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machen, man bedürfe großer Kräfte gegen sie. In der That aber wird Radowitz eine königliche Botschaft für Erfurt fabriziren müssen mit österreichischen Randglossen nach Schönhals, der, wie Hr. v. Blit- tersdorf sich ausdrückt (O. P. A. Ztg. N. 18), nach Frankfurt kam, um seinen Cvmmittenden, nach Kenntnißnahme der Sachlage, Mittel und Wege zu bezeichnen, wie zu einer dauernden Ordnung in Deutschland zu gelangen ist, um das politische Gebäude wieder aufzurichten (d. h. den alten Bundesstaat), das unter den Stürmen des verflossenen Jahres so gewaltig gelitten."
Frankfurt, 21. Jan. — sHr. v. Blitterödorf.) Sehen wir, was der Schüler Metternichs schreibt, und wir werden wissen, was seine Freunde Radowitz und Schönhals im Compagnie- geschäft Interim kochen und brauen. In Nr. 16 der O. P. A. Z. erklärt er: „daß nicht die preußische Botschaft selbst für seine Art Menschenkinder von Wichtigkeit sei, sondern die Rückwirkung. Diese Rückwirkung besteht in der Annäherung an Oesterreich und an die Königreiche, und in der Nachahmung Preußens in den übrigen Staaten Deutschlands. Diese Verstärkung des konservativen Elements in Preußen erlaubt nicht die Begünstigung widersprechender Elemente. „Der Bruch zwischen Preußen und den Gothaern ist nahe bevorstehend; ist er in Berlin erfolgt, wird er in Erfurt nicht ausbleiben." — „Kaum wird es den Gothaern möglich sein, sich noch ferner als Partei zu erhalten." — Sie haben keine Fahne mehr demnächst! Die preußische Negierung wird in Erfurt handeln wie in Berlin. DaS ist der Schluß der Revolution. Blitterödorf ist der Ansicht, daß die politische Verfassung der materiellen Reform vorhergehen müsse. „Jede Propaganda vorher führe zum Uebel!" — Man sollte denken, diese Worte ihres gefährlichen Feindes müßten die armen Gothaer zur Besinnung bringen; sie sehen das wachsende Einverständniß im Heerlager der Despotie und Diplomatie! Umsonst. Der Herr schlug sie mit Blindheit und mit Ehrlosigkeit!
In einem Artikel der JXs 17 stellt Blitterödorf folgende Betrachtungen an: „Die neue Verfassung Deutschlands kann nicht ohne Oesterreich und die Königreiche zu Stande gebracht werden. Erfurt ist für sie rechtlich nicht vorhanden. Dadurch spaltet sich Deutschland in zwei Lager. Preußen rüstet für sich, um die ihm angeschlossenen Staaten ganz mit sich zu verschmelzen, die Berliner Verfassung wird der Typus für diese alle sein — die Gothaer kämpfen dafür. So wie sie wirklich für ein Deutschland und nicht für ein Preußen streiten, wird Preußen ihr entschiedenster Gegner sein. Entweder Bruch in Erfurt daher, oder Sieg der deutschen Partei schon in Berlin (ist bereits futsch!). Preußen wird sich auödehnen bis zu den von Oesterreich ic. zu ziehenden Schranken. „Einem spezifischen Preußen- thum kann man in Wien die Hand bieten, selbst bei seiner Vergrößerung, der Gothaer Partei niemals!" — Wehe! Wehe! Euch a men Gothanern! Hier betrogen, dort unmöglich; hier dcsavouirt, dort bedroht. Keine andere Zukunft als Schmach und Vernichtung. — Vergleicht man mit dem heranziehenden Unwetter die gänzliche Besinnungslosigkeit der gelehrten Wichte, so fühlt man unwillkürlich ein tiefes Mitleid mit ihrer Sisyfusmühsal!
Darmstadt, 18. Jan — (Protest der Minderheit der ersten Kammer gegen die Wahl nach Erfurt):
„Die Unterzeichneten müssen fortwährend den Beitritt unseres Groß- Herzogthums zu dem s. g. Dreikönigsbündnisse in Folge der Abstimmung der Stände erster K immer in ihrer 6. Sitzung am 7. Januar nach Art. 24 des neuen Wahlgesetzes , als abgelehnt betrachten.
Selbst unterstellt: daß erste Kammer den Antrag der Majorität ihres für die deutsche Frage erwählten Ausschusses durch einfache Sümmenmehrzahl hätte annehmen können, dem wir jedoch auf das entschiedenste widersprechen, — so müssen dennoch die Unterzeichneten die auf der heutigen Tagesordnung stehende Wahl zum Staatenhaus für eine ungeeignete Voreiligkeit ansehen, weil die Staatöregierung die Anerkennung und Billigung ihrer seither ge, Hanen Schritte den Ständen des Giaßherzogrhums Vorbehalten und der von ihr beantragte definitive Beitritt zum s. g. Drcikönigsbündnifse die Zustimmung der drei Faktoren der Gesetzgebung auf verfassungsmäßigem Wege noch nicht erhalten hat
A. d. G.
enthalten sich die Unterzeichneten jeder Theilnahme an der heutigen Wahl und verwahren sich hierdurch ausdrücklich gegen alle und jede aus derselben zu ziehende Folgerung.
*m Sitzungssaale der ersten Kammer, am 17.
Dr G Strecker aus Mainz. Fcrd. Eberstadt aus Worms. Dieffenbach aus Schlitz. Weis he im er aus Osthofen. Holzmann aus Petterweil. Matthes . Riedermodau." _ (Mainz. Z.)
D armstadt. — Die beiden Kammern sind aufgelöst.
S t ä rr d e s i tz u n g (Vom 22. Januar.)
(S ch l u ß.)
Hr. Henkel begründet hierauf seinen Antrag, betreffend die Anlegung einer Straße von Treysa über Jesberg nach Frankenberg. Der Antrag wird dem Budgetausschusse überwiesen. — Der Landtags- commissar sollicitirl die Proposition, betreffend die Erhöhung der Gehalte der Forstschutzdiener, und verliest einen Erlaß deö Kriegs- minlsteriums gegen Theobalds Interpellation, betreffend die Excesse in Hanau. In diesem wunderbaren Machwerk der heiligen unverletzlichen Militärmacht werden folgende Warnungen, Zurechtweisungen und Lehrsätze aufgestellt, die im Augenblick (Blitterödorf) nach dem Beispiel Preußens in allen deutschen Kleinstaaten austauchen (so in Darmstadt): Die versuchte Interpellation (Versuch zum Hochverrath!) entfalte so viel Unrichtiges und Ungenaues, daß der Kriegsminister einstweilen noch Folgendes erwiedere: Es sei sehr zu beklagen, daß von solcher Stelle aus, der richterlichen Untersuchung und den Anordnungen vorgreifend, gegen Personen und Behörden, ja sogar! gegen ein ganzes Regiment (als hätte sich die Interpellation auf daö ganze Regiment und nicht auf Einzelne bezogen!) Verdächtigungen (Thatsachen, die allgemein bekannt sind, zu referiren, sollen Verdächtigunge l sein!) und Angriffe vorgebracht wären, die die Betreffenden erbittern müßten (also, weil Jemand sich erbittert, soll man die ihn betreffenden Thatsachen verschweigen!) als sie auf unbegründete (ist zu beweisen!) und einseitige (jeder Einzelne ist einseitig, namentlich bei Partei- und Standeszwisten, also auch der Hr. Kriegsminister!) Auffassung der Verhältnisse sich stutzten. Die Untersuchung der Vorfälle im Oktober 1848 sei jetzt erst spruchreif, sie werde ergeben, waS von den Behauptungen des Hrn. Theobald wahr sei. Nach der Rückkehr des 3. Regiments aus Baden seien allerdings Excesse von den Soldaten veruol, allein ebenso Ve.höhnungen und Reibereien von anderer Seite, namentlich gegen die Verwundeten. ES werde nicht widerlegt, ebensowenig wie das Faustrecht und die Lanzenknechte! Die gute Disciplin have weitere Ausschreitungen verhindert. Die Drohung eines Offiziers gegen einen Horndreher sei bestraft durch Ausspruch des Regimenlsgerichts. Die Untersuchung über die Excesse am Christabend, wobei ein Unteroffizier schwer verwundet sei, ist noch nicht beendigt. Dennoch urtheile Theobald einseitig darüber ab, ebenso über den Vorfall mit Lieutenant Schlarbaum. Die Behauptung, eö scheine der Belagerungszustand beabsichtigt zu sein, sei eine schwere Anklage der Militärbehörden, ebenso die Behauptung, daß die Soldaten auS der Hinterthür der Kaserne hervorbrächen und thäten, was sie wollten. Wenn Hr. Cöster bezweifle, daß in der f. g. Theorie den Leuten richtige Begriffe von den Pflichten gegen ihre Mitbürger beigebracht würden, wenn er das Benehmen erncS Ofsi- ziers bewaffneten Mißbrauch der Amtsgewalt nenne, so fehlten für die Verdächtigung und für jene Anklage Begründung. Also seien die Angaben der beiden Herren ungenau, unrichtig und verletzend (doch wahrscheinlich nur für die einzelnen Betreffenden! und das werden hoffenttliy wenig genug sein — oder soll die Lehre vom besonders geehrten exclusiven Militärstaud eine neue Auflage in Kurhessen erhallen, nachdem daS Offizierkorps sich bereits vor 1848 als SlaatSviener und nur alâ Staarsdiener betrachtet und benommen hat? DaS wäre ein Rückschritt hinter 1830!) Schließlich Bedauern über die Art und Weise! Die höchste Erbitterung des Militärs könne folgen! (Ist nicht denkbar! — es wäre das ein Zeichen der sich überstürzenden Reaktion auch bei uns!) — Hr. Theobald: Er habe die Thatsachen nicht selbst mit angesehen, sondern sie nur von allen Seiten erzählen hören. Er habe nicht vorher Zeugen verhören und juristische Beweise vorlegen können. Daß daü Militär es so übel nehme, daß fein Thun und Treiben hier besprochen werde, halte er für durchaus unpassend; was öffentlich geschehe, müsse auch öffentlich besprochen werden dürfen. Er sehe in dem Erlaß nur eine Beschränkung der Redefreiheit. Wenn daS Kriegsuumsterium die Vorwürfe mache, er habe vor Beendigung der Untersuchung Thatsachen unrichtig dargefteUl, so mache eS sich desselben Fehlers schuldig. Dieser Erlaß paße zu dem vorher gestellten Antrag, man wolle an einzelne Mitglieder, und es würde ihn nicht wundern, wenn auch gegen ihn ein Antrag auf Ausschließung gestellt werde. Die Schuld bei den Reibereien in Hanau liege am Militär, es seien Burger lebensgefährlich verwundet worden und er habe als Abgeordneter von Hanau daher diese Interpellation gestellt. Wenn man sage, so Etwas errege Erbitterung unter dem Militär, so möge daS wahr sein, denn wenn die Thaten eines Menschen auf diese Weise charakterisier wurden, so werde dies ihm allerdings verdrießlich sein. Er nehme nicht zuruck, was er gesagt habe. Er weise vorläufig diese Zu-