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ertönte von einigen jungen Leuten ein lautesEljen Kossuth", und mit diesem Worte war die Spannung fertig. DieMännin", eine ehemalige Marketenderin, eröffnete bald darauf mit der Wirthin die Feindseligkeiten; jedoch gedieh dieses Vorpostengefecht nicht weiter, als daß der Wirthin das Kopftuch vom Kopfe flog. Nun aber bildeten sich von beiden Seiten die Schlachtgruppen, und aus das den Sachsen cntgegengeworfene, freilich in der Betrunkenheit auSgestoßene Wort Spitzbuben" wurde zum Angriffe geblasen, und die Oesterreicher hat­ten nur der Einsicht eines sehr vernünftigen Korporals von ihrer und einem ehemaligen Volksvertreter und dem Dorfrichter von unserer Seite zu danken, daß sie trotz ihresvon Lederziehen" nicht tüchtig durchgeprügelt und hinausgeworfen worden sind. Schreiber dieses war selbst mit in den Vorderrcihcn, denn daö Benehmen jener Leute war zu roh und dem gemüthlichen Voigtländer sowohl speciell, als dem feineren Sachsen überhaupt zu befremdend. Auch war am Morgen ein spanisches Rohr, Ankauföwerth von 1 Thlr. 10 Sgr., nicht mehr zu finden, und der Besitzer, ein sächsischer Gränzaufseher, hat Schritte ge­than, solches von den betreffenden Militärs zurückzuerhalten.

Hannover, 12. Jan. Beide Kammern haben sich gegen den Erfurter Sonderbund und für die hannoversche Politik in der deut­schen Sache erklärt. Die Helden von Gotha haben umsonst an die Ambition des hannoverschen Volkes appellirt. Nun, die Gothaer werden bei der bekannten Dehnbarkeit ihrer Grundsätze erklären, die hannöverschen Kammern verträten das Volk gar nicht. Bei Her- mann-Briegleb ist allein die Liebe, der Geist und daö Herz deö Volks. Hermann-Briegleb ist das Volk!

Die zweite Kammer hat den Entwurf des StaatsdiencrgesetzeS zu Ende debattirt. StaatSd ie n er! Anders thut's Hannover nicht. Früher hieß: königliche Diener.

Hamburg, 10. Jan. Der deutsche Club hat nunmehr definitiv beschlossen, nach Erfurt nicht zu wählen. Als Gegen­gewicht gegen diese Mittheilung versichern einige Blätter, man sei einem schrecklichen Communistenclubb auf der Spur, der über ganz Deutschland verzweigt sei re. Tapezierer Starke ist bereits steckbrief­lich verfolgt. Da der Mittelpunkt dieser gräßlichen Verschwörung in Amerika liegen soll, so werden wir unsere Kriegsflotte zu Hülfe nehmen müssen. Ein zweites Gegengewicht bildet die Verhaftung des Redacteurs der Zeitschriftder Opponent", des Herrn Heckscher nämlich. Derselbe hat die Frechheit gehabt, die Heldenthaten deö herrlichen Kriegsheeres" zu beleuchten.Der Mensch begehre nimmer und nimmer zu schauen rc."

Lübeck, 7. Jan. Der Termin zu den Erfurter Wahlen ist anberaumt. Ob aber mehr als ein paarsehr gut situirte" Men­schen wählen, ist sehr zweifelhaft.

Frankfurt, am 12. Jan. Die Heuler haben diesmal nach einem wohlüberdachten Plan geheult. Zu der gesetzgebenden Versamm­lung , die der Senat an die Stelle der von ihm gesprengten konstitui- renden Versammlung berufen hat, haben 280G Frankfurter Epiciers und Börsenwölfe die Stimmen abgegeben. Der Gewaltâstreich ist also gelungen. Frankfurt hat seinen März gehabt.

Darmstadt, am 9. Januar. Der Finanzminister hat der zweiten Kammer das Budget vorgelegt. Es steht alles auf5 Beste! Eine kleine Erhöhung der Steuern wird das Deficit decken. Das De- sicit beträgt nämlich für die dreijährige Finanzperiode circa 000,000 ff., 530,000 st. beträgt der Mehraufwand für Mobilmachung des HeereS. Die Freiheit derbesten Männer" ist theuer wie überall.

Stuttgart, 15. Januar. Die würtembergische Volkspartei erklärt sich mit aller Entschiedenheit gegen die preußischen Bestrebun­gen der vaterländischen Vereine und deren Anhänger, die da retten wollen, was an Einheit und Freiheit noch zu retten ist. Der Drei­königsbund möge in den Köpfen einiger phantastischen Agitatoren spu­ken, daâ Volk weise ihn zurück. DaS sei die Antwort auf daö Geschrei ter verzweifelnden Gothaer, als sei ein Umschwung der öffentlichen Meinung in Würtcmberg zu erwarten.

V Karlsruhe, 13. Jan. Unsere KarlSruherin, das Blatt der hübschen Mädchen und leichtsinnigen Lieutenants, verlangt immer mehr die Annahme der Guizotschen Principien Seitens der Konstitu­tionellen. Sie sordert die strengste Trennung von den Demokraten im Princip, weder breite noch schmale demokratische Grundlagen, streng conservative Gesinnung, Herrschaft deö Eigenthums, des Besitzes, Be­vormundung deögemeinen VolkeS", kurz und gut die ganze Mischung deS guizotschen Getränkes, durch den bekannten Absolutismus deS geldschachernden Louis Philipp.*) Freuen wir uns darauf! Achtzehn Jahre sind dermalen nur Zwei.

$on den neuen Putschgelüsten, mit denen einzelne Blätter der

fl'2t v^m m auch das angebclcte Ideal der Nkuhkfßschen! Der Gauner­

rothen Reaktion unsere Standrechtsbestien zu immer energischeren Maaß­regeln forciren wollen, vernimmt man hier natürlich kein Wort. Alle Luftlöcher sind verstopft, und die armen Flüchtlinge sind froh, wenn sie von einem Tage zum andern ihr Leben fristen. Freilich, wenn einmal ein Pfropfen durch einen Zufall abfliegen sollte, Baden ist das deutsche Frankreich.

Die Wahlen zum nächsten Landtag fallen natürlich zum größten Theil aufgutgesinnte" Männer. Indessen erleidet unser Ministerium hier und da auch den herben Jammer, trotz der väterlichen Lehren und Züchtigungen Demokraten aus den Wahlen hervorsteigen zu sehen.

Allendorf bei den Soden Der Bürgerverein zu Allen­dorf a. d. W. faßte in der letzten Versammlung den Beschluß, sich mit den Wahlen zum Erfurter Vereinstage nicht zu befassen, der freilich voraussichtlich, wenn er zu Stande komme, die traurigen Erfahrungen des deutschen Volkes bereichern und zu dessen Enttäuschung bei­tragen werde, auf die sich die Hoffnung zu einer bessern Zukunft gründe.

Italien.

Ueber die Revolution auf Sicilien sind noch keine, weder be­stätigende, noch widerlegende Berichte vorhanden. Den Zustand des Landes beschreibt aber die A. A. Z.

Die Turiner Blätter schildern, in Korrespondenzen aus Pa­lermo , die Lage Siciliens in den dustersten Farben: Verhaftungen zu Tausenden (a migliaia), unerschwingliche Abgaben, und in Folge dessen eine schwierige Volksstimmung, die eben nur durch Furcht vor der Militärgewalt von einem neuen Ausbruch zurückgehalten werde. Die Farben sind wohl zu stark aufgetragen; indessen auch die Times, welche bisher zu den heftigsten Anklägern der Palmerston'schen Politik gegenüber der Regierung von Neapel gehörte, und diese vielfach in Schutz nahm, schreibt: »Neuere Berichte aus Palermo machen un­günstige Schiloerungen von der materiellen Lage Siciliens, wo die Geschäfte in Folge der verminderten Production, in Verbindung mit schwerern Steuern nach der letzten Revolution, sehr darniekerlicgen. Mehrere der vornehmsten Ausfuhrartikel, besonders Oel, Sumach und Schwefel, stehen hoch im Preis, und damit wird es vor dem näch­sten Herbst auch kaum anders werden. Der zerrüttete Finanzstand bereitet der Regierung die größten Schwierigkeiten, und man hat seine Zuflucht genommen zur Auflegung höchst unpopulärer Steuern, worunter eine fast ausschließlich die untere Volksklasse drückende Mahl­steuer, welche beim Weizen 15, beim Mais 20 und bei der Gerste ungefähr 25 Proc. betragt! Außerdem ist der Weizen einer Feldab- gabe von ungefähr 18 Proc. unterworfen. Zum Glück war die letzte Getreideernte gesegnet, wogegen die Olivenernte sehr gering ausge­fallen ist. Eine Steuer, welche 20 Schilling englischen Gelds gleich­kommt, wird von jeder Jagdflinte erhoben, und die Entwaffnung des Volks ist mit ungewöhnlicher Strenge vollzogen worden. Zum erstenmal hat man auch eine Fenstersteuer aufgelegt von 8 Pence (24 fr.) für jedes Fenster oder jede fensterartige Oeffnung; desglei­chen eine sehr umfassende Stempeltaxe, welche Bücher und Urkun­den jeder Art, sowohl commercielle als gerichtliche trifft, ist wieder ins Leben gerufen, wiewohl eine ähnliche Steuer die Revolution von 1820 herbeigeführt- Die in ihrem Einfluß auf Handel und Grundeigen- thum bedenklichste Maaßregel jedoch ist so eben durch Dekret verfügt worden, welches den Schwefel mit einem Ausfuhrzoll von 10 Sch. (6 fl.) die Tonne belegt. Auch hieß es, man beabsichtige grüne Früchte, Sumach und andere Landprodukte mit einem Ausgangszoll zu bela­sten , alle Eingangszölle aber zu erhöhen. Unter solchen Umständen ist zwar Jedermann froh, von der Anarchie der letzten Umwälzung erlöst zu sein, aber Armuth ist überall sichtbar, und Mißtrauen und Unzufriedenheit allgemein. Uebrigens geht Fürst Satriano bei der Vollziehung dieser Regierungsbeschlüsse möcklichst schonend zu Werke, und er ist persöhnlich durchaus nicht unbeliebt."

Ständesitzung.

(V om 15. Januar.)

Verlesung deâ Protokolls und der Eingaben. Aus Apenrade ist eine Adresse mit mehr alö einhundert Unterschriften eingegan- gen, worin der Versammlung für den am 27. v. M. gefaßten Be­schluß der Dank ausgesprochen wird. (100 neue Strohköpfe!) Hr. Lederer begründet einen Antrag, betreffend den Bau einer Straße von Marburg nach Grünberg. Der Antrag sei schon in verschiedenen Ständeversammlungen gestellt und auch der Negierung empfohlen worden; trotzdem sei in der Sache nichts von Seiten der Regierung geschehen (wie das nur möglich ist!); auch im Etat für die nächste Finanzperiode sei dieser Bau nicht aufgeführt. Hr. Eberhard: Wenn im Etat nur eine geringe Summe für den