174 —
Türkei.
Der englische Morning Herold enthält setzt genaue Angaben über den gegen Kossuth beabsichtigten Mordversuch. 23 Kroaten waren dazu gedungen; in Konstantinopel 15, die man nach Schumla schickte; 12 von ihnen kamen angeblich als Kaufleute in der Nachbarschaft an. Kossuth sollte ans Meer gelockt werden unter der Vorgabe, daß ihn die Türken vergiften wollten; dort harrte feiner der Tod. Das Komplet kam fertig auS Wien, und Graf Stürmer, der Gesandte, ging darauf ein. Es herrscht in Konstantinopel eine furchtbare Erbitterung gegen Oesterreich. Die Pforte spricht ihr tiefes Bedauern auS, daß ihr Name in eine Sache verwickelt sei, die zu verrucht und schändlich wäre, als daß man sie dem Sultan oder seiner Negierung zutrauen könne. Der Plan kam durch eine Geliebte eines Kroaten in Konstantinopel ans Licht, die einem bereits gewarnten Ungar Alles offenbarte. Dieser zeigte ihn dem Minister des Auswärtigen an, der sofort den Befehl nach Schumla erließ, die Mörder zu greifen.
Konstantinopel, 23. Jan. — (Die Flüchtlinge.) Noch immer ist der diplomatische Verkehr zwischen Oesterreich und der Pforte nicht hergestellt, und der ottomannische Commissär, der sich nach Schumla begeben soll, harrt noch immer des Befehls zur Abreise. Was die italienischen Flüchtlinge betrifft, so scheint eS, als wäre der bevollmächtigte Gesandte von Piemont, Baron Tecco, auf dem Punkte, von seiner Regierung die Ermächtigung zu erhalten, dieselben nach der Insel Sardinien zu transportiren, wo sie colonisirt werden sollen. Die Flüchtling sfrage ist noch weit entfernt, eine befriedigende Lösung gefunden zu haben, aus Mangel an Bestimmtheit in den Forderungen, die man klar und deutlich hätte auSsprechen müsse», wenn man der Sache mit einem Male ein Ende machen wollte. Andererseits giebt
man, indem man die Sache in die Länge zieht, der Vermuthung Raum, man wolle eigentlich nur Zeit gewinnen, um diese oder jene diplomatische Operation zu vollführen, um dieses oder jenes politische Resultat zu erzielen. Dadurch wird die Gefahr, ohne eben nahe bevorstehend zu sein, die Quelle fortwährender Beunruhigung, einer Stagnation in den Geschäften, und der vollständigen Paralisation der Handlungen der Regierung, weil die Forderungen Oesterreichs und Rußlands, statt im Verlaufe der Zeit sich zu vermindern, sich vielmehr mit jedem Tage zu steigern scheinen. So hat Graf Stürmer seine Liste mit den 48 Namen, die er darauf gesetzt, noch keineswegs geschlossen, sondern er hat sich eine Frist von zwei Monaten zur Com- plettirung derselben vorbehalten. Herr von Titoff hat seinerseits die Vertreibung von 14 Individuen verlangt, und heute heißt eö wieder, er werde die Vertreibung aller Jener fordern, welche geborene Russen sind. Also wenn eine Liste abgethan ist, kommt man wieder mit einer anderen, und so nimmt die Geschichte kein Ende! (Wand.)
(Russische Pläne gegen die Türkei.) Laut dem „Bulletin de Paris" cirkulirte in Kreisen der Majorität der Legislative das Gerücht, der Kaiser von Rußland werde binnen Kurzem auf Konstantinopel loSmarschiren, eine an den hiesigen Russischen Geschäftsträger Kisseleff gelangte Nesselrodesche Depesche soll schon den Vorwand angeben, unter dem dieser neue Versuch zur Verwirklichung der alten Pläne Rußlands gewagt werden soll, und dient diese Depesche und ihr muthmaßlicher Inhalt allen politischen Unterhaltungen seit Kurzem zum Stoff.
Dem Bürstenmacher Johann Höhmann dahier ist das Prädikat „Hof-Bürstenmacher " verliehen. — Der Sekretär Jäger bei dem Oberforstkollegium ist in Ruhestand versetzt worden.
N e k a n n t m a ch u n g e n.
^Hâ'â^^-i^^'BâiMi^ü^M ^I*.^.^^^^*^*^ i^ââ^- MââiBrè* iH.F
E (iss) Die I
< Seiden- und Modenwaaren - Handlung |
E Gebrüder Eiöwenstein in Dorhum >
E beehrt sich hiermit vorläufig ergebens! anzuzeigen, daß sie zur diesjährigen Frühjahrs- A
& Messe ein sehr reichhaltiges Lager von Seidenwaaren, Jacconets, JTlous- I
E seltne de'laine u. s.w. in K a ssel, im Hause des Hrn. Kropf, obere Königs-
-C straße Nr. 160, bringen wird. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir diesmal g
Ä eine besonders reiche Auswahl bieten können, da bis dahin unsere neuen Pariser Meß- H waaren eingetroffen sind. *
5 - Bochum, den 1. Febr. 1850.
„ Gebr. Löwenstein. L
®^ Jetzt ist es Zeit, ^H die alten S t r o h h ü t e in die Wäsche zu schicken, damit wir dieselben zur Messe schön gewaschen, wie neu, wieder milbringcn können.
Madame Rödel, Amalienstraße Nr. 102, besorgt die Annahme für uns.
Wilh. G e r r m a n n, Gebr. ? [103) Strohhutfabrikanten in Braunschweig.
x Das 6/4 breite Leinen *), â â das Stück von 72 Ellen, aus der gro- 4 Z ßcn Seehandlung, empfiehlt « £ I. %d)önfeU’ö Wittwe , 1 (1 /.9) Graben Nr. 770.
*) Die Anfrage des Setzers, ob das Leinen noch 8 Thlr. kostet, wird besaht.
(202) Ageitbeugesnch für ein lucratives Geschäft, welches in allen deutschen Ländern ohne Fonds betrieben werden kann Die Provision ist 33'/, Proc, und wird nur ausgebreitete Bekanntschaft und Recllität verlangt. — Anmeldungen unter G. B. Post restant Frankfurt a. M. franco erbeten.
G^r Höchst interessante Neuigkeit.
So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:
Die Kurhesstsche
Finanzverwaltung
und der Antrag des Abgeordneten Hildebrand.
8. br. Preis 5 Sgr.
(182) J. Luckhardt'sche Buchhandlung.
(203) Ein Hauebursch, welcher in der Gärtnerei erfahren ist, findet eine Stelle. Näheres in Nr. 135 der Entengasse, erste Etage.
(200 Die Aktien der Friedr.-Wilh.-Nordb. müssen steigen. Finanzspekulation über Finanzspekulation! Jetzt ist angeordnet, daß für die gratis mitzunehmenden. Passariergüter ein Wiegegeld bezahlt wird, was bei einer Station ebensoviel ausmacht, als der Fahrpreis.
Ein Reisender.
"A^ Sfarten von Cabet. — Aus dem »ranzosischen übertragen von Dr. EwcrbccK (pfeu: zu^haben^' H^^' — Paris und Leipzig. — Ist
fciP3i(l bei Twictmcyer,
lotete in allen deutschen Buchhandlungen. (205)
(206) Herrn A. Kahn in W. zur gefälligen Nachricht, daß bislang Nichts von ihm für die arme Wittwe A. Wertheimzu Wabern der Redaction der K. A. Z. zugegangen ist.
________________ Freunde der Wahrheit.
J. C. J. Raabé & Comp7 in Kassel.
(Steinweg Nr. 190.)
Der Kunst-Verein. Stahlstich-Sammlung der vorzüglichsten Gemälde der Dr cS- denerGallerie. Nebst Text vonA. Gär - ling.
Bis jetzt sind von diesem Kunstwerk 24 Hefte (jedes 3 Stahlstiche enthaltend), â 7'/, Sgr pro Heft, erschienen, und obgleich auf der Ankündigung des Verlegers mit dem Erscheinen des 23. Heftes die Vergünstigung aufgehört hat, durch Vorausbezahlung von 20 Heften das große Kunstblatt: „Heidelberg" gra; tis zu erhalten, so sind wir dennoch in den Stand gesetzt, auch jetzt noch das erwähnte Kunstblatt zu liefern, wenn der Betrag der ganzen Sammlung, welche aus 42 Heften bestehen wird, mit 10 Thlr. 15 Sgr. baar erlegt würde. —
Probeexemplare des Werkes selbst sowohl, als der Prämie theilen wir gern zur Einsicht mit. (207)
(208) In eine Landstadt wird ein tüchtiger Brauer, welcher einer Bierbrauerei vorstehen kann, gegen guten Lohn gesucht. Desgleichen ein Kiefergeselle in eine hiesige Fabrik. Zu erfragen in der Exped. d, Bl,
(209) Wer Höflichkeit und feine Sitten erlernen will, wird an Hrn. Tanzlehrer K.... r empfohlen.
Theater-Repertoire.
Mittwoch, den 20. Febr.: Do tor Nobin. Lusisp. in I A., nach Premarey von W. Friedrich, — Hierauf: Endlich hat er es doch gut gemacht. Lustsp. in 3 TL, von Albini.
Donnerstag, 21. Febr.: Zum ersten Male: Die Zigeunerin. Oper mit Tanz in 3 A. nach dem Eng- lischen von I. Kupelwieftr. Musik von M. W. Balfe.
Sonnabend, den 23. Febr.: Zum ersten Male: Eöh von Derlichingen mit der eisernen Hand. Schausp. in 5 A.,. von Gothe.
Sonntag, den 24. gebt'.: Der Vater der Debütantin. Posse in 4 A., nach Bayard, von B. A. Herrmann.— Hierauf: Ein orientalischer Traum. Pantomimisches Ballet in I TL, von A. Wienrich.
Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Leit, » k 777 7~ 7777~7
" d »u Dr, Kel lrrer. — Druck der Estieune'schen Buchdruckereu