Dieses Blatt wird Dienstags, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) ausgegeben. Die Expedition befindet sich in der obern En- cengasse Nr. 132. Der Abonne- mentspreisistvierteljahrl. 18 Sgr.
Durch alle Prstämrer zu beziehen. Inserate aller Art werden ausgenommen u. die Spaltenzelle mit I Sgr., bei wiederholter Einrückung m. 8 Hlr. berechnet; dieselben sind in der Erpedition abzuge den, woselbst auch abvnnirt wird
„Naum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Einer freien^S«U!"
Ma 153
Kassel, Donnerstag den 27. Dezember
1849
Dic „Hornisse" erscheint in demselben Geiste, wie bisher, aber mit größerer Be- rüeksichtigung der politische» Nachrichten, auch im nächsten Vierteljahr, und zwar mit Ausnahme des Montags, täglich, zum Abonnementspreis von 24 Sgr für das Ouartal. Einzelne Nummern werden in der Expedition zu 6 Hlr. abgegeben.
Abonnenten für das nächste Vierteljahr erhalten das Blatt bis zum Schlüsse d. I. gratis.
Anzeigen aller Art finden durch unsere Zèttung die größte Verbreitung. Die Zeile oder deren Raum berechnen wir mit I Sgr. Unsern Abonnenten geben wir 25 pCt. Rabatt.
Die Redaction der „Hornisse".
Der neue Bundestag
hat sich nunmehr förmlich in Frankfurt etablirt. Der Herr Erzherzog-Reichsverweser , derselbe gute Mann, bei dessen Jnstal- lirung die besten Männer vor Freude und Jubel nicht zu bleiben wußten, den sie mit Böllern und Illuminationen begrüßten, hat initsammt seinem Reichsministerium die ihm von deutschen Volk übertragene Gewalt in die Hände der von den Fürsten octroyir- ten neuen Bundescommission niedergelegt. Die bei solchen staatsmännischen Acten üblichen Reden und Tischrücken sind bereits gehalten, dem letzten Rcichsministerium sind für die gez^ leisteten Dienste einige Orden nachgeworfen, Hr Jochmus hat die Einsetzung des Interims den Gesandten bei der Centralgewalt nolificirt, das Spiel ist also vollkommen gemacht, unter den Hut des revolutionären Erzherzogs sind die contrrrevolutio- nären Bundescommissare escamotirt. Die HH. Cubeck - Cüb'au, Schönhals , Radowitz und Bötticher werden Vie ihnen übertra- fjcne Gewalt, die Machtfülle des ehemaligen engeren Bundes- raths, gehörig auszubeuten, sie werden den besten Männern das Beispiel einer starken C e » t r a l ge wa l t zu geben wissen, die Gesandten der kleineren Staaten werden sich kindlichglücklich um den engeren Bundesrath zu einem weiteren zu- rechtiegen Der Unterschied, den der Februar 1850 gegen den Fsbruar 1848 in den deutschen Bundes-Angelegenheiten bringt, wird kein anderer sein, als den sich Herr Metternich schon längst ersehnt hat:
Eine starke Erecutive ohne die Gene der querköpfigen Könige, Fürsten und Fürstlcin.
Preußen und Oesterreich, die sich „des scheinbaren Haders mu6c ", ganz brüderlich in die Arme gefallen sind, werden nun ohne alle Umstände und ohne lange Verhandlungen und Jnstruc-
Usnsè inholunge»—Vw—letzten—Uobovrcstc der Revolution nieder- sâbeln. Die besten Männer glauben natürlich an so einen Ausgang nicht. Zwar verbergen sich die Organe dieser kindlichen Gemüther nicht, daß das Interim etwas Grausiges hinter ihm habe, daß es in der Bundescommission unter den Augenbrauen des Herrn v. Radowitz, des kalten Mannes mit dem „organischen Staate" und dem „zweifelhaften Ursprünge" über Nacht einmal wetterleuchten könne, daß über Nacht einmal in den Köpfen der militärischen Commissare das Ungewitter losbrechen könne, zwar versichert die Weserzeitung, cs sei ihr seit einiger Zeit gan^ unwohl gewesen, — aber beste Männer bleiben beste Männer, vor allen Dingen bleiben die Troßbuben der besten Männer unbeirrt in ihrer „ gesicherten Stellung. " Die hessische Zeitung wußte z. B. vor Hohn über den abgedankten Johann, vor Jubel über die „ starke Centralgewalt" keine Worte zu finden. Dieses Volk spürt den Teufel nicht eher, bis er es an den Haaren, beziehungsweise auf der Hausflur der Hölle hat. Dieses Volk ist so ehrlos und gemein, um an den Fingern die Gründe her- zuzählen, warum's hätte so und nicht anders kommen müssen, warum die Revolution nothwendig hätte niedergemeHelt und die fürstliche Gewalt restaurirt werden müssen. Dieses Volk fühlt nur mit seinen fürstlichen Gewalten. für die Gewalt des Volkes hat cs natürlich keinen Sinn und Verstand.
Ja, es ist wahr, die Revolution mußte zu Grunde gehen. Sie mußte zu Grunde gehen, weil sie eben mit Beihülfe der besten Männer vorgenommen wurde, weil man lieb, keine Muhe gab, die ersten besten Nerrälber aus der Reihe dieses Gelichter in Gewahrsam zu bringen. Sie mußte zu Grunde geben, 'vei das langmütbige Volk nicht glauben will an du ewige Unverbesserlichkeit, den ewigen Wortbruch, den ewigen Doltshaß gewu- ser angesehener Herrschaften, weil es Angst ,a , L ' ein gründliches Ende zu machen. Aber es ist Himmelichr.le ,