Einzelbild herunterladen
 

105 -

welche der Gang der Zeit nothwendig macht, einführen wird. Nuß- land mischt sich sehr viel in diese deutsche Angelegenheit, zuvörderst deshalb, weil cs dabei ein Familien-Interesse befolgt, sodann weil Kaiser Nikolaus dieselbe allgemeine Sorgfalt allen Fragen der euro­päischen Politik zuwendet. Die russischen Armeen bleiben auf einem furchtbaren Kriegsfuße. Auf welchen Punkt werden sie sich werfen? Wird cS einen orientalischen Krieg geben? Unter allen Puerilitäten der revolutionären Korrespondenz findet sich auch diese, daß die Pforte Rußland und Oesterreich in Furcht setze. Die Antwort hierauf ist: Wenn Rußland nach Konstantinopel gehen will, so wird es dahin gehen; wenn eS die Türkei von dem europäischen Boden vertreiben will, so wird es dies können, selbst ohne den Beistand Oesterreichs." (Wir erlauben uns die Bemerkung, daß Rußland sogar noch etwas mehr als daS zu können im Stande ist. In der Eschenheimer Gasse fitzt der russische Bundestag.)

Paris, 24. Jan. Das Transportationsgesetz ist mit 406 gegen 203 Stimmen angenommen. Die Juni-Insurgenten werden kur­zer Hand, ohne Urtheil und Recht, nach Algerien transportirt und können hier in einersehr gesunden" Strafkolonie ihren Betrachtun­gen über die französischeFreiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" nachgehen.

Der Kaiser von Rußland hat seinen Unterthanen den Besuch Frankreichs wieder gestattet. Der Ochse garantirt.

Italien.

Die Kölnische Zeitung bringt folgende pikante Nachricht:

Paris, 25. Januar. Ueber den Inhalt der Depeschen aus Wien und Turin, welche vorgestern eine Sitzung des MinisterathS veranlaßten, erfährt man unverbürgt, daß Oesterreich wegen seiner Fi­nanznoth sich entschlossen habe, einen Theil der Lombardei (bis zum Mincio) gegen eine bedeutende Geldsumme an Sardinien abzutreten, daß eS aber vor dem Abschlusse des Handels Frankreich und England habe zu Rathe ziehen wollen. Wie es heißt, würde unsere Regierung diesem Entschlusse Oesterreichs, sein Gebiet in Italien beträchtlich zu verringern, mit Vergnügen seine Zustimmung geben; von Seiten der englischen Regierung aber erwartet man Widerspruch, und Lord Nor­manby, den unsere Negierung befragte, soll erwidert haben, er be­zweifle sehr, daß seine Negierung die Ansicht des französischen Kabi- nets theile." Der Geldpunkt, der Geldpunkt!

Nom. Der Papst ist noch immer nicht zurück. Die Fran­zosen thun zwar ihr Möglichstes, Seiner Heiligkeit zu Gefallen zu leben; der Papst erklärt aber, daß er nicht eher zurückkehrc» werde, bis die diensteifrigegroße Nation" den heiligen Boden verlassen habe. Ohne die christlich-germanischen Dynasten würde Louis Napoleon in seiner Niederträchtigkeit derEinzige" bleiben.

Ständesitzung. (Vom 29. Januar.)

(Schluß.)

Hr. Bayrhoffer berichtet über ein Gesuch deS Hrn bli'. Ei­chenauer um Verwendung für eine Unterstützung auS der Staatskasse. (Wir yören, daß Hr. Eberhard sich in mündlicher Verhandlung sehr herablassend und verbindlich gegen Hrn. Eichenauer gezeigt habe. Ebenso hören wir, daß Hr. Wigand, der bekannte Hr. Wigand, sich sehr zu­vorkommend gegen Hrn. Eichenauer gezeigt habe.) Hr. Eberhard und Hr. Wigand: ES waren genügende Gründe vorhanden, Hrn. Eichenauer aus seinem Dienste zu entlassen. (Hr. Eberhard und Hr. Wigand sind sehr ehrenwerthe Mävner!) Hr. Eichenauer wird der löblichen Negierung zur Unterstützung empfohlen. Der Notenburger Hr. Pfeiffer berichtet über daS Gesuch deS Borkener StadtrathS um ein Verwaltungsamt. An die StaatSregierung!

Tagesordnung.

(Verwerthung der Forstnutzungcn.) Der Antrag desHrn. Schnei­der:Die den OrtSvorständen der Landgemeinden aus den Staatâ- waldungen forftfrei zu liefernde Klafter Brennholz ist nicht auf daâ in der ermäßigten Taxe zu verabfolgende Holz anzuweisen", wird ge- * nehmigt. Im klebrigen sind alle Anträge der Linken auf Herab­setzung der Holztare verworfen.

Die Linke unterhielt sich während der Debatte auf die charman­teste Weise mit der Rechten. Die Rechte hat zwar der Linken mehr­mals bedeutet, daß sie re. re. Die Linke ist von Herzen demüthig!Leidenschaft" istpöbelhaft".

Im Jahr 1814 15 wurden durch den Durchmarsch der Russen und Preußen durch Kurhessen nach Frankreich Requisitionen gemacht,

von denen einzelne Einwohner in den an der Militairstraße gelege­nen Gemeinden betroffen wurden.

Namentlich wurden Pferde und Rindvieh in Anspruch genommen und gingen dem Eigenthümer verloren. Nach beendigtem Krieg im Jahre 1828 wurde eine allgemeine Schätzung und Feststellung der Ver­luste vorgenommen, die die verschiedenen Einwohner deS Staates be­troffen hatten, um diese von der Entschädigungssumme von 700 Mil­lionen Francs, die den Franzosen bei dem Pariser Frieden den 20. No­vember 1815 zu bezahlen auferlegt wurde (wovon Kurhessen seinen Antheil erhielt), zu befriedigen.

Obgleich diese Entschädigungssumme von dem damaligen Kurfürsten in Empfang genommen worden ist, so ist doch nur sehr wenig an diejenigen, die den Verlust gehabt hatten, bezahlt worden, und das Wenige, was diese erhielten, wurde nicht einmal von jener Summe bezahlt, sondern wurde von den Kreisämter» in den Gemeinden nach dem Fuß der Contribution erhoben und sehr ungleichmäßig an die Betheiligten bezahlt. Eine Rechnung über Einnahme und Ausgabe ist dem Publikum nie vorgelegt worden. Die Forterhcbung dieser Contribution wurde von der Regierung den Kreisämtern untersagt, und somit alle weitere Bezahlung sistirt. ES hat es auch ferner Nie­mand gewagt, den Kurfürsten um Auszahlung der eingenommenen Ent- schädigungSgelder in Anspruch zu nehmen, und sind deshalb noch be­deutende Forderungen nicht erledigt.

DaS Gefühl des Unrechts sollte doch wohl die Landesvertreter bestimmen, dahin zu wirken, daß die Betheiligten entweder auS der Kasse des Kurfürsten, in die jene Gelder geflossen sind, oder auS der Staatskasse befriedigt würden, oder doch wenigstens bafür sorgen, daß ein Gesetz erlassen würde, nach welchen Bestimmungen die nöthigen Gelder zur Tilgung der noch rückständigen Forderungen beschafft wür­den. Denn daß einzelne Individuen oder Gemeinde« die gehabten Verluste für die gejammte Bevölkerung des StaateS tragen sollen, möchte eben so ungerecht sein, als daß jene Gelder vom Kurfürsten eingenommen und nicht auSgezahlt wurden.

Ein bethe ilgter Einwohner Kurhessens.

Zur Beachtung!

Im Laufe der nächsten Woche beabsichtigen 14 hiesige Israeliten eine Versammlung bchufS Bildung einer israelitischen Reform - Ge­meinde " anzubcraumen, waS einstweilen mit dem Bemerken veröffent­licht wird, daß die Zeit und der Ort der Versammlung öffentlich bekannt gemacht werden wird.

Und aber- und abermals fragen wir Hrn. Eberhard, ob Hochder- selbe sich endlich einmal um die Zustände des hiesigen reformirten Waisenhauses zu bekümmern geruhen wolle. Oder steht Hr. Eberhard mit Hrn. Vogt in trautem Bunde?

Die durch Bürger S. für mich gesammelten 3 Thlr. 15 Sgr. habe ich durch Bürger R. empfangen, und sage meinen herzlichsten Dank. B.

Demokratisch »sozialer Verein.

Gemäß der Beschlüsse der Versammlung vom 5. Januar im Oestreich'schen Saale macht das Konnte den Mitgliedern folgende Eröffnungen:

1) Von Freitag den 1. Februar an findet in der Expe­dition der Hornisse des Morgens von 10 1 Uhr und Abends in dem Lokal von Hanusch von 8 Uhr an die Einzeichnung derjenigen statt, welche an der zu er­richtenden Sonntagsschule Antheil nehmen wollen. Die Unterrichtsgegenstände werden einstweilen sein:

s. Rechtschreiben, deutsche Sprachlehre, namentlich deutscher Geschäftsstyl.

b. Rechnen.

c. Französisch.

2) Für diejenigen, welche der betreffenden Generalversammlung vom 5. Jan. nicht beigewohnt haben, zur Nachricht, daß ein jedes Vereinsmitglied Antheil an diesem Unterricht nehmen kann, unter der Bedingung, daß er mindestens