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tie Uncrfchütterkichkcit ihres Charakters, selbst Fürstenthronen und Kronen gegenüber. Ehrlose Feigheit, nichtswürdiger Jesuitismus. Um die Probe auf ihre Courage nicht bestehen zu müssen, erklären sie ihr Princip für unreif, um das Vertrauen zu ihrem ehrlichen König nicht für „hündischen Sclavendienst" erklären zu müssen, ver- dämmen, verrathen sie die Grundsätze, an denen sie seit Jahren mit «llen Fibern ihr.'s Leibes sich angeklammert haben. „Die Verfassung ist gut! die Verfass ng ist gut!"
v Aber: „Nein, .rein, nein!" ruft jetzt abermals die siegestrunkene, durch Profcssorcnfeigheit übermüthig gemachte Erbweisheit, die von Gott iuspirirte Krone — — und donnernd und krachend ftür;t ihr Gefolge, stürzen Adel und Pairs, stürzt die ganze Schaar der ab- solutistischcn Ritter in die Bresche der konstitutionellen Burg. „Nein, nein, nein!" ruft die Majestät, die angebetete, ehrliche, — „diese ton mir oktrvyirte, wenn auch von dem konstitutionellen Vollblut re- vidirte Verfassung ist nicht gut, sie ist abermals nur aus Noth, auS Angst vor der Revolution gegeben, sie ist abermals nur ein strategisches Manöver, das ihr nicht begriffen habt, das ihr aber als getreue Volksvertreter hättet begreifen, in dessen Sinne ihr hättet weiter ope- nrcn müssen, sie vernichtet meinen Adel, die Stützen meines Throns, sie bietet zu viel Garantien für den Glanz der Volksvertreter, aber zu wenig für den Glanz meiner Krone, sie gibt mich in verzweifelter Einsamkeit Wind und Wellen der Revolution preis, die Verfassung ist nicht gut, das konstitutionelle Princip muß eine zweite Läuterung, eine zweite Verbesserung durch meine inspirirte Erbweisheit erfahren!"
DaS ist der einfache, bündige Inhalt der königlichen Botschaft vom 7. Januar. Sie ist die jubelnde Antwort auf die gutmüthigen Falstaffs, sie ist der raffelnde Choc auf den vertrauenden, gläubigen ConstitutionaliSmus, auf die retirirende Feigheit, auf das Vollblut, das, ohne alle Beimischung der ausgcstvßcnen Demokraten, zur Sicherstillung seines Princips mit dem König die Contrerevolution zu sanktioniren gekommen war. Hier gibt eS keinen Zweifel, keine Lüge mehr, hier gibt es keinen Vorwand mehr, als gälte es noch immer der Beseitigung der unreinen Elemente der Revolution, das Schlachtfeld ist klar und deutlich, die Aufstellung der königlichen Armee verdeckt den Schlachtplan nicht mehr, es gilt nicht mehr den Auswuch en der Revolution', cs gilt der Revolution überhaupt, dem ConstttutionalikmuS.
Und daS ist die Sottise, die Impertinenz, die brutale Verachtung gegen dw preußische Volksvertretung, daß die ehrliche Majestät dem konstitutionellen Vollblut sogar einen Vorwurf daraus macht, daß es den Wink Seiner Majestät nicht begriffen, auf die leise Andeutung richt sofort sich selbst erdrosselt, seine Ehre, sein Princip zu den Fußen deö Königs nudergelegt habe, daß eS Seine Majestät gezwungen habe, abermals oktroyiren zu müssen, während Sie hatte erwarten können, daS Vollblut werde Ihr diesen Henkcrdicnst in aller Dcmuih und Ehrfurcht abzunehmen wissen. Mit dieser Zumulhung erklärt die Erbweisheil die konstitutionelle Partei für absolut ehrlos, niederträchtige für ehrloser und gemeiner als die gemeinste Dirne, die um Lohn ihren Leib preisgibt.
Und nun? — Die Bravour und Taktik der konstitutionellen Partei wird sich im folgenden Kapitel offenbaren.
Deutschland.
Sßfsct, 20. ^an. Alâ Antwort auf die Abmahnung zur Wahl, hat der Hanauer Staalsdicner- und Hoflieferantenverein, genannt politischer Heroin — eine haarsträubende Aufforderung zur Wahlbttheiügvng erlassen. Darin finden sich folgende klassische Stel- wn: ,'^edeè Ding muß einen Anfang haben! — Sind Dölfer und r^natt ^ ârtt? - (urbs Roma re. - Schuleunne-
9‘ Sumpfe und Wälder des alten Deutschlands mit
e nem Schlage in fruchtbare Felder verwandelt? — Ist den Flüssen M einer Nacht der Lauf durch Dämme vorgezeichnet? - T ferner unter Euch seine Werkzeuge, sein Acker und Hausgerä? k was er beicht, und wenn es noch so »venia ®
Quellen Augenblick erworben? Haben Krieg undNoch Zt'oK $Iu$e zertrummet, was mit Fleiß und Ausdauer erworben war? Hat nicht oft verbrecherische Hand Euch um den Lohn saure Mü^ bn gebracht? - Habt Ihr nicht oft geirrt, und eine har Arbeit von vorn angefangen, ehe Ihr das Rechte, Wahre, für Geschäft u n Hauswesen Nützliche erfunden?! - Und so wie jedem Dinge so wie jedem Einzelnen, so geht es dem deutschen Volke; ein Anfâna ist ihm gegeben " 8
Die Kasselsche Zeitung ist außer sich vor Vergnügen, drei Herren „Von" unter kielem Aufruf zu finden. Und solche Männer, solche HH. von Bischoffshausen, von Carlshausen und von
Lhauscn sollten Unrecht haben? Nein, Hr. Pinhas, diese Autoritäten entscheiden vollkommen. Die Demokraten sind geschlagen, total ruinirt. Hanau wird Buße thun in Sack und Asche.
^Kassel, 21. Jan. — Abermals Sieg der Neuhessen. Die gesicherten Wahlmänner sind gesichert, d. h. gewählt. Zwei Männer aus der Familie Gundlach und ein Herr Lamprecht von Bettenhausen sind von den Landhöchstbesteuerten gesichert. Die Mittclbesteuer- ten haben wieder eine Doppelwahl gesichert, einen derer Gundlach's (Gundlach bei Kassel auf der Meierei) und außerdem den Aktuar Burchardt. — Die armen Gequälten! Der Vorrath ist so gering!
-f Marburg, 20. Jan. — Der Herr Professor Thiersch hat seine Professur' nicdergclegt, und predigt sonntäglich über seine neue Religion, den I r v i n g i a n i ö m u s, und gegen alle bestehenden, die er für gänzlich ungenügend erklärt. Die theologische Fakultät ist in Verzweiflung mit sammt dem Consistorium. Ehren-Vilmar bemerkt mit Entsetzen, daß dieser Concurrent ihm leicht die Gemüther „der Gläubigen" abtrünnig machen könnte. Wir werden einen hitzigen Kampf entbrennen sehen.
^tHn&ftfl, 20. Jan. — Am Uten beschloß der hiesige dcino- kratische Verein,' sich an der Wahl zum F estungSp ar lamcn t nicht zu betheiligen. In Folge dieses Beschlusses wählten am lOten von circa 500 Wählern 29. Viele Landgemeinden der Umgegend haben gar nicht gewählt, nachdem sie den Rechenschaftsbericht der Linken und den Aufruf der Hornisse gelesen haben. — Hier suchten die Stadt- diener zur Wahl zu locken durch die Einladung zu einer Stadt- r athöw a hl Umsonst. Am 18. Januar machte der reaktionäre Bürgermeister den letzten verzweifelten Versuch, das „Lumpenpack" zur Wahl zu forciren; er ließ jeden Wähler nochmals bei 10 Thlr. Strafe zu einem neuen Wahltermin vorladen. Abermals vergebens! Erkennt Hr. StaatSrath Eberhard endlich die Verwerflichkeit seines Erlasses über Wahlpflicht an den Resultaten, die er mit sich bringt. Die Bürgermeister interpretiren ganz richtig; eö war vorauSzusehen.
Eschnvc^e, 18. Jan. — Die Wahl der Mindestbesteuercen ist dünn genug ausgefallen. Steuerbeamte, Rentereibeamte und die Bür- gervereinler zu Ehren ihres Pfaffen Lieberknecht waren die Hauptwähler. Dieser bewußte Herr, der im Mä!z 1848 im Volksverein ausrief: „ich bin ein Mann auS dem Volke!" kümmert sich jetzt blitzwenig um ' besagtes Volk. Seit dem Auftauchen der Kaiserfrage zog er sich mit seinen Anhängern in einen geschlossenen Bürgcroerein zurück, wo seine erste Heldenthat darin bestand, eine Petition für den König von Preußen nach Frankfurt zu fabciziren. Dazu war der Volksoerein zu demokratisch. Zum Landtag ward der geistliche Demagog hauptsächlich auS dem gewichtigen Grund geschickt, damit sich Eschwege die Ehre rette, d. h. damit endlich einmal ein geborneS Eschweger Kind in der Ständekammer sitze. Rücksicht auf Fähigkeiten und dergleichen Lumpereien kommen nicht in Betracht.
J So« der Weser, 20. Jan. — (Neuester Text des S'and- rcchtsücdchcnö der Neuhessischen Nr. 28.) Einige zu der s. g. konstitutionellen Faktion gehörende Ortsbürgermcisier haben sich erlaubt, ihr amtliches Ansehen zur Täuschung ihrer Mitbürger zu benutzen und haben sich nicht gescheut — — offenbare Lügen zu verbreiten. Der Eine schwatzte den Wahlberechtigten vor: Wenn ihr nicht hier wählen wollt, müßt ihr nach Hofgeismar zur Wahl! Ein Anderer rief: Leute, kommt her und wählet, sonst verliert ihr euer Wahlrecht für Euer ganzes Lebelang!!! Beamte, darunter auch Ehren-Geistlichkeit, gingen „mit Gott, für Erfurt und Preßverein" fechten und „preßten" Wähler!! Eine Volksversammlung zur Besprechung der Wahlfrage wäre fast durch die Machinationen gegnerischer Seite verhindert worden — ein Eingriff in die Ausübung des gesetzlichen Versammlungsrechts!!!
Wir wollen hier die Frage nicht weiter prüfen, in wie weit die Dbrigkeil des Landes solchen Täuschungen ruhig zuschen darf, resp, ihnen amtlich entgegenzutreten berechtigt und verpflichtet ist. Jedenfalls gehört aber auf eine politische Faklion, welche daS Volk in dieser entwürdigenden Weise zu behandeln und mit solchen Mitteln zu hintergehen wagt, sowie über die neuhessische Preßvereins-„Männin", die für solche Streiche „das erforderliche Personal" — natürlich mit Haar« scharfgcscbliffeukn Schwertern — und „ die nöthigen Mittel" aufbic- ten will, ein lautes Pfui! Dennoch haben nur Wenige gewählt. Das Genauere folgt.
! Berlin, 19. Jan. — Herr Camphausen war bei Sr. Majestät — und höchst befriedigt kehrten Se. Ex-Ercellcnz unter ihre Freunde zurück, unter die Blosssten. Aber was sie verhandelt im verschwiegenen Gemache des Königs, darf Niemand wissen. Ich glaube, eS wird Jedermann kein großes Verlangen danach tragen, weil eS Jeder ahnen kann, — eS war Nichts! Nichts! — Und beim Alten bleibtS mit dem Jammer der Gothaer hier und im Gagern'schen Organ in Frankfurt; die Verständigung im Interim wird immer lebhafter, und