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wandt hatten. Man hat im Anfang dem Ministerium Eberhard daraus ein Berdienst machen wollen, aber zwei Umstände zeigen klar und deutlich, daß der obige angeführte Grund der einzige ist, der die Suspension herbeigeführt haben muß. Der eine Umstand ist der, daß man sich weigerte, den Kollekteuren ihre Kautionen zurückzuzahlen. Also dachte man doch an die Wiedereröffnung dieser unmoralischen Anstalt, die noch dazu in Kassel eine Unterstützungsgueüe deS Waisenhauses war. Doppelt schmählich! Um arme Waisen zu erhalten, entsittlichte man das Volk, man schuf Waisen, um Waisen verpflegen zu können. Solche Schöpfungen verdankt man der Unmoralität der alten^Mvnarckie, die keine Pflicht des Staats anerkennt, für die Unterstützung der Waisen und Wittwen sorgen zu müssen, und durch Begünstigung des Lasters und der Gemeinheit ihre eigne Pflichtvergessen- Heit gut zu machen suchte.
Der zweite Umstand, der schlagend bewcis't, daß die hiesige Lotterie nicht aus Princip, nicht aus Abscheu vor diesem entsittlichenden Institut suspendirt wurde, ist der, daß man daS Spielen fremder Lotterien, namentlich der Frankfurter Stadtlotterie, nicht blos duldet, sondern geradezu gestattet. Abgesehen von der erbärmlichen Princip- losigkeit eines solchen Verfahrens, abgesehen von der unmoralischen Begünstigung unmoralischer Handlungen ist selbst in rein finanzieller Hinsicht diese gesetzgeberische Willkür auf daS Entschiedenste zu bekämpfen. Was sind das für finanzielle Grundsätze, nach denen man das Geld ohne Weiteres aus dem Lande drängt, indem man von allen Seiten Werbungen für Lotterien zuläßt? — Fortwährend ertheilen die Verwaltungsämter Conzesfioncn zum LooSanbringen gegen den lumpigen Stempelbetrag von 1 Thlr. 24 Sgr. und jagen damit jene 25 pCt., auf welchen die Lottcrieaktionaire ihre wucherische Erndte ziehe», aus unserm armen Ländchen, dessen finanzielle Schwindsucht mit unserem Papier zusehends zunimmt! Warum folgt unsere Regierung, wenn sie doch einmal der Unmoralität deS Spielens Vorschub leisten will, nicht auch hierin dem Beispiel Preußens, daS man doch sonst so gerne nachäfft? Es erlaubt nur seine Lotterie in seinen Staaten, alle andern sind bei strengen Strafen untersagt; und der Einsatz ist so hoch gestellt, daß es den Aermeren von selbst vergeht, zu spielen; eS nimmt somit die 25 pCt. dieser Narrensteuer den Reichen, den Verdorbenen, und zwar in seine eignen Kassen. Aber cs scheint auch hier wieder das alte Lied zu gelten. Wenn es gilt, eine kostspielige Uniformsveränderung, eine Vermehrung des stehenden HeereS, der Bürcau- kratie u. dgl. Dinge, deren Zahl in die Legion geht, einzuführcn, dann glaubt man nicht rasch genug vor Preußen anbeten zu können, aber von Institutionen, die wirklich dort, wenn nicht gut, doch mindestens besser sind, als bei unS, ist keine Rede.
Wir erwarten von einer Regierung, wenn sie anders noch den Willen hat, die Wohlfahrt des Landes und nicht dessen allmähligen Ruin zu befördern, daß sie endlich diesem Unfug steuern und dieser bodenlosen Principlosigkeit entsage.
Ein bekannter Neuhesse wird nächstens eine Injurienklage durchführen. Er soll sich in seiner Ehre verletzt halten. „Neuhessische Geisteskraft!"
Ncuhcssischcr Klatsch.
Kassel, 18. Jan. — Der Blödsinn endigt nur mit dem Tode! In ihrer Verzweiflung vergißt die Neuhessische die gewöhnlichsten Klug- heitSregeln. Nach ihrer gestrigen Nummer sind die Unterzeichner der Neuhessischen Entgegnung gegen den Aufruf der Gewerbtreibenden
in Nr. 10 der Hornisse die „wirklichen" Gewerbtreibenden, die HH. Andre, Appel rc. also nur sogenannte Gewerbtreibcnde, un- eigentliche Gewerbtreibcnde, Gewerbtreibcnde im mißbräuchlichen Sinne des Worts. Die von Hrn. Ely fabricirtcn Stiefeln sind wirkliche, die deS Hrn. Hoffmann nur sogenannte Stiefeln, Stiefeln im uneigentlichcn Sinne des Wortes. Wenn früher die Neuhessische von wirklichen und sogenannten Demokraten sprach, so konnte man darin noch Verstand erblicken, wer aber in diesem qualisicirten Unsinn noch Verstand findet, muß besser ins Verborgene sehen können, als unser Herrgott selber. Die HH. Hotop rc. rc. sind wirkliche, die HH. Andre rc. sind keine wirklichen Gewerbtreibenden! Die HH. Hotop rc. müssen also ihr Gewerbe auf eine eigenthümliche Art betreiben. Möglich!
Daß der Kern deS Volkes niemand anders, als der Bürgerverein ist, war schon bekannt. Daß aber die HH. Hotop rc. den Kern der Gewerbtreibenden, die w i r k l i ch e n Gewerbtreibenden bilden, und daß die HH. Andre rc. keine eigentlichen Gewerbtreibenden sind, ist eine nagelneue Offenbarung der Neuhessen. Mögen sich die HH. Andre rc. mit dieser Offenbarung befreunden.
Uebrigens eine ernste Bemerkung. Die HH. Hotop, Eggena rc. sind also nach dem Organ der constitutionellen Partei die wirklichen Gewerbtreibenden. Man weiß, waS der Unterschied von wirklich und sogenannt im Munde der Neuhessischen bedeutet. Alles Sogenannte hat nämlich keinen Anspruch auf die gnädige Berücksichtigung des Herrn Eberhard, nur daS neuhessische Wirkliche ist in Kurhessen berechtigt. WaS folgt daraus? Die HH. Hotop, Eggena und Consorten sind eS, die als Kern der Gewerbtreibenden protegirt werden sollen, die HH. Andre, Appel, alle großen Gewerbtreibenden, die nicht zugleich im Bürgerverein sind, so wie alle kleinen Gewerbtreibenden, die sich der Demokratie zuwenden, sind in die Acht erklärt, gelten gar nicht als Gewerbtreibcnde, können also nach Gutdünken auSgesogen, geplündert, ruinirt werden. ES leben die HH. Eggena, Seidler, Hotop rc. rc.!!!
Die Verstoßenen mögen sich beruhigen. Unser Ministerium hat doch im Augenblick keine Zeit, sich mit ihnen zu befassen.
Kassel, 18. Jan. — Die auf hcuteanbcraumte Ständeversamm« lung findet nicht statt.
Die Masse von öffentlichen Geschäften der Deputaten verhindert dieses öffentlichste aller Geschäfte.
CoursZettel.
Frankfurt a. M«, den 16. Januar 1850. — (Oesterreich: Bankaktien 128!) P. 1275 G. Metall. 5 pCt 867a P. 8'37, G. Dat. 1 pCt. 69 P. 80'/, ®. Dgl. 3 pCt. 52 P. 517 G Dgl. 2'/, pCt 457, ^ 45% ®. Dgl 1 pCt. 17’/. P. 167, G 250 Fl Coote bei Rothschild 997, P. 99%, G 500 Fl dgl. dgl. 159'% P 158%® Bethmännische Obligationen ->'/, pCt 8.')% ® Dgl. 4 pCt. 72 G. Preußen : Staatsschudscheine 3% pCt. 89'/, P. 89 G. Prämienscheine 1037a G. Köln-Minden 96‘/< P. 957, G. — Spanien : Aktivschuld einschl. 17 Coup 5 pCt. Innere Schub neue Obig. 3 pCt. 30'/, P 30 G. — Holland : Integrale 27a pCt. 56 P. 55% ®. Syndikats 3’/, pCt. 86 G. — Payern : Obligationen 3'/, pCt. 837s P- 837s G. Ludwigshafen-Bexbach 86 P. 85'/, G. — Wittern crg : Obligationen 3% pCt. 827s P. 817s G. Neue dgl. 4'/, pCt. 957, P- 05 G. — Kar- Dinien : 36 Frks. Loose bei Bethmann 337, P. 33'% ®. — Polen : Lotterie-Anlehen n 300 Fl 121 G. Dgl a 500 Fl. 4 pCt. 817, P 81'/, G. — Kurs. Hessen: Fnedrich-Wilhems-Nordbahn 437, P- 43'/, G. 40 Thir Loose 33 P. 327, G. — Großh. Hessen : Obligationen 3'/, pCt. 837s P- 83'/, G Dgl. 4 pCr. 90 P. 89% G. 50 Fl. Loose 73% P. 73% ®. 25 Fl. Loose 29 P. 287, ®- — Vaden : Obligationen von 1842 3%p(5t 807, P. 797, ®. 50 Fl. Loose von 1840 557, P- 547, G. 35 Fl. Loose von 1845 327, P- 32'/, G. — Kassa» : Obligationen bei Rothschild 3'/, pCt. 847, P. 84'/, G. Dgl. 5 pCt. 1027, P. 102 G. 25 F. Loose 257, P. 25'/, G. — Franksurl : Obligationen von 1839 3'/, pCt. 94 7, P- 94 ®. Dgl. von 1846 3'/, pCt. 897» P 89'/, ®. Obligationen 3 p€t. 79'/, P. 79 ®. Taunuèbahn - Aktien a 250 Fl. 305 P 303 G.
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