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scher Nationalität. Die „Deutsche Reform" hat bereits ein Inserat dafür gebracht, die „Neue Preußische" dürstet schon lange nach der Ausrottung eines Stammes, der fast auf alle Barrikaden und zu allen Revolutionen seine heldenmüthigen Söhne sandte, und auch die übrf* «en Blätter betrachten die Sache bereits als abgemacht. DaS Großherzogthum Posen soll unter die umliegenden Provinzen vertheilt werden. DieS ist die Rücksicht, die man der polnischen Nationalität tragen wollte! Nicht einmal die Demarka­tionslinie, wie sie die deutsche Nationalversammlung in thörichter Ver­blendung und in blindem Polenhasse beschlossen, soll aufrecht erhalten werden, nein, der Name Polen soll verschwinden, deutsche Kultur und Sprache soll den Söhnen Kosziusko'ö eingepeitscht werden, auf daß sie fühlen, welch' ein Glück es ist, ein Preuße zu sein! Ja, der Wind der russischen Knute streicht schon lange als glückliche Vorbe­deutung durch das Preußenland! Nun wird man den polnischen Ju­den befehlen, sich die Bärte abzuscheeren, und wird deutsche Profeffo- ren unter die Polenjünglinge schicken und das Kind in der Wiege schon in die Geheimnisse deS preußischen KonstitutionaliömuS einwci- Hen. Der große Czaar in Petersburg wird seine Freude haben über die gelehrigen Schüler an der Spree und Warthe, und wird aus seinen Menagerien einige Rudel Wölfe schicken, um den Pazifikatoren bei ihrem heiligen Werk beizustehen. Nur zu, man mag eö thun! Eine gute Folge wird das Werk doch haben. Noch gibt es eine pol­nische Partei, die nicht weiß, ob sie der Demokratie, ob sie der preu­ßisch-väterlichen Liebe sich in die Arme werfen soll. Die Augen werden ihr durch diesen neuen Streich preußischer Gerechtigkeit geöffnet werden. Das ganze polnische Volk wird wie ein Mann stehen auf Seiten derer, die die preußisch-russische Barbarei in ihren Grundfesten stürzen wollen, es wird einsehen, daß eS sein Ziel nur finden kann in dem allgemei­nen Siege der Völker über die Fürstentyrannei, eö wird aufhören, in blindem Vertrauen noch irgend eine Gnade zu erwarten von jenem Re­giment, das im Frühling 1848 die Sensenmänner mit Shrapnellö nie- dcrschmetterte und jetzt mit heimtückischer List sein Werk vollenden will. Noch ist Polen nicht verloren! Noch lebt daS französische Volk, daö jeden Tag zum Kampfe gerüstet dasteht, noch lebt die deutsche Demo­kratie, die ihm folgen wird, noch ist Ungarn nicht begraben, für dessen Freiheit Polens edelste Söhne zu Tausenden ihr Blut vergossen. Les peuples sont pour nous des frères et les tyrans des ennemis — sagt Duprat, für uns sind alle Volker Brüder, nur die Tyrannen unsere Feinde! Wenn Frankreich und Deutschland in ihrer Herrlichkeit auferstehcn, wird auch Polen in sein altes Recht wieder eingesetzt werden.

** Frankfurt, 11. Febr. — Still! Hr. v. Blitlerödorf spricht. Diesmal ist der graue Todtenvvgel, gegenüber der konstitutionellen Tröpsen, so rücksichtslos, wie man's nur wünschen kann. „Wenn", sagt der große Diplomat, „wenn der Erfurter Lereiuötag wirklich die Absicht haben sollte, auf den Beitritt der vier Königreiche zu spekuli- ren, so bleibt Oesterreich nichts anderes übrig, als daß es auch die kleinen Fürsten wieder in integrum restituirt, d. h. den alten Bund in aller Glorie und Erhabenheit wieder herstellt. Dixi." Die Maul­würfe der Erfurter Casematten wissen nun, was es mit ihrer „Anzie­hungskraft" zu bedeuten habe. Jede weitere Portion „Einheit" ist eine Portion „Auflösung".

Hr. v. Schonhalö soll sich die Mühe gegeben haben, ein Kotzebue- sches Memoire über den Zustand Deutschlands auszuarbeilen und den Höfen zuzusenden. Die Frohnvögte werden daö opus natürlich mit allem Eiser studiren, über die österreichische „Fürsorge" wie üblich zu Thränen gerührt werden und schließlich nach irgend einem Carlöbad kutschiren. Die Frvhnknechte werden die Kosten der Reise bezahlen, wie ebenfalls üblich.

Unsere „Oktroyi'rte" wird sich nächstens mit dem Antrag Donners, den Anschluß an die Casematten betreffend, beschäftigen, was Ihnen hoffentlich sehr gleichgültig ist. Oder nicht?

Schließlich bemerke ich Ihnen, daß der eidscheue Prinz von Preußen V Bundeskvmmissaren im besten Einvernehmen uns Hoffnung, daß wir nicht in einen abscheulichen scheinen sich nach seiner Pensioniruug fort^M ^ babiT^

Hr. JBnchr, der Unermüdliche, erklärt nämlich ' seiner Bedingung eine Wahl annehmen werbe, webe/ nach 7 «ach Karlsruhe. Er beabsichtige, sich vor der Hand von^ aller Pot.lck fern zu halten. „ Procul negotiis “ re.

Karlsruhe, am l0. Febr. - Unsere Kriegsgerichte verbinde« das Schöne mit dem Nützlichen. Oder soUle die »b»Ä dem Strafmaße bei ihren Erkenntnissen aus „Liebe zur Gerecht, â,t" herrühren? Gewiß nicht. Die Kriegsgerichte haben Aesthetik stubirt.

Unser heutiges Cadettenblatt enthält wieder 26 Urtheile gegen „flüch­tige Soldaien": Ijährig, öjährig, ijährig, lOjährig, lOjährig, ijährig, Zsährig, ijährig, Tod, öjährig, LOjährig, 1 öjährig, öjährig, 4 Wochen, lOjährig re. rc. Ist daö keine Musterkarte für Geist und Herz? Und so geht's alle paar Tage. Gott helfe euch Herren bei der nächsten Revolution!

Tübingen, 6. Febr. (Beobachter.) Heute stand Taglöhner Rau von Hulden, O. A. Urach vor dem Schwurgericht, angeklagt am 4. Juni v. I., öffentlich die Person des Königs geschmäht zu haben. Seine verbrecherischen Aeußerungen sind: „der König ist ein Spitzbube, er hat daö Land schon lange betrogen, alle Jahr um drei Millionen, daö Donnerwetter soll ihn verschlagen." Der Wahrspruch der Ge­schwornen lautete „schuldig", und eö erhielt der Angeklagte, welchem kein Vertheidiger zur Seite stand, eine Arbeitöhauöstrafe von 8 Mo­naten. (Man muß immer sagen: „unser Landeöfürst ist kein Spitz­bube, nein, nie nich! ")

Hohenasberg. (Beobachter.) Es ist, nach den Aussagen eines Mannes, den wir für wohlunterrichtet halten müssen, leider vollkom­men gegründet, daß Rösler von Oelö ausgeliefert werden soll. Ge­richtshof und Obertribunal haben dafür gestimmt. Er würde in Preu­ßen einem Todeöurtheil, vielleicht einer Kinkel'schen Begnadigung (zu Bibel und Wollespinnen) entgegengehen. — Der alte Oelhaffen befindet sich in großer Bedrängnis Alle Menschenfreunde sind aufgefordert, ihn mit Geld, Wäsche oder Kleidern zu unterstützen.

Natzeburg, 2. Febr. (W. Z.) — Die hiesige Landesversamm- lung hat gegen Die Verfügung der Jnterimskvmmission, durch welche die Publikation der von jener ausgehenden Gesetzentwürfe inhibirt wird, und gegen die Zumuthung sich zu vertagen, als gegen aus irri­gen Ansichten über die lauenburgischen Verhältnisse hervorgehende Maß­nahmen protestirt.

Frankreich.

ff Paris, 8. Febr. — In der legislativen Versammlung ist gestern nichts besonderes vorgefallen, außer daß der Geistliche Casales sich stark gegen die Einmischung der Bischöfe in die UmversitätSrathökom- missivnen aussprach, weil er nämlich vorhersieht, daß Letztere nicht ganz dem Klerus gehorchen werden. Dadurch, jagt er, kann nur An­stoß und Haß gegen die Kirche entstehen. Diese verhältnißmäßig ver­nünftige Rede erregte natürlich die Wuthausbruche der Reaktionöde- putmten, denen Casales bisher stets beigezählt worden war. Man muß nämlich wissen, daß die Regierung oder Kammermajorität seit Wochen einen langen Gesetzentwurf über den Volksunterricht diskutirt, wodurch die Dvrfschulmeifter direkt unter daS Kommando deS Schulzen und Dorfpfarrers (.resp, also auch deS Gensdarmerrekapitänö) gestellt, die Lehrerftellen mit Priesterzöglingen besetzt, kurz eigentlich russische Verhältnisse cir.gefuhrt werden sollen. Seit Februar 48 ist durch die Boltölkhrer eine tiefeindringende demokratische Propaganda geleitet worden, wobei sie mit Recht hoffen, daß eine wahrhaftere Republik, alâ die jetzige ist, auch ihre miserable Lage verbessern werde. Eö ist interessant, wie Die Volksfeinde mit feiner Nase dieses herausgerochen haben. Die HH. Thierö und Montalembert haben in der Kammer sehr schön gegen die Volköaufklärung gesprochen. Wohin daö AlleS führe? Zu einem Ende voll Schrecken! Diese ganze unausstehlich langweilige Debatte über s. g. „Freiheit deS Unterrichts" ist gerade so unerbaulich als die theologischen Spitzfindeleien über s. g. „Frei­heit deö WlllenS", und wird hoffentlich bei veränderter StaatSsituation spurlos verschwunden sein und bleiben. Das Journal Emil Girar- dinö, „La Presse", ist jetzt ganz radikal und geht Hand in Hand mit dem Proudhon'S, waS sehr schätzbar ist, da G.rarvin einer der tüch­tigsten Journalisten Europa's ist, vielleicht der allertuchtigste. Heute citirt er spottend einen Artikel deö reaktionären „Journal de Dèbats", und zeigt, wie selbst dieses sich vor dem blendenden Lichte der demo- kratischen Wahrheit nicht mehr zu sichern weiß: „Die 89er Revolu- „tivn zerschlug Die allen Zünfte, aber die Freiheit, Die sie dem Ein- „zelmenschen gab, war nicht genügend, es fehlte Daran die Hälfte, „Die Vergesellschaftung, deren Trieb gewiß gerade so mächtig und so „heilig ist, als Die Verselbständigung Deö Einzelnen. Ja eö ist leicht „zu sehen, daß dicseö System der Vereinzelung Nicht nur auf daö Jn- „vtvicuum druckt, sondern eben so hart auch auf Die gesammte Masse „der Staatsmitglicder." (Sollte Der Le^er nicht meinen, ein hoch- rolheS sozialiftiiches Blau deklamire? Und so spricht das „Journal De Dèbcus" , das noch heute Louis Philipps Rückkehr unverhohlen wünscht!) Ferner: „Das Vercinzelungsiystein wird am Ende alles „in Staubkvrnchcn auseinander reiben, denn jedes Individuum in „diesem triften System der heutigen Arbeitswelt schafft sich Ideen von „Bedürfnissen, Die es als Einzelnes nie verwirklichen kann. Aber „das wahre Heilmittel gegen diese ,, ttllche K'rankheit „besteht in dem Assvztat, onsprinzip, welches von der