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Diese Grenzländer, jener schmale Strich, der sich zwischen Oesterreich und der Türkei, von Dalmatien bis zur östlichsten Spitze dcâ SreklerlandeS hinaufzieht, werden von Soldaten bewohnt, welche daâ Geschäft haben, die kaisersichen Lande vor Pest, Schmuggel und Einfall der Räuberhorden sicher zu stellen. Diese Grenzsoldaten, ein starkes naturwüchsiges, unter Kampf und Gefahren großgezogenes Geschlecht, haben sich mit den in Ungarn wohnenden Raitzen und den türkischen Serben in Verbindung gesetzt und auâ verschiedenen festen Plätzen die kaiserlichen Besatzungen bereits verjagt. An der Spitze der ganzen Bewegung steht Stratimirovich, jener geniale Serbe, der schon während deS ungarischen Krieges eine bedeutende Rolle gespielt hat. Dieser ehrgeizige Jüngling war durch die Versprechungen der Oesterreicher für die kaiserliche Sache gewonnen und zum Oberstlieutenant der Banderialhusarcn ernannt worden. Nach der Beendigung des Krieges schob man ihn als ein abgenutztes Werkzeug bei Seite und als die, während des Kampfes errichteten, 20 Eskadronen Ban- derialhusaren aufgelöst wurden, nahm man dem thatendurstigen Serben seinen aktiven Posten und versetzte ihn in Ruhestand. Stratimirovich rächte sich an dem kaiserlichen Hofe dadurch, daß er sich an die Spitze der mißvergnügten Slaven stellte und r'u dieser Stellung wird er wohl mehr Gelegenheit finden, sich auszuzeichnen, wie als kaiserlicher Oberstlieutenant. An seiner Seite stehen Joanovich, der Held von St. Thomas, und Damianich, ein Bruder des Hingerichteten ungari- schen Generals. Zu entscheidenden Conflicten ist eS noch nicht gekommen, denn von österreichischer Seite bestrebt man sich sehr, eine friedliche Ausgleichung herbeizuführen, indem man Zugeständnisse machen will. Allein die so oft betrogenen Slaven kennen die Hinterlist des österreichischen Ministeriums und verschmähen jeden Vergleich. Mit Mühe hat man bis jetzt einen blutigen Zusammenstoß verhindert — in wenigen Tagen vielleicht wird er erfolgen. Die Chancen, die sich für diese slavische Erhebung herausstellen, sind günstiger für das Gelingen der Revolution wie jemals: In vielen Truppenkörpern der österreichischen Armee ist Desorganisation und Ungehorsam eingerissen, Ungarn gährt, die Türkei rüstet, die magyarische Emigration steht kampfbereit. Ein Zeichen zum Streit, und eS entfalten sich Massen von Rebellen, denen endlich Oesterreich doch unterliegen dürfte. — Der kaiserlichen Partei bangt eS vor dem Ausbruche dieser Revolution, denn sie kennt die Blutgier und Tollkühnheit der Serben und Raitzen, die eiserne Ausdauer der Grenzer und die rebellische Gesin- Hung der Provinzen.
Dieses Ereigniß, das immer bekannter wird, erschüttert Wien von einem Ende bis zum andern. In den Vorstädten herrscht reges Le
ben und eS mag manchen Bürger geben, der seine seit dem Oktober vergrabene Flinte wieder hervorsucht und frisch in Stand setzt. Die hiesige Garnison ist bedeutend verstärkt und auch in die benachbarten Dörfer ist Militär gelegt worden. Vorgestern marschirten mehrere Bataillone, bei denen viele HonvedS als Rekruten waren, nach Italien, nachdem sie in unserer Stadt einen Rasttag gemacht hatten. Die Honvedrekruten wurden in allen Wirthshäusern von den Bürgern aufs freundlichste bewirthet und zogen dann durch die Straßen, indem sie Kossuth und Bem leben ließen. Diese 39,000 HonvedS, die unter die kaiserliche Armee vertheilt wurden, werden wohl noch einmal Gelegenheit finden, ihren Haß gegen die Dynastie mit Keil- und Flammenschrift auszusprechen.
Linz, 20. Jan. — Seit den letzten drei Tagen finden große Truppendurchmärsche Statt. Selbe kommen theils auS Italien und gehen nach dem Norden von Böhmen, theils aus Ungarn und marschieren nach Voralberg, wo sich allen Anzeichen nach eine großartige HeereSmasse sammelt.
Hersfeld, den 30. Januar.
In Nr. 47 der Neuhessischen Zeitung, Abendausgabe, befindet sich ein Aufsatz von Hersfeld cingesendet, worin ein Landtagsabgeordneter und ein gewisser Z . . . bezüchtigt werden, einem Bürger daè Versprechen abgefordert zu haben, nicht eher wählen zu wollen, bis die Genannten ihn abrufen würden. Auf die Bejahung des Bürgers hätte der Abgeordnete gesagt: „Ein Schuft, wer sein Wort nicht hält". Da dieser Aufsatz nur gemacht ist, um den Abgeordneten auf eine perfide Weise zu beleidigen'), so muß ich, der Unterzeichnete, als Betheiligter aber nicht Genannter, die Sache erklären. Der genannte Bürger (Wähler 2ter Klasse) ist ein alter Mann, der von seinem Gelde lebt, und weiß eigentlich von Politik Nichts; es ist ihm nur stets sehr bange vor den Republikanern, den Theilern. Dieser Bürger hatte am Wahltage ein Schlachtfest und erklärte im Zirkel der Gesellschaft, er wisse nicht, wie er's mache, ob er vor oder nach dem Schlachtfest wählen würde; worauf nicht der Abgeordnete Z ..., sondern ich , der Unterzeichnete, und einer meiner Freunde zu dem Wähler sagten, und zwar ganz scherzhaft: er möchte erst zum Schlachtfest gehn und dann warten, bis wir ihn zum Wählen abholten. Dies ist die reine nackte Wahrheit. — Der Einsender jenes Aufsatzes in der Neuhessischen mit seinem verdrehten müßigen Kopf wird dadurch zum simplen Lügner.")
Hermann Heß, Gerber.
*) Neuhessische Angewohnheit. Die Red.
") Neuhessische Angewohnheit. Die Red.
Demokratisch - sozialer Verein.
Da der Oestreich'fche Saal Sonnabends bereits vermiethet ist, so wird die angekü ndigte Vorlesung nächsten Montag, den 4. Februar, stattsinden.
Kassel, 1. Februar. Dr. G. Kellner.
Bekanntmachungen.
(83) Einem geehrten Publilum hiermit die ergebene Anzeige, daß außer einem Lager in allen Sorten £ und Abreiten feinen, als ordinären g e b l e i ch t e n H a u s - ma d) er leinen, auch stets ein Lager in ^, è un$ I breiten ungebleichten, als gebleichten Leinen, sowohl in feiner, als ordinärer Waare halte.
Marburg, den 19. Januar 1850.
Geor^ Bücking seel. Wittwe,
Vorstadt Weidenhausen Nr. 634.
(93) Guttapercha- Sohlen, welche sich als Schutzmittel gegen kalte und nasse Füße bewährt baden , werden sowohl auf neue als alte Stiefeln zu billigen Preisen aufgelegt von
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Kassel, am 24. Januar 1850.
Hngclstcb & Wenderoth.
(104) In der Johannisstraße Nr. 359 eine freund liche Stube, nebst Kabinet, mit oder ohne Möbeln, auf Verlangen auch Küche, sogleich oder auf Ostern
(106) Lokalveränderunq.
C^ Ich wohne jetzt in der Schloßsiraße Nr. 265, im ehemaligen lutherischen Pfanhause, eine Treppe hoch.
M. Hoffa, prost. Zahnarzt.
(108) Am Walle, Nr. 556, zwei freundliche Garten- wohnungen, eine gleich, die andere auf Ostern, mit oder ohne Möbeln, auf Verlangen auch Kost und Aufwartung. -
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Auswärtige Bestellungen werden auf das schnellste und beste ausgeführt, und werde ich es mir überhaupt angelegen sein lassen, durch gute und billige Bedienung allen Anforderungen möglichst zu genügen. (118)
(119) Dem Privatlehrer S. . ... (der sich übrigens rühmt, 3 Schweine im Haushalte zu haben) wird hiermit bemerklich gemacht, daß man von einem Privatlehrer mehr Bildung erwartet, als daß er darauf ausgeht, Leute, die ihm offenen Angesichts entgegengetreten sind, auf eine heimtückische Weise zu überfallen. Ick, kann eine Aeußerung wie die: „Wenn ich ihn einmal allein erwische, so prügele ich ihn tüchtig durch", nur als den Ausbruch rohester Gemeinheit betrachten. Wenn nun sinn dergleichen Menschen solche rohe, charakterlose Individuen sind, wie mögen dann die Zöglinge ausgebildet werden.
Witzenhausen, den 29. Januar 1850.
Brühl.
(I2N) Um mehrfachen Anfragen zu begegnen, beehren wir uns hierdurch mitzutheilen, daß auch bei dem Hrn. Collet (wohnhaft an der Katlenburg) die Billets zu dem, Sonnabend den 2. Februar c. im Oestrcich'schcn Saale stattsindenden Balle des T. Bataillons der Schutz- wache in Empfang genommen werden können.
Das Go mite.
Theater - Repertoire.
Sonnabend, 2. Fcb : Die weifte Frau. Oper in 3 Aufzügen von L. Schneider.
Kassel. - Veravtwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kelluer. — Druck der Estieune'schen Buchd^ckerei.