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verbissenen Hohn. Wie düster die Stimmung dermalen wieder hier ist, davon einige Beispiele: Der Polizeipräfect Carlier, der Hen­ker von Paris geheißen, ein ehemaliger katholischer Seminarist, ist nebst mehreren Pvlizeichefs und Redakteurs reaktionärer Blätter öfters mit Drohbriefen heimgesucht, des Inhalts:wer Freiheits- bäume umzuhauen bestehlt oder dazu Geld giebt, dem wird nach der nächsten rothen Revolution die rechte Hand mit 3 Fingern der ^Linken abgehauen, und zwar von Bolköwegen." Ein junger Blou- fenmann fuhr in einem Omnibus neben einem Priester, der tief über die Leerheit der Kirchen seufzte; der Arbeiter rieth ihm, über die Nachlässigkeit der Geistlichen zu seufzen, die ruhig daö Abhauen der nämlichen Freiheitsbäume zuließen, welche sie im März 1848 feierlich unter freiem Himmel mit Gebet und Weihwasser vor dem versammel- teu Volk kingesegnet hatten.Die Herren Priester halten also die Sakramente nicht mehr für heilig?" fragte der Arbeiter, und der Pfaffe wußte ihm zu großem Ergötzen der Nebensitzenden keine Sylbe zu antworten. Die Geschäfte stocken unter solchen Umständen gänz­lich; die Luruöarbeiter allein verdienen diesen Winter etwas durch die großen Bälle und Enkel, deren mehr sind, als seit zwei Jahren; aber trotzdem steigt die Masse des gemünzten und ungemünzten Gol­des und Silbers auf der Bank in ungeheurem Grade, fast alle 8 Tage um hunderttausend Franken mindestens, und diese Summe schwindet somit total auö dem Verkehr, den die Besitzer derselben für unsicher ansehen. Die bevorstehenden Ersatzwahlen werden von vielen Reaktionären als eine Ursache des stockenden Verkehrs angegeben. DaS ist aber einer ihrer bekannten Auswände. Nicht diese Wahlen (die nothwendig bei dem wachsenden Zorn des Volks alle 29 ganz roth werden dürften) influiren auf den Verkehr, sondern die Ehren­männer der s. g. oberen Regionen, die HH. Erzreaktionäre Fould der Minister, Rothschild, Göttinger, Rougemont u. s. w. wollen durch Veikchröabbruch und Nichtarbeitgcbcn auf die Wahlen influiren, sie womöglich weiß machen. Diese Unverbesserlichen meinen nämlich immer noch, das Aibeitsvölkchen und die kleinere Bourgeoisie werde sich endlich auf diese Weise an der Republikverekeln", wie sie artig es zu bezeichnen belieben, und dann irgend einen Thron wieder empor­richten helfen. ES wird aber statt deö Throns für gewisse Leute wohl einen Galgen setzen.

^ Paris, 7. Febr. Die Aufregung ist im Abnehmen, aber sie glimmt unter der Oberfläche fort und kommt doch nächstens zum donnernden Durchbruch. Die kleinere Bourgeoisie ist auf dem Wege, sehr unzufrieden zu werden, und dann ist die Sache so gut wie fertig. Man spricht von einer auf den 24 Febr. anberaumten großen Straßen­prozession aller Arbeiter-Associationen. Das wünscht die Louiö Blanc- sche Partei (die s. g. Luxemburger), aber die Proudhon'sche wünscht nicht; jedenfalls würde eine solche Prozession mit Barrikaden en­digen, und diesmal steht gar viel auf dem Spiele. DaS wissen die Revolutionäre so gut als die Reaktionäre. Proudhon hat wieder einen langen trefflichen Brief an L. Bonaparte erlassen, worin eS z. B. heißt:Bürger Präsident, Ihnen ist der Socialismus sehr verbunden. Man spricht wieder und wieder von Staatsstreichen, man wird davon sprechen, so lange Sie Präsident sind. . . Aber nur ein Thor ver- kennt, daß die Zeit da ist, wo eine echte Freiheit alle Dinge auffrischen wird. Ehedem unterschied man zwischen weltlicher nnd geistlicher Macht, Kaiser und Pabst. Heute scheidet man zwischen materieller und ideeller Macht; die tausend Feuerschlünde, die hunderttausend Bajonette, die zahllosen Polizisten und Justizleute, das alles ist dummes Zeug im Gegensatze zu den Ideen. Ein Mensch, der im Kerker sitzt hinter Riegel und Mauern, nichts hat als eine Schreibfeder und ein Blätt- chen Papier, hat mehr Macht als der Präsident einer großen Republik mit allen Staatsgewalten. Sie, Louis Bonaparte, schmachten, scheint's,

gar sehr nach der materiellen Macht: sie ist aber jetzt nur noch ein Caput mortuum, oder genauer bezeichnet, nur noch ein kahler, dürrer, grinsender Todten köpf. Wo ist denn daS Leben? eS blüht in der Freiheit. Ja, du liebe Freiheit, du Seele der Welt, du zen- gendeS, erhaltendes, neugestaltendeS Princip, du allgemeine Kraft, vor welcher alle übrigen Ideen gleich Funken in den unendlichen Raum zerstieben, ohne dich wäre ja Gott selbst nur das Böse und daS Eigenthum wäre ein Diebstahl! Aber noch ist diese Idee der Freiheit ziemlich neblig und matt; noch ist daS Regiersystem da und verpestet alle Nationen, und im Herzen der Massen ist der unabhän- gige Geist erloschen. Auf daß sich die Freiheit neu bewege, muß der Hammer der Verfolgungen, muß der Stempel der Verleumdungen sie schlagen und treiben. Die Februar - Revolution, wer möchte daran zweifeln, ist gemißglückt; jetzt muß der letzte Gegensatz von Freiheit und Staatsmacht, von Menschenthum und Uninenschenthum, hervortreten, nm dem RevolutionSproceß wieder aufzuhelfen. Ja wohl, Despotismus, Despotismus, immer noch mehr DeSpo - tismuS, daS Geschick der Welt will e5 so, und die Regie­rungen des 19. Jahrhunderts geben ihn gern. Schon zu lange ist daS Volk eingeluckt durch seine Tribunen und Kaiser. Ei, steh doch endlich auf, französischer Jacques Bonhomme, steh auf, John Bull von England, und du, deutscher Michel, steh auf: euch Allen hohnlachen die Prinzen und Priester in's Angesicht. Der Präsident, der Mandatar, der Diener deS Volks ladet es jetzt ein mit der Macht des Unter- drückerS, sich endlich die Freiheit zu erringen: ein Hurrah Hoch dem Proletarier! . . . Und so sei Ihnen, Bürger Präsident, gedankt, daß Sie auöharren in Ihrem Freiheitsmorden. Ihr Andenken wird vom Volke verflucht werden, aber der Herr da droben, zu dem die Herren hienieden beten, die Herren Montalembert, Faucher, Thiers *), der wird Sie, Präsident, belohnen! Ohne Sie, Präsident, wäre die Macht in die Hände irgend eines volköthümlichen Kaisers gerathen, und auf lange Zeit wäre der reine Begriff der Freiheit verunreinigt worden. Jetzt sind die Zeiten erfüllet . . . Wohlan, proklamiren Sie sich schnell zum Kaiser im Schlosse der Tuilerien, jagen Sie schnell jene verstock­ten Parlamentsschwätzer fort, aber schnell, schnell! Das wird dem Lande Frankreich durch alle Glieder fahren wie die Nachricht von einem neuen Kosackeneinbruch; ich kann Ihnen versichern, LouiS Bonaparte, die Republikaner erwarten von Ihnen noch diese letzte Wohlthat für daS erstarrte Land, und dann, ja dann werden der republi­kanische Arm und Mund Ihnen zu wissen thun, was das republikanische Herz und Hirn jetzt noch in sich verbor­gen halten.... Und somit Gruß und Bruderschaft. P. I. Proud- hon." Diesen Brief, von dem hier nur ein ganz kleiner Auszug steht, hat daâ Parkett ungehindert gehen lassen, dagegen wegen eines ähn­lichen, überschrieben:es lebe der Kaiser" dem Proudhou'schen Jour­naleVoir du Peuplc" einen Preßprozeß angehängt. UebrigenS scheint Proudhon keineswegs der Regierung so tief verhaßt zu sein, als ge­wisse andere Rcvolutionshäupter: er erfreut sich wenigstens in seinem Gefängniß einer sehr anständigen, ja sogar bevorzugenden Behandlung. Er hat, heißt, sich kürzlich verheirathet; er bekam Urlaub auf einen Tag. Seine Frau ist die sehr reiche Tochter eines Kaufmanns hier- selbst. WaS seinen endlosen Prinzipienstreit mit L. Blanc belangt, so haben beide Unrecht im Gegenstand wie in der Form. Sonstiges ist nicht zu melden: die Kammer schleppt sich elend weiter, jetzt mit dem jesuitischen VolköunterrichtSgesetzc; das Interesse ist wo anders, als in dieser Kammer. DaS Ausland betreffend, so geht das Ge­rede, daß der Präsident, dieser ehemalige Schützling und Bürger der Schweiz, gegen sie daS Schwert ziehen wolle, um Preußen und Oester­reich zu Helsen; daö kostet ihm den Hals.

*) Drei Häupter der Geld- und Jefuitenpartei in der Nationalversammlung.

027) klein - Kindersctnrle.

Da viele Eltern auf Ostern auch diejenigen Kinder we che noch nicht schulpflichtig sind, m irgend eine ul- au genommen wünschen, so mache .ch hiermit alle Eltern, welche hierauf reflectrren, besonders auf obige Schul aufmerk,am und bemerke, wie schon vielseitig anerkannt wurde, daß dieselbe zu obigem Zwecke am geeignetsten ist. Da vielseitig der Wunsch ausgesprochen ist, daß auch Mädchen in dieselbe ausgenommen werden mochten so ist die Einrichtung getroffen, daß dieselben aufge' nominen werden können. Alle dcra.tigen Anmeldungen bittet Unterzeichneter täglich in Nr. 55 der Martinistraße zu machen. Auch erteilt derselbe Privatunterricht in allen urchigen Schulkenntnissen.

M IW,

Lehrer und Vorsteher einer Klein: Kinder: schule dahier

B«ff«l. - Smntwrth^ $<,«Brt: H. H,,. Dr «.,, _ Druck ter Lpi-urre-fch-» Buchdruck««.

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