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schwedischer Offizier, dann Kommandant eines Bataillons in dem Kriege gegen Oesterreich, ist so eben das Opfer einer dieser schänd- lichen Intriguen geworden, deren Details man nicht niederschreiben kann, ohne seine Feder zu beschmutzen. Hr. L. ist der Gemahl einer der beiden Damen P., welche zu den schönsten Frauen Roms gehören. Seine Anwesenheit kreuzte gewisse Anmaßungen, denen er nicht weichen wollte. Man hat ihnentfernt". Das ist eine einfache Prozedur.

Eine andere Infamie, die sich hier täglich wiederholt, ist fol­gende: Wenn man Gründe hat, einen Beamten, einen alten Offizier oder einen andern Bürger zu fürchten, ohne ihn in Rom etwas an­haben zu können, so läßt man ihn Nachts durch eine Patrouille von Sbirren aufheben, setzt ihn in einen Wagen und bringt ihn ohne Auf­sehen nach Bologna oder Ferrara. Oort findet man schnell ein revo­lutionäres Berbrechen, er wird einem österreichischen Kriegsgerichte übergeben, das sich beeilt, ihm gute und prompte Justiz zu Theil werden zu lassen. Das ist eine Sache, die sich täglich wiederholt.

Stä n d es i tz u n g

(Vom 1. Februar.)

Nach Vorlesung des Protokolls und der Eingaben begründet Hr. Weinzierl seine in der vorigen Sitzung verkündeten Anträge (Nr. 25 d. Bl.). Hr. Wolf ist zwar für Erwägung der Anträge, glaubt aber, daß damit nicht viel gewonnen sein werde, bis das von der Ständeversammlung verlangte Verzeichniß sämmtlicher Pensionäre vor- gelegt sei. Dieses müsse man erst abwarten, und dann auf dieser Grund­lage weiter handle». Hr. Knobel wünscht, daß mit der Begut­achtung dieser Anträge zugleich der Ausschuß die Frage erörtern möge, ob eine Revision des Staatsdienstgesetzeâ zweckmäßig sei. Hr. Land- ta g Scommissar spricht sich gegen die Anträge, namentlich gegen eine zeitweise Pensionirung auS. WaS die Vorlage der Verzeichnisse der Pen­sionäre betreffe, so sei er im Stande, noch heute die Verzeichnisse von 3 Departements an die Versammlung gelangen zu lassen. An den Budgetausschuß. Hr. Eissengarthen berichtet Namens deö Ge- werbeauöschuffeö über eine Petition des Gewerbeausschusses zu Fulda, um Verwendung bei der Ständeversammlung für eine von demselben an die Regierung gelangte Eingabe. (In derselben wird um baldige Vorlage einer allgemeinen Gewerbeordnung auf Grund des von dem Gewerbecongreß zu Frankfurt im Juli und August 1848 ausgearbei- teten Entwurfs und um Ausführung der §§ 1 und 2 des Gesetzes vom 22. Dec. 1848 gebeten.) Der Ausschuß trägt darauf an, die Petition der Regierung mit dem Ersuchen mitzutheilen, auf Erledigung der in derselben ausgesprochenen Wünsche Bedacht zu nehmen. Angenommen.

Hr. Brenner berichtet über Eingaben ohne allgemeineres In­teresse; Hr. Oetker über eine Petition mehrerer israelitischen Schul­lehrer, in welcher dieselben um Gleichstellung mit den christlichen Lehrern, namentlich in Beziehung auf die von der vorigen Stände­

versammlung bewilligte Erhöhung der Gehalte der Volksschullehrer, bitten.

Der Ausschuß ist mit der Regierung der Meinung, daß Juden - schulen keine Volksschulen seien (und daß der christliche Staat nur die christlichen Schulen als Volköschuleu anerkennen dürfe, nicht wahr?). Außerdem hätte sich die Regierung expreß vorbehalten, daß israeli­tische Gemeinden ihre Lehrer selber bohrten und ihr mit solchen Que­relen nicht zur Last fielen. Hr. Weinzierl: Auf die Rechtsfrage komme eS nicht an, wohl aber auf die moralische Verpflichtung. Wo eine jüdische Schule wirkliches Bedürfniß der Gemeinde sei, müsse der Staat auch den jüdischen Lehrern zu Hülfe kommen. (So lange unsere Schulen mit der Kirche Zusammenhängen, ist die ganze Frage der besseren Schullehrerstellung von Seiten deö Staates eine Abnor­mität, beziehungsweise die Forderung der Seitenprotection.) Hr. Gräfe ist natürlich nicht in der Lage, über die Sachen aus dem Stegreif sprechen zu könne». Er wünscht den Ausschußbericht schwarz auf weiß vor sich zu sehen. Hr. Hahndorf verlangt eine durch­greifende Emancipation seiner Glaubensgenossen. Dann erledige sich die Sache von selbst, Der Druck des Ausschußberichtes wird be­schlossen.

(Schluß folgt.)

Ucuhcs^fchcr Klatsch.

Cassel, 25. Jan. Der Neuhesse aus Fulda ist in sei­nem Esse. Er hat endlich eingesehen, daß die Menge an Persönlich­keiten hängt. Also vorwärts, drauf! Wer sind diese Gegner Preußens in Fulda? Erstens: Hr. Weinzierl. Hr. W. war ohne Urlaub in Fulda. (Nun schon zehnmal denunziirt!) Wie kann also Hr. W. ein Gegner Preußens sein? Zweitens: Hr. Philipp Blum eine herkulische Gestalt. Darf eine herkulische Gestalt Gegner Preußens sein? Drittens: Hr. Philipp Hassenpflug, ein Nagel­schmied seines Gewerbes. Darf ein Nagelschmied seines Gewerbes Gegner von Preußen sein? Nein, abermals Nein! Noch dazu, da sie keine Wähler sind von vornherein, diese Philippe. Wie darf über­haupt ein Ppilipp als Redner auftreten. Hat er studirt, trägt er Glacehandschuh, ist er beim Bischoff zum Thee? Die Bolksversamm- lung, die höchst wahrscheinlich sehr spärlich ausgefallen, bestand in einigen Stammgästen, nebenbei natürlich aus 30- oder 40jährigen Lehrjungen, Gesellen u. dgl. Und d ergleich en! Dieserhöchst- wahrscheinliche" hochmüthige Lasse, der diese, seine Höch st - wa hrsche in licken Beobachtungen den Stammgästen der Ncuhessi- schen und ihren Lehrbuben u. dgl. vorsetzt, wird höchstwahrscheinlich dafür noch Fersengeld geben und dergleichen!

Um uns jedoch nicht die geringste Unwahrheit zu Sckulden kommen zu lassen, bemerken wir, daß wir nachträglich der Meinung sind, daß besagter Dergleichen höchstwahrscheinlich kein Lasse, sondern blos ein Affe sein mag.

gekannt in a ch u n g e n.

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Pon welchem ich eine sehr heilsame und sofort wirkende Zahntinktur erhielt, zolle ich hiermit meinen herzlichsten Dank, indem ich gleichseitig aus Pflicht gegen meine Leidensgefährten diese wirklich gute Tinktur bestens em- pfedle; febige, wie Gebrauchsanweisung, ist in der Meßner'lchcn Buchhandlung hierselbst, St. Martinsplatz, zu haben. Joh. Bender.

Klein -Kittderschule.

027) Da viele Eltern auf Ostern auch biejenigen Äinbev, welche noch nicht schulpflichtig sind, in irgend eure Schule ausgenommen wünschen, so mache ich hier­mit alte Eltern, welche hierauf reflectiren, besonders aus obige Schule aufmerksam und bemerke, wie schon vie seitlg anerkannt wurde, daß bleibe zu obigem SWecte am geeignetsten ist. Da vielseitig der Wüw.h gesprochen ist, baß auch Mädchen in dieselbe aufgc; möchten, so ist die Einrichtung gE: Vir« k dieselben ausgenommen werden können.

. ertzr lyn Anmeldungen bittet Unterzeichneter tan; - "^ in ^' '" der Martinistraße zu machen. Auch

ertheilt derselbe Privatunterricht in allen nöthigen Schulkenntnissen.

H. Patze,

Lehrer und Vorsteher einer Klein-Kinder- schule dahier.

(128) Hr. Schullehrer H. zu M .. ........ wird aufgefordert, in Zukunft nicht mehr deshalb, daß er seinem Jagdvergnügen, wie am 8. Januar d. 3 nachgeht, die ihm anvertrauten Schulkinder ohne Auf­sicht sich selbst zu überlassen.

(ISO) In E. ist es gebräuchlich, dem Pfarrer jährlich für das zweimal erhaltene Abendmahl eine Gratifika­tion von I Sgr. unter der BenennungNeujahrsgeld" zu geben. Der dortige Pfarrer scheint in der Sub­traktion weniger, in der Addition aber desto mehr be­wandert zu sein, denn sonst würde er nicht einem dor­tigen Einwohner die Hälfte des Neujahrsgeldes für das einmal erhaltene Abendmahl mit der Bemerkung zurückgeschickt haben: Im nächsten Jahre seien es dann l1/, Sgr., die er bekäme.

(130) Ist beim Herrn C imiotti zur Bewältigung der dort herrschenden großen Finsterniß noch immer keine Gasbeleuchtung eingeführt? Auch beim Herrn Schirmer könnte das nicht schaden!

Theater- Repertoire.

Sonnabend, 2. geb. : Pic weiße /»an. Oper in Aufzügcn von 8. Schneider.

tut. Druck der Estienne'scheu Buchd-»ckerei.