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die braunschweigischen Truppen unter dem Oberbefehl Preußens stehen. Ferner soll dann ein Garnisonwechsel in der Weise stattsinden, daß preuß. Truppen in braunschweigische Städte einrücken, braunschweigische in preuß. Städte verlegt werden. — Braunschweig gehört bekanntlich zum 10. Armeecorps des BundeëheereS und die Verträge auf welchen das deutsche Heerwesen beruht, sind noch nicht für nichtig erklärt. Ueber die gemeinschaftlichen Angelegenheiten besteht noch eine specielle Uebereinkunft der Staaten, deren Truppen dem 10. Armeecorps angeboren, die am 26. Jan. 1835 in Frankfurt getroffen ist. Sie hat den ofsicieUen Titel: Schlußacte zur Regulirung der inneren Verhältnisse des 10. Bundesanneecorps. Es wurden Zusätze zu derselben am 15. Mai 1845 in Hannover unterzeichnet.
Frankreich.
** Paris, 3. Febr. — Ueber den Inhalt des Ultimatums an die Schweiz, das von Oesterreich und Preußen vorgeschlagen wird, erzählt das „Journal des Debats" Folgendes: Die Schweiz, erklären die beiden Mächte an Frankreich, habe sich selbst durch ihre Aggres- sivhaltun g der Neutralität verlustig gemacht. Ihre demagogische Gränwropaganda zwinge die Mächte, eine furchtbare Militairmacht auf den Beinen zu haben, Oesterreich 600,000, Preußen 400,000. (Also wegen der Schweiz? Ha! ha! ha!) Dadurch gingen ihre Finanzen zum Teufel, damit die Wiederherstellung des Friedens in Deutschland; — sie müßten fortwährend Baden occupiren; auch Italiens Ruhe werde von der Schweiz aus bedroht Wenn die Schweiz nicht die Flücht- lingsaustreibung vornehme, so würden sie die Schweiz besetzen, um es selbst zu thun. Die französische Regierung wird zur Theilnahme an diesem Spaß eingeladen, — die sardinische ebenfalls — Daß es dahin kommen würde, wollten diese Schweizer Bourgeois niemals glauben ! — Der Ochse wird sich diesem Planchen nicht widersetzen, wenn er auch nicht geradezu mirzieht, — aber es ist zu bekannt, warum Frankreich nicht zur Ruhe kommt; blos weil es neben Genf und Lausanne liegt! — So suchen diese vernagelten Thoren und Tyrannen immerfort nach einem Centralplatz der Revolution — und w^nn die Schweiz gereinigt ist — und es flammt dennoch hier und da, werden sie Belgien reinigen, Holland — und so weiter, — bis sie selbst bei diesem Geschäft der Todesstreich trifft, der ihnen schon längst vom Schicksal vorbereitet wird. — Da gibt es keine Präventivmaßregeln. Ja, wenn das Schicksal nicht das Schicksal, sondern eine Verschwörung einiger weniger Uebelgesinnten wäre — dann wäret ihr gerettet. So aber bleibt's beim Alten! — Alle diese schamlose offene Brutalität der Reaktion aber zeitigt ein Revolutiönchen, nicht blos in Frankreich, vor dem ihnen Hören und Sehen vergehen wird. Es kann sein, daß sie noch einmal gegen Frankreich zichn, die Knutenmeister des Ostens, — aber das ist ihr letzter militärischer Spaziergang. Darauf sterb ich! —
* Paris, 2. Febr. — Die griechische Angelegenheit hat im „Clysèe" ein förmliches Zähneklappern erregt. DaS gestiefelte Mondkalb wüthet, daß er Nichts von Palmerston vorher erfahren habe, ob- gleich der englische Gesandte, Lord Normanby, ihm alle Tage von Englands Freundschaft vorflötet, daß er erst durch ein französisches Dampfschiff hinter die Geschichte komme. — Jedenfalls ist der Präsi- dcnt der Mann, auch hier die französischen Interessen zu verrathen; anstatt mit England gegen Rußland in Betreff der orientalischen Frage Hand in Hand zu gehen, protestirt sein Gesandter in Athen und seine Flotte kreuzt vor Smyrna. Während in den Donauländern eine furchtbare Armee Rußlands sich sammelt, während die türkischen Feldherrn überall Truppen anwerben, während die Oesterreicher nach Ertlaro ziehn, tanzt der ve, kommene Napoleonide mit seiner englischen Lady, läuft Schlittschuh oder treibt Allotria, schriftstellert und dergl. Aber freilich, es tanzen um ihn den Reigen die nordischen Mächte und winken mit der Anerkennung einer Kaiserkrone, wenn er den Muth hat, einen Staatsstreich zu wagen. — Die Faubourgs tönen wieder von revolutionären Gesängen. Ein Lied gegen Changarnier beginnt:
Changarnier gonfflant sa wix rauque,
Parte qu’il a dans le Maroc
Démote une Bixoque,
Croit bientet tu er la Soc,
La Soc
(Changarnier brüstet sich mit seiner rohen Stimme; weil er in Marokko ein Nest zerstörte, glaubt er bald den Sozialismus (abgekürzt Soks tobten zu können!) — Pamphlete gegen Changarnier sind in Masse verbreitet, ohne daß man weiß wie und von wem.
G r i e ch c n l a n d.
Der Lloyd vom 2. Februar theilt die Dokumente mit, betreffend das Einschreiten Englands gegen Griechenland (17 Stück). Der Gesandte der französischen Republik erklärt in seiner Note an den eng
lischen Gesandten, daß das Verhindern der griechischen Schiffe am Auslaufen rc. als ernster Eingriff in die Unabhängigkeit Griechenlands zu betrachten ist, die durch den Londoner Traktat vom 7. Mai 1832 unter den Schutz Frankreichs. Rußlands und Englands gestellt ist. — Der russische Gesandte Persiany macht hauptsächlich darauf aufmerk- sam, wie außerdem durch diesen Eingriff bei den bevorstehenden öffentlichen Wahlen die Ruhe corrumpirt werden kann, und nur wenn Ruhe herrsche, könnten die Grundsätze der Ordnung und Oekonomie aufrecht erhalten werden. — Das kleine Griechenland muß so den ersten Stoß der Erschütterung ertragen, den Rußland unfehlbar im Orient hervorrufen wird. Diese That ist freilich eine Gewaltthat — aber sie ist die offene, gezwungene Protestation Englands gegen den russischen Einfluß, gegen die russischen Pläne am Bosporus, am Adriatischen Meer, und in den südslavischen Ländern. — Die österreichischen Blätter, der Lloyd voran, heulen gegen diese Gewaltthat, — wenn sie zuvor gegen die schleichende Perfidie Rußlands dasselbe gethan haben, werden sie dazu berechtigt sein, nicht früher. — Man denke nur an die kürzlich bekannt gewordene Staatsschrift von Rußland, worin auf eine neue Theilung Europas unter die Großmächte, und nebenbei für Rußland auf den Hafen von Cattaro reflektirt wird, wodurch seine Macht alâ Erhalter deö konservativen Elements einen festen Punkt im Süden habe. — O Czaar Nikolai, nimm die ganze Welt in deine konservativen Vaterarme! — England wird viei zu thun bekommen! —
In den konstitutioneller Blättern aus Böhmen gibt ein Triestiner Brief unter dem Verlangen des engl. Gesandten außer den vom Lloyd (Nr. 32) mitgetheilten, noch an Entschädigung für ein englisches Schiff, welches vom Sturm an die Küste vom Magne geworfen und von den Einwohnern geplündert sei, außerdem Genugthuung für eine Beleidigung der englischen Flagge in Patraâ — vorzüglich aber: augenblickliche Uebergabe der Insel Sapientza an der Küste deâ Peloponnes. Griechenland muß leiden, weil eS in der geheimen russischen Politik als Hauptmine zur Zerstörung deâ türkischen Reichs gilt. England kann auf dem festen Land Nichts machen; es kann die ungeheuren Armeen Rußlands nicht zerstreuen — so sucht eS kühn auf seinem Elemente Rußlands Pläne zu lähmen. Und wenn damit auch den armen Griechen wehe gethan wird, soll Rußlands Despot dennoch bleiben in aller Augen, was er ist, der Vater unseres Unglücks, der Vater der Knute. —
S tä u d e si tz u n g
(Vom 6. Februar.)
(S ch l u ß.)
Tagesordnung:
Anwaltgesetz, Ausschußbericht über die Anträge zu §. 2 (die sämmtlich eine freiere Stellung der Anwälte beabsichtigen).
Hr. Justizminister v. Baumbach: Die Regierung müsse entschieden bei der Proposition verharren (nach rasch und entschlossen kommt zuversichtlich und entschieden — R e g ierungöc lim ar). — Der Landesherr (ein Herr ohne Land, ausgenommen die vaar Fideikommiß- Domänen, und Landesherr! — ein Vasall des Königs von Preußen zu Erfurt, und LaudeSherr! — ein f. g. konstitutioneller Fürst, und Landesherr! — warum nicht auch 'mal wieder LandeSvater?), habe von jeher (warum nicht von Gott) das Recht zur Anwalternennung gehabt; es sei Bestimmung dcS Staatsdienstgesetzes. DaS ObcrappellationS ° Gericht sei eine richtende Behörde, eS könne deßhalb nicht über die W ür d i g k e i t der Bewerber entscheiden. — Die Anstellung solle übrigens stets definitiv erfolgen. — Hr. Bayrhoffer hat eine solche Erklärung erwartet. Die Zeit sei vorüber (Erfurt!), wo die Regierung solchen Anträgen nach, gegeben hätte. Er sei zwar mit dem Hrn. Justizminister darin einverstanden, daß die Ernennung der Anwälte nicht durch daö Ober- appellations > Gericht erfolgen könne, dies sei eine Erklärung, daß man der Regierung nicht traue. Er stehe aber auf einem andern Stand- Punkte. Er betrachte die Advocatur alS ein freies Gewerbe, welches ein Jeder betreiben könne, der dazu die Befähigung nachge- gewiesen. Er sei jedoch nicht für unbedingte Freigebung, sondern nur bis zu einer gewissen für jedes Gericht festzustellenden Anzahl. Die Anstellung müsse nach dem Dienstalter der Bewerber geschehen. Er bedauere sehr, daß die Regierung nicht auf die Freilassung der Advocatur eingehen wolle (mein Golt! Erfurt! Erfurt!), ersehe nicht den mindesten Grund dazu; eS müßte denn sein, daß sie die Aufrechterhaltung der büreaukratischen Macht im Auge habe. — Hr. Gräfe für Freigebung; eS liege im Interesse deS Staates (aber nicht in dem von Erfurt), die Anzahl der von der Regierung a'öän- gigen Personen möglichst zu vermindern. Auch er glaube, daß man