— 58 —
sere jetzige Regierung, die angesehenen Herren Wippermann rc. rc. Die Hundert erklären daS im Namen von Tausenden; — mehr als Hundert konnten trotz aller Mühe nicht aufgedruselt werden! — von den Tausenden „angesehenen Herren" und „bekannten Jndlvr- duen " deren „ gesundes Urtheil " durch den Aufruf der Gewerbtrer- Lenden' „ beleidigt" worden sei. (Die angesehenen Herren und be- kannten Individuen, die HH. Hotop, Eggena rc. haben ein sehr zarteS Gemüth.) Unsere Regierung — sagen sie — hätte schon alles Mög- liche gethan; sie werde noch mehr thun, wenn sie mehr Zeit habe.
In dieser Weise geht das Gewäsche fort. Auf den sonstigen Jn- halt desselben kommen wir gelegentlich zu sprechen.
Vorläufig mögen sich die Gewerbtreibenden auf unsere jetzige Regierung verlassen und vertrauen, daß sie alles Mögliche thun wird, sobald sie Zeit Kak.
(Eingesandt.) Wenn die Randglossen der s. g. „Neuhessischen" immer höchst trivial und einseitig gewesen sind, so hat der Leser in der gestrigen Abendausgabe dieses „ Almosen-Blattes " ganz besondere Gelegenheit, sich über die „reißenden" Fortschritte des „bevor- mundeten" OrganS der s. g. konstitutionellen Partei, resp. deS Preß- unterdrückungS-Vereins, in Schmäh- und Verleumdungen ein Urtheil zu bilden. Sie faselt in diesen Randglossen von „Krämern", die sich in öffentlichen „Aufrufen" daS Prädikat „Kaufmann" beilegen, während dem diese s. g. „Krämer" vermöge ihres Geschäftsumfanges eher Kaufleute sind, als die Notablen in der „Neuhessischen Heulcrin", welche sich zwar „Kaufleute" zu nennen belieben, oftmals aber in der ihnen gänzlich mangelnden geschäftlichen Intelligenz hinter dem f. ß. „Krämer" weit zurückstchcn. Ferner nennt daö Schmähblatt einen vierzigjährigen hiesigen Gewerbtreibenden „Lehrling" und Sektionschef deS demokratischen Vereins. Dies wird genannten Gewerbtreibenden wenig ennuyi- ren können, indem er (was zwar erlogen ist), wenn er als Lehrling unter dem Aufruf der aufgeklärten Gewerbtreibenden unterzeichnet wäre, dennoch mit den HH. Hotop, M. A. Berger rc. nicht in eine Kategorie zu [stellen ist. Von weiteren ungeeigneten und unwahrhaften Bemerkungen der Randgloffenfabrikanten der „ Almosen - Schmähschrift " noch Notiz zu nehmen, ist der Einsender dieses für heut zu ängstlich, indem ihm leicht das Unglück einer „Adcm'schcn Herausforderung" bevorstehn, und er von diesem „ritterlichen Marburger Sturm- glockcnläuter" eines schönen Morgens kalt gemacht werden könnte.
Kassel, am 17. Januar 1850. Ein hiesiger Bürger.
Erklärung.
Ich, der Unterzeichnete, veröffentliche hierdurch, die in der Neuen Hessischen Zeitung enthaltene Erklärung, welche in der
gestrigen Abendnummer zu ersehen ist, nur in dem Glauben unterschrieben zu haben, daß solche vom „Verein der Gewerbtreibenden", respective von dem sehr achtbaren Herrn Brückmann, dessen Namen auch am Kopf der Erklärung verzeichnet stand, ausgegangen sei. Die große Eile des Ueberbringers, sowie der Drang des Geschäfts, als auch schon die Ueberschrift Brückmann's, ließen mich in der Erklärung das Entgegengesetzte, als den Inhalt'des in der Nr. 27 der Neuhessischen enthaltenen Aufrufs, erblicken, weshalb ich nochmals veröffentliche, daß ich mit der in der Neuen Hessischen Zeitung enthaltenen Erklärung nicht im Mindesten, hingegen mit dem in der Hornisse Nr. 10 enthaltenen Aufruf der Gewerbtreibenden vollkommen einverstanden bin.
Kassel, den 16. Januar 1850.
M. Heiber, Uhrmacher *).
») Wie wir hören, sollen viele Gewerbtreibende zur Unterschrift der Neuhessischen Entgegnung förmlich oktroyirt worden sein, ohne daß sie im Mindesten mit dem Inhalte vertraut waren. Wir können Namen nennen. Also Fälschungen? Die Red.
Hr. Burghardt, Schlossermeister, hat eine ähnliche Erklärung abgegeben, wie Hr.. Neider. Er bemerkt, man habe ihm vorgesprochen, der Aufruf sei gegen die Wahl nach Erfurt gerichtet. Zeit zum Lesen habe er nicht gehabt.
Warum haben einige Notablen der neuhessischen Zeitung ihre Standes- rc. Verhältnisse gefälscht? Wollen sie durch Weglassen deS WörtchenS „Hof" (z. B. statt Hofgoldarbeiter Goldarbeiter, statt Hof- Schlossermeister Schlossermeister und dergl.) sich populär machen?
Keine Finsterniß, sondern Licht; kein Koth, sondern Reinheit.
Es ist schon vielseitig geklagt, daß während das Anzünden der Laternen in der Ob er Neustadt schon im Zwielicht vorgenommen wird, solches in der Altstadt viel später, und zwar erst nach vollständig eingetretener Dunkelheit, stattsindet. So war jüngst in mehreren Straßen der Altstadt Abends 6 Uhr noch die größte Finsterniß. — Ist die Oberneustadt etwas besseres, als die Altstadt? — Der hiesige Stadtvorstand, welcher wohl der Dunkelheit wegen diesen Mißstand nicht bemerkt hat, wird aufgefordert, denselben zu heben, damit man nicht bei dieser Schnee- und Eièmasse Hals und Bein bricht. Bei der nicht unbedeutenden Anzahl von Laternenwärtern wird die Abstellung sehr leicht fein ! Ebenso wird gerügt, daß die Einund Schneemassen in den Straßen nicht, wie cs sogar unter einem PolizenDwekto- rium Robert geschah , regelmäßig beseitigt werden.
Die Abhütfe wird um so dringender erwartet, als die Stadtbehörde durch die Umlagen dazu sicher bemittelt genug ist.
Kassel, am 12. Januar 1X50.
Mehrere Bürger der Altstadt, Feinde der Finsterniß.
W e k st n n i in st ch u n g e n.
™ Verloren: Ein 1O Fl -Texas-Koos Nr. 8M62.
(66) Bei Friedr. Gerhard in Berlin erschien so eben und ist bei I. C. I. Naab è u. Comp., Steinweg Nr. 190 in Kassel zu haben:
N a d o w t ^.
Eine Silhouette. — Airs den Papieren des Grafen * * *.
Motto : Keine Konzession der Demokratie, v. Nadowih.
8. brosch. Preis 20 Sgr.
£er £ert Verfasser; der vorläufig ohne seinen Namen auftrUt, sânldert Radowitz, „den Helden des Tages", von biefer Partei verlästert, von jener Partei vergöttert unp« stellt ^v nach und in seinem vielseitigen Wien als: Militair , Piplomat, Uoli- iiher, Publizist und Kunstkenner dar, und versucht dadurch eine Entwickelung der Extreme und Heteroae- nitäien in den Ansichtcn über ihn. — Die Schrift wird sicher nicht ohne Befriedigung aus der Hand gelegt werden.
(67) Frische englische Austern bei
Css. Adolph, am Konigsplatz Nr. 226.
(08) Frischer Dorsch, Büeklinqe zum Braten und Rohessen, beste holländische
Häringe, sowie die rühmlichst bekannten ächten Hamburger Boltjen und Ca- ramellen habe ich erhalten und empfehle solche bestens.
Joh. Conr. Aachfcld jun.,
Mittelgasse Nr. 131.
Interessanter illnstrirterKalender!
So eben erschien und ist bei I. C. I. N a a b ë u. Comp. in Kassel, Steinweg Nr. 190, zu Haden:
Wer Lumpensammler.
Ein Kalender für Vergangenheit, Zu fünft und 1650. Mit vielen Illustrationen. Berlin, bei Fr. Gerhard, drosch.
Preis: 8 Sgr.
Dieser „Kalender für Vergangenheit, Zukunft und enthalt natürlich keine gewöhnlichen Kalender- oeachrichten , sondern andere ungewöhnliche, erbauliche und ergötzliche, und wird allen Freunden wahren Hu- mors willkommen fein, und namentlich auch den Freun- oen von Luerbach s trefflichein Gevattersmann, der lei: Nâ^^"rschcinl, tinen Ersatz für dieses treffliche
Ul) b.1^™: Die vielen sehr lobenden Beur- bE £ öffentlichen Blättern haben den Werth dieses Kalenders über allen Zweifel gestellt. (69)
(70) In der Earlöhaferstraße Nr. 673 stehen zwei schwere fette Schweine zu verkaufen.
(71) Todes - Anzeige.
Mit betrübtem Herzen widme ich Verwandten und Freunden die Anzeige des gestern Abend um halb L Uhr erfolgten Hinscheidens meines geliebten Sohnes, des Metzgermeisters Lonrad Hildebrandt, und bitte um stille Theilnahme.
Kassel, am 16. Januar 1850.
Witwe A. Hildebrandt, für sich und im Namen ihres Sohnes, . I. Hildebrandt, in der Wilhelmsstraße Nr. 188.
(12) Wegen der Erfurter Wahl hatten gestern die Schüler mehrerer Klassen der Realschule frei. WaS wird das für gute Konstitutionelle geben, wenn sie schon in ihrer Kindheit so angenehme Früchte des KonstitutionaliömuS genießen. Ja, ja ! durch die Erziehung muß gewirkt werden.
Für die hessischen Flüchtlinge in der Schweiz ist cingcgangen:
Sblr. eg. fl.
Ucbertrag: . 523 J 11 Ersparnis einer Flasche Champagner. 15 —
Die Expedition der Hornisse.
«-„-l. - H-«-g-»--- H. He>s- «. Dr. *,»,„. _ Br„J EstN.--^