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Diese angeführten Satze sind in der That gefährliche Gründe gegen im Vortsrepräseutatlvn der Konstitutionellen, der Wichte von Gotha. Die Demokratie tritt diesen Gründen vollkommen bei. Allerdings ist die ganze jetzige Repräsentation eine Fiktion, weil sie keine Repräsentation deö Volkes ist. Der Geldsack hat sich die altständische Verfassung nach seinem Vortheil zurecht geschnitten. Keine Ständekammer in Deutschland repräsentirt daS Volk, es sind sammt- lich MinderheitSkammcrn, ihre angebliche Volks-Repräsentation ist eine Lüge. — Nur in Frankreich, bei allgemeinem Wahlrecht, könnte die Nationalversammlung als Repräsentation des Volks gelten, wenn nicht die schmählichsten Verfolgungen und Bestechungen der Regierung die Vertretung corrumpirt hätte. Aber dennoch ist dort die Kraft dcS Volkes so groß durch daS allgemeine Stimmrecht, daß selbst ein Blittersdors eingestehn muß, daß kaum der alte Mechanismus, d. h. die Bureaukratie und die Bourgeoisie im wucherischen Bunde mit aller Anstrengung den gänzlichen Umsturz der alten Welt verzögern kann. Wir werden zu demselben Ziel in Deutschland kommen trotz aller Revision des Art. XIII., der das Interim in Ansicht hat, trotz der hohen Weisheit BlittcrcdorfS und seines gepriesenen Gönners Nadowitz. — Wir werden dahin kommen durch die Zerstörung der konstitutionellen Lügen und Fiktionen, an der wir rüstig mitarbeiten wollen, wenn auch die Gothaer einen neuen Narrenschluß machen und ausrusen werden:
„S eht d a, d ie Demokraten im B un de m it BlitterSd o r f!"
Deutschland.
O" Wabern, 30 Jan. — Ich beeile mich, Ihnen nachstehend einen kleinen Beweis über die ofsicwüe Auffassung der kurhessischen Geldbeutel zu liefern. Am 21. d. M. wurde auf der Staatseisenbahn, Station Wabern, die Restauration meistbietend verpachtet, wie dieses in der Neuhessischen zu lesen ist. Der Gastwuth Schmelz aus Fritzlar blieb unter den Mindest - Bietenden. Zwei unter den Anwesenden, denen eS sehr darum zu thun schien, überboten sich jedoch bis zu 23 Thlr. 10 Sgr., womit denn dieser wichtige Act geschlossen wurde. Jetzt richtet Hr. Schimlz schon die Restauration ein, und wie verlautet, ist ihm dieselbe zu 11 Thlr. überlassen.
G Berlin, 29 Jan. — Die erste Kammer soll heut ihr aller- höchstes Urtheil über die Vorlagen fällen. Natürlich hatte Jedermann erwartet, sie werde nicht viele Umstände machen, und nach dem erhabenen Vorbilde der Minoritätskammer die Vorlagen en bloc annehmen. Kein Gedanke daran! die Professoren und Pfaffen wollen ihre Reden nicht umsonst auswendig gelernt haben, der ganze Kohl muß noch einmal aufgetischt werden. Ein wadrcS Glück, daß man das Salbadern nicht zu hören braucht. Gleich bei der ersten Rede, als ern gewisser Walther eine halbstündige Periode begann, die als Einleitung zu einer allgemeinen Kritik der Vorlagen dienen sollte, verließen fast sämmtliche Zuhörer die Tribünen, die Kammer sich selbst und dem unvermeidlichen Fatum überlassend. — Wie Sie sich denken können, sind unsere Zeitungen bis heute nur der Nachhall der Sonnabendsitzung. Die „Deutsche Reform" lobt das folgsame Kindchen und streichelt ihm die Backen, die „Konstitutionelle" knirscht ohnmächtig mit den^ Zähnen, und die Harkortsche „Parlamentskorrespondenz" sucht ihre Niederlage hinwegzuräsonniren, indem sie die Debatte als einen Kampf bei den Thermvpplcn schildert und sich über die Ausrei- ßer lustig macht. Jedenfalls noch die beste Manier, sich vor weiterem Spott zu retten! Die „Konstitutionelle" benimmt sich bei dieser Frage wirklich zu erbärmlich. Wie ein Gassenbube, der von einem andern Prügel bekommen, sich damit entschuldigt, daß der Sieger so- gevanrte „Kniffe" angewendet habe, so beklagt sie sich über die Reden Dlanreuffels, „der auf cigenihümliche Weise den Untergang der nnen Staatsgewalt verkündet habe, wenn sie der anderen (d. h. der lonrglrchen Gewiffenhaftigkeit) nicht nachgebe!" WaS ist jämmerlicher, tolchc AlternaUvc stellen, oder sich durch dieselbe tiuschirchtern lassen? Ja, )a, die „Ergentlrchen" suhlen eS, daß sie bodenlos in den Ab- SVa M> sie fühlen ihre eigene Erbarm- 'S gehört ja zum „konstitutionellen Prin- ™miUyn »u bemänteln sucht. Sie trösten sich mH der geringen Majorität, welche dre Paine erlât habe 12 Stimmen, und es ist wahr, wenn die Polen sich nicht der Abstimmung enthalten hätten, so wäre auch ba« SluV, b' . ' , . „ 1 A r ) errmmtche Amendement durchgefallen. Sw brüsten sich ferner damit, daß die Pairie erst anno 1852 ins Leben treten solle, und meinen, das wäre „och l/nge in während der Zeit könnten manche Ereignisse eintreten u s Passen Sie auf, die Konstitutionellen ' werden eine Revolution machen!! Sie trösten sich endlich damit, daß viele andere Gesetze noch berathen werden müßten, und in ihrem Optimismus sehen sie schon die jetzigen Regierungsvorlagen durch künftige
liberale Abstimmungen paralysirt! Vor der Hand aber werden sie ihrem großen Simson für seine glänzende Rede ein Festessen geben. Nun ja, wir werden bald wieder bei den Zweck- und Festessen sein! Mit diesem Festessen wird die Komödie enden, bis man endlich einmal die verehrlichen Kammermitglieder wie auSgepreßte Citronen vor die Thür wirft. In einigen Sachen wird man sie jedoch vorher noch benutzen. Manteuffel wird nämlich, nun Alleâ einmal in so gutem Zuge ist, gleich noch einige Abänderungen deö Preß- und VereinSgesetzeö beantragen. Sehr heilsame Maßregeln, die wir nur billigen können, denn in den hiesigen Vereinen — Gott sei es geklagt — wird offen der Aufruhr gepredigt, und die „Nationalzeitung" ist ein „roth-republikanisches" Blatt!!! Dckretiren wir, daß die Kammern sich um daS Vaterland verdient gemacht haben!
Berlin, 26. Jan. — Die wegen des Steucrverwcigerungö- beschlusses unter die Anklage des versuchten Aufruhrs vor daS hiesige Schwurgericht gestellten Mitglieder der aufgelösten Nationalversammlung sind folgende.
1) Der Land- und Stadtgerichtsdirector Dörk in Eisleben ; 2) der Müller und Gerichtsschulze Ernst Jung zu Altendorf; 3) der OrtS- richter Gottfried Burckhardt zu Weißenborn; 4) der Advokat August Messerich zu BiSburg; 5) der Bauergutsbesitzer Friedrich Ernst Hausmann zu Lieöke; G) der Pastor Schöne zu Rothenburg; 7) der Ne« gierungSrcfercndar a. D. Rudolph Schramm zu Dresden; 8) der Schullehrer Carl Appelt zu Schildau; 9) der Postsekretär Ulrich zu Anklam; 10) der Müller Kabus auS Schwade-Mühle bei Reichthal; 11) der Bürger Johann Neustiel zu Peiskretscham; 12) der Prediger Friedrich Ernst Reinhold Schmidt zu Oberhasselbach; 13) der Schank- wirth Johann Traugott Larraß zu Barödorf bei Rothenburg; 14) der Prediger Müller zu Niemberg; 15) der Dr. med. Wollheim zu Dhyrnfurt; 16h der Obergerichtsaffessor Bading auS Berlin; 17) ber Rektor und Prediger Zorn tn Festenberg; 18) der Bauer Riebe zu Rohrsdorf bei Bahn; 19) der RechtSanwalt Schulz zu Wanzleben; 20) der Regierungsassessor Pilet zu Stendal; 21) der Küster und Lehrer Moldenhauer zu Stojenthin; 22) der Müllergcsell OuMvb zu Mellen bei Labes; 23) der Obergerichtsassessor Bucher zu Stolpe; 24) der Buchdruckercibesitzer Siebert zu Solvin; 25) der Mühlenm. Daniel Jvand Kryczanowitz bei Trebnitz; 26) der Gutsbesitzer Bernhard v. Bruchhausen zu Stoven bei Behle; 27) der Kaplan v. Berg zu Jülich; 28) der Bauergutsbesitzer Voigt zu Troitzschendorf bei Görlitz; 29) der Rector Herhold zu Bibra; 30) der Eigenthümer Friedrich Naentsch zu Ausbau bei Rackow; 3t) ber Bauergutsbesitzer Johann Bunzel zu Ober-Alzenau; 32) der Gutsbesitzer Friedrich Müller zu Zell; 33) der Assessor Anton PeterS zu Schwarza; 24) der Pfarrer Schaffrancck zu Beuthen; 35) der Apotheker Johann Reinige zu Gesell ; 36) der Prediger Wilhelm Baltzer zu Nordhausen; 37) der Bürgermeister Martin Plath zu Leda; 38) der Landrath Bauer zu Krotoschin; 39) der Rechtsanwalt Daniel Moritz zu Torgau; 40) ber Prediger Hildcnhagcn zu Gretz; 41) der Obergerichtsaffessor Hermann Schulze zu Delitzsch; 42) der Kaufmann Krackrügge zu Erfurt.
(Suhl, den 24. Jan. — (Hm unsern Lesern nochmals ein Bild von der immensen Begeisterung für den Erfurter Faseltag zu geben, theilen wir auS der Westdeutschen Zeitung folgende Schilderung über den Cölncr Schlachttag mit. Wie in Cöln, steht's mit den Wahlen in ganz Preußen. Natürlich berichten alle konstitutionellen Blätter mit den dürren Worten: „Die vorgeschlagenen Candidaten sind glücklich durchgesetzt, resp, durchgefallen!" Freilich! Uebrigens siegen fast überall nicht die Konstitutionellen, sondern die Absolutisten. Der Jubel über die Nichtbeiheiligung der Demokraten an der Wahl dürfte etwaö verfrüht gekommen sein.) „Die Wahlen sind hier, so weit sie unS bis jetzt bekannt geworden, vortrefflich ausgefallen Zwei Procent der Berechtigten haben gewählt; mithin ist die Majorität, die Hr. Manteuffel hinter sich hat, eine wahrhaft ungeheuere. Im 28. Bezirk ist die 3. Klaffe wohl am frühesten mit ihrem Geschäft fertig gewesen: Zwei Wähler vercinba tcn sich über Hin. Stupp. — In 6cm 23. Bezirk, wo 31 Urwähler der 3. Klasse erschienen, wurde Hr. Rod Bcncdir gewählt. Die 1. und 2. Klasse war gar nicht veUrelen. Furchtbar wüthete die Wahlschlacht im 8. Bezirke, wo die erschienenen 4 Urwähler der 1. Klasse in zwei feindliche Lager getheilt warcn. Endlich mußte, da auch der Vorschlag, Dominowhist um die Candicaten zu spielen, nicht angenommen wurde, das Loos den Frieden bringen. Hr. Nacken war der von der konstitutionellen Fortuna begünstigte. Die 2. Klasse (6 Anwesende) wählte Hrn. Michel Du-Mont, und die 3. Klasse (14 Anwesende) den Hrn. Pfarrer Busch. Im 12. Bezirke waren von der 3. Klasse 3 Wähler erschienen, die Hrn. Fabrikant Brügelmann aus der 1. Klage wählten; die 2. Klasse war gar nicht vertreten; der einzig erschienene Wahlmann der 1. Klasse, Hr. Brügelmann, hatte die Gefälligkeit, für die 1. Klasse den Hrn. Steuerbeamten Fuchs einstimmig zu wählen. Im 14. Bezirk wählten 5 Urwähler 3. Klaffe H.n. Captan