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â 154.
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orni I s c.
Zweiter Jahrgang.
Kassel.
Sonnabend den 29. Dezember
184>.
Wir bitten
die Bestellungen auf die Hornisse
für das nächste Viertel- oder Halbjahr baldigst machen zu wollen, in Kassel bei der Expedition und «s- wartö bei den betreffenden Postämtern.
Das Jahr 1849
naht seinem Ende. Und die Früchte dieses Jahres? Und wer hat den Sieg dLvongetragen in den heißen, thränenvollen Kämpfen? Ist irgend eine der politischen Parteien, die von sich sagen könnte, sic habe ihr Ziel erreicht, die gährenven Elemente des Staates hätten sich ihrem Willen, ihren Ideen, ihre n Prinzipien gefügt? Weder derAbsolutismus, noch der ConstitutionalismuS, noch die Demokratie werden sich zu dieser Behauptung vermessen können.
Ein Element aber ist eS, das sich geltend gemacht hat, für daS alle drei Heerlager ihre Stimme erhoben, dem alle drei Parteien ihre Berechtigung zugesprochen haben: die Revolution. Alle drei Parteien haben sich im Jahre 1849 als im Nothzustand befindlich erklärt, alle drei haben an die Gewalt appellirt. Halten wir das fest.
Der Absolutismus, dessen Berufung auf daS historische Recht, auf daS unbedingte Verharren am Gegebenen, sich vor dem Sturme der Märztage gebeugt hatte, der ConstitutionalismuS, der in der Gefügigkeit und Willfährigkeit der erschrockenen Dynasten seine Garantie sah, die Demokratie, welche dem ewig lebendigen VolkSgeiste gegenüber keinen Damm und Nechtütitel gelten läßt, — — alle drei, so himmelweit in ihren Zwecken verschieden, haben, die einen offen und ehrlich, die andern hinterlistig und verschlagen, dieselben Mittel für sich in Anspruch genommen, auf dieselben „letzten Gründe" sich gestützt. ES ist ein elender Vorwurf, den die Bosheit und Gesin» ungslosigkeit der Demokratie macht, als habe sie allein den Kampf M Geistes auf daS offene Blachfeld verlegt. Waö ist für ein Unter«
zwischen der Schilderhebung HeckerS und der mit 100,000 Ba- lenetten getragenen Oktroyirung einer Verfassung? WaS ist für ein n erschied zwischen dem Attentat auf das Frankfurter Parlament und er Sprengung der preußischen Nationalversammlung, deren Wahl- etz der König gegeben hatte, oder dem Mordanfall auf das deutsche Parlament in Stuttgart? Welcher Unterschied besteht in dem Auf- v L bü deutschen Südwestens zu Gunsten der ReichSvcrfaffung und L W'n$en .cine$ m't Wall und Schanzen, mit Kanonen und garnirten Preußischen Sonderbundes? Indem der König ^^ Kaiserkrone ablehnte, hatte er nicht etwa seinen w Cn ZU* Seite stehen, sondern die Ablehnung gründete sich auf d.e Verneinung der bestehenden Volkssouveränetät, eine Vernei- Crcn ®™il8er Rückhalt das herrliche KriegSheer war. Seit Lunae»''"^besteht die ganze Regierungskunst der Dynasten in Dro- Vvlksvert,-^^""ltigungen, Oktroyirungen, Standgerichten. Alle Ä Ä W die, zu deren Wahl das Wahlgesetz selbst WömuS "lassenes, aufgedrängtes war, hatten dem Absolu- f° lange ein Recht auf Berücksichtigung, als das setzt Berücksichtigung der Fürsten anerkannten, ■tianna der in Interim ist nur der Schlußstein der Vergc-
3' ^' « ^« klugen springende Gipfel jiner ewigen Gewalt
thaten zu Gunsten deS historischen Rechtes, der gottbegnadeten Hy. nasti'en.. 1
Und der ConstitutionalismuS? ES liegt freilich im Wesen teser Doctrin, die kein Fisch und kein Fleisch ist, die es mit dem oig fallenden Tropfen Wasser hält, der endlich selbst den Marmor hölen soll, eS gehört ganz zu^iwr lebensfremden, blutlosen Natur der ler- treter Dieser Lehre, daß sie die Appellation an die offene @e>alt zurückweist, daß sie zu ihrem Balanciren zwischen Ja unv Nein, ivi- schen Berechtigung und Berechtigung, zwischen Anspruch und Anssuch die sogenannte „lebendige Ruhe" fordert. DaS Jahr 1849 hat>em ConstitutionalismuS den ersten Grundsatz seiner Wissenschaft vergsen lassen. Die konstitutionelle Partei hat Schritt vor Schritt die Gewaltthaten der. Dynasten gutgeheißen, sie hat der brutalen Ueberâl- tigung der Ungarn, der Italiener, der Anhänger der Reichsverfaßng zugelächelt, sie hat für die Oktroyirungen, für die Auflösung der Kammern und Parlamente plädirt, sie hat keinen Augenblick Anhud genommen, den aewaltthätigen Regierungen Geld und Vertrauenâvta zu verwilligen. "Die konstitutionelle Partei hat entweder bübsch gehandelt, oder sie muß uns zugestehen, wie ihr innerster Gednke kein anderer war, als der: den Grundstein der konstitutionellen Stets, form zu legen, wie und wo es gehe, auf dem Wege der Bersche, der Vereinbarung, oder der (tzetvalt, der Revolution. Die konstitutionelle Partei hat keine andere ultima ratio für die Dsch- sührunq ihres Systems, alâ der Absolutismus, die Demokratie. Kne das Zugeständnis dieser Benutzung der Revolution zu Gunsten s^es letzten Zweckes hätte der Constitutional.Smus sich durch Jnconseqenz und Verläugnen seiner Prinzipien, durch Scheinheiligkeit und ©pe^b lederet so maßlos lächerlich und verächtlich gemacht, daß eine Pn- snng seiner „Ideen" vollends überflüssig wär.
f 3 Die Revolution ist die letzte Waffe aller P-rt°-en gewe'-d Und abermals fragen wir: Wer 'st S'eger geblieben? U constitutionelle Partei sicher nicht. Nicht dadurch, VaVsie auf bi
Iut;on recurrirte, sondern dadurch, wie sie eS that, ,ß sie * , v Dber hat die constitutionelle Parte» auf )em Selbe Mf den Barrikaden gestanden? Hat sie zur BerthndiMg ^ice, aus Anhänger aufgeboten, oder bie Soldner der ^«afrrf $«t 1« P„,„ M mit lem -»-n salbten gesiegt? Dit(n ^dern, mit >em ihrer Gegner ein Bundnlß g 1 h 93 a^ere Ga»n- Mächtigsten gegen den Mächtigern, un' Harsch unb Löten-
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