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Es ist daher ein abermaliges Blutbad hierselbst gar nicht zu verhüten, und zu befürchten dabei wäre nicht etwa, daß Bonaparte Schändlich» leiten gegen die Verfassung auöführte (er würde bald entwaffnet werdeu), sondern daß in diesem Falle de-r Generalkommandant Chan- qarnier sich die Diktatur nähme, waS gleichbedeutend wäre mit Rück­kehr Henri V., seines Freundes.

Deutsche Brüder!

Zn einer allgemeinen Versammlung der sich hier aufhaltenden Flüchtlinge wurde ein „Ausschuß zur Wahrung der Flüchtlingsinteressen" niedergeseßt. — Dieser Ausschuß glaubte, gegenüber den bereits be­stehenden llnterstützuugS- Komitees seine besondere Aufmerksamkeit der geistigen Fortbildung der Flüchtlinge widmen zu sollen; fand sich aber in allen seinen Versuchen materiell hier so behemmt, daß er sich ver- anlaßt sieht, ein offenes Wort an Euch zu richten. — Wenn auch die Theilnahme für die hülfsbedürftigen Flüchtlinge dermalen in Deutsch­land ersichtlich im Zunehmen ist, so reichen doch die bisher eingelaufe- rren milden Gaben nicht einmal dazu hin, den Unvermögenden, die keine Arbeit zu .finden vermochten, ihre nothdürftige, nackte Existenz zu sichern, so daß die Schweiz in mehreren Kantonen durch Einkaser- nirthaltung der großen Masse der Flüchtlinge nachhelfen muß.

Abgesehen davon nun, daß diese StaatSuntersiützung jeden Augen­blick aufhören kaun und wird, auch thcilweise schon, wie man hört, nur denen geboten werden soll, die nachgewiesenermaßen so schwer kompromittirt sind, daß sie zum wenigsten mehrere Jahre Gefängniß bei ihrer Rückkehr nach Deutschland zu gewärtigen hätten, so ist eS für Eure Verbannten doch überaus drückend, fortwährend der Schweiz zur Last zu liegen, und auch bei Euch muß dies ein Gefühl der De­müthigung hervorrufen.

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Außerdem erscheint eâ aber vorzugsweise als Bedürfniß; daß man eineStheilS denjenigen Flüchtlingen, deren Bildungsich auf geistige Arbeiten und auf einsame Studien hinweist, die Möglichkeit verschaffen helfe, daß sie außerhalb der Kaserne, deren Zusammenleben und Haus­ordnung sie in Allem hindern müßte, wohnen und auch anders, denn durch, Handarbeit leben können, und daß anderntheils allen Flücht- fingen Gelegenheit zu ihrer geistigen Weiterbildung gegeben werde. Hierzu wäre denn die Anschaffung weniger Bücher, Instrumente, Ro­ten u. s. w. erforderlich, alles Dinge, wozu die Mittel ganz und gar fehlten und auch unmöglich von den vermögenden Flüchtlingen allein aufgebracht werden können.

Darum ergeht neuerdings der dringende Aufruf an Alle, die ein menschlich fühlendes Herz im Busen tragen, und besonders an Euch, Ihr deutschen Demokraten, Eure Anstrengungen zu verdoppeln; damit Eure heimathlosen Brüder in dem fremden Lande nicht körperlich und geistig verkümmern, vielmehr in Stand gesetzt werden, alS kräftige, ungebeugte Männer zurückzukehren, wenn sich ihnen die Pfor­ten des Vaterlandes wieder öffnen werden.

Eure Gaben bitten wir stets an das Central-Unterstützuugs-Co- mitë der deutschen Flüchtlinge in Bern einzusenden. Die Redaktionen aller freisinnigen Zeitungen Deutschlands sind ersucht, diesem Aufrufe in ihrem Blatte eine Stelle zu gönnen.

Zürich, 7 Febr. 1850.

Der Ausschuß zur Wahrung der Interessen der deutschen Flüchtlinge im Kanton Zürich.

T z s ch i r n e r aus Sachsen, R e i ch aus Baden, Techowaus Preußen, H. Lindemann aus Dresden, Franz Umbscheiden aus Rheinpfalz, H. Emmer mann auS Rheinpreußen, Waibel aus Bade«, G. Hillgärtner auS Rheinpfalz.

Dekanntmachungen.

(198) Großh. Badisches Eisenbahn- Anlehen von II Million Gulden vom Staate errichtet und von den Landständen garantirt, rückzahlbar durch Gewinne von 14 mal 50,000, 54 mal 40,000 , IS mal 35,000, 23 Mal 15,000, 2 mal 13,000 55 mal 10,000 fl. — Die geringste Prämie ist si. 42. Die nächste Verloosung findet am 28. Februar 1850 Statt, und sind hierzu bei unterzeichnetem Handlungshaus Original- lovse für alle Ziehungen gültig ü 20| Thlr. und für die bevorstehende allein â 1 Thlr. erhalten. Dieses solide Anlehen kann Jedem empfohlen werden, der Fortuna auf billige Art versuchen will.

Julius Stiebel jun. Banquier. Büreau: Wallgraben in Frankfurt a. M.

(22V) BeVanutmachun^

Ein Lehrer an einer höheren Schulanstalt dahier wünscht zu Ostern zwei Knaben, welche hiesige Schulen besuchen, in Pension zu nehmen. Das Nähere in der Expedition d. Dl.

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Um für unsere neuen Waaren Raum zu gewinnen, haben wir cm? Partie feine und ordinäre Tapeten zum Ausverkauf gestellt, die wir bedeutend unter b m Fabrikpreis, jedoch nur gegen baute Zahlung ab- geben.

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(223) Eine Mahl-, Schlag- und Holzschneidemühle mit circa 23 Acker Land und Garten steht sogleich aus freier Hand zu verkaufen oder zu verpachten, und kann der Besitz alsbald angetreten werben. Näheres auf portofreie Anfraaen in der Expedition d. Bl.

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In diesem Preis ist einbegriffen:

a) Der ganze Seeproviant, (Schiffsbrod, Reis, Mehl, 12 Pfund Fleisch ic.)

b) Freies Logis und Verköstigung in Liverpool, von der Ankunft daselbst bis zur Abreise, im eige­nen deutschen Gasthanse der Union.

c) Kostenfreie Beförderung von zwei Gentner Gepäck für einen Erwachsenen und eines Eentnerè für ein Kind.

d) Alle Leistungen der Amerikanischen Gesellschaft bei Ankunft der Passagiere in New-York (siehe das Nä­here in meinen Prospekten )

(Jede Erpcdiliou wirs von einem in meinen Diensten stehenden Conducteur bis Liverpool begleitet.) Frankfurt a. M., den 1. Febr. 1850.

(195) Marburg. Var dem Elisabether Thore dahier, auf derselben Insel, wo der eine Theil der L o tz'schen Deutschhausmühle liegt, und zwar dieser nahe gegen­über , find möblirte Logis für Herren zu vermiethen, und können gleich bezogen werden; sie empfehlen sich durch ihre Lage namentlich für den Sommer.

(201) Es wünscht Jemand eine Mühle zu pachten. Auskunft in der Expedition d. Bl.

(226) Das diesjährige Hof- und Staatshandbuch ist erschienen und gebunden zu haben bei

J. V. Becker.

__Renthof Nr. 3t8.

(■*30) Am Königsplatz Nr. 225, drei Treppen hoch, soll ein fast noch neues modernes Mahagoni-Sopha mit 8 ®tl'Wen und Tisch wegen Mangel an Raum aus freier 'Panb verkauft werden.

(231) Gin gepreßter Horngriff um einen Regenschirm vor circa 8 Tagen verloren worden; der ehrliche Amder wird ersucht, denselben gegen eine Belohnung von 2 gGr. in der Expedition d. Bl. abzuliefern.

Wilhelm Nieger.

(232) Ein noch in gutem Zustande befindlicher Klei­der- und Weistzeugschrank steht wegen Mangel an Raum billig zu verkaufen am Königsplatz Nr. 226, gleicher Erde.

<233) Ges «cht:

In ein frequentes kaufmännisches Geschäft auf dem Lande ein Lehrling, für dessen Aus­bildung in jeder Weise Sorge getragen wird, auf Ostern oder Pfingsten. Auskunft in der Expedition d. Bl.

(234) 16 Stück fette Mastochsen und 2 Kühe stehen sogleich zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. El.

Kas,el. - Verantwortliche Herausgeber: H. Heist u. vr. Kellner. — Druck der Estienne'scheu Buchdruckerei.