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Ernennungen re.

Der Premierlicutenant von Marschall vom Leibgarde-Regiment ist zum Haupt­mann und Compagnie.Chef im I. Infanterie-Regiment (Kurfürst) und der Second- lieutenant Engelhardt vom Leibgarde-Regiment zum Premierlieutenant in demselben ernannt. Der Obergerichtèrath Johann Baptist Horn von Fulda ist in gleicher Eigenschaft zum Obergericht in Rotenburg und der Obergerichtsrath Wilhelm Ger­lach von Rotenburg in gleicher Eigenschaft zum Obergericht in Fulda versetzt; ferner

ist der Universitäts-Syndikus Wilhelm Kehr in Marburg zum Justizbeamten in Nentershausen ernannt. Der zu der erledigten Pfarrei Obervellmar präsentste außerordentliche Pfarrer Philipp Ludwig Werner aus Wabern ist bestätigt und der Sekretär bei der Landesbibliothek zu Kassel, Dr. Schubart, zugleich zum zweiten Bibliothekar und Mitgliede der Direktion der Landesbibliothek ernannt. Auf den Antrag des Herrn Fürsten von Thurn und Taxis ist die vom Postmeister Dr. Wit­ting zu Morschen nachgesuchie Dienstentlassung ertheilt.

K e k a n n t m a ch u n g e n.

^) Aufforderung

zu einem gesellschaftlichen Verein

der gcgknsritigtn Hülfe im Lebensunterhalt

und

in der Aildung.

Allen wahrheitsliebenden und denkend-n Männern Deutschlands ist schon längst das Bedürfniß einer kräf- , tigen Abhülfe der allgemein eingewurzelten Noth, die mehr oder weniger alle Gewerbstände drückt, und das Er- sorderniß gemeinnütziger und allgemeiner Bildung, welche bisher den nolhleidenden Erwerbständen abgeschnitten blieb, zu dringend uud nothwendig geworden, als daß sie nicht, besonders in der letztenZeit, wo dasMißverhälmiß des Erwerbs und der Bildung immer mehr um sich greift und die gesellschaftlichen Bande trennt, kräftig da­ran arbeiten sollten, Mittel uud Wege zu finden, wo­durch Gemeinsinn und Gemeinwohl erweckt werden, und alle Erwerbstände sich besser und sicherer untereinander in ihrem Unterhalt und in ihrer Bildung helfen werden und wodurch allmählich Deutschlands Handel, Industrie und Gewerbe im Einzelnen wie im Großeu sich heben, und gedeihen können. Demi nur ein solches Zusammen- streben aller Erwerbfi ände, wenn die edle und große Absicht der gegenseitigen Hülfe in materieller und mo: rauster Beziehung zu Grunde liegt, und wenn diese Absicht in praktischer und strenger Ausführung sich be- währt, kann und wird mit der Zeit allgemeinen Wohl­stand befördern, und allgemeine Bildung bewirken.

Ueberfluß und Noth sind aber die größten Feinde des Gemeinwohls, wenn nicht die Bemittelten und Un­bemittelten sich nach und nach näher aneinander anschlic- ßiN. Dadurch kann nur das aus beiden Ertremen her- vyrgehende Mißverhältniß bekämpft werden, dadurch können nur für alle Erwerbsstände Wohlstand und Bil­dung allgemeiner und zusammenwirkender werden, da- durch kann nur das deutsche Volk von Innen heraus Und nach Außen hin mehr Kraft und Würde erlangen. Unter dieser Bildung verstehn wir, außer der Verbrei- tung gemeinnütziger Kenntnisse auch noch die wahre sittliche starke und Veredlung, wodurch die Gesinnnung der Gerechtigke. , der Wahrheit und der Ehrenhaftig­keit in der menschlichen Gesellschaft mehr Kraft und Le­ben gewinnen werden, wodurch Thätigkeit und Mäßi- gung, in Verbindung mit Gemeinfinn und Meiâenlie- lm Großen die leitenden Grundsätze aller Erwerbsstände werden.

Durch so ernste Betrachtungen bewogen, haben sich schon in der Mitte des Jahres 1849 Spanner aus ver­schiedenen Landern Deutschlands vereint und aemifie Grundsätze fcstgestellt, worauf dieser gesellschaftliche Ver­ein zum Zweck der gewerblichen Hülfe im Lebcnsunter- ^alt foTOie in der gemeinnützigen und sittlichen Bildung gegründet <fb unb in Folge dessen sind schon seit ohn- gesähr der Mitte des Jahres 1849 verschiedene Ver- ia' es ist schon in Cassel V-« n für die schon bestehenden hinzukommen werden,

W sich stützen, niedergelem. In dielen ^"e"^ ihre Grundsätze und die damit eng verbundenen WervNick lungen genauer bestätigt. Die Mitglieder Habeck schon fest zu einer vertragsmäßigen Gegenseitig N Hülfe in ihren verschiedenen Erwerbszweigen und n der Beförderung gemeinnütziger Bildung und Belehrung un tereinander verpflichtet. Die Grundsäte dieser a mein- schaftlichen Vereine sind folgende: 8 nf n" 1) Gegenseitige Hülfe unter den verschiedenen Er­werbszweigen, so daß jedes Mitglied eines sol- cl en Vereins sich fest verpflichtet, nur bei Mit­gliedern des Berens arbeiten oder kaufen zu

.lai ch Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. Druck der Estieune'schen Buchdruckerei.

lassen, ohne Ausnahme der Geschäfte, mag es die Anfertigung einer Arbeit aus dem Hand- werksstande, oder die Besorgung eines Gegen­standes der Kunst, oder den Einkauf eines ro­hen Produktes, oder einer verfertigten Waare, oder endlich die Beschäftigung eines wissenschaft­lichen Betriebs fein.

2) Monatlich wird von jedem Mitgliede eine ge­wisse Beisteuer gegeben und der ganze jährliche Betrag wird zu Arbeitsunternehmungen und Ar- beitèunterstützungen verwandt, sowie zu andern gemeinnützigen Vortheilen, die jedem Mitglieds zum Nutzen gereichen werden.

3) Die Gesellschaft garantirt allen Mitgliedern, die arbeitsunfähig werden, eine lebenslängliche Unter­stützung.

4) Die Mitglicdee des Vereins müssen selbstständige Männer sein, d. h. sie müssen ihr eignes Geschäft haben, weil nur dadurch dem Verein Geld- und Arbeitsquellen geöffnet werden. Bei späterhin genügendem Capual werden Arbeiter als Mit­glieder ausgenommen,

5) Die Wittwe eines verstorbenen Mitgliedes im Ver­ein hat, so lange sie lebt, denselben rechtmäßigen Antheil an dem jährlichen Ertrag des Vereins, wie ihr verstorbener Mann ihn hatte, ohne daß sie von dem Augenblicke des Verscheidens ihres Mannes imGeringsten weiter beizusteuern braucht.

Wir fordern nun Alle auf, sich uns anzuschließen, wo es auch immer in Deutschland sei, und das so bald wie möglich; denn durch diesen Anschluß verschiedener Vereine in Deutschland aneinander können nur der Han­del und die Industrie sich immer mehr zum allgemeinen Wohl aller Erwerbstände herausstellen; und daraus können nur überall kräftig und gedeihlich Gemeinsinn und Gemeinwohl emporreifen, ja barin liegen die Keime des allgemeinen Wohlstandes, der sittlichen Bildung, der größten Würde, der größten Stärke eines Volkes. Möge jede Stadt und jeder Ort in Deutschland diesem großen Werke sich anschließen, da ja Millionen Arbei­ter aller Geweröestände nur durch solche yülfreiche Ber­einigung immerwährend thätige Beschäftigung finden, und da Deutschlands Handel und Industrie nur dadurch einen sichern Eimggngepunkc erhalten. Helfet Euch unter einander in Eurer Levensexislenz, und Euch ist geholfen. Arbeitet eifrig für Euch selbst und für die Gesellschaft im Ganzen, und verpflichtet Euch dazu ge­meinschaftlich; ja bildet und belehrt Euch untereinan­der, und es kann Euch nur gut gehen. Die gesellschaft­liche Hülfe dieses Vereins nur kann Euch zu diesem großen Ziele führen; wenn Ihr daher ihm Eure Kräfte opfert, so wird er Euch helfen und unterstützen für Le­benszeit.

Wir empfehlen diese Aufforderung allen Blät­tern Deutschlands, und bitten dieselbe so bald als möglich zu verbreiten. Alle, die sich diesem Vereine anschließen wollen, haben sich unter der Adresse:An den Central-Verein der Lebenögesellschaft zu Kassel", Nr. 1G1 der Iakobostraße, zu wenden. Briefe müssen vorerst franklit werden.

(L0) So eben erschien und ist bei I. C. I. öiaabè it. Comp. in Kassel, Steinweg Nr.

190 zu haben:

Temme.

Kein leben und sein Hochvcrrathsprozcß. Mit und nach Aktenstücke» von Friedrich Steinmann.

Mein Sieben ist bem Polke gewidmet. Für das Volk werde ich kämpfen und mit ihm siegen ober fallen."

Berlin, Verlag von Friedr. Gerhard. 8. br. Preis 15 Sgr.

Inhalt: Einleitung. Lebensabriß. Temme als Volkserzähler und Romandichter. Temme als juridischer Schriftsteller, besonders als Kriminalist. Temme als Abgeordneter in der preußischen Natio­nalversammlung und als Mitglied des deutschen Par­laments zu Frankfurt und Stuttgart. Temme's erste Haft und der Prozeß wider ihn alsSteuer­verweigerer". Temme zum zweiten Mal im Ker­ker, des Hochverraths beschuldigt.

^5) Unter Zusicherun.g bedeutender Vortheile wird an thätige Geschäftsleute der Commissions-Verkauf eines leicht gangba­ren Artikels zu übertragen gesucht. Anerbie­tungen franco unter ß <$* JK poste re­stante Main z.

(61) In der oberen Königsstraße Nr. 190 ist ein neues Hackebrett zu verleihen.

(74) Zu vermietheil.

In der untern Jakobsstraße Nr. 279, drei Treppen hoch, eine Stube mit Möbeln.

aFür Auswanderer

Von den Herren F. J. Wichelhau- se» & Comp., Schiffseigenthümcr und Befrachter in Bremen, welche auch dieses Jahr wieder eine Anzahl schöner großer dreimastiger Schiffe nach allen Häfen Nord- amcrlka's befördern und jeden NeMMn hinsichtlich der Behandlung und Beköstigung auf ihren Schiffen, so wie bisher, vollkommen zufrieden stellen, bin ich fort­während bevollmächtigt, billige Contracte zur Ucbersahrt abzuschließen.

Die neuen Schiffslisten liegen bei mir zur Einficht vor und zu jeder weitern Auskunfts-Ertheilung bin ich mit Vergnügen bereit.

Friedr. Aacho^

(81) am Köllnischenihor. Nr. 51, Todtenhofweg.

(82) Ein gebildetes Frauenzimmer, welches schon meh­rere Jahre in sehr ausgedehnten Geschäften en detail conbitionirt hat, wünscht ihre gegenwärtige Stellung auf Ostern zu verändern. Nähere Auskunft ertheilt Herr Buchbinder Rosenstein in der untern Enten- gasse.___________________________________________________________>

(83) Gesunden.

Ein französisches Lesebuch, abzuholen gegen die Ein- rückungègebühr Schloßstr. Nr. 318.

Eine Säbelscheide von Leder.

(84) Bei Friedr. Gerhard in Berlin ist erschienen und in Kassel, Steinweg Nr. 190, bei I. C. I. Naabe zu haben: Nöthe D riefe an sch warz-w eiste

Staatsmänner.

Von Zcrckai ias.

Nr. 1. An von Arnim-Doitzcnburg.

8. geh. Preis 2| Sgr.

Theater-Repertoire.

Sonntag, 20. Jan. Der Löwe von Aurdifian. Romantisches Schauspiel mit Lanz in 5 Acten nach W. Scott von Auffenberg, Musik von Strauß.