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bescheidene Frage auf, ob es mit der überall anzuerkennenden Billigkeit 'vereinbarstes ist, wenn einige Wenige nach Willkür auS einer gleich oder in erhöhtem Grade strafbaren Masse herausgenommen werden, um die Sünden einer Revolution zu büßen, welche ebensowenig von ihnen, als von der verfolgenden Staatsprokuratur gemacht worden ist? „Summum jus, summa sacpe injuria.“
! Berti»», 5 Febr. — Daß zu allen Hauptstaatsaktionen in Berlin von allerhöchster Phantasie ein eigenes Programm erfunden wird, ist unser Hauptruhm, seit dieser phantasievolle Monarch geruhte, die Zügel der Ruhe und Ordnung in seine Hände zu nehmen. Morgen, den 6. Febr., um 11 Uhr, wird die Posse beginnen. Im Rittersaal deâ k. Schlosses sammeln sich die Kämmerlinge der beiden Kammern; der Ministerpräsident eröffnet und ruft Se. phantasievolle Majestät. Sie erscheint, gestützt auf die zukünftigen Granden der Ukermark, und läßt sich auf den Thron nieder, danach schwört sie, und danach die Manteuffels , d. h. die Minister. Dann legen die Kämmerlinge einzeln ihren Schwur vor dem Thron ab. Also wird eS geschehn. Die Gerlachs werden auch schwören, das wird sie aber nicht abhalten, wie sie bereits in Nr. 29 der Kreuzzeitung vornweg erklären,-„ihren Gang zu ändern; — wir werden nicht aufhören, die französische Verfassungs- macherci auch nach dem 6. Febr. (d. h. nach dem Schwur) als den Ruin der Staaten Europas zu bezeichnen. Was ist für uns die immerhin revidirte ConstitutionS-Urkunde, und was kann sie für unS sein? Nichts als ein allerdings auch für unS jetzt verbindliches, aber auf unrichtigen Principien beruhendes, in nicht wenigen Bestimmungen ungerechtes und unausführbares Ge- setz, dessen Festhaltuug und Handhabung sofort zu einer moralischen und politischen Unmöglichkeit wird, sobald es Männer giebt, die mit der Energie die verfassungsmäßige Macht verbinden, die Principien der Verfassung nach der Analogie ihres Vaters, des Zeitgeistes, zu entwickeln. Verlangt man daher von uns eine gewissenhafte Beobachtung der Verfassung, so zwingt unS eben unser Gewissen, die widerchristlichen Grundsätze der Zeit, und stünden sie gleich in Preußens Staatsgrundgesctz, aus Tod und Leben zu bekämpfen, Alles, so weit dies ohne sophistischen Zwang möglich ist, dem Zeitgeiste zuwider auSzulegen, nach Möglichkeit auf die legale Beseitigung verderblicher revolutionärer Errungenschaften hinzuarbeiten und vor Allem unseres rechtmäßigen Unterthaneneides nicht zu vergessen. Mit diesem ungeschminkten Bekenntniß schon jetzt hervorzutreten, ist uns eine rechte GewissenSpflicht, damit Niemand über unsere Gesinnungen und Zwecke im Ungewissen bleibe."
Das nennt man offen, den geistigen Vorbehalt, den man bei einem Eid macht, Jedermann mitzutheilen! — Wenn'ö diesen EideS- Helfern nachgeht, so braucht Preußen vor einer Wiederholung der Kämpfe um Repräsentativ-Verfassung und altständischen Zopf aus den 30er Jahren nicht bange zu werden. O Gotha, wie wirst du dann schwatzen tönnen, was schon tausendmal da war, — um dich todt zu schwatzen!
— Hundertundein Kanonenschüsse, Parade und Illumination werden auch nicht fehlen. Auch nicht der obligate Gottesdienst, auf Wunsch der Kammern. — Und gerade in derselben Zeit, wo der König diese neue Konstitution beschwört, sitzen die alten konstitutionellen Steuerverweigerer vor Gericht. „Schneidende Ironie des Schicksals!" ruft die Abendpost, — jammervolle Possen, fügen wir hinzu. Zwei Prinzen, daS nebenbei, sollen gegen die Beschwörung protestirt haben! Diese naiven Prinzen! —
Sius Weslprcußen, Jan. (Königsb. Ztg.) — Es wird uns aus sicherer Quelle mitgetheilt, daß 5 Artillerieoffiziere der 5. Brigade den Abschied verlangt haben, weil sie ihrer Ueberzeugung nach unter dem gegenwärtigen Gouvcrnementö-Prinzip nicht langer dienen könnten. Nichtsdestoweniger ist ihnen der Abschied vor- ' """ "an spuckt sogar davon, daß sie ihrer demo- 'Wn ö"r Untersuchung gezogen werden sollen. - @ öunetl erregt es bei uns, daß man in Rußland die
wandte. Befiehlt aber nicht vielleicht der Ezar zu Lause
Baden und Wien Pulver und Blei? 5 * SRilfte und in
Dresden, Febr. - Die „ Sächs. Dorfz." berichtet neuerdings Preuß. Militär nach Dresden gelegt werden wird di railleurö sind schon angekommen. ES waren daS die ersten drückte des innigen Einverständnisses zwischen Sachsen und Preußen welches sich seiner Zeit zwischen dem herrlichen Kriegüheere in Dresden und
einer nicht geringen Anzahl liebebedürftiger Mädchen in so überra- schender Weise kundgegeben. Diese interessantenZustände sollen so zahlreich gewesen sein, daß im Augenblick förmlich Mangel an dem weiblichen Dienstpersonal ftattsindet. Preußische Maierruugenschaften!
Hannover, 3. Febr. (Hannov. M. Ztg.) — An den Wahlen, die wir bisher mittheilten, werden unsere Leser den Charakter der neuen Volksvertretung in Erfurt zu erkennen, hinreichenden Stoff gefunden haben. Es dient nicht, die Namen aller dieser adeligen Gutsbesitzer, Gc- heimrathe und sonstigen Beamten ferner aufzuzählen, es genügte voll- kommen, die Titel hinzustcUen, so dunkel sind die Namen.
In Limburg wurde Max v. G agern mit 79 von 86 St. gewählt, in LangenschwalbachOberbcrgrath Lossen, in Wiesbaden Her - genhahn mit 75 von 79; in Fritzlar Henkel mit 54 gegen 34, die Nebelthau gehörten. — (Dunkler Henkel mit dem vnnklen Namen, wir gratuliren!)
Mainz, 4. Febr. — Die Mainzer Zeitung kündigt an, daß ihr Redakteur, Herr Suder, wegen Am t s-und Dienstehrenverletzung des Großh. Staatsministeriums und der Gerichtsbehörden zu Maiuz in Anklagezustand versetzt worden ist. — Nur immer zu!
^Frankfurt, 5. Febr. — Wahrlich, die „s. g." Gespenster lassen mir keine Ruh! — Ich muß von den Gespenstern schreiben, obgleich Sie selbst schon davon verhandelt. Gespenster gibt'ü nicht alle Tage! Nachdem die „Deutsche Reform" in Berlin zuerst diese Wesen, wie sie in Süddeutschland umgehen sollen, erschaut, nachdem so und so vielen kleinen Heulerblättern, wie Ihrer Klatschbase in Kassel auch, ebenfalls diese Bassermann'schen Schattengestalten erschienen sind, enthüllt sich die Schauergeschichte, wie immer, lächerlich. Blittersdorf selbst, der politische Geisterbeschwörer, versichert Stein und Bein, daß er eins dieser Gespenster, das Hauptgespenst in der Eschenheimer Gasse gestellt und zur Rede gebracht, und daß es nur ein lieber alter Bekannter gewesen, mit Namen durchlauchtigster Bundestag, unter einer Maske, genannt Interim, und leibhaftig einherschreitend als die Exzellenzen Radowitz, Schönhals und Consorten. Diesem lieben trauten Freund hat Blittersdorf, um mich populär auSzudrücke^ die Würmer auS der Nase gezogen, die wirklichen Würmer. Aber die Gespensterseherei hat den dumpfen Schädel unserer Heulermäulerseilerpresse so insizirt, daß sie auch besagte wirkliche Würm le in für gespenstige ansieht. — Und doch gibt Blittersdorf in JV? 24 der O. P. A. Z. Nichts als die Erzählung der Verhandlungen, die jene Gespenster aus Preußen und Oesterreich in der Eschenheimer Gasse beschäftigt haben. Oesterreich wünscht mit den meisten seiner KronIäuLer--in-vem-(tz0- thaisch s. g. weitern) deutschen Bund zu stehn? — Wenn dieses Gespenst nicht Fleisch und Blut hat, so ist die ganze Weltgeschichte ein leerer Schalten. Kann sich Oesterreich vor dem Slaventhum retten ohne Deutschland? Das ist die Hauptlebenöfrage deS Kaiserstaats. Eine deuische Volksvertretung auS den Kammern zu schaffen ist schon mehrfach vorgeschlagen worben, das Staatenhaus daneben wäre eine Neugestaltung deö früheren Plenums vom alten Bundestag, ein Ausschuß daraus könnte die Bundesregierung sein, daS wäre aber der frühere engere Bundesrath. Hier kommt nun das Neue, der Fort bau der alten Bundesverfassung — daS Direktorium, „damit eS nicht aus sähe, als wäre eö die alte Geschichte!" d. h. damit das Interesse der Großen einen Schritt weiter kommt. Das Direktorium besteht auS 7 Stimmen: Oesterreich, Preußen, die vier Königreiche und als siebente Stimme die beiden Hessen (zukünftiges Königreich Hessen, Köder für die Darmstädter!) Außerdem will Oesterreich gern, herzlich gern die in der alten Bundesverfassung liegenden Keime (?!) entwickeln,— aber bei Leibe nicht in p o l i t i s ch e r Richtung,— nein, in unschuldig -materieller! A u fge kl är t e r Despotismus!! Dabei kann ja der edle König von Preußen etzliche LiÜputö verspeisen in Erfurt, man muß ihn etwas hätscheln und streicheln, daS kaun die „gnte" Sache nur fördern, und mit der siebenten Stimme ist'ö auch nicht so gar nothwendig. Die „s. g." re volu t io uär e n (!) Zusagen, die der König von Preußen in seiner f. g. Verfassung gemacht hat, würden leicht zu beseitigen sein! — sie geben außerdem Oesterreich neue Macht bei den kleinen Fürsten, als dem Schildhalter der Dynasten-Jnteressen, denn wie kann man diesen Hvhenzollcrn trauen? — eben so wenig wie diesen Habsburger»! — Alle diese Sächelchen liegen so plan auf der Hand, daß nur ein mondsüchtiger Nachtwandler hier Gespenster sehen kann. Der Graf Nechberg ist nicht umsonst hier geblieben in geheimer Mission; selbst die Köllnische Zeitung muß zugeben, daß das verhöhnte Gespenst doch nicht ohne Leben ist. — Daß der Ezaar aller Reußen dazwischen steckt, versteht sich auch ohne den russischen Courier, der in München au den Großen von der Pfordten ein liebes Brieflein aus Sankt Knutenburg überbracht haben sollte, könnte, möchte, dürfte. — Die Taktik der Demokratie, all' diesem Treiben, daö sie schon längst vorausverkündet,