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Zweiter Jahrgang.
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M o r n r j j e.
„Raum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Liner freien Seele!"
W- 1Ä2. Kassel, Sonnabend den 22. Dezember 1849.
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Die Redaction der „Hornisse".
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Der preußische „Neichstag" und die Demokratie.
3.
Die gemäßigte Demokratie führt ferner für die Wahl nach Erfurt als Grund an, man müsse das Volk nicht seine politischen Rechte vergessen lassen. Eine jede Wahl namentlich sei ein zweckmäßiges AgitaLionSmitlel, um daS Volk vom politischen Schlafe zu erwecken.
Wir geben zu, daß jede Wahlagitation für das politische Leben aufregend und befruchtend wirkt, daß hier im Lokal« kampf der Parteien ihre Kraft sich stählt und ihr Prinzip sich klärt. Dasselbe aber gilt von der Agitation für Nichtwahl. — Daß man hierbei zugleich dem politischen JndiffcrentiSmus in die Hände arbeitet, ist schlimm; aber dem JndifferentismuS gegen Treue, Ehre und Wahrheit in die Hände zu arbeiten, rst ein Verbrechen.
Welcher Parteiführer, welcher Agitator darf eS wagen, vor dasselbe Volk zu treten, daS er vor wenigen Monden für die Reichövcrfaffung von Frankfurt zum Kampf auf Leben und Tod forderte und nun zum Verrath an derselben Verfassung zu mahnen? Wer darf dies wagen, ohne dem Meineid das Wort zu reden, ohne an Ehre und Manneswort zum Frevler zu werden, ohne die schaamlvse Feigheit und die Furcht vor dem Spruch der Gewaltigen heilig zu sprechen? — Und wer wird in spätern Zeiten es wagen dürfen, noch von Treue und Glauben zu sprechen, oder vom angestammten Rechte
der Völker, von der Hoheit der Nation und von der Größe deS Vaterlands? — O, es ist richtig; — es gibt dieser Schaamloscn, dieser unverbesserlichen Sklaven, die auf daS Machtgebot der Herrscher, die da den Leib tödten, — die Wahrheit in Lüge und die Lüge zur Wahrheit verkehren. — Lassen wir diese Schmach jenen Männern von Gotha. — Schon durch ihren Verrath ist daS Vaterland tief geschlagen. Reißen wir die blutenden Wunden nicht weiter. Lassen wir auf ihren Häuptern und auf dem Haupte der alten Zwingherrschaft allein den Fluch lasten, der Sittlichkeit Hohn gesprochen und Recht und Ehre zerbrochen zu haben. Lassen wir den Polizeistaat der StaatSbandite» und der Jesuiten sich in sich selbst zertrümmern.
Sprechen wir der Ehre und dem ungebeugten FreiheitS- muth das Wort, und seine Zeit wird sich um so schneller er- süllen.
Wir geben zu, daß die Kleinstaaterei vernichtet werden muß. Aber wir wollen die Entscheidung darüber von der freien Stimme des Volks gegeben wissen, wir wollen nun und niemals eine That, die wir für die Größe des Vaterlands mit freudigem Opfer vollbringen, auf das Kommandowort im Dienste und zu Gunsten des Despotismus vollziehen. — Wir wissen, daß nach dem ersten vergeblichen Versuch , das Volk über die Throne zu stellen und sie auf seinen Wink zu vernichten, die Throne in ihr angemaßteS Recht zurückgreifen, daS Volk nach ihrer Willkür zu richten. — , Wir wissen, daß wir dieser Willkür nicht entrinnen, daß wir die Beute tu Gewaltigen werden. Aber niemals soll diese Willkür unS zitternd sinken vor ihrem Henkerschwert, niemals bereitwillig, ^wa.c als Recht und Zwang der Körper als Hoheit über d»e Geister