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politischen Leben, so ist ihr Tod vor der Thür. Daß aber das wür- tembergische Konsistorium Partei gegen die Demokratie nimmt, geht klar und deutlich hervor aus der Ermahnung an die Ge ist! ichk e it, sich zwar nicht agitat orisch zu benehmen, aber doch bei jeder Gelegenheit die Bürger zu erinnern, wie sie durch Nichtwahl blos den Parteigängern dieser oder jener Seite gewonnenes Spiel geben, und daß, „wenn der Jammer vollends über Würtemberg hereinbräche", sie die Schuld trügen. — Also die Geistlichkeit der Centralpartei, oder Partei des schwäbischen Römers. — Das wird ihr bitter bekommen! —
Fr a n k r e i ch.
* Paris, 16. Febr. — In Narbonne gab eS CarnevalS- erccfse, die aber Nichts auf sich hatten. Alle Offiziere, die sich auf Urlaub befinden, sind in den Dienst beordert — den KorpSkomman- danien ist befohlen, alles Kriegsmaterial im besten Stand zu halten und darüber zu berichten. — Der General Castellaue mußte sofort auf seinen Posten nach Bordeaux. — Unter den Schriften, die Napoleon der «leine in die Provinzen sendet, soll auch eine mit dem Titel sein: „Von der erblichen Regierung oder Napoleon II." — Durch verschiedene Zeitungen geht die Mittheilung, daß man in Frankreich vom Kommunismus und Sozialismus (d. h. von den Systemen desselben) sich bekehre, daß man bloß die Verbesserung cer sozialen Lage predige, und dadurch eben die Masse des Volkes gewonnen und die soziale Bewegung über ganz Frankreich verbreitet habe. DieS ist eine Mittheilung , die wir bereits im vorigen Jahre gebracht haben. Ein jedes politische Kind sollte wissen, daß die eigentlichen politischen Systeme der Kommunisten und Sozialisten überhaupt nur in Paris und in den größten Fabrikorten Frankreichs ihre Anhänger hatten, daß sofort nach Auèbrrch der Februarrevolution die UnauSführbarkeit sämmtlicher Systeme sehr oft den eigenen Anhängern selbst klar wurde. Der Kommunismus fiel gänzlich — nur der Sozialismus der Fourieristen blieb ncch von Einfluß — aber auch er ist in der Provinz ohne Geltung, hierhin find nur die allgemeinen Wahrheiten gedrungen von der Nothwendigkeit des Credits und der Assoziationen rc. Sozialismus heißt hier dasselbe, was bei uns die allgemeine Richtung auf soziale Verbesserung bedeutet. Seitdem Paris von seiner furchtbaren Oberherrschaft über die Provinzen entthront ist, seitdem Frankreich anfängt, sich zu dezcntralisiren, hat die Gestaltung der Verhältnisse der Provinzen mächtig auf die alte Hauptstadt zurückgewirkt, die Eitelkeit und die Einbildung der System machen a tont p r i x, der beschränkte Gesichtskreis ihrer Schüler und Anbeter ist bedeutend herabgestimmt. Diese Erscheinung ist nicht von gestern — ihr Beginn datirt sich von der Junischlächtcrei 1848, die eineöthcilö dem Lande gezeigt, daß die soziale Bewegung von furchtbarer Bedeutung und Energie ist, andertheils den blinden Sturm ihrer roheren Elemente gebrochen und der ruhigen, besonnenen Ueberlegung in den großen Massen Raum verschafft hat. — Armand Marrast, das Mitglied ter provisorischen Regierung, der ehemalige Maire von Paris, der Präsident der Kammer — der Epikuräer der Revolution, wird wieder einfacher Journalist und Revolutionär werden, d. h. so lange eS dauert. Am 24. Februar wird von ihm die erste Nummer eines neuen Journals erscheinen, der Republikaner, mit sozialer Färbung. — Sei vorsichtig gegen deine neuen Freunde — o Sozialismus — und Glück auf!
Italien.
Nom, 6. Febr. — sDer Papst kehrt wieder einmal nicht zurück.) „Der Papst lebt herrlich in der Welt", d. h. nicht in Rom, sondern zu Portici, nächstens zu Terracina, dann wieder vielleicht in Gaeta. „Er lebt von seinem Ablaßgeld", d. h. von den PeterSg)olchkn, die man überall für ihn zusammenbettelt, sonst siebt'S mit seinem Geldbeutel verdammt windig ans. Rothschilv und Fould wollen keinen Heller kreditiren, bevor er nicht in Rom sitzt, aber im Schatten der Bajonette Frankreichs, der Heidin, will Pius der Armselige nicht in Rom sitzen, — er wird sich eine Legion Spanier werben, unter deren Geleit er heranrücken will. Die Franzosen aber sind nicht so leicht zu vertreiben, wie man weiß. Also was bleibt Anderes übrig, als unter österreichischen Schutz zu ziehen, z. B. nach Bologna. Ist aber immer daS alte besonnte Lied: „Der Papst, der ist ein armer "bicht , d'eum möcht ich doch der Papst nicht sein". Oesterreich, Frank- i cich und Spanien driltheilcn den Sohn Petri! — Der Karneval, der den Römern vktroyirt werden sollte per Ordre deS Mufti (b. h. des französischen Kommandanten), ist glänzend durchgefallen, nur die langweiligen BeessteakeS trieben ihre Narrcnspoffen auf dem leeren Corso, so zu sagen ex officio — der Transpiration halber. Kein Römer war zu sehen.
S^i'Hi, 10. Febr. — Den eisten Tag deS Karnevals hatte die
französische Kommandantur 40 Straßenjungen gemiethet, die mit Kuhglocken in den Gassen umherliefen, um die Leute auö den Härsern zu locken. Am zweiten Tag zogen 20 Wagen mit maskirten Sbirren umher. — Kürzlich maSkirten sich zur Revange dafür einige Di be als Sbirren und raubten nach Lust. Verhaftungen folgen übrigens auf Verhaftungen, ohne allen Grund natürlich, woran übrigens Jedermann gewöhnt ist. Der neueste Plan der Jesuiten ist die Stiftung einer katholischen Armee und die Erneuerung des Maltheser- und Johanniter-Ordens. Die Zeit der Kreuzzüge, ihr Guten, war einmal und kehrt nicht wieder! — Nebenbei hat man in Bologna fünf Professoren weggejagt und drei suspendirt.
Palermo. — Am 27. Jan. herrschte in Palermo eine bedeutende Aufregung, man hörte den Ruf: Es lebe die Constitution von 18121 Es lebe Ruggiero Settimo! Verhaftungen fanden statt und sechs Personen ließ man als „überführte" Urheber der Mani- festation sofort über die Klinge springen! Banditenordnung! Kurzer Prozeß einer Mörderclique, genannt Regierung beider Sizilien.
Neapel.— Keine Amnestie! am Geburtstage deS Königs; der Hof wohnt fortwährend auf dem Lande; Ferdinand der Bombar- direr kommt häufig aber heimlich zur Stadt; einmal hat er eine neue Truppe, die f. g. Todtenjäger, befehligt. Dieses reitende JägercorpS besteht aus begnadigten Verbrechern, eine würdige Leibgarde für den gekrönten Mörder. Mit dem armen Pabste steht der Kartätschenkönig aufs Intimste, am Aschermittwochtag wird Se. Heiligkeit den König und die ganze Familie mit Asche bestreuen, außerdem wird das päbst- liche Consistorium nächstens die Frage berathen, ob der Heil. König von seinen Eiden zu entbinden sei, die er an die Verfassung geschworen. Der Pabst ist dafür, die Mehrzahl der Cardinale dagegen. — O wäre doch ein gewisser Monarch in Deutschland katholisch. Eine solche päbstliche Eidentbindung ist doch nicht übel!
Griechenland.
— Griechenland schuldet englischen Gläubigern eine 5pCt. Anleihe von 800,000 Pfund Sterling (8 Millionen fl. C. M.), welche 1824 von dem Hause Ricardo zu 59, und eine andere Anleihe von 2 Millionen Pf. St (20 Millionen fl. C. M.), welche 1825 von demselben Hause zu 564 contrahirt worden ist. Beide Anleihen sind von der englischen Regierung gänzlich unberücksichtigt geblieben, und sie stehen auf dem Londoner Effectenmarkt nur zu 6^. Die von den drei Schutzmächten England, Frankreich und Rußland gewährleistete griechische Anleihe betrug 2,343,750 Pf. St. (25,437,500 fl. C. M.) und wurde mit dem Hause Rothschild abgeschlossen. Die Dividenden von dieser Anleihe sind nun zwar richtig entrichtet worden, aber nur bei der ersten Verfallsfrist von den reservirten Fonds der Anleihe selber, und seitdem hauptsächlich von den drei Garanticmächten selber, welche solchergestalt schwere Forderungen an den griechischen Staatsschatz haben. Die Anleihegewähr ist von den drei Mächten nicht so- lidarisch eingegangen worden, sondern jede hat sich nur für ein Drittel verbürgt, und der jetzige Marktpreis des englischen Antheils ist beiläufig HO bis 112. (Times.)
Die von den Engländern verlangten Inseln Elaphonisi und Sapienza waren stets im Besitz der Türkei bis zur Befreiung Griechenlands, das sie an sich zog. Die Regierung der jonischen Inseln hat durchaus kein Recht darauf. Schad't nichts! So macht sichâ ! __ Jeder Tag des Verzugs in der Erfüllung der Forderungen kostet Griechenland 40,000 Colonaten, so ist angekünvigt.
R u ß l a n d.
Posen, 14. Febr. — sRu ßland und der griechisch, englische Konflikt.) Von einem so eben auS Polen angckom- menen Reisenden erfahren wir, daß vor wenigen Tagen der griechische Minister Zografos auf seinem Wege nach St. Petersburg War- schau passirt hat. Derselbe wurde von dem Fürsten Statthalter ein. pfangen und auf das Zuvorkommendste behandelt; er brachte von Wien, wo er kurze Zeit verweilt, die Nachricht mit, daß der österreichisch- Minister der auswärtigen Angelegenheiten der österreichischen Gesandtschaft in Athen die Weisung habe zugehen lassen, sich in der englisch- griechischen Differenz durchaus nur im Einklänge mit der kaiserlich russischen Gesandtschaft zu verhalten. Von Seiten deS Statthalters Fürsten PaSkiewicz wurden ihm die gegründetsten Auösiih' ten aus russische Hülfe im Fall eines andauernden, ernstlichen Konflikts in Aussicht gestellt; namentlich soll derselbe geäußert haben, daß die russische Regierung niemals die der Inseln Sapienza und Elaphonisi an England u- den würde. Die von Neuem mit großem Eifer betri ebene, ß rüstungen deuten darauf hin, daß man in der Tha n> würde, nöthigenfallS mit Waffengewalt zu intcrvenlrcii b