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unserm Feldgeschrei treten wir als Bürger ein in den großen Staat, um die Partei verstärken zu helfen, welche dort dasselbe Banner seit zwei Jahre» kühn und unerschrocken geführt hat. ES bleibt also für Hrm Hasscvpflug, für den Ritter der traurigen Gestalt, für den gewaltigen Don Öutrete des kurhcssischcn Absolutismus, nichts anderes übrig, als zu verzweifeln! Dieses Looö wird er freilich mit seinen sämmtlichen Gesinnungsgenossen theilen, aber vielleicht wird es ihn einige Zeit früher treffen, da er sich auf einen mißlichen Vor­posten hat vorschieben lassen, wo er keinen so guten Boden findet, wie sein königlicher Busenfreund in der Ukermark, für seine Romantik und seine abgegriffenen Blitterödorf'schen Ideen, und wo sich nicht einmal ein anderer Finanzministcr für ihn vorsindet, als B r u t u ö - L o m e t s ch.

Kurhessen hat diesem Hassenpflug eine gewisse Bedeutung zu ver­danken in der Geschichte der Entwicklung und Vernichtung deö Kon- stitutivnalièmus. Hassenpflug ist der gewesen, der zuerst daö Beispiel in Deutschland auf haarsträubende Art gegeben, wie man mit den kon­stitutionellen Formen umspringen könne, er wird derjenige sein, der für Deutschland den konstikutionellen Wahn und die ganze Partei dessel­ben auf haarsträubende Weise vernichten wird!ES muß auch solche Käuze geben", welche die Welt indirekt bekehren und alle Halben und Falben zum entschiedenen Freiheitssinnbegeistern und zu dem lautenSchlachtrufe:

lebe die Vvlköhoheit! ES lebe die Demokratie!

Deutschland.

Kassel, 28. Febr. Hr. v. Specht, der sich mit der vollende- ten Reaktion hier eingefunden hatte, um sich au dem Unterschied zwi­schen jetzt und damals, wo er von den Hanauern als Siegeszeichen der Revolution hierher geschleift wurde, zu erfreuen, ist von Seiner in integrum restituirten Königlichen Hoheit deS Eintrittes in daS Allerheiligste nicht würdig befunden. Er tröste sich. Auch seine Zeit wird kommen.

Dem Vernehmen nach hat der hiesige Stadlrath zur Kolorirung der am Mittwoch stattgefundenen Demonstration gegen Hassenpflug die vier Chefs der hiesigen Truppenkörper ersucht, ihre Offizierkorpö von dem Vorhaben zu benachrichtigen. Keiner derselben soll dem Ersuchen nachgekommen sein. Der demonstrirende Stadtrath scheint die Kriegs­artikel nicht zu kennen. Die Berufung HassenpflugS ist einlandes­herrlicher Akt".

Die einbeordert gewesenen Truppen sollen wieder in ihre Hei- math geschickt sein. Der neue Minister regiert bekanntlich nieyt durch soldatische, sondern durch bürgerliche Künste.

Raffel, 28. Febr. Der Rotenburger Quartaner, Hr. Finanz­minister Lometsch, soll bereits wieder abgetanst haben. An seine Stelle

wird Hanstein-Knorr treten, der Attila deö Obersteuer. Kollegs.

Raffel, 1. März. Die von uns voraus verkündigten Meta­

morphosen gehen schon vor sich. Der unter Eberhard aufgezogene jugendliche" Landtagskommissar Hr. Wigand, der cs für zweck­mäßig gehalten, auch Hrn. Hassenpflug zu dienen! erklärt so eben den Ständen, daß er es in feiner jetzigen Stellung nicht für geeignet finde, das Mißtrauensvotum der Stände vom 26. v. M. den Mini­stern mitzutheilen. Bravo!

W Leipzig, 26. Febr. Einem unsrer Maigefangenen, dem Dr. Bertling, ist es gelungen, aus hiesigem Kriminalgefängniß zu entkommen. Er ist am Sonnabend Abend mit tinem Polizcidiener, der ihn aus einem Verhör zurückführte, verschwunden, und seine Flucht erst am andern Morgen entdeckt worden. Wie es hei^t, war er zu 8 Jahr Zuchthaus verurtheilt.

Die freien Gemeinden gewinnen namentlich in unserm Nachbar­ländchen Altenburg und dem übrigen Thüringen immer mehr Boden. In der Stadt Altenburg allein zählen sie 4000 Mitglieder. Natürlich wird von Seilen der Negierungen alles Mögliche versucht, um ihrer Entwickelung hindernd entgegen zu treten. So stieß inEi- LLnr " 8 und Kahle die Bildung der Gemeinden auf polizeiliche pflegt n, w em den Besitzern geeigneter Lokale die Benutzung der-

5 bis 10 Thlr. Strafe ver- n n(7 ^tn "chtsgrund dazu mußte ein altes Polizeigefetz her- daß Deklamatoren, Gaukler, Ta- bfo 1 e n ^'vuet tenspieler, Puppenkomöd ianten und dergleichen Tausendkunstler nicht ohne Regierungs- erlaubniß Vorstellungen geben dürfen. Man klebt der Atheismus hat selbst die Polizei ergriffen: sie hält die Religion für eine Puppcnkomodle. Dem 1).-, Douai wurden «ufertÄ S den Grenzen des Ländchens selbst Paßschwierigkeiten in den Weg ae- legt. Mit Gottes Hülfe werden wir noch so weit kommen, daß Je- der, der über die Gasse gehen will, um sich eine Semmel zu holen erst bei der Polizei einen Paß lösen müß. Keine üble Fluanzspeku- lation im einigen Deutschland!

OW Dresden, 25. Febr. Hier spukt wieder der Belage­rungszustand. Ich will Ihnen davon mittheilen, was diefreimüthige Sächsin" berichtet:

Gestern Abend wurde in der Gebauerschen Wirthschaft das Hcckerlicd gesungen, wobei man anwesende Militärs verhöhnte. (?) Das bestimmte (soll heißen:inspirirte") endlich einen Korporal, den Schuhmachcrgesellen Rockstroh zu verhaften. Dieser entsprang beim weitern Transport nach der Hauptwache, und da er bei viermaligem Haltrufeu nicht stand, wurde Feuer auf ihn gegeben. Er blieb un­versehrt, allein war eS Zufall oder Schreck, er stürzte, und wurde wieder eingebracht. Außer diesem wurden gestern noch zwei Personen verhaftet; der Eine sang bei der Wache vorbeigehend daö Hecker lied, der Andere trug auf seinem Demokratenhut eine rothe Feder. Der Bienenkorb scheint wieder in'ü Schwärmen zu kommen. (Wenn die Demokraten die Bienen sind, so werden vermuthlich die Herrn Re- afttonäre die Drohnen sein.)"

Doch das ist noch nicht Alles; dieFreimüthige" schreibt weiter: Heute Abend wurde unsere Stadt von Neuem durch zwei Gewehr­schüsse und den Fluchtversuch eines Maigefangenen allarmirt. Fünf Gefangene wurden durch nnlitärische Eskorte aus dem Verhör zurück nach dem Arresthause gebracht. Vor diesem halte sich ein Menfchen- knäuel gebildet, der von der Eskorte der Gefangenen nur schwer zur Raumgebung gezwungen werden konnte. Dies benutzte einer der Ge­fangenen zu einem Fluchtversuch, indem er hinter einen Wagen zu entwichen suchte. Allein zwei der eökortirenden Soldaten ermöglich­ten es, ihm zu folgen, und gaben, da er nicht stand, beide Feuer. Durch das entschlossene Handeln der Soldaten bestürzt, wiewohl noch nicht verwundet (wie Schade, edle Sächsin!), ergab sich sofort der Flüchtling."

Das sind Stückchen belagerungözuständlicher Romantik, gar lieb­lich und erbaulich anzuhören. Außerdem könnte ich Ihnen noch man­ches Liedchen von dem herrlichen Kriegsherr singen.

Wie verlautet, sollen 5 Bataillone unserer Truppen nach Baden gelegt werben und dafür Kroaten und anderes kaiserlich königliches Schlachtvieh in unser Ländchen kommen. Unsere Schwarzgelben in den höheren Kreisen freuen sich schon ganz unbändig auf den Anblick dieser herrlichen Helden mit zerlumpten Hosen und sieberschlotterndcu Gliedern, ynd die Damen der hohen Noblesse tragen zu Ehren der­selben schon schwarze Kleider mit gelben Bändern und Besatz. (Letz­teres hatten die schwärmenden Schönen gar nicht nöthig, denn fehlt ihnen gewiß nicht an gelbem Teint.) Hoffentlich wird ihr Seh­nen bald erfüllt werden, und vielleicht gelingt es manchem Kroaten­jüngling und Slovakischen Kesselflicker, das Herz einer schwarz-gelb glühenden patriotischen Sächsin zu rühren. A«S-diesen--L^ geht'ö dann in die russische Ehe.

B «Hessen Darmstadt, 27. Febr. Schneider von Ober­ingelheim ist freigelprochen. (Schneider war deS Mordversuchs gegen den Karlätschenprinzen angeklagt.) Die Staatsbehörde hat zwar alle Hebel angelt, um den loyalen Sinn des Gerichts aus den störrigen Herzen loszueifen, Hr. Schalk hat aber vergebens geeist. Nicht einmal die Beschwörung der Geister Lichnowöky's und AuerS- waldö hat denguten Charakter" flott gemacht.

Doktor Mohr ist dagegen noch immer in Haft, und in waS für einer. Natürlich gibt es für solche Gerichtsbrutalitäten und Ge­waltthaten genügenden Grund. Mohr ist seit dem 18. Dezember in Haft und am 18. ist die Untersuchung auch vollendet worden. Der Grund der längeren Haft liegt in der Erklärung deö Untersuchungs­richters , daß irgend ein Requisilionsschrelben erlassen und trotz aller Erinnerung noch nicht beantwortet sei. Mein Gott, wie kann man mehr thun? daö ist für Deutschland schon zu viel Gerechtigkeit. Am 22. d. M. hat nun Mohr gebeten, nachdem er bereits am 5. Februar feine Vertheidigung eingereicht hat,

dahin zu wirken, daß die Sache unverzüglich zur Entscheidung komme oder doch wenigstens die Gründe mitgethcUt würden, welche die Verzögerung in den Augen der verfolgenden Be­hörde rechtfertigten."

Lieber Mohr! daS Requisitionöschreiben ist noch nicht beantwor­tet, oder ein anderes Schreiben, oder der Mondwechfel muß erst ein­treten, oder nur nicht ungeduldig!

Unser edler t f- -f Iaup hat am 23. daö Religionsgesetz vom 2. August 1848 durch eine Verordnung interpretirt, d. h. er hat die Religionsfreiheit regulirt oder gemaßregelt oder in die standrechtliche Ordnung eingereiht. Nach dieser rettenden That läßt sich mit den Heiden" wieder regieren. Ehe sie nämlich die, vorgeichriebencn Briefe getragen haben, werden diefreien Christen" vermuthlich and Lebensüberdruß und Verzweiflung den Muckern in die Arme gefallen sein. Die materiellen Bestimmungen der Verordnung sind noch inter­essanter. Der § 8 sagt ausdrücklich, daß in den neuen Religions-