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fit»» Verfassung eine Eilsache ist. Der König von Preußen wird mit dieser Heöpeitsche für sein Reich eine Verfassung herzustellen wis­sen in der die Volksvertretung nichts, gar nichts bedeutet.

' Mit dieser Verfassung in der Hand wird Seine Majestät vor das Erfurtur Parlament treten, — wenn er ein solches nunmehr, nachdem er durch Ränke und Vorspiegelungen, durch die winkende Prämie eben jenes Parlaments, seine Verfassung zur magna Charta ter Tyrannei gemacht hat, überhaupt noch für nöthig hält. Die Treu- bündler, die ächten Preußen, denen eâ um Vergrößerung der preußi- sch n Macht zu thun ist, werden sich starr an die Principien dieser Verfassung klammern, sie werden jedes Verlassen derselben für einen Verrath an Preußen und seiner Krone erklären. Der Erfurter Reichs-

wird nichts sein als der nachträgliche ConsenS der kleineren Etaaten zu der preußischen absolutistischen Oberherrschaft. Von einem tou- siitulioncllen Deutschland kann also keine Rede sein. Oder sollen etwa die Gagern, Bassermann rc. Opposition machen, sollen sie „hem­mend" der Krone Preußens in den Weg treten? Wohlan! so wird der Erfurter Reichstag aufgelöst, daö Gaukelspiel ist vollendet, die kleinen Staaten treten unter daS Interim, für Preußen steht tue als E i l fache behandelte Verfassung, der des Erfurter Reichstags wegen als Eilsache vom Volke genehmigte Absolutismus als verbrieftes Recht da. Wie einst die Bundesakte, so wird, aber diesmal zur Schmach der sogenannten Volksvertreter, des Constitutionalismus, der preußische Absolutismus die Folge der in den Umständen liegenden Eile sein.

So erfüllt Seine preußische Majestät die Verheißungen an Seine Majestät von Oesterreich: „Er werde Garantien schaffen, daß der Erfurter Reichstag die Revolution nicht aufs Reue hervorrufe." Der verfassungsmäßige Absolutismus Berlins wird auch der Absolutismus Erfurts geben. Mindestens ! mindestens ! Möglich ist es — und Seine Ma­jestät von Preußen rechnet darauf — daß der Erfurter Absolutismus noch einige Procent gründlicher wird. Bei der Gothaer Partei ist Alles möglich I

Deutschland.

15.

△ Gaffel, 21. Jan. — Die Berichte über die Fackelmusik vom ganuar in der „Deutschen Zeitung" und in der „Ober-Postamts»

zeitnng" sind ergötzlich. Dort „wälzt sicho" und „donnert s" im Gegensatz zur Re u h e ssi s ch e n. Hier wird es der Bürgerschaft CasftlS zur Ehre gerechnet, daß sich nur die untersten Volksklassen betheiligt. Diese Herren vom Glacehandschuh haben nicht bloß untere Volksklaffen, sondern auch unterste und allcrunterste u. s. w. Es ist daS wie mit den Gassrnbuben. Ein böses Zeichen, wenn Tausend den untersten Bolksklassen angehören. Die Ehre, nicht dazu zu gehö­ren, ist mit Bauchgrimmen begleitet.

* Kassel, 21 Jan. — Wenn man bedenkt, wie wenig Männer eS gibt, und jemals gegeben hat, die für daS Gemeinwohl ein Opfer zu bringen im Stande sind, so kann man einem solchen seltenen Vo­gel nicht Ehre genug erzeigen. Kassel besitzt einen solchen unvergleich­lichen Phönir. Es ist der „wirkliche" Kaufmann und Druckcrer- besitzer H. Hotop. Welche Opfer hat dieser Mann bereits gebracht im Dienste der Intelligenz und ihrer Verbreitung — Und jedesmal zu Grunde gegangen! — Und jedesmal so zeitgmäß und so passend kalkulirt (geistig natürlich!) und dennoch jedesmal zu Grund gegangen. Undankbare Welt! — Mit dem Laternenanstecker der belletristischen Bummelei, Dingelstedt, und mit seinem Salon begann daS Unheil! Der Laternenanstccker hofrathete durch die weite Welt nach Stuttgart zu „königl. Kebsen und Cottaischen Krebsen" und sein Famulus Oetker brachte die famose Spekulation umS Leben. Inzwischen wurde es immer dunkler im Lande, und H. Hotop beschloß zu Gunsten dieser handgreiflichen Finsterniß ein neues Opfer zu bringen und ein jesui­tisch-reaktionäres Blatt inS Leben zu rufen. Das Kindchen starb bei der Geburt. — Jeyt hielt cs der unvergleichliche Phönix für gerathen, sich aur eigene Füße zu stellen und für den Jndifferenliömus und die Trivialität ein Organ zu schaffen, die Kasseler Blätter. - Man sieht, ter Wntr ist immer auf der Höhe seiner Zeit. Das Organ der Tri- malitat starb an Gedankenleere. - Da kam der Kiavall. Sofort Hotop voran tm revolutionären Fluge mit dem Berfa ssunaSfr e u n d (Redakteur: der Errepublikaner Adam Pfaff). Stirb! an demokiali- tcher Schwindsucht des Redakteurs! - Reue Phönixperiode' Den An- f.ng der Reaktion bezeichnet Hotop S KurheisischeS Volksblatt von Henkel, das endlich Hahndorf zu Grabe gebracht hat. — Der elasti­sche Bannerträger und Opferpriester des Augenblicks hat sofort ein reucé Unternehmen in petto, ein Volksblatt mit Bilderchen so wohlfeil als möglich, unter der Aegide deS löbl. schwarz-weißen Preß, und SprochuntcrdrückungSvcreinS. PinhaS in der Kasselschen suhlt schon eine innige Seelcnvervcrwandtschaft und begrüßt mit „ günstigster Freude" die 7le und 8te Verwandlung des berüchtigten Phönix

Heinrich Hotop. — Der unglücksschwangere Vogel wird nicht verfeh­len, abermals zu Grunde zu gehn, welchem ganzen Spaß wir mit „günstigsten Erwartungen" entgegensehn.

Weisungen, 21. Jan. — Bon circa 600 Urwählern dritter Klasse sind erschienen 20 Mann, die Tuchmacher eines gewissen hie­sigen polizeimännischen Pietisten. DaS war Alles! —

* Darmstadt, 18. Jan. — Die erste Kammer hat glücklich ihre Adresse (während sich die zweite gegen jedeö solche Machwerk erklärte) an Ihren durchlauchtigsten Großherzog angebracht, worauf der­selbe erklärte, daß diese erste Kammer trotz ihrer plebejischen jufam« mensetzung, verglichen mit der früheren, doch ebenfalls eine gar gute Stütze des ThronS fein werde. — Die Sitzung der 2. Kammer vom 17. Jan. brachte die Debatte über den Antrag Müller-Melchi­ors, deö Führers der Linken, betreffend die Verhaftung der Abge­ordneten Mohr, Heldmann, Wittmann und Schmitz. In Gegenwart eines zahlreichen Publikums wogte die Debatte 6 Stun­den hin und her. Die HH. Reh, Riedner und Wernher, Reichöte- legraph, waren natürlich auf Seiten deö Ministers Jaup, doch die Opposition siegte; mit 23 gegen 13 Stimmen wurde die Haft von Mohr, Wittmann und Schmitz als eine LerfaffüngSverletzung deâ Art. 84, die von Heldmann mit 25 gegen 11 Stimmen als Verletzung des Art. 87 erklärt. Mit 23 gegen 13 Stimmen wurde beschlossen, die Gerichte von diesen Beschlüssen in Kenntniß zu setzen. Die Rc- gicrungScommission erklärte diesen Beschluß für einen Eingriff in die Unabhängigkeit der Gerichte. In dieser Si^unß'TTn^Hii’t^^ der Zwischenfall, daß der Kriegsminister mit Pickelhaube, ©tufèT inrtr- Sporcn „angeritten" kam, um die Mainzer Excesse als brave Soldaten» Handlungen darzustellen; Müller - Melchior (aus Mainz) hielt ihm kurz die Thatsachen vor und überreichte ihm schriftliche Beweisstücke, worauf der Kriegsknecht beschämt von dannen zog. — Die erste Kammer schreitet inzwischen rüstig in der deutschen Frage fort, während in der zweiten die betreffende Commission noch mit der Vorlage zögert; — sie hat am 17. Jan. bereits zwei Mitglieder des Staatenhauses nach Erfurt erwählt, zwei hohe StaatSdiener natürlich. Die demokratische Minderheit (4 Mann) enthielt sich der Abstimmung unter Einlegung eines Protestes.

Stuttgart, 17. Jan. — Stuttgart ist eine Residenz! sapienti sat! In Residenzen spielen stets abhängige Hoflieseranten, Hofschrei­ner und Hvfschlosscr die Rolle der Erbärmlichkeit, der Abhängigkeit von Bureaukraten und sonstigem Gesindel. Diese Sorte Gesinnungs­loser heult auch hier dem bekannten Plochinger Erlaß deS Herrn Duvernoy Beifall, der in der feinen Weserzeitung mit seinen 400 zn- sammcngczeteUen Unterschriften (darunter an 140 Staats-und Kirchen­diener (Wurt. BeobZ) bereits zu Tausenden angeschwollcn ist. — Sonst bekümmert sich keine Seele darum.

Frankreich

Parts, 18. Jan. — (Die Unterrichtsfrage.) Am finstern Himmel dieses modernen Babels steigt eine gewitlerschwangcre Wolke nach der andern empor. Das Elend in der Faubourgö wächst auf eine grauenerregende Art. Daö moderne Babel tanzt. Der wan­kende Kredit verschlingt jeden Tag neue Opfer. Babel tanzt und be­sucht die Theater. Jede Stunde bringt neue Kunde von einzelnen Schurkereien der feinen Gesellschaft, Wucher, falschen Bankerotten, Börsenscandal (Fould). — Paris lacht, tanzt und feiert den Carneval. Der Grimm und die Verzweiflung der radikalen Partei in den unter« sten Klassen schöpft aus der Frivolität der Bourgeoisie immer größere Wuth, immer tiefere Rachegelüste. Rur ein Gott wird dereinst durch den Engel der Versöhnung daS Blutgericht der Zukunft verhüten kön­nen. Aber Paris glaubt an keine Gottheit. — Im Augenblick kämpfen die Parteien in der Deputirtenkammer den intellektuellen Kampf über eine Frage, die Frankreich in zwei große Heerlager trennt, in Jesui­ten und in Sozialisten, — — — eS ist die U n terri cht 6frag c. Die provfforis^e Regierung und hauptsächlich ihr Unterrichtöminister Carnol (Dohn des berühmten Kriegsministers der ersten Republik) hatte der Konstituante ein Gesetz über den Zwang zum Elementarunterricht und dessen Unentgeltlichkeit und die Garantie des StaatS für die Stellung der Lehrer vorgelegt. Die Ultramontanen haben früher immer nach her Frcryelt des Unterrichts geschrien, natürlich um ihn in ihren eigne» Kcatten selbst unfrei zu machen, um die Lehren der Schule so sehr zu beschränken, wie nur möglich, mit einem Worte, um Freiheit für die Dummheit zu haben, die Mutter des Aberglaubens. „Die Lehrer d.ö Volkes soll-n politische Heloten werden", schreibt Carnot an einen Lehrer. „Daher jener Kreuzzug gegen die Volkslehrer, zu dem sich alle Gegner der Demokratie zusammenthuu. . DaS letzte Ziel ihrer Wünsche ist, überall den Unterricht der Lehrer auS dem Laicnstande durch den von E o n g r e g a n i st e u (OrdenSgeistlichen, hauptsächlich ' Jesuiten) zu ersetzen, oder wenigstens den Pfarrern bic souveräne Herr-