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lassen will, wenigstens hat er darüber berathen. — Die in Wien un­terdrückte „Presse" ist nun in Brünn erschienen, aber hier nach wie vor verboten; in der Wiener Zeitung wird dieses Verbot damit ge­rechtfertigt, daß überhaupt daS Waffentragen untersagt sei; die Presse aber müsse als eine viel gefährlichere Waffe gelten, wie Säbel, Flinten und Kanonen — ergo ! WeldenscheS Raisonnement! So ver­bietet denn auch consequent den Gedanken, diese Höllenmaschine des menschlichen Geistes.

Pestb, 22. Dez. — Auch hier die „Presse" verboten für Un- garn. — Kossuth hat eine Denkschrift von Widdin auS an Pulsky nach London gesendet, die dort in deutscher Sprache erschienen ist. Darin heißt es: Görgey habe heimlich im Lager eine aristokratische Partei gebildet, und nur zu siegen gewußt, niemals den Sieg benutzt. Nach der Schlacht von Komorn habe er die Verfolgung des Feindes ver­säumt, aber Kossuth habe nicht gewagt, ihm daö Oberkommando zu nehmen, da er zu populär gewesen sei. Er ernannte ihn deshalb zum Kriegsminister, und gab den Oberbefehl an Damjanich. Aber Görgey blieb unter allerlei Vorwänden im Lager, und schon damals, als das erste russische Korps einrückte, verbreitete man von seiner Umgebung aus den Gedanken, mit den Russen zu unterhandeln. Ungarns 141,000 Mann Linie, seine neuen Reservebataillone, seine 19 Reserve-Eskadronen bildeten eine tüchtige Macht. Festungen, Pulvermagazine und Fabriken, Spitäler, Alles war in bester Ordnung. Der Feind zählte im Ganzen nur 260.000 Mann. (140,000 Russen, 80,000 Oesterreicher, 40,000 unter Jellachich.) Diese mußten einzeln besiegt werden. Kossuth und Görgey faßten den gemeinschaftlichen Plan, die Russen ohne Angriff vorrücken zu lassen, die Oesterreicher zu schlagen und nach Wien zu marschiren. Beim Mißlingen dieses Plans sollte Gögey mit 50,000 Mann durch Steiermark nach Italien brechen, und von dort verstärkt durch die Revolutionäre und durch die Ungarn in Radetzkys Heer nach Wien zurück. Kühne, aber nicht unausführbare Pläne. Görgey aber zerstörte seine eignen Pläne, bis er zum Verräther seines Vaterlan­des wurde, halb freiwillig, halb durch seine aristokratische Umgebung gezwungen. „Eörgey warf die Maske ab. In diesem Augenblicke" — sagt Kossuth — „ stand ich allein, verlassen, ohnmächtig; es blieb mir nur die Wahl zwischen Tod und Verbannung." ^.

Fr a n kr e ich.

Paris, 2. Jan. — Die republikanische Majestät, unser Neffe, erwartete zur NeusahrSgratulation die Aufwartung der Kammer. Sie kam nicht. Einer seiner HofcommiS schrieb darauf an den Präsidenten der Nationalversammlung, er möge diese befragen, an welchem Tage man Sr. Hoheit Aufwartung machen werde — man müsse sich auf diesen seltenen Besuch einrichten. Dupin steckte den Brief in die Tasche. Jetzt kam der Justizminister selbst und bohrte. Dupin ent­gegnete : fragen Sie die Nationalversammlung selbst, Sie wird Ihnen antworten, nicht durch ein Votum, sondern durch ein — Gelächter!" Soll sich dieses Gelächter nur aus die Arroganz der Zumuthung, oder auf den gangen Lonis Napoleon beziehen? — Dieser hat sich durch den feierlichen Empfang der Behörden, Generäle und Officiere der Linie und der Nationalgarde zu entschädigen gesucht. Der Hr. Präsident trug bei dieser Gelegenheit wieder die usurpirte Uniform eines Gene­rals der Nationalgarde und den Großorden der Ehrenlegion. Nach einander erschienen Beamte der Verwaltung, der Justiz, der Finanzen, die städtischen Behörden, die Professoren der Schule And der Univer­sität, die Mitglieder des Instituts von Frankreich zuerst. — In der Nationalversammlung ist am 31. Dez. mit 315 gegen 312 Stimmen ein Amendement in Anregung gezogen, wornach dem KriegS- und Marineminister ein Credit von 10 Millionen eröffnet werden soll, um nöthigenfallS mit den Waffen die Streitigkeiten zwischen Frankreich und der argentinischen Republik zu entscheiden. Doch wird eS zur Benutzung dieses Credits nicht kommen; — man scheint geneigt, Montevideo indirect durch einige Bataillone angeworbene Mobilgarde zu unterstützen, gegen den Diktator RosaS, womit man zugleich den Krieg vermeidet, ohne die National-Ehre zu verletzen und noch einige lästige Gesellen sich vom Halse schafft. — Die Hauptsache bei der ganzen Angelegenheit ist die Erhaltung der Unabhängigkeit Montevidev'â, die von der argentinischen Republik bedroht wird, um damit das In­teresse von circa 15,000 dort ansässigen Franzosen und eines herrli­chen Absatzes von ungefähr 20 Millionen offen zu halten. Montevideo ist gewissermaßen eine offene Colonie für Frankreich, die eâ sich frei erhalten muß vor einer feindlichen Diktatur. —

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2 heizbare Zimmer, 3 Kammern, Scheuer und Stallung. Hierzu gehört ein Gärtchen vor und ein Garten hinter dem Hause.

Elberberg, am 4. Januar 1850.

Karl John, Kaufmann.

Theater-Repertoire.

Donnerstag, den 10 Jan.: Malert der Teufel. Große Oper mit Janz in 5 A., nach Scribe. Musik von Meyerbecr. Antrittsrolle der Fräul, Louise Meyer.

Sonnabend, 12. Jan.: Die Gunst des Augenblicks. Original-Lustspiel in 3 Aufz. von Eduard Devrient. Hierauf zum ersten Male: Gin bengalischer Tiger. Posse in 1 Aufz. nach dem Französischen von B. A. Herrmann.

Kgssel. ^.raiilllo.tliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne'schen Buchdruckerei. '