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deversammlung", es beweist dieß die im §. 76 der 23. U. ausgestellte „ Standesstimme " . . . Wie kann man überhaupt sagen, unsere Stän- deversammlung sei nicht ein System von Ständen! u. s. w. x5^ bemerke nur noch hierzu, daß ich meine jenesmalige Hinweisung auf den Stand des Hrn. v. Waitz, welche mit Rücksicht auf 16jährigeS landständisches Her- kommen ohnedies als Motiv der Abstimmung recusirte, ausdrücklich alS eine „Protestation" gegen die doppelte Ausübung eines staats» bürgerliche» Rechtes durch Hrn. v. Waitz und den ohnehin bevorrech- teten Adelstand bezeichnete. Einige Monate später erklärte der eis- rigste Vertheidiger der Waitz'schen Wahl, Hr. Henkel, in der Begründung eines die Wahlreform betreffenden Antrags: „Nach richtigen Grundsätze» muß jeder Staatsbürger in die Angelegenheiten der bür- gerlichen Gesellschaft eine Stimme haben, und der Natur der Sache und der Gleichheit vor dem Gesetz gemäß kann er aber nur eine Stimme haben. Vorzüge in dieser Beziehung sind hier ungerecht. " Diese Ansicht des Hrn. Henkel ist die gesunde, vom Parteigeiste nicht getrübte z sie legt aber auch Zeugniß ab von dem trivialen, befangenen und alterliberalen Standpunkt der Kritik von 1847 über die Waitz'sche Legitimationsfrage.
Nachträglich kömmt mir die betreffende Nr. der N. H. Zeitung zur Hand, und ich finde darin von mir gesagt: „Ich habe die Konstitutionellen einmal für eine Rotte radikaler Wühler erklärt." Ich erkläre aber den Nachbeter dieser nichtswürdigen Erfindung so lange für einen wissentlichen Lügner, bis er mir angiebt, wo oder wann irgend ich eine, jener auch nur ähnliche Aeußerung gethan habe»
Weinzierl,
Acuhesstscher Klatsch.
Kassel, 4. Febr. — Daß die Neuhessische, die mit der Preuß. Kreuzzeitung jetzt bekanntlich im Tauschhandel steht für die Absolutie, für den schwarz-weißen Despotismus schwärmt, ist natürlich. Freilich
hat Hr. Adam Pfaff zur Zeit jener „s. g." Märzerhebung eine wirkliche Broschüre geschrieben, betitelt: „Sind indirekte Wahlen zur konstituirenden deutschen Nationalversammlung erlaubt und zweckmäßig?", worin er unter Bezugnahme auf Robert Blum diese Art Wahlen für unerlaubt und unpassend erklärt und sich furchtbar wundert, daß Jemand daö Gegentheil glauben könne. Er sagt darin S. 4: „das Volk darf nicht blos, es muß und kann an der Gründung des deutschen Bundesstaates bauen helfen". — „ Dieses Mittel ist aber lediglich die direkte Wahl!" (S. 7): „Das Volk sei dazu reifer als zur indirekten; bei indirekten Wahlen seien die Umtriebe doppelter und noch viel gehässiger, als bei direkten; bei direkten Wahlen sei nur die Rede „von Umtrieben des Talents, der Gesinnung, der Beredsamkeit. Diese Umtriebe, sollte ich (Adam Pfaff) denken, können wir uns schon gefallen lassen. Sie scheinen mir (Adam Pfaffen) besser, als die Umtriebe, wodurch sich unfähige Menschen durch die Wahlcollegien einschmuggeln lassen!" — Also sprach dieser Adam Pfaff anno 1848. — Wir müssen demnach befürchten, daß die Kreuzzeitung eine gefährliche Schlange in ihren Busen genommen hat. Wenn die Demokratie Spione im feindlichen Lager hielt, sollte man nicht denken, dieser „wirkliche, direkte Mantel. Hänger" und jetzige indirekte Wahlmann, um „unfähige Menschen einzuschmuggeln", wäre einer von dieser lieblichen Sorte? — Videant Mano-Borussi, ne ....!
Ernennungen rc.
Der Ober-Inspektor Zeisse in Marburg ist als Amts -Borstand und erster Beamter zum Steueramte zu Wannfried, und der Steueramts-Rendant Denhard in Wann- fried zum Haupt-Steueramte Hanau in gleicher Eigenschaft versetzt. — Der Hauptamts-Rendant Hinkcibein in Hanau ist zum Ober-Inspektor des Haupt- und Pro- vinzial-Steueramls zu Marburg ernannt. — Der Amtswundarzt, praktische Arzt und Geburtshelfer Dr. Heinrich Groll zu Amöneburg ist zum Pyysikus und Amtswund- arzt füt das Amt Amöneburg, mit vorläufiger Beibehaltung der Amtswundarztstelle für das Amt Kirchhain bestellt.
Bekanntmachungen.
(124) Da ich vom 1. d. M. an meine Schenke wieder selbst übernommen habe, so bitte ich um zahlreichen Besuch. C. Hanusch, Bierbrauer.
(125) Ein Mann von 30 Jahren, welcher im Schreibund Rechnungsfache vollkommen bewandert ist, eine correcte und schone Hand schreibt, drei Jahre als Bauschreiber bei der Nordbahn fungirt hat und sich durch Zeugnisse über seine Brauchbarkeit und seinen moralischen Lebenswandel genügend ausweisen kann, sucht ein entsprechendes Engagement.
Hierauf Refleccirende mögen sich franco unter der Chiffre H. W. an die Expedit. d. Bl. wenden.
(122) Ein Dienstmädchen, welches alle häuslichen Ar- beiren versteht und kochen kann/auf Ostern. Wo? sagt die Erpedit. d. Bl.
(133) Ein Hausbursch, der alle Hausarbeit kennt und auch mit Pferden umgehen kann, sucht sogleich eine Stelle. Näheres in d.r Expedition d. Bl.
(134)
Erwiderung.
Herr B. Schneider in Marburg hat in Nr. 153 der Hornisse vom vor. Jahr bemerkt, daß ich auf seine Aussagen entwenden möge was ich wolle, die Sache sei so, wie ex gesagt und appellirt, nachdem er mir List, Intrigue und Gott weiß was Alles vorgeworfen hat, an ein unpartheiisches Publikum. Dieß thue auch ich hiermit, da mir Niemand zumuthen wird auf oben gedachte Schmähungen zu antworten, zumal Hr. B. Schnei- der sich mit großer Tapferkeit hinter seinen ver- memtlichin Schild zurückgezogen hat, daß er um tev allen Umstanden Recht habe, und es eine häufig gemachte Erfahrung ist, daß gerade ein böses Gewissen am hartnäckigsten behauptet: „und es ist doch so"' — Am besten wird mich bei einem unpactheiischen Publikum die nachfolgende Thatsache vertheidigen/
Ich habe mich an das Frankfurter Haus, G A Zipf, von dem der Hopfen dem Herrn B. Schn'eider übergeben ist, um Auskunft in der Sache gewandt und dieß hat mir unter seinem Siegeldas Folgende bescheinigt: „Auf Verlangen der HH. Gebr. Barth in Lauf bescheinige ich hiermit:
I) Daß ich am 10. September 1848 mit Fuhrmann B. Schneider von Marburg G. ß. Nr 25-35 zwölf Ballen Hopfen an Herrn Bröckelmann sm u Grund in Kassel verladen habe, daß mein Frachtbrief vom 10 September darirt war und 0 Liefe rtage vorschri b.________
Kassel. — Verautwortliche Hero
2) Daß bei der Verladung d. h. bei der Ablieferung der Hopfen an den genannten Fuhrmann von der Bedingung, daß er erst 3 Tage später, also am 13. September hier abfahren und von diesem letztem Tage in. Ü—8 Tagen liefern werde, keine Rede war.
3) Daß die Abänderung des Datums in dem Frachtbrief nicht von mir herrührt, sondern von fremder Hand gemacht wurde, mithin nicht als gültig anerkannt werden kann. —
Frankfurt a. M., den 11 Jan. 1850.
©. A. Zips".
Die Redaction, an die ich das Original dieser Bescheinigung zu Jedermanns Einsicht überliefert habe, wird nur die Richtigkeit des Inhalts hierunter bescheinigen'^.—Hiernach kann ich es einem unpartyeiischen Publikum füglich überlassen, sich selber die Frage zu beantworten, wie das, ausweislich obiger Bescheinigung, falsche Datum in den Frachtbrief gekommen sein mag und was an der Behauptung des Hrn. B. Schneider in der vorjayrigen Nr 153 d. Bl., daß er dem Handlungshause in Frankfurt gesagt, der Hopfen könne erst in 3 Tagen geladen, und erst von da an in sechs bis a ch t (die obige Bescheinigung spricht nur von sechs) Tagen in Kassel geliefert werden, Wahres fu. —
Es ist bekannt, daß in neuerer Zeit, welche raschere Transportmittel als Frachtwagen bietet , die Verhältnisse der Fuhrleute gedrückter sind und daß es eben hierin seinen Grund hat, wenn der eine Fuhrmann, um seinen Eoncurrenten eine Ladung abzujagen, dem Absender sagt, er lade alsbald (statt nach 2 oder 3 Tagen-, um die Ladung zu erhalten. Bei sonst wahrheitsgemäßem Verhalten würde man einen schmerzlichen Verlust, wie ich ihn der verspäteten Lieferung zu danken haee, gewiß nicht dem Fuhrmann entgelten lassen. Hiermit schließe ich meinerseits die Akten!
M. Barth,
Firma: Gebrüder Barth in Laus.
*) Wird hiermit bescheinigt. Die Red.
cl37) Dci,F. c../, Itaabé Hs Co. in Kassel und in allen Buchhandlungen ist zu haben:
Dev Katholicismus unter der Fackel der ^Enthüllungen über fcic wirkliche Todesart Jesu ". Nebst einer Einleitung: Die Ent'hüllun- gen und ihre Gegenschriften. 2te
umgebet; Heise *• Dr. Kellner. — Druck der Estienne'schen Buchdxnckcrei.
unveränd. Aufl. Leipzig, Kollmann io Sgr.
(135) Hrn. Pfarrer F. in K. wäre zu rathen, in Zukunft nicht den auf ihre Händearbeit angewiesenen Ge- schättèlcuten den Verdienst zu entziehen, diese könnten sonst leicht in die Lage kommen, auch ihrerseits Repressalien zu üben und auch die Hülfe des Herrn Pfarrers bei Kindtaufen, Heirathen und drgl. nicht mehr in Anspruch nehmen.
(136) Am Markt Nr. 391 bei Buchbinder Simon, eine Stube mit Möbeln aus gleich.
(138) Es wird ein mit guten Zeugnissen versehenes Mädchen auf Ostern in Dienst gesucht, im Alter von 30 bis 40 Jahren. Näheres in der alten Wilhelmshöher Allee Nr. 12, gleicher Erde.
(139) Gummischuhe werden stets besohlt und re- parirt bei
I. Christian Götze,
Herren - und Damen-Schuhmacher, oberste Gasse Nr. 88.
(140) Feuerversicherungsbank für Deutschland in Gotha.
Die Feuerversicherungsbank f. D. wird ihren Thcil- nehmern, ungeachtet zahlreicher und großer Brandschä den im Jahr 1849, nach vorläufiger Berechnung doch wieder ungefähr
50 Procent
ihrer Einzahlungen als Erfparniß zurückgeden.
' Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, be- halre ich mir vor, den Theilnehmern der Bank später den genauen Rechnungsabschluß selbst zuzufertigen, und bin für Jeden, welcher dieser gegenseitigen Vcrsicherungs- gesellschafc noch beizutreten geneigt ist, zu deßfallsiger Auskunft und Vermittelung erbölig.
Witzenhausen, den 14 Jan. 1850»
W. «. Hüppell,
Agent der Feucrversicherungsbank f. D. in Gotha.
Für die hessischen Flüchtlinge in der Schweiz ist tmgcgangcu:
Ucbertrag: . 524 0 11
Ertrag einer Sammlung des Bürgers Kl. Mensing....... 2 17 —
Die Expedition der Hornisse. _