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Herauszi'ehen eineâ kleinen Selbst-Splitters kokettirt, während sie den Selbst-Balken ruhig stecken läßt, also um nicht r'm Geringsten rc., melde ich Ihnen, daß Hr. Ballin nicht gewählt hat, also auch nicht zur Wahl vorausgeschrilten ist, es war nur ein Wesen, daS ihm glich. UebrigenS muß ich Ihnen noch ein feines Stückchen von unserm Prorektor, Magnificenz Ehren wetz el erzählen, das an die Zeiten des elten Dessauer erinnert. Ehren wetz el hat einem Schreinergesellen, Wilh. Broxtermann, wegen Verweigerung der Antwort vor dem UniversitätSgericht einen Tag Karzer zuerkannt! ES ist zum Ausschütten! Einen Schreinergesellen ins carcerem academicum. Aus dem Spaß wurde natürlich Nichts. Was thut mein Ehrenw etzel, er verknurrt den Gesellen zu 2tägigem Gefängniß nach dem Schlosse und der öffentliche Ankläger insinuirt dem Verurtheilten, er habe sich binnen 14 Tagen, dann binnen 24 Stunden auf dem Schlosse zu stellen. Man könnte wirklich Etwas daran zweifeln, ob Se. gestrenge Magnificenz nicht einigermaßen, so zu sagen, eine gewisse Zunei­gung nach Haina verspürten, und ob der öffentliche Ankläger nicht secundixte. Der § 31 der Verfassun^surkunde, wornach die Freiheit keiner andern Beschränkung unterliegt, als welche Gesetz und Recht bestimmen, scheint Hrn. Wetzel unter seinen Pandekten abhanden ge­kommen zu sein. Hr. Wetzel konnte den Gesellen hinauswerfen, wenn er ihm Antwort verweigerte, weiter geht seine Universitäts- g.richtsbarkcit nicht (s. Edikt vom 29. Juni 1821, § 50). Es fehlt Nichts, als daß Ehren wetz el im langen Purpurtalar, mit den Pe­dellen, die Scepter in den Händen, voran, den Gesellen eigenhändig aufs Schloß führt. Heil sei dem Tag! Dideldum! Dideldum!

W Leipzig, 3. Febr. Hier befindet sich jetzt ein öster­reichischer Untersuchungsrichter aus Prag in Sachen eines an dem Prager Pfingstaufstande 1848 betheiliqten Professor Arnold, welcher sich nach dem unglücklichen Ausgang desselben mit mehreren Studenten hierher flüchtete, aber hier verhaftet und an die österreichische Regie­rung auSgclicfcrt wurde. Jener Herr Untersuchungsrichter soll nun mit gütiger Beihülfe der hiesigen Criminalbehörde die Personen her- auèkundschastcn , die mit jenem Hochverräter in Verbindung gestanden, und ihn wohl gar thätig unterstützt haben. Es sind deshalb schon eine Menge von Personen im Verhör gemessn, und welche Verhöre! Der Buchhändler E. Keil ist sieben Stunden lang in Gegenwart je­nes kaiserlich kvnigl. Inquirenten und von diesem verhört worden, und zwar, weil er eine Schrift deâ Professor Arnold verbreitet haben soll. Dieser hatte sich nämlich hauptsächlich durch Abfassung und Verbreitung populärer Schriften, sowie durch öffentliche Reden der hohen Regie­rung gefährlich gemacht. Die Wirthin eines Studenten, der das schreck­liche Verbrechen begangen haben soll, den Flüchtling bei sich aufzu- nehmen, hat ein sechsstündiges Verhör bestehen müssen. Und so noch viele Andere. Sie sehen, wir stehen hier schon unter kaiserlich königl. Justiz und zum Frühjahr werden wir vielleicht noch mehr da­von zu kosten bekommen. Erzherzog Albrecht hat ja schon nach Wien berichtet, er sei fertig; es kann also jederzeit lvsgehen. EtwaS Knute und kosakische Civilisation werden wir wohl auch mit bekommen, der große Czar rüstet sich ja mit Macht, und der Erfurter Reichstag wird nicht verfehlen, sich und daS deutsche Reich unter den Schutz des >Lelbstherxschkrs aller Reußen zu stellen, sobald die Demokraten etwas zu laut werden sollten. Jetzt liegt Deutschland noch in seinem Winter- schlafe; so ist unsern Philistern am wohlsten. Aber wenn der Früh- ling kommt, der böse Frühling! mancher gute Bürger denkt mit Schrecken daran, insonderheit an den verfluchten Mai, denn, wie in unserm Reibeisen", jungst ein Dichter mit Heine sang:

Im wunderschönen Monat Mai, Wo alle Knospen sprangen, Da ist im lieben Sachsen land Der Teufel loögegangen.

Konnte das nicht in diesem Jahre wieder passiren? Schrecklicher Ge- danke Rothe Republik! und Adieu Religion und Geldbeutel. Ich bin überzeugt, um diesen Preis würden unsere Herren Bourgeois lie- übirckcken Winter^^ö'^n und sich mit einem ewigen knutisch-

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oU. .Januar osvri die trryebuna einer ,

Grund- und Pexson ° lsteue /für das llu^nde'" <8 - iv e r b - -, Man sieht, die Leute begreifen vollkommen den ètanb^ sie sich befinden sie wissen, wozu sie da sind und suchen demnach den Zweck ihres Daseins gehörig zu erfüllen. n $ b n

Den Dammern ist auf ihren Antrag einer allgemeinen Am nestie ein königliche« Dekret mitgetheilt worden, nach welchem eS bei der früheren Entschließung, für einzelne Fälle Begnadiquna ru gewähren, sein Bewenden haben soll. a J °

Der in den Schooß der protestantischen Kirche zurückgekehrte frü-

Here deutschkatholische Prediger, Dr. Erdwi'n Bauer, hat eine Stelle als Lehrer der Naturwissenschaften erhalten. Nun sagen zwar böse Zungen, der gelehrte Herr verstehe von den Naturwissenschaften so viel, wie der Esel vom Lautenschlagen; aber die hohen Behörden müssen das besser wissen, und ich meine, wem der Herr ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.

Aus Bautzen meldet man, daß die Berufung deS orthodoxen Dr. Harleß zum Oberhofprediger bereits anfangt, ihre Früchte zu tragen. Der dortige Seminardirektor Dreßler, welcher in religiöser Beziehung rationalistischen Ansichten huldigt, ist von dem neuen pro­testantischen Großmufti bereits halb und halb suspendirt; es ist ihm der fernere Religionsunterricht untersagt worden. Man sicht, daö Mi­nisterium hat seinen Mann gefunden.

* Hannover (3- f- N.-D.) Kinkel wird wahrscheinlich aus dem Zuchthaus von Naugard nach Köln gebracht werden. Wird man ihn auf diesem Transport menschlicher behandeln, als damals, wo man ihn aus Baden nach Norddeutschland führte? Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht verfehlen, auf daS gräßliche Schicksal von Corvin - Wieröbitzky aufmerksam zn machen. Er sitzt bekanntlich im Zuchthaus zu Bruchsal; er lebt nicht dort, er stirbt dort. Nur einmal im Monate darf er einen Besuch oder einen Brief erhal­ten. Einem Besuch, dem eS endlich gelang, zu ihm durchzudringen, wurde der Gefangene vorgeführt, gekleidet in graue Leinwand, vor dem Gesicht eine blaue TuchmaSke. Seine Zelle ist 4 Schuh breit und 6 Schuh lang, darin ein Loch an der Decke als Fenster, ein Stuhl, ein Block als Tisch, ein Matratzenbett und ein Spinn­rad zum W ollespinnen. DaS neue Sprachzimmer, in dem er künftighin seine Besuche empfangen wird, ist so eingerichtet, daß der Gefangene hinter einem Gitter steht und der Besuch hinter einem andern, drei Schritt davon entfernt. Henker der Menschheit! Grausame, entmenschte Barbaren! Glaubt ihr an keine Vergeltung, an keine Rache eurer wüthend knirschenden Feinde? Aber nein, iS ist wahr, solche raffüiirte Qualen wird das edle Volk nicht gegen euch anwenden. Ihr wißt das, und deswegen seid ihr so ruhig. Wißt ihr, was kurzer Prozeß heißt?

* Oldenburg, 1. Febr. Ueberall dasselbe Bild! Die re­aktionären Blätter faseln von deutscher Sache, von Oreikönigs- bündniß und schimpfen auf den Landtag, der blos vereinend aufge­treten und deswegen zweimal, den 4. Sept, und den 4. Dez. v. I., aufgelös't wurde. Der Landtag soll nachträglich ohne alle Compe- tenz gewesen sein in dieser Frage, während der Großherzog selbst und das Ministerium in ihrervorläufigen" Beitrittserklärung diese Cvmpetcnz anerkannt hat, ebenso die Vorlagen, die man in dieser Beziehung machte. Lassen wir diese Heuler ihr altes Lied sortheu- len. Das Volk zeigt durch gänzliche Nichtbethciligung an den Wahlen, daß eS Nichts mit diesem Eulengeschlecht zu thun haben will. Beamte und Beamtengcnosscn haben gewählt, in SchortenS z. B. der För­ster, der seine beiden Holzknechte wählte, und die beiden Holzknechte, die ihren Förster wählten, in Kniephausen hielt ein Urwähler, ein Assessor, eine stürmische Volksversammlung und schritt nach mehreren einstimmig akklamirten Reden zum heiligen Wahlakt. In Jever wählten von 4G8 Urwählern 38 und so im ganzen Jeverland. Ueberall werden außerdem zahlreiche Proteste anstatt Wahlstimmen ab­gegeben. Den 1 6. Februar tritt der Landtag von Neuem zusammen; obgleich die Regierung die Wahldistrikte wie in Würtemberg in ganz kleine Parzellen geteilt hatte, sind sämmtliche Wahlmännerwahlen demokratisch ausgefallen selbst daS Militär in der Residenz hat demokratisch gewählt.

Darmstadt, 5. Febr. Die Linke des aufgelös'ten Land­tags, die Majorität der zweiten und die Minorität der ersten Kam­mer, im Ganzen 23 Mann , haben in einem Rechenschaftsbericht an ihre Wähler ihr Verhalten gerechtfertigt und auöeinandergesecht; die Reichöverfassung von Frankfurt wird darin alâ allein rechtsgültig für daS deutsche Volk erklärt, dagegen bat Hr. Reh, der Gothaer, in einem weitläufigen Manifest die Auflösung der Kammern für gerecht und billig erklärt. Gewiß, ein Gothaer und die Lehre der Majori­täten in Kammern oder im Volk sind bereits unverträgliche Dinge geworden.

Wirken , 2. Febr. (Hess. Zusch.) sV e r h a ft u n g e n.s ®^ stern 3 Uhr wurden hier 2 wohlgekleidete Fremde, als sie eben au-' dem Frankfurter Postwagen stiegen, von einer Schaar bereitstehendcr Genèdarmen verhaftet. Auch die aus der Rastatter Kasematlenhast ohnlängst Entlassenen werden nach und nach in aller Stille eingep- gen. Zwei oder drei dieser Unglücklichen sitzen bereits in unserer s 9- Bastille. Die Regierung hatte scheint's anfangs gar nicht die Absicht, die Unglücklichen überhaupt auf freien Fuß zu setzen.

Diese Leute, sagt man, würden indessen nicht weiter verfolgt