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den vielfach unausführbaren Bestimmungen desselben überzeugt haben. Das Ministerium mußte alles daö wissen. Und waS that es? — Es legte alle Petitionen ruhig ad acta und that gar Nichts. ES versprach höchstens (eigentlich that's die Kammer) — aus Furcht der Unausführbarkeit — die Ablösung nach dem letzten 3(jährigen Durch­schnitt. Einige Gemeinden waren denn auch wirklich dumm genug, bierauf einzugehen. Die nachkommende Last der Bereânung und Er­hebung der Zinsen, so wie der solidarischen Verbindlichkeit unter sich wird ihnen die Augen zu spät öffnen und ihnen nur noch Zeit zur Neue lassen. —

WaS that die Ständekammer?

Die Ständekammer fand auf den Vorschlag des Henkels, der als hesstscher Ober-Lykurg auch für den Vater dieses jammervollen Kindes gelten muß, diese Petitionen „als zur Berücksichtigung nicht geeignet."

Wir fragen: War eS nicht die Pflicht gewisser Deputirten, von denen wir ganz sicher wissen, daß ihre Committenten DaS vor allen Dingen von ihnen erwarteten, auf Totalrevision resp. Veränderung des angeführten Gesetzes anzutragen? Namentlich, da die inzwischen erschienenen Grundrechte das erheischten.

Herr Lieberknecht aus Eschwege stellte in der Sitzung vom 30. Ok­tober 1849 zwar zwei, aber — man staune — sich geradezu entgegen­gesetzte Anträge, den einen auf Herabsetzung, den andern, wo es sich um „seine" Kirchen- und HoSpitalgüter (HoSpital Eschwege) han­delte, auf Erhöhung der Entschädigungssumme. Außer dieser Lä­cherlichkeit an sich deprezirte er schon im Voraus und gestand, daß er für seine Person deu Urhebern des Gesetzes durchaus keinen Vorwurf machen wolle, daß alles nur in der Schwierigkeit der Sache liege, und daß er sich nur nach Versprechen des Auftrags seiner Committen- ten entledige. — Der gute Mann! Er hat gar Vieles versprochen, aber noch nichts erfüllt.

Von Hrn. Heymel wissen wir, daß er dereinst befragt wurde, „was er in dieser Sache, die doch auch in seiner Gegend sehr drückend sei, thun wolle?" Er antwortete: „Ja in Fambach hauptsächlich für die Besitzer der Häuser; aber ich habe mit dem Minister Wippermann gesprochen, der hat mich vertröstet und gesagt, „„ich solle nur ruhig sein, er wolle eS mit uns so gnädig wie möglich machen."" Also warte man nur auf die Wippermannsche Gnade und auf die Herab- lassung der Gutsbesitzer am Werrastrome und unterdrücke alles Seuf­zen und Klagen, um sie nicht zu erzürnen. — Hr. Heymel hat näm­lich nur Fambach zu vertreten und zwar ganz in derselben unver­änderten Weise, wie früher, durch Aufstehen und Sitzenbleiben. Sancta simplicitas!

Aber auch sämmtliche Deputirte von Stadt und Land (die der Hochbesteuerten können wir nicht erwähnen, weil wir von ihnen weder etwas der Art noch überhaupt Etwas erwarten) von Niederhessen, Fulda und theilweise Oberhessen haben nichts in dieser Calamität ge­than, obgleich eS an Anträgen nicht gefehlt hat. Freilich waren eS gar viele unnütze. Von einigen ist es unS unbegreiflich. Von andern können wir leider nichts erwarten. Wenn sie auch zuweilen Anträge stellen (eS bleibe dahingestellt, ob von ihnen selbst, oder von andern auSgearbeitet), so mangelt ihnen doch jede Befähigung, dieselben ge­

hörig zu unterstützen und zur Durchführung zu bringen. Und daS ist die Hauptsache!

Ein dritter Theil scheint sich um die Bedürfnisse und Wünsche seiner Committenten nach der Wahl nicht mehr zu bekümmern. Und wenn es auch im VerfassungSeid heißt: „Ich gelobe . . . daS unzer­trennliche Wohl . . . ohne Nebenrücksichten bei meinen Anträgen und Abstimmungen zu beachten": so möchten wir doch die Herren aufmerksam machen, daß unter diesen Nebenrücksichten persönliche zu verstehen sind; daß aber die Rücksicht auf ganze Gemeinden oder Bezirke keineswegs unter diese Kategorie fällt, und daß es nebenbei im VerfassungSeid noch heißt: „nach meiner besten Ueberzeu­gung!" Aber da fehlt'S eben!

Sie richten sich streng nach den Worten der Bibel:

Ja, ja! Nein, nein 1 WaS drüber, ist vom Uebel!

Trauungen, Gcbnrts- und Todesfälle in Kassel.

(Vom 1. bis zum 7. Februar 1850.)

Verehelichte: Christoph Großkurth, Kutscher, wvhnberechtigt zu Bischhauscn, mit Marthe Christiane Wehmann aus Breuna. — Heinrich Bomberg, Ober-Post­amts-Assistent, mit Caroline Friederike Elise Bäumler.

Geborne: Des Weißbinders, Georg Schmidt, junget) S. — Anne Marie, des Dachdeckermeisters, Daniel Schmoll, T. — Friedrich, des Schneidermeisters zu Trendelburg, Joh. Conrad Kersting, S. — Catharine Wilhelmine Friederike, des Weißgerbers, Georg Wilh. Spilner, aus Eschwege, T. — Amalie Gebharda Fran­ziska Ernestine, des Ober-Finanzraths, Ernst Wilhelm Ludwig Emil Adolph von Heppe, T — Heinrich Wilhelm, des zweiten Hauptlehrers im reformirten Waisen- Hause, Conrad Hebel, S. — Carl Wilhelm, des Buchdruckers, Johann George Sandrock, S. — Wilhelmine Christiane, des Apothekers, Carl Christ. Lippe, T. — Johann Peter, unehel. — Johann Emil, des Rechnungs-Revisors bei der Direktion der Friedrich-Wilhelms-Rordbahn, Friedrich Hahn, S. — Gottlieb, des außerordent­lichen Pfarrers, Gottlieb Heinrich Wolfram, S. Anne Christine, des Töpfer­meisters, Georg Leckert, ^T. — Heinrich, des Schuhmachermeisters, Friedrich Rath­mann, S. — Conrad, des Schlossers, Gehring, S. — Carl Heinrich, des Schrei­ners, Johann Martin Theile, S. — Friedrich Wilhelm Hermann, des Schreiner- meisters, Julius Tegethof, S.

Gestorbene: Wilhelm Vogel, Controleur bei dem Militär-Fouragemagazin, alt 36 J — Elisabeth, des Stabshoboisten im I. Infanterie-Regiment (Kurfürst), Conrad Schaumburg, T., alt 2 J 3M. — Johann Heinr. Franz Carl, unehel, alt 4 M. 21 T. — Des Weißbinders, Georg Schmidt, unget. S., alt 3 T. — Andreas Harig aus Rommerode, Amts Witzenhausen, Aufseher bei der Friedrich- Wilhelms-Rordbahn, alt 29 I. 5 M. 12 T. — Johann Friedrich Scheel, Schuh­machermeister, alt 62 J. 11 M. 3 T. — Christiane Wilhelmine, des Kammerdie­ners, Johann Ehrgott Gottlieb Standfuß, aus Schwerditz bei Torgau, T., alt I I. 8 M. 7 T. — Ein stodtgeb) Mädchen, unehel — Johann Heinrich, des Schenk- wirthè, Heinrich Carl Pflüger, S., alt 6 J. 5 M. 2 T. — Jacob Daniel Hilde­brandt, Metzgermeister, Wittwer, alt 75 J. st M. 3 T. — Andreas Dippel, Schuh­machermeister, alt 4'> I. 4 M. 8 T. — Friederike Christiane, des Schenkwirths, Friedrich Christian Gerhold, T>, alt 3 M. 22 T. — Johann Georg Mißler, Gärt­ner, Wittwer, alt 54 3. 7 M. 12 T — Catharine Körner, aus Rotenburg, Magd, alt angebl. 23 I. — Anne Marthe, des vecstorb. Lohgerbcrmeisters, Justus Engel­hard, nachgelassene Wittwe, geb. Steinmetz, alt 78 I. 4 M. 29 T. — Marthe Elisabeth, des Restaurateurs, Franz Höhmann, T, alt Ist T. — Georg Wagner, Landgestütewärter, aus Werkel, Verwalt. Amtes Fritzlar, alt 33 J. — Marie Eleo­nore Amalie Caroline, des verst. Oberzahlmeisters bei der Haupt-Staatskasse, Franz Wolf, T., alt 39 J. I M. 17 T. — Wilhelmine, unehel., alt 7 M. 29 T. — Gottlieb, des außerordentlichen Pfarrers, Gottlieb Heinrich Wolfram, S., alt 4 St. — Gertrude Wilhelmine, des Bedienten, Johann Heinrich Möller, T., alt 2 M. 9 T, — Eva Catharine, des verst. Schuhmachers, Joh. Simon Müller, WitstN') geb. Gruben, Hospitalitin, alt 74 J. 5 M. 8 T. — Hermann, des Schuhmacher­meisters, Nathan Katzenstein, S., alt 3 M. 18 T.

Bekanntmachungen.

Für Auswanderer.

Von den Herren F. I. Wichelhan- fett & Coinp., Schiffseigenthümer und Befrachter in Bremen, welche auch , . dieses Jahr wieder eine Anzahl schöner großer dreimastiger Schiffe nach allen Häfen Nord- anlm u befördern und jeden Reisenden hinsichtlich ^ Beköstigung auf ihren Schiffen, t zufrieden stellen, bin ich fort: qÄ^ ^Mge Contracte zur Ueberfahrt

Die neuen Schiffslisten liegen bei mit zur Einsicht v°r und zu ;eder wettern Auèkunfts-Ertheitung bin ick mit Vergnügen bereit. 9 9

Friedr Vocholl,

(81) am Köllnisthenthor Rr. 51, Todtenhofweg.

(136) Am Markl Nr. 391 bei Buchbinder Simon eine Stube mit Möbeln auf gleich.

(HO) Feuerversicherungsbank für Deutschland in Gotha.

Die Feuerversicherungsbank f. D. wird ihren Theil- nehmern, ungeachtet zahlreicher und großer Brandschä­

den im Jahr 1849, nach vorläufiger Berechnung doch wieder ungefähr

<50 Procent

ihrer Einzahlungen als (Ersparnis zurückgeben.

Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, be­halte ich mir vor, den Theilnehmern der Bank später den genauen Rechnungsabschluß selbst zuzufertigen, und bin für Jeden, welcher dieser gegenseitigen Versicherungs­gesellschaft noch beizutreten geneigt ist, zu deßfallsiger Auskunft und Vermittelung erbötig.

Witzenhausen/ den 14 Jan. 1850.

W. « Riippell,

Agent der Feuerversicherungsbank f. D. in Gotha.

(152) Zn verkaufen.

Ein guter Kontrabaß, eine Hanauer Posaune, wie mehrere Instrumente stehen zu verkaufen. Näheres in Erpedit. d. Bl.

0 ^) Gesunde tu

Eine Schürze. Dieselbe ist gegen Erstattung der ^nsernonègebührcn in der Erpedit. d. Bl. in Empfang zu nehmen.

(154) Zu der bevorstehenden Berheirathung des Regi- mentsprugelmeisterè empfehle ich den betreffenden Hoch-

zcitègästen eine Partie vorräthiger Haselnuß - Stöcke zum Hochzeitsgeschenk. X.

(155) Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen, so­wie bei J. C. J. Raabé & Conip. unb J. J. Rohné in Kassel, Renkers Buchhandlung in Fulda , Clwcrt's Univ. Buckh. in Marburg, Edlcr'sche Buchh in Hanau, Posendahl in Rinteln rc. vor- räthig :

Stammtafeln des Gesammthauses

Geffen, genealogisch , historisch und heraldisch auf Allerhöchsten Befehl dargestellt von M. Carl Lauge. 6 Blatt in groß Folio auf starkem,, gutem Papier; eleg.

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Frische Colchester Austern bei G. Adolph

(156) am Königöplatz 226.

Theater- Repertoire.

Sonntag, 10. gebt : Pie Jüdin. Große romanti­sche Oper mit Tanz in 5 Aufz. Musik von Halüvy..

Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne'scheu Buchd-cuckerti.