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einem Amte belassen werden, das sich als Sinecure herausgestellt hat. Ebenso wie der Arbeiter seines Lohnes werth ist, muß der Satz gelten, keinen Lohn für geschäftigen Müssiggang. Der Staat hat das Recht, er hat die Pflicht, jeden, in einer Branche überflüssigen Diener anderweit nach seinen Fähigkeiten zu verwenden. War sein bisheriger Gehalt höher, als der der neuen Stelle etatSmäßig ist, so gehört der Mehrbetrag auf den außerordentlichen Etat.
Man kann zugleich annehmen, daß sich nur hochbetagte Staals- diener aus der Finanzbranche ungern versetzen lassen werden. Die jünger», noch rüstigen und arbeitslustigen Räthe und Assessoren dagegen werden gern einen Dienst aufgeben, in welchem sie sich in keiner angenehmen Berufslage befunden haben. Man bedenke, daß in Kurhessen der Satz: »ber obere Finanzbcamte wird um so tauglicher, je vertrauter er mit dem Detail der unteren Funktionen geworden« niemals zur gehörigen Geltung gekommen ist. Vielmehr sind die Aspiranten auf höhere Stellen stets bei den Oberbehörden als Referendare zugelassen worden und damit von vorn herein dem praktischen Dienste entzogen. Sie sind unbekannt:
1) mit dem Umfang und der Bedeutung der Verwaltungsgegenstände, welche den Unterbehörden obliegen, und wie sie niemals bei den Oberbehörden zum Vorschein kommen.
2) Mit der Behandlung dieser Gegenstände, mit der Geschäftsführung und Eintheilung bei den Unterbehörden.
Aus diesen Umständen folgen natürlich irrige Vorstellungen vom Gang und vom Wesen der Geschäfte, Unklarheit und Neigung zu sachwidrigen, unzweckmäßigen Dispositionen. Auf der Hochschule war davon Nichts zu erlangen. Nur das Berufsleben selbst, der Dienst von der Pike auf, kann zur theoretischen Ausbildung die nothwendigen praktischen Kenntnisse, die Nutzanwendung der Theorie*) auf die Praxis lehren. Diese Uebelstände werden von den Mitgliedern der Finanzkollegien sehr wohl empfunden. Man kann also hoffen, daß sie nicht gegen eine Reorganisation agitiren werden, wenn man vom Ministerium aus die Sache in die Hand nimmt. Sie selbst aber möchten zu Vorschlägen darüber nicht gerade sehr geeignet sein. * * *
♦) Wenn sie überhaupt vorhanden ist. Die Red.
Trauungen^ Veburts- und Todesfälle in Kassel.
(Vom 11. bis zum 17. Januar 1850.)
Verehelichte. Johann ®torg Bertermann, Sergeant im 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst), mit Caroline Louise Urf. — Heinrich ChristianMedrich Herdorg,
Trompeter in der Artillerie-Brigade, mit Henriette Clewitz. — Jacob Rüppel, B. und Schuhmachermeister, mit Johanne Marie Christiane Frede.
Gcborne. Mariane, des Lokomotivführers bei der Friedrich-Wilhelmâ-Rort- bahn, Otto Philipp Diersch, T. — Joh. Andreas Adam, des Beisitzers und Fruchtmaklers, Wilhelm Bornkessel, S. — Henriette Elise Auguste, des B. und Schmiedemeisters, Justus Riese, T. — Marthe Elisabeth, des B. und Blechschmiedemeisters, Johann Adam Lejeune, T. — Marthe Ottilie Christine, unehel. — Iohannes, des Scribenten, Adam Rosenkranz, aus Niederhülsa, Amts Raboldshausen, S. — Heinrich, des Beis. und Fabrikarbeiters in der Henschel'schen Fabrik, Johannes Wenderoth, aus Dornhagen, Landgerichts Kassel, S. — Anne Elisabeth, des Beisitzers und Bleichers, Christoph Schonen, aus Hcrsfeld, T. — Marie Kunigunde, des Beisitzers und Lackircrè, Wilhelm Friedrich Constantius Hahn, T. — Wilhelmine Christine Auguste, des B. und Schuhmachermeisters, George Rudolph, T. — Georg Friedrich Wilhelm Eduard, des B. und Fabrikanten, Johann Wilhelm Jacob Ruhl, S. — Johann Carl Gottfried, des Beisitzers und Packers bei der Friedrich - Wilhelms- Nordbahn, Johannes Alexander, S. — Marie, unehel. — Anne Ulrike Auguste, des Landgestütewärterè, Conrad Laudert, aus Hümme, Verwalt.-Amteè Hofgeismar, T. — Anne Catharine, des B. und Schreinermeisters, Georg Jean Daniel Lüken, T. — Josephine Mathilde, des Reallehrers, Johann August Marrin Janson, T. — Georg Friedrich Ferdinand, des Beisitzers und Aufwärters, August Weber, S. — Marthe Elisabeth, des Beisitzers und Schuhmachers, Johann Georg Becker, T. — Amalie Elisabeth Anne Josephe, des Stadtbaumeisters, I. Georg Rudolph T. — Anlon Joseph, unehel.
Gestorbene. Anne Christine, des B. und Zimmermeisters, Andreas Schacht, Ehefrau, geb. Haucand, alt 25 I. 8 M. 4 T. — Anne Marie, des B. und Wagnermeisters, Gottlieb Friedrich Wenzel, Ehefrau, geb. Gruneberg, alt 43 I. 9 M. 18 T. — Christian Stolle, aus Wetterburg, im Fürstenthum Waldeck, Ackerknecht zu Philippinenhof, alt angeblich 57 I. — Johann Heinrich Nennstiel, B. und Schuhmachermeister, alt 47 J. 6 M. 20 T. — Anne Catharine, des Beisitzers und Mühlentreibers, Johannes Brandau, aus Walburg, Amts Lichtenau, T., alt 7 I. II M. 16 T. — Marie Regine Sophie, des Bürgers u. Schreiners, Friedrich Presson, T., alt 3 I 10 M. 18 T. — Ernst Christoph, des Lehrers an der hiesigen Mädchen-Freischule, Heinrich Wiegand, S., alt 2 M. 18 T. — Carl Zollmann, Bäckergeselle, aus Friedrichsfeld, Amt Carlshafen, alt angeblich 17 I., im Landkrankenhause. — August Reinhardt , Umersuchungsgefangener, aus Braunschweig, alt angeblich 41 I., im Landkrankenhause. — Conrad Hildebrand, Bürger und Metzgermeister, alt 28 I. 8 M. 12. — Jacob Becker, Beisitzer und Tagelöhner, alt 37 I. I M. I T. — Dr. Carl Gerber, früher Kreissecrelar, alt 57 J. 3 M. 10 T. — Philipp Debus, B. und Maurermeister, alt 78 I. 5 M. 9 T. — Marie Gertrude, des Schneiders, Jacob Haas, Wittwe, geb. Winkel, alt 50 I. 11 M. — Marie Elisabeth, des B. und Leinewebers, Johannes Heckeroth, Wittwe, geb. Eckel, alt 69 I. 9 M. 20 T. — Barbara, des Bedienten, Georg Trieschmann, Wittwe, geb. Hachenberg, alt circa 77 I. — Ein stodtgeb.) unehel. Mädchen. — Catharine Elisabeth Feige, aus Frankershausen, alt 44 J.
Ernennungen re.
Dem zum Gehülfen und Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Residenzstadt Kassel gewählten Polizei-Borstande Carl Ludwig Henkel ist die landesherrliche Bestätigung ertheilt worden.
Dekann t m a ch u n g e n.
(Zs) Künstliche Zähne werden zu billigen Preisen eingesetzt von
H. Lnckhardt, Prtdjslmneifler, am alten Wilhelmehöder Thore, ehemalige Pförtnerwohnung.
(83) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß außer einem Lager in allen Sorten | und A breiten feinen, als ordinären gebleichten Hausmacherlei neu, auch stets ein Lager in £, £ und | breiten ungebleichten, als gebleichten Leinen, sowohl in feiner, als ordinärer Waare halte.
(67) Frische englische Austern bei Gg. Adolph, am Königsplatz Nr. 226.
(33) ttzuts-Nc rkauf. "
In der Gemarkung von Kassel, dickt bei der Stadt, ist ein Landgut, was sich besonders zur Milchwirthschaft, sowie zur Anlegung eines Felseickellerè eignet, in einzelnen Parzellen oder auch im Ganzen zu verkaufen. Dasselbe hält chca 30 Acker Land vorzüglicher Qualität, ein Wohnhaus mit 2 Salons, 22 Piecen, 4 Küchen, einem großen Keller mit 3 Abtheilungen unt> circa 8 Acker Garten und Park, sowie ein zweites Wohnhaus mit 5 Piecen, Küche, Keller, Stallung und circa ‘2 Acker Garten.
b ^Bl^^ QU^ p^vbeie Briefe in der Expedition
Photographische Portraits sowohl auf Metall wie auf Papier werden täglich in unserm Atelier am Ständeplatz Nr. 393 von 9 udr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags nach Tage vorder geschehener Anmeldung angeferugt.
Probebilder sind daselbst zur Ansicht ausgestellt.
L Bennpagte, F. Kluth,
(5b)__ Photograph. ___ Portraitmaler.
(70) In der Carlshaferstraße Nr.ssisz^ stehen zwei schwere fette Schweine zu verkaufen.
l^ In dir. 265 der Kölnischen Stlchße, 3te Etage, werden mit dem 1. Februar 2 heizbare möblirte Zimmer vakant.
Marburg, den 19. Januar 1850.
Georg Bücking secl. Wittwe,
Vorstadt Weidenvausen Nr. 634.
(86) In der unteren Johannesstraße Nr. 363 ein Loden, zwei Stuben, Küche und mehrere Kammern, nebst Keller, für jedes Geschäft passend.
(82) Ein gebildetes Frauenzimmer, welches schon mehrere Jahre in sehr ausgedehnten Geschäften en detail condirionirt hat, wünscht ihre gegenwärtige Stellung auf Ostern zu verändern. Nähere Auskunft ertheilt Herr Buchbinder Rosenstein in der untern Enten- gaffe.
(87) Bestellungen auffrischgcdüugtes Kartoffcl- rand zur diesjährigen Benutzung werden bis zum 1. Februar angenommen bei
A. Wallach y. d. Holläud. Thore.
(88) Vor dem Holländischen Thore Nr. 37 zwei sehr freundliche geräumige Wohnungen, welche nach Gefallen der Miether neu eingerichtet und noch wo r ©flern bezogen werden können. .
^ Gesunden.
^ °bern Kastrnenstraße (Schäfergaffe) ein tu ssel, abzuholen gegen die Jnsertionsgebühr in der Expedition d. Bl.
^1 „.^?.™ ^^ Luck Hardt bezeuge ich hierdurch, daß daii ich im so vorzüglich eingesetzt hat, mirJv 1 Etâ bin, mein Geschäft als Waldhornist 1 olle Unbequemlichkeit zu betreiben.
Wiegemesser, Hautboist.
(91) Weinen nahe vor dem Holländischen Thor an der Chaussee gelegenen ’/2 Acker großer Garten, zu einer Baustelle geeignet, beabsichtige ich auè freier Hand zu verkaufen.
C. Wetzell, Wittwe. Holländisches Thor 9it, 41.
(02) Zu miethen gesucht.
Zu Ostern d. J. ein Bursch, der mit der Gärtnerei bekannt ist und sich allen häuslichen Arbeiten unterzieht. Wo? sagt die Expedition d. Bl.
Theater-Repertoire.
Dienstag, 22. Jan.: Das Glas Wasser, oder Ursachen und. Wirkungen. 8uft|pjn 5 A. nach Scribc von Alexander Coân ar.
Mittwoch, 23. Jan.: Vierte, Abonnements-fcon- zert der Mitglieder des Hof-Orchesters.
Donnerstag, 2-1. Jan.: Ale MronLiamante». Komische Oper in 3 A, von Scribc und St. Georges. Musik von Auber.
Sonnabend, 26. Jan.: Deborah. Volke schaufpicl im 4 A. von S. H, Mosenthal.
Sonntag, 27. Jan.: Zampa, oder: Pic Marmor- braut. Romantische Oper mit. Tanz in 3 Ausz. nach dem Französischen. Musik von Herold.
Kassel, Verantwortliche Herausgeber: H. Heise n. Dr. Kellner, — Druck der Estienne'schen Vuchdruckerei,