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fernteste Verminderung seiner unumschränkten Selbständigkeit ist der Unteraang des absoluten geistlichen Obcrhirtenamts.
So liegt also für Italien die Rettung nur im Zerbrechen der Fremdherrschaft und deS Papstthums. Eine Revolution in Paris oder in Wien, und der Papst und die italienischen Fürsten stürzen von selbst. —
Deutschland.
* Frankenberg, am 13. Febr. — Den Artikel aus Frankenberg (Nr. 36 d. Bl.), hinsichtlich Ler Wahlen, müssen wir etwas berichtigen.
Die ganze Urwählerzahl betrug 560 und dazu gehörten 1) zur 3. Klasse 408, und wählten nur 9 und zwar 1 Advokat an der Spitze, 1 Pfarrer, der AmtSwundarzt, der Postverwalter, 1 Amtsdiener, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Tauber und ein Taglöhnerz 2) zur 2. Klasse 131, und wählten 12, nämlich 3 Pfarrer, der Amtsarzt, der Steuerinspektor, 1 Rentmeister, 1 Amtsaktuar, 1 Apotheker, 1 Avvokat, 1 Posthalter und zwei Mitglieder der Wahlkommijsion, nämlich der Bürgermeister und 1 Stadtrathsmitglied; sodann 3) zur 1. Klasse 21, und wählten 5, darunter der Berwaltungsbeamte, 1 Rentmeister und 3 Stadtrathsmitglieder, von denen 2 Mitglieder der Wahlkommission waren. Mithin wählten von 560 nur 26, also nicht einmal ^.
O Berlin, 14. Februar. — Wir können uns unter der Hand auf den Belagerungszustand vorbereiten. Wenn in Paris wieder „unruhige Auftritte" Statt finden sollten, so verhängt man nach den Regeln der heiligen Volksschinderlogik alsogleich auch über unö den Belagerungszustand mit seinen heimlichen Freuden — „um gewissen Eventualitäten vorzubeugen!" — Aber, werden Sie sageu, die „deutsche Reform" von gestern Abend versichert ja gerade das Gegentheil, und meint, man werde mit den gewöhnlichen Mitteln vollständig ansreichen, falls eine wahnsinnige Partei jetzt noch ihren thörichten Plänen die That folgen lassen wollte! Nun eben; gerade weil die „Deutsche Res." davon spricht, und wenn sie auch zehnmal das Gegentheil versichert, deshalb glaubt alle Welt daran, daß im Falle einer neuen französischen Revolution auf der Stelle hier zu Gewaltmaßregeln geschritten werden würde, obschon der „gewöhnliche", der „normale" Zustand an und für sich schon eine Art von Belagerung ist. Die Fürsten haben aus der Märzschule profitirt. Die Taktik unserer Negierungspresse ist einfach! das Gegentheil von dem, waS sie sagt, ist fast immer wahr. Niemand hat, als die Nachrichten aus Paris vom 4. Februar kamen, an einen Belagerungszustand gedacht, nur wenige konservative Journale mögen ihn vorahnend in Aussicht gestellt haben — und nun kommt wie aus den Wolken diese ministerielle Enthüllung! O wir wissen schon! nur immer zu! — — Ein absurdes Gerücht, daâ gestern ausgesprengt war, sprach von einer Kriegserklärung Oesterreichs, im Fall Laö arme Festungsparlament zusammentreten sollte!! Wahnsinn, im Gehirn einiger Börsen- lcute entstanden, denen die neue Strotha'sche Anleihe den Verstand genommen hat! Hannibal ante portas — in Frankreich die Revo. lution, die neue, die ganze Revolution im Ausbruch, und Oesterreich und Preußen im Krieg, im Krieg wegen des Erfurter Käsekasino'S! Ist daS nicht zum Lachen? Eher wollte ich glauben, daß der Kaiser von Rußland alle seine Truppen nach Kaukasien schickte, wenn in Warschau die rothe Fahne wehte, als daß ein Regiment Preußen Marschordre gegen Oesterreich erhielt, nachdem eine neue telegraphische Depesche uns Nachricht von dem Zustande Südfrankreichs gebracht hat! Front gegen die Revolution, und brüderliche Eintracht unter den Henkern! — Schon jetzt beginnt übrigens die RezicrungSpresse, in Folge der nagelneuen Konstitution, die bekanntlich keinen Schuß Pulver werth gefunden wurde, Zwietracht unter die Demokraten zu säen, und dieselbe alö ihren früheren Principien untreu darzustellen. Die „ D. Ref." irrt gewaltig, wenn sie glaubt, raß ihr das gelingen wird. Die Gute meint nämlich, die jLcnwhatie würde sich nun ohne Umstände aus den Boden der Ver- sassung stellen, die sie doch eigentlich nicht als rechtsgültig anerkannt hat; sie glaubt, die Demokratie werde sich an den nächsten Wahlen bethe, lgen. Albernheit! Erst müssen wir das Wahlgesetz für die zweite Kammer kennen und - vor allen Dingen, wollen wir doch erst abwarten, ob es überhaupt zu solchen Wahlen kömmt. Dao Barometer von 1850 scheint richt auf MinoritätèwindstlUe, sondern viel eher auf Rcvolutionssturm hinzudcuten. Abwarten! Nachher wollen wir sehen, wie die Dinge beschaffen sind. Daß wir in diesem Jahre noch iu regelmäßigen Kammersitzungen kommen, daS dünkt unS zu unwahrscheinlich als daß wir jetzt schon einen Prinzipicnkampf deshard beginn,n sollten'. Die Kammer der Minorennen hat sich gestern Abend wieder einmal über ihre eigene Kommission geschämt, sie hat nicht in die Theilung Posens gewilligt, sondern nur beschlossen, daß es in den deutschen
Bund ausgenommen werden solle. Im Grunde zwar dasselbe; die Po- len sollen wider ihren Willen germanisirt werden. Wir wollen sehen, ob das Kunststück gelingen wird. — — Herr Keller, früher schweizerischer Radikaler, dann Berliner Professor, und endlich noch — o Glorie! Vertreter der preußischen Minorität, ist nun auS der Redaktion der „Deutschen Reform" ausgetreten. Schade! Seine Rede klang süß, wie Honig. Toch noch bleibt ihr ja der edle Freiherr von Mäusebach (Leichenriecher) und der geniale Ruthenberg, in der schönen vormärzlichen Zeit ein „deutscher Radikaler" und Mitarbeiter an der „Rheinischen Ztg." Sie werden auch ferner daS Ministerium mit Rath und That unterstützen. — — P. S. Der Kommissionsentwurf über das neue Klubbgesetz ist heute erschienen. Die Mitglieder sollen genannt werden, — polizeiliche Ueberwachung, — nur „Bürger" von 25 Jahren, — weder Frauen noch Minorenne dürfen zuhören, — das find die Glanzpunkte kämmerlicher Weisheit. Jede Verbindung der Klubbö unter einander ist verboten!!! Aber was die Hauptsache ist: alle ReligionSgesellschuften, die keine Corpo- rationörechte haben, sind fast ganz denselben Beschränkungen unterworfen.
Berlin, 13. Febr. — Die Eigentlichen jubeln. Nach allen jetzt vorhandenen Wahlergebnissen hat nicht die Partei deS Hru v. Gerlach, sondern die des erhabenen v. Gagern in Erfurt die Majorität. Wir begreifen diesen Jubel nicht. Zunächst einmal haben bekanntlich die Eigentlichen nur dann einigermaßen Parade gemacht, wenn sie ihren oppositionellen Schulschritt machten, d. h. in der Minorität waren. Dabei hatten sie außerdem den Vortheil, nach jeder Niederlage, oder politischen Apostasie die Schuld auf die Majorität oder auf die „sich überstürzende Demokratie " wälzen zu können, und diese dem Volke als Verräther zu denunciiren. Jetzt aber, wo sie in Erfurt in die fatale Lage gerathen, keinen Sündenbock zu haben, schlankweg ihr Prinzip zur Geltung bringen zu können, jetzt möchten wir wissen, womit sie ihre sicher nicht ausblerbende abermalige Unterwürfigkeit unter Seiner Majestät huldreiche Winke, womit sie ihre unzweifelhaft wieder zum Vorschein kommende hündische Kriecherei und Feilheit verantworten wollen. Wie gesagt, wir begreifen den Jubel nicht. Diese Eitelkeit könnte den Herren theuer zu stehen kommen. Der König von Preußen weiß, daß man einen ungezogenen, prahlerischen Jungen nicht besser blamiren kann, alö wenn man ihm zur Ausführung seiner gerühmten Heldenthaten plein pouvoir gibt. Wir haben schon früher gesagt: In Frankfurt sind die konstitutionellen Personen vernichtet, in Erfurt macht das konstitutionelle Prinzip Fiasco. Hr. v. Gagern stirbt auf seiner eigenen Herberge.
Meininge», 9. Febr. — Gott sei Dank! Allmählich kommt Alles wieder in das rechte Gleis. Unser herzoglicher Herrgott hat sämmtliche» Behörden ankündigen lassen, daß er von seinen Erzengeln, d. h. den Staatsbeamten für die Folge ein besseres Betragen, alâ bisher, namentlich treue Ergebenheitre. erwarte. Man werde sonst mit allem Ernste ein schreiten. Vor allen Dingen sollten die Beamten keine der „ Regierung feindselige Parteistelluug" einnehmen. WaS für einer Ausdehnung eine solche Forderung fähig ist, wissen wir von ehedem. Also duckt euch, kriecht, schmiegt euch ic. rc. — sonst wird man mit allem Ernste gegen euch einschreiten, ihr herzoglichen Knechte, ihr! Die Reaction wird komisch. Sie ist nicht originell genug.
Schwerin, 9. Februar. — Nach der Weserzeitung fallen die Schweriner Landtagswahlen zu Gunsten der „entschiedenen Linken" auS. „Schlimme Aussichten" — ruft das Krämerblatt — „für den Bestand unserer jungen, ohnehin so vielfach angefochtenen Verfassung." Ja, es ist kein Zweifel: man muß die Fortpflanzung verhindern. Eâ wird nachgerade die ganze Welt demokratisch, und die Demokraten können keinen Staat bilden. Wenigstens haben sie kein Recht dazu. Die Weltgeschichte ist ex. Der verkannte Konstitutionalismus verhüllt sein Angesicht und stirbt unter den Trümmern der entarteten Menschheit.
x Frankfurt, 14 Febr. — Obgleich wir unâ vorgenommen hatten, Ihnen nicht eher wieder zu schreiben, biâ wir entweder preußisch oder interimistisch geworden sind, — vermuthlich werden wir daâ letztere, da unsere Spießbürger über die Taube in Erfurt den Spatzen in der Eschenheimer Gasse nicht riâkiren werden! — so halte ich eS doch für meine Schuldigkeit, ihnen zu berichten, daß „Gottes Hand" wieder „sichtbar" geworden und der Prinz von Preußen vor dem Feuertode gerettet ist. Hochdiefelben hatten eines Nachts ein wenig debauchirt und andern Morgens brach Feuer in seiner Nebenstube auS. Wäre der Prinz nicht von Gottes Gnaden gewesen, sondern ein ordinäres Menschenkind, wie unser einer, so hätte er vermuthlich daran glauben oder zu einer Strickleiter seine Zuflucht nehmen müssen. So aber — „Mit unö ist Gott!" Ohne Zweifel hat der liebe Gott daö Feuer expreß arrangier, um dem Kartätschenprinzen seine Huld und Gnade beweisen zu können.