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Beamte immer die ersten Opfer bei den Bauern-Aufständcn, gegen sie richtet sich jedesmal der erste Grimm, während die adeligen Herren erst in zweiter Reihe kommen.

Woher aber die Unzufriedenheit bei den Gebildeten kommt, ist leicht auch historisch herzulciten. DaS Jahr 1812 hatte dem russischen Wolke einen bedeutenden Stoß gegeben; es hatte für seine politische Existenz gekämpft, und der Adel war sich seines Werthes und seiner Stärke bewußt geworden. Er kam in daS westliche Europa und die Beobachtungen und Erfahrungen, die er in Deutschland und Frankreich machte, nöthigten ihn zu Vergleichungen. Ja der Kaiser Alexander selbst hatte liberale Anwandelungen, indem er versprach, die Verfas­sung, welche er für Polen gegeben hatte, auch auf Rußland auszu­dehnen. Aber als Metternich und der Mystizismus der Frau v. Krü­dener sich seiner bemächtigten, da sanken diese guten Vorsätze, und die Begeisterung der russischen Jugend schlug um in die Erbitterung der getäuschten Erwartung. Seitdem beginnen Verschwörungen unter den Offizieren und der Jugend deS Adels, deren Ziel mit wenigen Worten kein anderes ist, alS: Erklärung des Grund und Bodens zum Natio- valeigenthum, Befreiung der Bauern, Beseitigung des Romanows und eine panslavistische Föderativrepublik. (N. Z.)

Rcu hessisch er Klatsch.

Marburg, 18. Febr. — Die „Neuhessische" brachte neulich in Rr. 76 d. J. folgendes durch tüchtige Gesinnung und Styl gleich­mäßig ausgezeichnetes Inserat: „Die Hornisse entblödet sich in Nr. 26 nicht, zu verlangen, daß man Herrn Seminardirektor Baumann zu Homberg nicht eher in die Schulkommission ziehe, als bis er sich ge­gen die von ihr in einem früheren Schmähartikel wider ihn erhobenen Anklagen und Vorwürfe gerechtfertigt habe. Eine solche Anmaßung

geht doch wirklich inS Ungeheuerliche: als ob Vorwürfe, von der Hor­nisse gemacht, Vorwürfe wären, und eS nicht allgemein bekannt wäre, daß Angriffe von ihrer Seite auf die Ehre eines Ehrenmannes dieselbe durchaus unverletzt ließen, und als ob eS nicht eine ganz überflüssige Mühe wäre, auf dergleichen zu antworten. Ja, auch diese wenigen Worte der Entgegnung sind eigentlich schon zu viel. — Marburg, im Februar 1850. K. H."

ES wäre ein Jammer, wenn der blöde Verfasser dieses edeln Machwerks, dieser Streiter in Christo und Stylschüler der hessischen Lesewelt unbekannt bliebe. Es ist Herr Karl Hofmann zu Mar­burg, Theolog, Pflänzchen der pietistischen Pflanzung genannt Wi'n- gulf, würdiger Sproß Se. Hochwürden Hofmann, Metropolitan zu Homberg, — der wie Schimmelpfeng gloriosus Horribilicribri- fax in jenen Märztagen verschwand, nicht im Bette zwar, sondern indem er einen strategischen Rückzug von Homberg antrat, id est auS- riß. Nunmehro blähet er sich wiederumb neben Bangum und Schil- bum in der alten Homberg, wohin ihn daö Wasser der steigenden Re­aktion zurückgeführet. Sein Sohnemann in Christo wird hoffentlich konsequent bleiben und mit ohngefähr 10 Zeilen Antwort auf diese Nichtentblödung der Hornisse antworten, um es nachher als gänzliches Stillschweigen zu bezeichnen.

Ernennungen rc.

Dem königl. baierschen Generallieutenant Prinzen Eduard von Sachsen-Altenburg ist das Großkreuz des kurfürstl. hessischen Hausordens vom goldenen Löwen verliehen.

Der Oberstlieutenant v. Ochs vom Generalstabe, ist dem zweiten Husarenregi­ment aggregirt, und der Oberstlieutenant v. Cochenhausen, Vortragender Offizier des Kriegsministeriums, ist zum Generalstabe versetzt. — Auf den Antrag des Für­sten von Thurn und Taxis ist die vom Postmeister Schmid in Rinteln nachgesuchte Bersetzung in den Ruhestand zugestanden.

Kekannt mach ungen.

$ Das 6/4 breite Leinen, â

das Stück von 72 Ellen, auS der gro- ßen Seehandlung, empfiehlt vl L I. Schönfeld's Wittwe. â T (179) Graben Nr. 770. ?

(194) Nachricht für Auswanderer

Fr. Häwecker in Hannöv. Münden, bevollmächtigter Agent für I. H. Kuschmann in Bre­men , empfiehlt Auswanderern nach allen Häfen Ame- rika's sehr billige und gute Ueberfahrtsgelegenheiten in vorzüglich schönen, schnellsegelnden Dreimastern. Die Passage-Preise sind so gestellt, um einer jeden Concur- renz zu begegnen und tritt für Kinder unter 10 Jah­ren eine bedeutende Ermäßigung ein, was für Familien von besonderm Werth ist. —

Zugleich mache ich auf die Fahrt nach San Fran­cisco . wohin im Monat A p ril das 300 Last große dreimastige Schiff Georg Washinton, Capi.probst, expedirt wird, aufmerksam.

Diejenigen, welche sich zur Auswanderung fest cnt- schlossen haben, ersuche ich so freundlich als dringend, sich bald zu melden, indem später die Preise bedeutend steigen.

Zur besonderen Empfehlung meine gut eingerichtete Wirthschaft „Zum weißen Roß" hierselbst.

(2 t t) Montag, den 25. d. M., Vormittags 9 Uhr, roerwn in der oberen Earlsstraße im „Landgraf Earl" ykrscl'.ebene Möbel, Uhren und sonstige Gegenstände gegen gleich baare Bezahlung versteigert.

Gesucht werden:

(197) Ein mit guten Zeugnissen versehener Oekono- mie- Verwalter wünscht auf Ostern oder sogleich eine Stelle. Auskunft giebt die Expedition d. Bl.

(216) Ein gebildetes Mädchen mittlern Alters, wel ches schon in gebildeten Haushalten gedient hat, für die häuslichen Verrichtungen einer stillen Familie, auf Ostern. Wo? sagt die Expedition d. Bl.

J. C. J. Raabé & Comp.

IN Kassel.

(Steinweg Nr. 190.)

Freiligraths Portrait, gezeichnet von E. Hartmann, lithographirt von Dirks. Folio-Format.

(220) Preis 15 Sgr.

(223) Eine Mahl-, Schlag- und Holzschneidemühle mit circa 23 Acker Land und Garten steht sogleich aus freier Hand zu verkaufen oder zu verpachten, und kann der Besitz alsbald angetreten werden. Näheres auf portofreie Anfragen in der Expedition d. Bl.

(224) Sägespäne zum Räuchern läßt billig ab

L. Wack.

(225) Schimpfwort«, täglich frisch aus meinem Munde, empfiehlt

Mengemnß, Wirth in Homberg.

(226) Das diesjährige Hof- und Staatshandbuch ist erschienen und gebunden zu haben bei

J. V. Becker.

Renthof Nr. 318.

(227) Der Küfermeister und Liqueurfabrikant Herr Carl Herbold beabsichtigt sein in der Fischgasse gele­genes Wohnhaus Nr. 459 nebst Hintergebäuden (Durch­gang nach dem Packhofe) auf der Ahna Nr. 473 meist­bietend zu verkaufen, und hat Unterzeichneten hiermit beauftragt, zu welchem Zwecke Verkaufstermin auf Montag, den 11. März, Vormittags 11 Uhr, in dessen Wohnung, Marställerplatz Nr. 333, angesetzt wurde, wozu Kaufliebhaber' eingeladen werden. In den Gebäulichkeiten wurde seit langen Jahren Brauerei betrieben, und sind solche hinsichtlich ihrer guten Lage, großen Kellern, Stallungen und Hofräumen, welche mit einem Brunnen und Zaitenwasser versehen sind, zu jedem großen Geschäfte zu empfehlen.

«. W. Knetsch. G. T.

(228) Die

Hampf - Fournir - Schneide- Fabrik von L. Wack

empfiehlt ihr Lager von Fourniren und massiven Hölzern aller Art, und übernimmt zum Schneiden in Fournire, Bohlen und Bauholz, alle Holzarten.

Theater-Repertoire.

Sonnabend, den 23. Febr.: Zum ersten Male: Götz von Nerlichingen mit der eisernen Hand. Schausp. in 5 A., von Göthe.

Sonntag, den 24. Febr.: Der Vater der Debütan­tin. Posse in 4 21., nach Bayard, von B. A. Herr­mann.— Hierauf: Cin orientalischer Traum. Pan­tomimisches Ballet in 1 A., von A. Wienrich.

Äst fsel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne'scheu Buchdruckerei.

Für Kassel und die Umgegend

werde» in der Erp-ditiond. ®t, obere Em-xg-g« Rr. 132, sowie bei dm Herren 3. 6. J. Raab- u. Comp., W. G. Appel md D. Gottschalk Abonnements für den Moa«. 48 ®8r„ angenommen.

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