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örtern zu wollen, können wir nicht umhin, die geschickte Art und Weise der Vertheidigung ihres Wort- und Treubruchs hinsichtlich der Nationalversammlung hervorzuheben. Sie erzählt nämlich von sich, von der Neuhejsischen:Sie hat getreulich mitgewirkt, die Beschlusse dieser Versammlung in ihrer Heimath zur Geltung zu bringen, und an ihr hat es wahrlich nicht gelegen, daß diese Beschlüsse nicht allent­halben in Deutschland zur Gcltuna gelangt sind. Als aber die Na- tionalversammlung nicht mehr vorhanden ", da nun da war die Neuhessische für die Nationalversammlung auch nicht mehr vorhanden, sondernbeförderte den von Preußen rc. gemachten An­fang rc." Auf eine billigere Weise kann man freilich von seinen Ver­pflichtungen nicht loskonmcn. Unserer Ansicht nach war die Neuhes- sische, eben weil siegetreulich für die Nationalversammlung mitge­wirkt hatte", verpflichtet. das Verschwinde» der Nationalversamm­lung eben so getreulich zu verhindern. Darin liegt gerade ihre Feigheit, ihr Verrath, daß sie nicht einmal die Hand, nicht einmal die Stimme erhob als gegen diese Nationalversammlung die Bajonette der Ty­rannen geschickt wurden. Freilich, als das Volk Einsprache gegen das Parlament that, da schrie die Neubessische Zeter und Mordjo, da forderte sie ihre Getreuen zum Kreuzzuge auf. AlS aber das Volk, welches das Neä)t halte, sein Kind in raison zu halten, seinem Kinde Moral zu predigen, als das Volk gegen die Anmaßung der fürst­lich e n Zuchtmeister, die hier kein Recht, die hier lediglich zu pariren hatten, die hier freche Eindringlinge, Meuterer rc. waren, aufstand; da--hielt es die Neuhessische für ihren Beruf, sich außer Schuß­weite zu bringen, ruhig und geborgen zuzusehen und sich auf die Phrase vorzubereilen:Als aber die Nationalversammlung nicht mehr vorhanden war rc." Es war das vermuthlich eine der Stunden, von denen die Neuhessische sagt:Sie fei a>S schwaches Geschöpf nicht frei von Fehlern geblieben". Mögen die 9 Vormünder, die ihr ge­setzt sind, dem schwachen Geschöpf die richtige Arzenei reichen. Wir wüßten ein Mittel.

Frankfurt, 27. Dez. Das Bundesarsenal ist vollständig eingerichtet. Es fehlt keine Schraube und kein Schräubchen. Unter der Leitung der vier Overgötler bewegen sich in folgenden Kreisen folgende Untergötter: Für die Diplomatie Hr. von Biegleben; Inneres, Justiz und Handel Hr. MatthiS; Finanzen Hr. von Nell; Marine Hr. von Wangenheim; Kriegswesen Hr von Siel (BundeScruppeu), Hr. Eberle (Festungen), Hr. LooS (Verpro- viantirung). Die Herrschaften sind zum Theil gute alte Bekannte. Das solide Etablissement erregt natürlich bei den liberalenGläubi­gen" einiges Bedenken. Es sieht aus, als sollte alles für ein paar Jahrhunderte eingerichtet werden. Obendrein giebt die O. P. A. Z. zu verstehen, das sei der Bund, ter alte, ohne alle Modificauvn, in bester Fo>m. Es versteht sich, daß sich diebesten Männer" ihre Angst von der Seele lachen. Manteuffel ist Bürge! Mit Man­teuffel - Stiotha fordern wir das Jahrhundert in die Schranken!" Allerdings werden selbst einige übertölpelte und nicht übertölpelte Regrer ringen über den interimistischen Pudel, der ihnen zu Fußen gekollert ist, stutzig, und merken den Teufel, der darinnen steckt. Die einen spitzen die Ohren und blicken vertrauend auf den Erfurter Reichstag, den preußrschen Herrgott in der Noth, die andern stieren daS Ding an, als werde eS nächstens feinen Rachen öffnen und sie direct, ohne preußische Vermrulung, verschlucken. Den Regierungen wird nach verschiedenen Seiten unheimlich. Wenn sie von Preußen betrogen o bewahre! das ist keine Mögsich-

Wenn sie von Oesterreich, das ist ein purer Unsinn, sicher und gewiß ist, daß das Snienm ar fangtfruchte »sich zu werden". Die besten Männer bleiten sich aber gleich. Kann men feine Augst nicht mit Lachen überwind»», so b.eibt noch das Todilachen übrig. Cs ist gar nicht so unwahrscheinlich, daß sich wir klich, wie man bereits erzählt, eine Inrer tue Partei bildet. Die hessische Zeitung wird dann ohngtfähr so der ich, en:Als aber der Erfurter Reichstag nicht mehr vorhanden war, schloßen wir uns an das Interim an und wirkten rktieulich an der Kiithtriroiiuion mit." ~'n den Bedienten derbesten Männer" ist das zu erwarten.

Hannover, 27. Dez. Im Namen des Königs von Han- nover hat Hr. vvt^BenniNgscr^at^Prcußer^in^^esrerredd^vr^^V^ klârung abgegeben, daß der hannoversche Souverän das Interim für ganz geeignet halte, vorläufig die Geschäfte des Bundes in ganz bestimmten Grenzen zu übernehmen, daß aber die sonstigen Rechte und Pflichten des Bundes dem alten Bunde Vorbehalte« bleiben mußten. (Wird sich dann finden. Eine starke Cenlralgcwalt nimmt, was sie kriegen kann.)

Baden. Dem Gerüchte, daß der gerettete Landesvater Badens insgeheim gegen das preußische Bündntß bearbeitet werbe,

folgt jetzt das zweite, daß der gesalbte Herr von Preußen sich für eine einigermaßen anständige Behandlung ddr badischen Rebell n" verwendet babe. Die Gerüchte ergänzen sich. ES handelt sich einer­seits um Sein oder Nichtsein, und andererseits um Mein ober Ncht- mein ! Die Säuberung derArmee" von den nichtgesinnuigö- tüchtigen" Offteteren nimmt ihren Fortgang. Wen daâ Standgercht verschont, den vernichtet die großher^- . Pflicht, seine er« schaam hinter neuen Beweisen seiner Machtvollkommenheit undan- geichwächten Fürstcnlaune zu verbergen. So ist z. B. Hauptmnn Ruppert vsm Standgericht freigesprochen, vom Großherzog aber gm Verlust seiner Ofsicierostellebegnadigt".

LHürkcmberq. Die Kammer ist aufgelöst. DaS Dini- sterium Schleyer, welches am Jahrestag des Bombardements von Neu zur Welt kam, hat sich erst noch Geld und Soldaten zu verschcfen gewußt und dann die unfolgsamen Bürger nach Hause geschickt. Dag man das Uebel nicht an der Frucht, sondern an der Wurzel, d h. am Wahlgesetz anfaßt, leuchtet Jedem ein, der da gelernt hat, vie man sich Majoritäten verschafft. Man probirt's einmal mit eiem andernKern deâ Volks". Endlich glücki'o doch Die besten Wn- ner sind über diesen Gewaltstreich höchlich erstaunt, wir natürlich och erstaunter über dieseö Erstaunen, um so mehr, als seit einiger ,eit in den Organen der liberalen Schwachköpfe die Ansicht auftaucht, in kleinen Staaten lasse sich mit Volköver tretern eigentlich nicht regicen. Kommt alles auf ein gehörig solides und zuverlässiges Wahlgesetz!«!

Augsburg, 24. Dez. Die Mitglieder der Nationaler« sammlung in Stuttgart: Meyer, Blumenröder und Haggemüller lud auS der Frohnveste entlassen. Um aber nicht von der Art zu Un» men, hat man am selben Tage in Erlangen den Studenten Hcdcr verhaftet. Derselbe soll dem Aufrufe der Nationalversammlungen der Reichsverfassung fcstzuhalten, Folge geleistet und in Baden icht für den desertirten Großherzog gefochten haben.

Kiel. Die Statthalterschaft hat drei Vertrauensmänner (Syn­dikus Prehn, Obergerichtârath Mommsen und Dr. Steindorff) ach Kopenhagen geschickt, um mit Seiner Majestät noch einmal ein fed- lichesAbkommen" zu versuchen. Es zeigt das von einem,erstawßjch. guten Herzen der Statthalterschaft und, falls die Landesvcrsammlng der Maßregel zugestimmt hat, von gewiß recht verdienstvoller Scbst- beherrschung. Seine Majestät werden das dankbar anerkennen and je nachdem die drei Vertrauensmänner ins Cajot bringen der feinen Unterthanen zum Amüsement vorstellen.Die Angelegenhten Schleswig-Holsteins werden im Uebrigen zur Verhandlung beider provisorischen Bundeskommission kommen." Diese erbaulichen Tost­worte wird Seine Majestät allenfalls zu wiederholen sich herabläen.

SUten. Der Belagerungszustand verliert allmählig seinUn- bequemes. Man kann sich an Sibirien, an die Kasematten, ar die Fuistenpolitik, an den diplomatischen Styl, an den Humor desEr- furter RcichStagöprojekts gewöhnen, warum nicht an den Belagerusl^- zustand des guten Weiden? Man wird allmählig ganz pratriaha- lisch und achtet der Schläge nicht, die einem von kaue»licher Gade zufallen. Die türkische Angelegenheit ist ausgeglichen, wasser die Hauptsache ist, ist die endliche Offenbarung, die freilich nuifür Söhne von Parlamentsmitgliedern der Rechten nöthig war, daß Su­sien und Oesterreich ganz friedliche Gesinnnungen hegten und ihre Differenzen schon beseitigen würden. Unsereiner hat niemals gefes­selt, daß die Kleindeutschen vom König von Preußen, die dynastche» Großbeutschcn von Oesterreich über den Löffel balbirt würden. £c~ crhalie unsere Fürsten!Im Interim sinden wir uns wieder", fdj1^ der österreichische Lloyd, an seine preußischen Kollegen. Ohne Zwj-el.

ott

Bei lin, 27. Dez. Tie Weihnachtoseiertage sind vorösr- Die Demokraten haben sich ganz vergnüglich mit traulichen mentunften beschäftigt und die Krcnzzcilung dadurch auf neue Seäp" hinsichtlich der erforderlichen Geldquellen gebracht. Die Contrerevlu- tion und Neaklivn juchten sich mit den Wahlen zum Erfurter prellt zu unterhalten. Im Stillen beneidet Mancher auSdem Keindcs Volkes" daS demokratische Lumpenpack ", daâ theils gesetzlich, ieUö freiwillig wieder der Erfüllung einer Bürgerpflicht uberhober >st- Der Teufel hole alle Bürgerpflichten!" Ja wohl, daS is der eigeneliche Wabttvrnch dieser besser ft nm ten Meoschrheie, die mi der Wahlbcrechtigunc; begnadet,Intelligenz und Burgertugend und esse am Stacke L genug besitzt, um eine recht gründliche Sehujuchtnach Beseitigung all' der politischen Plackereien zu fühlen. Das ist g>viß, dem Berliner Spießbürger kann man nicht nachsagen, daß er hesith- süchtig oder ehrgeizig wär. Eine Kanne Weißbier und alle 14 sage einmal eine Lebcnsäußcrung desjuten Königs", womöglich in ^nn eines BammelwiheS, so mag die Welt zu Grunde gh"!

Die Schleswig-Holsteiner Angelegenheit hat während der Feierage das Feiern fortgefegt. Hr. von Usedom ist krank, und die däni^en