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den, nicht soziale Revolutio», sondern soziale Reform. — Die politische Revolution für eine demokratische Verfassung, ohne welche eine durchgreifende Reform der sozialen Verhältnisse unmöglich ist, ohne welche die soziale Revolution stets drohend über unsern Häuptern hängt, muß zuvor von allen Klassen der Gesellschaft gemeinsam durch- gekämpft werden, gegen die Widersacher von GottcS und von Mam­mons Gnaden und gegen die ganze alte Lügenbrut des alten Staates.

Zn wie weit für soziale Reform bereits jetzt theoretisch und praktisch vorgearbeitet werden kann und muß, werden wir in einem spätern Artikel erörtern. —

X Marburg, am 1. Febr. — Die Neuhessische hat richtig prophezeit. Die Wahl zum Faseltag ist hier kolossal jämmerlich aus­gefallen. Hören Sie: Von 680 Mindestbesteuerten wählten 70. Wollen Sic wissen: wer? Schön! Voran also schritt in einer dem Akte würdigen Haltung und mit dito Gesicht Hr. Polizeikommissar (Secre- tar) Ballin. Daß er vor dem Eingang des Nathhauses stürzte und beinahe ein Bein brach, spricht keineswegs als böses omen, sondern deutet auf die mancherlei Versuchungen, in die „ bewährte Männer " Lud „erprsbtcEharaktere" trotz würdigerHaltung geführt werden. (Leider!) Hinter ihm her wallfahrtete geziemend und ohne Malheur tu hellen Haufen das ganze wohllöbliche Polizeipersonal, Stockmeister und Stockknechte, item ein Nachtwächter, nicht weniger ein paar StaatSdiener, sowie die chrcnwerthen Schnurren der alma Philippina. Zhnen nach be­wegte sich stumm und stolz die Schaar der öffentlichen Ankläger, Auö- nfcr, Landbcrciter, Sleueraufseher, Renterei- nicht weniger auch Landgcrichtödicner. Sodann traten auf und cffcctuirten die Wahl: die wvhlgelahrten, sowie hochansehnllchen Herren, die Herren Pfarrer Rauh und Apotheker Riebenhausen, geführt vom Hrn. v. GördäuS, dem Anwalt. Desgleichen Hr. Pfarrer Richard und Doctor Hasen­kamps?), geleitet vom Fechtmeister der Hochschule, genannt „HarmS, der Starke". Auch Hassenkamp fehlte nicht, der Schüler des gläu­bigen Vilmar, inglcichcn nicht Rübsaamen, deö Gerichts würdiger Beisitzer. Verlangen Sie noch mehr? Sie alle traten vor und streuten andächtig ihren „pflichtigen" Weihrauch dem Kinde, daö in der Er­furter Krippe liegt, und waren sehr ehrfürchtig und zuversichtlich. Nächstens wird die Fortsetzung der Procession gehalten.

UebrigcnS ist eS zweifelhaft, ob irgend ein Wahlmann die abso­lute Majorität erhält. Empfohlen war auf einem Placat im Dörr'schcn Lokal: Seine Allmacht, der König von Preußen und dessen Michael, der Buchhändler Elvert.

_ Kiel , 29. Jan. (N. Z.) — Aus sämmtliche» Ortschaften und Distrikten des Herzogthums Schleswig sind in letzter Zeit bei der Statt­halterschaft in Kiel Deputationen der angesehensten Manner, meisten- theils der landesverfassungmäßigen Kemmunevertrcter, eingetroffen, um die inständige Bitte auszusprechen, die Statthalterschaft wolle die schleswig-holsteinische Armee über die Eider rücken lassen und das

Herzogtum von der heillosen Verwirrung befreien, in die es durch die s. g. Landeèveiwallung versetzt worden ist. Erst neuerdings ha­ben die nördlichsten Distrikic Schl swigs, das Amt Haderslebe», Män­ner von der Grenze des Landes, an der Königsau, nach Kiel ent­sandt, un. dort dieselbe Bitte vortragen zu lassen, und in tiefen Ta­gen hat die Stadt Apenrade, wie der „N. fr. Pr." mitgelheill wird, eine schristl che Eingabe desselben Inhalts an die Statthalterschaft ge­macht. Dieselben Forderungen mit derselben Dringlichkeit werden aller Orten im Hcrzogthume laut, und die Statthaileischaft wird die­sem Drängen nicht widerstehen können, falls nicht auf anderem Wege dem schmachvoUenUnwcscn in Schleswig aufs Schleunigste einEnde gesetzt wird.

* Mecklenburg -Schwerin, 31 Jan. — „ Wie gefällt dir dein Nachbar? Wenn Sie sehen- wollen, wie daö Züngelchen der Wage der preußischen Politik seit einem Vierteljahr hinüber und herüber geschwankt ist, um Kleindeutschland sowohl alö den neuen deutschen Bund zu consvlidircn, sowohl die Mediatisirungöfrage der kleineren Staaten, alâ die Frage deö Bündnisses mit Oesterreich zu erledigen, so brauchen sie nur die Acten in Sachen unserer Ritterschaft contra Verfassung zu studiren. Im Anfang Oktober sagte Herr von Bodelschwingh seinen Kollegen im Berliner VerwaltungSrath: „DaS Interim ist freilich da und Preußen wird seine verbündeten Regierun­gen in dieser Commission vertreten, aber die preußischen Kommissare werden alle Anträge der Commission erst dem VerwaltungSrath zur Beurtheilung vorlegen." (Einleitung zur preußischen Hegemonie und zum neuen Bunde!) Zwei Monate später annoncirt daS preußische Ministerium dem unsrigen, unsere Ritterschaft habe sich wegen Mcht- berücksichtigung der Krauijunkerinteressen an die BundcScommission ge. wendet, und kraft der Patent-Vcrvrdnung vom 28. November 1817 die Eröffnung deS Compromißverfahrens gefordert. (Von einer Beurthei-

lung der auf diese Weise dem Interim borgelegten Sache durch den preu­ßischen VerwaltungSrath war keine Rede. Unsere Ritterschaft erhielt also daS Recht, das preußische Bündniß zu umgehen und sich auf daS alte Bun­desrecht zu stützen. — (Weitere Einleitung zum deutschen Bundestag!) Am 11. Januar decretirt die BundeSkommission — obgleich alle An­ordnungen dieser Kommission, die sich nicht auf die Mäuse in den Festungen bezögen, dem VerwaltungSrath zur Begutachtung vorgelegt werden sollten — sans facon, ohne irgend wen zu fragen, daß unsere Ritterschaft contra Verfassung Recht habe, und wir unS zu fügen hätten bei Meldung von Exccutionsmaßregeln. (Eröffnung deS neuen Bundestags!) Wegen dieses Bodelschwingh'schen WortbruchS und der darin enthaltenen Uebertölpelung der mit Preußen verbündeten Regierungen intcrpcllirt nun der „ berühmte" Bescler in der preußi­schen Kammer den Minister deS Auswärtigen. Derselbige antwortet :

„ Die Kompetenz der provisorischen BundeS-Kommission zur Auf- rcchthaltung der durch Beschluß vom 25. Mai 1818 von der Bundes­versammlung übernommenen Garantie für die Patent-Verordnung vom 28. November 1817 erscheint der Regiernng durch den Vertrag vom 30. September v. I. gerechtfertigt, doch hat sie eine bestimmte An­sicht in der Sache selbst nicht ausgesprochen."

Der neue Bundestag ist über allenZwefel gestellt! Und nun? Nun, wo eS nach Herstellung einer organischen Verbindung deS preußischen und österreichischen Absolutismus sich lediglich noch um einen thatsächlichen Beweis handelt, daß der preußische Bund nichts anderes, als die Mediatisirung der „inkonsistenten" Staaten bedeutet, faßt — wie man hört — der Berliner VerwaltungSrath folgende Beschlüsse:

„1) Die Verfügung der deutschen Bundes»Centralkommission in dieser Sache sei allerdings eine solche Anordnung, welche ohne vor­heriges Benehmen mit dem VerwaltungSrathe nicht habe beschlossen werden dürfen.

2) Die Gewährung der Kompromißinstanz könne überhaupt nicht von der Vundeâ-Centralkommission erkannt werden, im Gegentheil sei die Berechtigung, diese Kompromißinstanz in Anspruch zu nehmen, 'für"" die Beschwerde führende Ritterschaft erst durch richterliches Erkenntniß fe stzustellen.

3) Für Staaten deö Bündnisses vom 26. Mai könn­ten überhaupt Inhibitorien nicht durch eine außerhalb

desselben stehende Behörde erkannt werden."

Wie sein, wie — ich möchte sagen — physikalisch! Die trübe Mischung zersetzt sich immer mehr. Noch eine Weile ~ und wir werden in Frankfurt die schwarze und in Berlin die rothe mnte haben. Geben Sie Acht!

Frankfurt, 31. Jan. — Hr. von Blittersdorf ist eigentlich ein Epigone der Hornisse, oder, wenn man lieber will, aller demo­kratischen Blätter. WaS uns der große Diplomat brühwarm auszu- tischen vermeint, haben wir seit Monden als sich von selbst verstehend über die deutsche Zukunft prophezeit. Wir könnten stolz darauf fein, wenn wir — nun, wenn wir die Eitelkeit irgend eines deutschen Pro­fessors besäßen. . ,

Die neueste Offenbarung deS absolutistischen Apostels befestigt sich wieder mit der Umgestaltung Deutschlands. Daö Resultat ist kurz folgendes: Oesterreich tritt in den neuen deutschen Bund mit feiner ganzen Ländermasse, Preußen ebenso und namentlich als „ schirm- vogt" der zu wenig konsistenten „Lappenstaaten". Die kleinen „demo­kratischen Staaten" werden zu Preußen stehen, wie Ungarn zu Oester­reich. Der auf diese Weise gehörig konsistente Absolutismus der beiden Weltmächte reicht sich nun in Frankfurt über der alten BundeSacte die traulichen Hände.

„Nach so vielem Kreuz und ausgestandnen Leiden" ic.

Oesterreich sowohl als Preußen schreiten in ihrer Centralisation immer weiter vor, die kleinen Staaten verschwinden also, wenn nicht de jure, so doch de facto. Zwischen den beiden Planeten wälzen sich noch einige Zeit lediglich die vier Kometen der kleineren König­reiche. Daß dieselben bei dieser Mution gehörig abgerieben werden, ist natürlich. Wenn ihre Stunde schlägt, werden auch sie verschwinden.

Alles das — schließt der große Diplomat — wird zum scgcn der Menschheit eintreten, „ wenn der König von Preußen genügende Bürgschaft zu leisten vermag, daß er die ihm von den kleinen Staaten übertragene Schirmvogtei — so lautet die diplo­matische Interpretation des Anschlusses an daö Dreikönigâbündniß ! im Interesse der Erhaltung der gesellschaftlichen Ordnung zu handhaben wissen werde." Vermag die preußische Logtei diese Bürgschaft nicht zu leisten, verhandelt Seine Majestät abermals mit dem Volke, leitet er daö Volk abermals auf „den Weg der Propaganda", dann — dann ist der Kaiser von Oesterreich ermächtigt, fernerhin bei dem-Sy­stem deS NcgirenS " zu verharren, d. h. den König von Preußen auf jede Weise zur raison zu bringen. Daö walte Gott!