntmachungen.
È Schabrakke k., für einen Bürger d Bl ' $ $U Käufen. Näheres in der Expedition
Große Froschjagd.
Indem die Hasen, Hühner und dergleichen Wild in unserer Gemarkung sehr selten sind, so beabsichtigen wir, um unser Pachtgeld herauszubringen, am b Marr d. J. eine außerordentliche Froschjagd zu halten." Diejenigen, welche sich an dieser Jagdlusibarkeit betheiligen wollen, können bei den Unterzeichneten ein Billet für 10 Sgr erhalten, müssen jedoch mit langen wasserdichten Stiefeln, einem Dolch, Genickfänger und einem Schweißhund versehen sein.
Das Homile der Wildschützen ;n Dettenhausen.
H. Nathmann, Jagdinspekior.
G. Schley, Jagdzeugmeister.
H. Brückmann, Leibbüchsenspänner.
Kas 1 el, — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u, Dr, Kellner. — Druck der Estienne'scheu Buchdruckerei.
(261) Nnßhvlz Bohlen sowie ganze Stämme werden zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Expedit, d. Bl.
^ Sonnenschirme.
Das Neueste, was in diesem Jahre von Sonnen- und Knick schirmen erschienen, empfing in großer
_____A Philippsohu.
(263) Vor ca. 14 Tagen ist ein seidener Regenschirm beim Unterzeichneten stehen geblieben. Der Eigenthii- s^bc kann denselben gegen die Jnsertionsgebüyren daselbst in Empfang nehmen.
I. Dietrich. Restaurateur.
(2M) Ser Herr Baron v. D. zu V. ist berühmt wegen seiner Höflichkeit.
(265) 30 Stück gutgehaltene Branntwein-Fässer verschiedener Größe, von ’/4 bis 4 Ohm haltend, und 4 Stück Maischbütten, größtentheils mit Eisen gebunden, stehen zusammen, oder in Abtheilungen , zu verkaufen. Wo? sagt die Expedit. d. Bl.'
Für die hessischen Flüchtlinge in der Schweiz ist eingegangen: shc. efl. $i.
uebertrag 559 16 9
Von der Gesellschaft „Mclpomcne" . 4 15 4
Von L. .......... 1 — —
Von einem Unbekannten . .'. . . 1 — —
Durch Bürger Hoffa von einem Konstitutionellen im Staatsdienst, jetzigen Blutrvthcn, mit dem Motto:
„Für Wahrheit und Recht,
Hassenpflug ist nicht schlecht." . — 15 —
Die Expedition der „ Hornisse.".