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jeden weitern Feldzug gegen ihren zweiten Gegner mit ihrem Herz» Llute zu erkaufen. Sie mußte es bis dahin kommen lassen, daß selb? ein Hansemann-Camphausen, die Kornwuchcrer und Pavier- speulanten, ein weiteres Verschachern der constitutionellen Giunksätze für unthunlich hielten. Sie mußte eS bis dahin treiben, daß sie zultzt dem Volke alle Rechte absprach, daß sie es als Pöbel verwarf, das sie den Staat nur auS sich und den Dynasten zusammensetzte. Mt der Aufnahme der Revolution hat sie nicht eine einzige Frucht gecndtet, sich nicht einen einzigen Vorbehalt gemacht, hat sie ihr Prncip der Vereinbarung, der Ausgleichung, der Vermittlung zwi- schn Anspruch und Anspruch aufgegeben. Sie steht nach ihrem ver- mentlichen Siege bettelarm da, ohne Gegenwart und ohne Zukunft. JH einziger Trost ist ein Blick in die Vergangenheit, in jene Tage de vormärzlichen Kammerdebatten. Die thatsächliche Probe auf ihre Gundsätze ist nach ihrem eigenen Geständniß gegen sie ausgefallen. Oer sollte wahr sein, daß irgendwo ein Dynast demmoralischen Erdrücke" der constitutionellen Partei Zugeständnisse gemacht, daß irendwo auch ein Fürst dieMacht der Ideen" gefühlt hätte? Ds Wenige, waS sie so nennen, wird die Geschichte zu ihrer Shmach in einer ganz andern Weise interpretiren.

So läge also der Sieg wohl auf Seiten der Contrerevolution, de Absolutismus? Dem äußeren Scheine nach freilich. Die Natio» «eversammlung ist vernichtet, der gewählte Kaiser ist verworfen, alle Vrfassungen stehen auf dem guten Willen der Gesalbten und ihrer Sldner, die Diplomatie ist restaurirt, die geheime Familienpolitik ist Inder im Gange, der alte Bund hat seine frühere Wohnung bezö­ge, Ungarn, Italien, Deutschland sind verblutet, Schles- wz-Holstein ist der fürstlichen Verschwägerung zu Liebe verrathen, geieuchelmordet, in Frankreich ist die Opposition in die Gefängnisse gvorfen, was fehlte noch, um daS Maaß unserer Kechtschast voll zu machen, um die goldenen Attribute der surft* löen Gewaltherrschaft in ihrem alten Glanze erscheinen zu lassen? Ud doch ist der Sieg nur ein scheinbarer, ein solcher, der sich nicht zm zweiten Mal zu wiederholen braucht, um den Untergang zu be­dien. Immer weiter und weiter müssen die Gewaltthaten vor- süeiten, um die nachwachsenden Erinnerungen der letzten Jahre aus- zrotten, um den ruhelosen Geist des Volkes zu bannen. Immer witer muß vctroyirt, widerrufen, von neuem vctroyirt und wider- rren werden, bis der Absolutismus allen Glauben verloren hat, bis di erschreckte Gesellschaft von diesen ewigen Erschütterungen und Amuthungen zur Verzweiflung getrieben wird. Massen auf Massen wrden durch die ungeheuren Opfer, welche die Fortsetzung der Ge» wltherrschaft fordert, in die Reihen der Radikalen getrieben werden, r'rmer größere Massen müssen also von der Volksvertretung auöge- sclossen, immer neue Wahlgesetze dem Volke aufgezwungen werden, b; endlich die Volksvertretung eine Posse wird, bis endlich der AsolutiSmus in seiner ganzen Nacktheit dasteht und somit zu Ende ff Dieser Gang ist so sehr vorgezeichnet, daß der Absolutiomus vr sich selbst erschrickt und um Gotteswillen cin Nettungsmittel siden möchte. Aber es giebt kein solches. Alle Theorien der Abso­lristen sind wie richtig gesagt worden ist Schwärmereien, ®n der Theorie deS Hrn. Nadowitz an bis zu der des Hrn. von Erlach, vomorganischen Staate" bis zumGotteSstaate". Alle Trsuche ihrer Durchführung führen alle zu einem Ziele: zur wei- tren Revolution. Die letzte Politik der Absolutisten ist also, « zu treiben, wie und so lange eS geht. Dadurch erflehen sich die Hndlungen deS Hrn. V. Nadowitz und des Königs von Preußen, so* ke die Manöver mit dem Erfurter Reichstage und der Vertretung Bundestage. Alles das sind Verlegenheitsspiele! Der schcin- bre SiegeSjubel des Absolutismus ist sein Sterbegesang.

, So würde also die Demokratie gesiegt haben? Aber Tausende Wer Jünger darben ja im Auslande, haben aus Europa über das ^eer flüchten müssen, liegen in Gefängnissen oder sind deportirt; Ritt hat die Anhänger der Demokratie als Gesindel, als Buben ge- ^dndmarkt, man hat jedes Mittel gegen sie recht gesunden, hat sie *Lfolgt, wie wilde Thiere, geschlachtet wie daS Vieh, jede Schänd­et wird, wie ehemals auf die Juden, auf die Demokraten gewälzt; ht hat ihnen die Armuth zum Verbrechen, den Schrei der Ver­geistung als Gemeinheit angerechnet, eS fragt ft$7 ob keö daS Beweise sind, daß der Sieg unser ist, daß die Zukunft bp Demokratie gehört? Die Demokraten kämpfen für die Gleich- ^bechtigung Aller, sie kämpfen für einen staatlichen Organismus, in dem wht der Fluch unseres gesellschaftlichen Lebens: die geistige Etzdigkeit der Armuth und die Pfiffigkeit und Verschmitztheit des Nichthums, die Herzensverzweiflung des Elends und die HerzenS- ^ tßfeit deS Uebeiflusses, den politischen Rechten zu Grunde nr-t, der im Gegentheil in jedem gesellschaftlichen Zustand ein Ver- l'«chrn sieht, welcher eine wahre, volle Betheiligung an den politi­

schen Rechten zur Quelle der Revolution macht, wir kämpfen für einen Staat, der die Revolution in sich aufnimmt und sie so lange durchführt, biâ Noth und Verzweiflung selbstverschuldete Uebel und nicht nothgedrungene Folgen des gesellschaftlichen Systems sinv. Die Demokratie will als Grundlage aller Gesetze nicht mehr die kalte Abstraktion der römischen Rechtöbegriffe, sondern daâ lebendige Gesetz des menschlichen Herzens, deS Mitgefühls, der Brüderlichkeit, der Sammtoerbindlichkeit. Ob Alles daö Beweise sind, daß der Sieg unser, und die Niederlage nur ein Schein ist? Die Antwort mag die Zukunft geben, unser Glaube aber an die Aechtheit unserer Grund­sätze steht fest wie die Sonne. H. Heise.

Deutschland.

Kassel. 28. Dez. In der Kasseler Allgemeinen und Neuhes­sischen sinket sich eine Erklärung vom 19. Dez., die Emission unserer Kassenscheine betreffend. Wir glauben in dieser Erklärung die Auf­klärung finden zu müssen, die unser Finanzminister zur Beruhigung des Publikums über die Garantie für diese Scheine versprochen hat. Die Garantien sollen namentlich darin bestehen, daß die Emilsion auf zwei landständischen Gesetzen beruhe, daß von den 2s-Millionen Tha­lern Papiergeld von 1852 an jährlich 125,000 Thlr. wieder einge­zogen werden, und daß bei der Landeökreditkaffe 2| Millionen Thaler Ablökungökapitalien als Unterpfand eingesetzt sind. Wir können den Werth dieser Garantien füglich dahin gestellt sein lassen, versichern aber unserm Finanzministerium, daß ihre Veröffentlichung den Miß­kredit, in dem unsere Wippermännerchen stehen, nicht im Mindesten verringern werde. Bei der Emission des Papiergeldes hat man be­kanntlich nur zwei Rücksichten zu nehmen:

1) Papiergeld ist Tauschmittel, und

2) Papiergeld ist zugleich ein Staatspapier.

Für den ersteren Fall muß man wissen, ob im Staate viel ober wenig, im Großen oder im Kleinen getauscht wird. Wo viel getauft wird, kann man viel Papiergeld ausgeben, wo große Geschäfte ge» macht werden, kann man eS in größerem Gehalte ausgeben (zu 5, 10, 100 Thlrn.). Für den zweiten Fall muß ermittelt werden, ob der Staat bei denjenigen Personen, denen das Papiergeld vorzugsweise durcl) die Hände gehen wird. Personal- kredit hat, und bis zu welcher Höbe. Beide Fälle greifen in ata ihren Unterabtheilungen ineinander. Wenden wir daS Gesagte auf Ker- hesscn an, so behaupten wir:

1) daß unsere Tauschgeschäfte im Allgemeinen gering sind, Laß es sich aber jedenfalls meistens um sehr geringe Tausch- Äi5ertde handelt. Wir haben keinen Großhandel, keine Banken, überhaupt keine Industrie. Thalerscheine sind aber offenbar keine Tauschmittel bei armen Eisenbahnarbeitern, nn> wenigsten bei unserm Bauernproletariate. Der Gehalt unseres Papiergeldes ist also wenigstens zu hoch, die Emissio« M« Papiergeld also unpolitisch.

2) Aber der Gehalt ist doch gering genug, daß das Papiergeld nicht als unverz nötes StaalSpapicr bei den reicheren Slialâ- bürgern liegen bleibt. Im Gegentheil, es chcultrt gerade nur und zwar zwangsweise in den Reihen der M- meren, selbst deS eigentlichen Proletariats. Dieses Proletariat ist aber bekanntlich die staatsfeindliche Masse, die Opposition, die Revolution, der keine 5, keine 1000 Millionen Thaler Ablösungskapitalien Garantie bieten können. Das Proletariat mag dieses Geld nicht; eS schenkt dem Staate keinen Krek ' am wenigsten einem Staate, der das Proletariat als ,, Gesindel" seines Stimmrechts beraubt. Das Proletariat Recht. DaS Vertrauen muß gegenseitig sein, sonst ist es W Betrug, eine Brutalität.

In Kurhessen wirken also beide Betrachtungen gegen das Pa­piergeld. Wir brauchen keine Thaherscheine als Tauschmittct un^ die ärmere Klasse will sie nicht alâ Staatö papier. Hr. Wacher- mann möge sich dieserhalb einmal bei den Eisenbaharbeitern erkundig - Ohne die Nebengründe für den Mißkredit Ler Wippermannchea * wähnen zu wollen, behaupten wir nur,"daß ihr Mißkredit eher su.g als fallen wird. Der Staat mag seine Bedürfnisse da hernehmen, w er Kredit hat, wo er seine Segnungen abfließen läßt, diegenwiuc Leute", die Verstoßenen, mag er mit seiner finanziellen Zuneigung verschonen. , .

Staffel, 29. Dez. - DerNcuhessischen" ist, wie sie versichert, eine erfreuliche Gelegenheit gegeben", noch einmal auf P " gaben", die sie mit denbesten Männern" gemein hat, zuruju om^^/ und zu bekennen, daß sieals schwache Menschen nicht ft « lern geblieben" sei. Ohne dieseerfreuliche Gelegen, >