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bloßes „Blatt Papier" betrachten und sich so wenig an die konstitutionellen Kammern als an die einzelnen Paragraphen der „Charte Waldeck" — denn daS ist auch daS jetzige Machwerk immer noch in den Augen der Hofschranzen — kehren; der radikalen Partei aber ist eS ganz gleichgültig, ob der Absolutismus wieder in seiner nackten Scheußlichkeit dasteht, oder ob er in einer papiernen Düte steckt. Darum ist wahrhaftig der Kampf in der Nacht vom 18. zum 19. März nicht geschlagen worden, daß man unö eines schönen Tages mit dieser Verfassung beglücken sollte! Damrt sind höchstens die Konstitutionellen zufrieden, die damals hinter dem Ofen saßen. Der Arbeiter, das Volk in seiner Masse verlangt mehr, verlangt die volle Freiheit, und es wird sie erringen, wenn auch in jedem Dorfe Deutschlands ein Duodezfürst mit seiner Leibgarde säße! Darum hat die deutsche Jugend ihr Blut nicht vergossen., daß eine blasierte Aristokratie und eine verfaulte konstitutionelle Clique nach Belieben über den Kern des Volkes verfügen könnte! Was wir jetzt vor uns sehen, ist Innrer Unsinn, der keinen Pfifferling Inhalt hat, und wer an den Bestand desselben glaubt, der kann sich heute schon in's Sterberegistcr schreiben lassen. Uebrigens brauchen wir keine Bange zu haben; der Philister, der jetzt frohlockt , wie er am 5. Dezember frohlockte und seine Fenster illumi- nirte, wird bald eben so jämmerlich über die moderne Konstitution winseln, wie er geheult hat, als die Schüsse auf dem Domhoföplatz bei der Auflösung der zweiten Kammer knallten. Sie wcrdcn's erleben, nur Geduld!
! Berlin, 1. Februar. — Hr. v. Gerlach sprach am 29. Jan. folgende inhaltschwere Worte in der Kammer: „Wolle man Rücksicht nehmen auf das Ministerium, so könne es nur die fein, eS von seinen sorgenschweren und qualvollen Aemtern zu befreien." Zugleich schreibt er in der Rundschau für den Monat Januar in der Nr. 23 der Kreiszeitung: „das Amendement Arnim bleibt der nächsten Rundschau Vorbehalten, da seine Geschichte hauptsächlich in den Monat Februar fallen wird", denn „eö ist genug, daß ein jeder Monat seine Plage habe". So sind wir am Anfang deS EndeS. In dieser .Rundschau warnt Gerlach zugleich vor der allzugroßrn Geringschätzung der Demokratie. Er sagt: „ die De m o kr a tie kommt uns so platt, so absurd, so gemein, so nichtswürdig, so schimpflich besiegt vor; aber — sie hat mächtige Bundesgenossen, bis in unsere Herzen hinein!" — Also Gerlach auch unter den geheimen Demokraten! Wahrlich, haben wir mehr solche Genossen, so steht's schlechter um unS, als wir gedccht! — Hr. Gerlach jubelt von Preußen: „wir Preußen sind, eine Nation, die Deutschen sind keine!" „In Erfurt muß Preußen siegen, oder es geht im deutschen Auflösüngs - „Koth " unter!" — Schöne Aussicht für den Jammer rin Gotha!
In Nr. 28 bringt die Kreuzzeitung bereits die „ncue^ preußische Verfassung" mit ihrem Klassenunsinn und ihrem Artikel HL, wonach bei jedem Ulf, den man jederzeit erregen kann, wenn man ihn gerade braucht, sofort die Paragraphen über persönliche Freiheit, Wvhnungsunverletzlichkeit, alleinige Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte, Preßfreiheit, Versammlungsrecht aufgehoben werden können. — Die Kreuzträgerin bricht hinter diesem Akteustück in einem kleinen leitenden Artikel in einige begleitende Jammertöne aus: „Wir sind gefallen, jammert sie, zu Ehren Deutschlands, und wir werden bald beschwören — nicht wiederaufzustehen — und vielleicht bleibt Preußen doch eine Monarchie!" Eine Monarchie, nämlich eine Despotie! Dieser Trost ist nicht so übel! — Einen furchtbaren Grell aber behält sie gegen den aalglatten Manteuffel in petto, der für die große Sache in Erfurt der königlichen Macht von Preußen eine abermalige Niederlage beigebracht, und der selbst der demokrati- schen Partei eine Berechtigung zugestcht, der Fuchs, der!
Ferlin, 30. Jan. hAbendpefl) — Der Gesammtausschuß der Berliner Volkspartei ist gestern mit seinen Berathungen k CA ^Samsalion der Partei zu Ende gekommen. Er hat beschlossen, daß daS bisherige CevtrallKomitè der 9 Vorsitzenden der Volksvercine leine bisherige Funktion der Ausführung aller die ff' s.^ p-â Wnfffrte» B,schliff, ti« ScfmmtM«,
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Ett^^ zu übernehmen hat. ‘ Seine Aufgabe ist es, die Verbindungen mit den Provinzen Herzusiellen und zu unterhalten, und zu diesem Zwecke auch die
Tätigkeit des Centtal-KomiteS und des Vorstandes dek Gestu n tauö- schuffeS zu überwachen. - Diese fünf Mitglieder sind rvn der L w
®°””- -" 3«”- <»• SS-»"-, ?.,«.> - 4« „ »M„ U im Stadt ein Transport von ca. 18-20 Mann Freischärler mb schen Militärs , welche am letzten Kampfe Theil genommen
nehmen nach, — ist solchen durch die Milde der Kriegsgerichte in der preu' ßischen Provinz Baden, das traurige Loos bestimmt, in dem bcrüch-
tigten Zuchthaus zu Werden, unter den gemeinsten Gaunern darüber nachzugrübeln, was es heißt, im heutigen Staate der Civilisation und Humanität die Menschenrechte vertheidigt zu haben. Dennoch leuchtete eine ungewöhnliche Heiterkeit aus den Gesichtern der gefangenen Freiheitskämpfer; eine Heiterkeit, welche nur durch das Bewußtsein erzeugt werden konnte, für Wohl und Wehe ihrer Mitmenschen das Ihrige redlich beigctragm zu haben.
W Leipzig, 2. Febr. — Die sich bildenden freien Gemeinden machen den Herren von der rothen Reaktion viel Sorge und Unruhe. Die freimüthige Sachsenzeitnng stößt darob inS Lärmhoru und verlangt eine rettende That von der Regierung.
Wieder viel Lärm um nichts! Wenn diese freie Gemeinden, wie jene Herren ganz richtig erkennen, auch nur eine neue Form sind, um die politischen Ideen des TageS zur Geltung zu bringen, so werden sie doch nie zu einer direkten politischen Bedeutung gelangen. Ihr Auf- tauchen zeigt am Besten, wie weit wir zurückgekommen sind. Bis auf daS Jahr 1846. — Diese freien Gemeinden sind nur der Zufluchtsort der unterdrückten Demokratie. Die Religionsfreiheit ist wieder die einzige Freiheit, •— der alte Ausgangspunkt der Revolutionen. — Von diesem Punkt aus wird die Demokratie von Neuem hervorbrechen. Die Herzen des Volkes warten auf sie.
Professor Wiegand in Dresden soll wegen seiner Anträge, Reden und Abstimmungen in der Nationalversammlung, und zwar nicht bloS zu Stuttgart, sondern auch zu Frankfurt, in Ruhestand versetzt werden. Er hat der Negierung zu viel Unruhe gemacht, scheint eâ. — Der suspeudirte Iustizamtmann Heubner, erwählter Abgeordneter zur 2. Kammer, ist von dieser gegen 15 Stimmen ebenfalls zurückgeroie- fen. Das ist doch wenigstens eine Consequenz, die die hohe Kammer zeigt. — Gestern hat sich unsere Kammerdemokratie zu einem AuSbruch hoher Energie hrurcißcn lassen. Man höre und staune! Sie hat den Antrag deâ Abgeordneten Otto Wigand, betreffend die Interpretation der Herzogthümer Schleswig-Holstein angenommen. Er lautet also: „Die 2. Kammer wolle im Vereine mit der ersten, gegen die Staats- regicrung die zuversichtliche Erwartung anSsprechen, dieselbe werdest» Verbindung mit den übrigen deutschen Staaten, oder mit einzelnen derselben auf Herstellung eines solchen Friedens hinwuken, der die Rechte der Herzogthümer, und somit ihre Integrität, so wie die deutsche Ehre zu wahren geeignet sei."
Schließlich sprach sie durch Erhebung von ihren Sitzen ihren Unwillen über die bisherige Politik aus. Sachsen soll sofort an Dänemark den Krieg erklärt haben, wenn nicht .... Die Regierung beabsichtigt, um ihre Politik nachdrücklicher in der Presse vertreten zu sehen, eine redaktionelle Umgestaltung des offiziellen „Leipziger Kinder- freundes", der unter Redaktion des Herrn Ercensor, Schriftsteller, Physiker und Professor Dr. O. Marbach in der letzten Zeit daS schwierige Manöver vollführen mußte, vom Dreikönigsbund zum österreichischen Interim hinüber zu manöveriren, was ihm zwar ohne den HalS zu brechen gelungen ist, wobei aber Herr Marbach daö Unglück hatte, einmal einen sehr milden Artikel über Blum zu bringen, der ihn in dem Augen der AdelSpartei zum Demagogen stempelte. Kurz, Hr. Marbach wird künftig die Redaktion nicht mehr allein führen; der ehemalige Redakteur der Drockhaus'schcn Allgemeinen, der durch einen Brilliantring an die österreichische Politik gefesselte Dr. Kaiser, wird ihm als Pfadfinder beigegeben.
Die deutsche Allgemeine Zeitung, macht die verzweifeltsten Anstrengungen, sich noch zu halten. Aber cs ist sehr zu bezweifeln, daß eS den drei großen Politikern, dem Triumvirat, Dr. Pedretti, Hüttner und Scylet, die sie jetzt redigiern, gelingen wird, gutzumachen, was so ein einziger Kaiser verpfuscht hat.
Die in den Rastatter Kasematten gefangenen Sachsen sind nun alle auSgeliefert, bis auf den Schriftsteller August Peters. Die Regierung ist bereits seinetwegen in der zweiten Kammer von dem Abg. Wagner ans Schneeberg interpellirt worden.
In Meißen ward am loten 38 in die Maiuntersuchung verwickelten Personen, darunter sämmtlichtu Mitgliedern des Sladtralhs und der Stadtverordneten, angekündigt, daß die Untersuchung gegen sie niedergeschlagen sei. Tzschucke, Thürmer und v. Bosse sind noch allein im Anklagestand geblieben. —
□ ^ianffurt , 2. Febr. — Weiß der Teufel, wic'S unö vor den Ohren summt! Diese Gerüchte, dieses Gezischel, dieses Gewisper, dieses Wichtigthun der Diplomaten und Diplvmätchcn. Sie wissen, ich habe so meine geheimen Quellen, die ich umschwärme, um an ihnen zu rathen und zu vermuthen! Denn hier Heißl's gelauscht, geschlichen, auS dem Elephanten eine Mücke, auS der Mücke einen Elephanten gemacht. Mit Hrn. v. BlitterSdvrf bin ich ganz intim, wie ich Ihn"' schon sagte, d. h. mit einem guten Freund des Schwagers vom Vetter seines Kammerdieners. — Ich vermuthe , daß der große Diplomat nicht allein die Wirklichkeit schildert in seinen pvstawtlichen Stylübuu'