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Sehnsucht nach den Opfern, seine Galgen sind errichtet, die Kugel ist im Lauf und daS Henkerschwert ist haarscharf ge­schliffen. WaS werdet ihr retten in Erfurt? Eure eigene Person, eure eigene schmähliche Freiheit in einem zweurn Klagenfurt", während eure ehemaligen Bundesgenossen der Tod dezimirt und der Kerker vernichtet. Oder glaubt ihr, für diese Bedingungen stellen, glaubt ihr im Rathe der Be­dienten der Freiheit eine Gasse öffnen zu können? Bedenkt, wir haben cs mit der preußischen Politik, mit der Dynastie Hohenzollern zu thun!

Die Bedienten von Gotha sprechen von Vertrauen in die Aufrichtigkeit der preußischen Machinationen , das war dumm, wenn es nicht feig war. Die sogenannte gemäßigte Demo­kratie hat mit der radikalen Hand in Hand die Schale ihreS Zornes und ihrer Verachtung über jene Sklavenseelen ergossen, sie hat mit der radikalen Partei die preußische Ehrlichkeit, die neupunischc Treue im Dienste deS Königs gegen Gott und Vaterland verspottet und verlacht und daS blinde Vertrauen gebrandmarkt. Warum will sie sich in daS Lager der Schlange begeben? Sie hofft die Schlange zu überlisten! D:c>e Taktik ist falsch. Wo die offene Volks,chlacht wüthet, Mann gegen Mann, kommt die Kriegslist zu spät. - Oder glaubt die gemäßigte Demokratie, die Schlachr, die Revolution sei zu Ende, und es gelte jetzt nur, sich zu salviren vor der Kriegosteuer und der Brandschatzung?

Die s. g. Gemäßigten, die Männer derundemokratischen" Zweckmäßigkeit, täuschen sich hierbei wie immer, wenn sie die Energie und den Kampfesmuth des Volkes abschätzen. Keine Flammen steigen aus dem finstern Krater , aber drinnen wohnt die schaffende Gewalt" und lodern die zürnenden Elemente. Dumpfe Erschütterungen und die Blitze der Nacht »erfüllten es. DaS Meer geht hoch; daS Wetter ist nicht im Schwinden ; eS zieht heran!

Wer nach Erfurt wählt, wer nach Erfurt geht, verläßt die Reihen der Kämpfer er ist für den neuen Streit ver­loren, den er selbst aufgibt. Er wird zum Feind des Volkes, dessen Freiheit er seinen Henkern als Opfer entgegcnlrägt. Die Demokratie verstößt ihn! Er ist gerichtet!

G. Kellner.

) Das Urtheil Napoleons über Prcußcn im Kncgslüllctin vom 8. Ok­tober 1 SUI), tatirt von Bamberg , vor der Schlacht von Jena, lautete: Stets stand Preußen in Opposition gegen das deutsche Reich, und wenn das litztere in Kriege verwickelt war, so unterhielt Preußen Frieden mit den Feindln Deutschlands. Die Verträge d.S Berliner Hvseè mit Oester- reich wurden nie gehalten, und stets ging das Trachten PecußlNs dahin, andere Machte zum Kriege zu reizen , um bei den Friedensschlüssen sich alle Vortheile zuzueignen." Jetzt will Preußen das Reich se bst sein. Das Verhallen zu O.sterreich ist heute noch ebenso; die Lppvsilwn gegen das Reich besteht jetzt darin, daß Preußen das Reich sein will und d>n Wisse- stand der Andern als Opposition gegen das Reich ausgibt. Preußen ist nur Oesterreich ebenbürtiger geworden in Ansprüchen und Intriguen.

Das SchuUchrerscminar zu Homberg.

I.

Motto: Wehe euch Pharisäern, daß ihr gern oben an sitzet in den Schulen, und treibt ge: zrüß.l sein aus dem Markle

Wehe euch Schriftg-lehrten und Pharll U 'eiern, ihr Heuchler, daß ihr seid, wie die verdeck.kn Todtengräber, darüber die Leute laufen und kennen sie nicht."

(Evangelium Intas, Cap. 11,

Vers 4.1 u. 4 t

Schon früher war in diesem Blatt die Rede von den Feinden der Schule, der eingefleischten Büreaukralie und der absolutistisch - mystischen Pfaffenwelt. Das sind die Feinde, welche da draußen die Kette schmieden, um das ganze blühende Leben deS freien Geistes zu würgen, zu dessen üppigem Pflan- zeuwuchS der schaffende Geist des Jahrhunderts die heilige

Stätte der Schule geweiht hat. DaS sind die Feinde, welche das Schwert der Gewalt schwingen über die sprossende Saat, die aus dem Blut der Freiheitsmärtyrer, von Wikleff und Huß herab bis auf Robert Blum, emporgeschossen.

Wir kennen sie! Wir rüsten zum ^T o d e s k a m p f mit den Feinden der menschlichen Kultur und der Sitte. In den Kampf, den die Aufklärer des vorigen Jahrhunderts begonnen, den die Rationalisten und die Männer der humanen Bildung bis auf untere Tage fortgesetzt, - in diesen Kampf werden früher oder später die Männer der rabtcalcn Freiheit eintreten. wird eine andere Schlacht werden, dieser Tag des Seins oder Nichtseins der Finsterniß. Unsere besten Waffen rüsten wir, un;ere schärfsten Blitze halten wir bereit für diesen Tag der Vernichtung.

Die geschlossene Phalanx der Feinde der Gottheit, die schon das junge Geschlecht dem Moloch der Dienstbarkeit gegen menschliche Satzungen auf dem Altar deS Blindglau- benö schlachten will; die schon daS feurige Herz der Jugend dem Strahl der Wahrheit und der Erkenntniß verschließen will, um die Erwachsenen desto besser zu knechten, - die auf den Gefilden des Lebens ihr Kreuz von Golgatha errichtet, um auf dem Grabe der Freiheit ihr schwelgerisches Todtenmahl zu feiern: allen diesen dunklen Schaaren der Jesuiten, Ul- h'amontanen , Pietisten und Mystiker ewiger Krieg, bis sie stürzen von ihren selbsterhöhleu Sesseln in Kirche und Schule, bis dieses lügnerische Gewürm verschwunden von Gottes schöner blühender Erde.

Ihre eiserne Hand, die mit krampfhaftem Zucken auf der Volksschule lastet, muß von dieser selbst mit jugendlicher Kraft abgeschleudert werden. Und soll dies gelingen, so muß vor Allem die Ratter, welche die Schule an ihrem eignen Busen nährt, vernichtet werden. Richt bloS von Außen unter- wuhlt der Feind daS neue Leben. Im Innern selbst hat sie ihr Lager, um die frischen Säfte von Neuem mit ihren gif­tigen Säften zu verderben.

Der größte Feind der Schule ist in der Schule selbst. In der Hand der Derräther liegt bie Erziehung der Lehrer nach wie vor, in der Hand der Verderber ruht damit daS Herz der Jugend und die Zukunft deS Vaterlands.Oben an sitzen sie in den Schulen ", die Pharisäer, in dem Semi­nar zu Homberg, Heuchler und Schriftgelehrte, deren ganze Vollkommenheit darin besteht, daß sie in demselben Grad nicht gelehrt sind, wie sie zu heucheln verstehn, blinde Werk­zeuge, die nicht einmal die Berechtigung der Kraft für sich haben, sondern nur die der Dummheit, blinke Werkzeuge in der Hand ihrer Gewaltigen, denen sie nicht die Schuhric- men zn lösen würdig sind, in der Hand eines Gerlach, Hengsten­berg und Vilmar. Roch haben sie nicht begriffen, daß ihre Zeit vorüber ist. Lt och glauben sie durch elende Adressen an den Fürsten und durch ein, ebenso gründliche Unwissenheit wie Arroganz zeigendes Blättchen:die Lehrerftimmen", die Lehrer, auf deren geistigen Ruin sie in ihrem Seminar hin- arbeiteten, auch aus der Ferne entsittlichen zu können. Ihnen begreiflich zu machen, daß sie Nichts sind, ist unmöglich. Be­griffe sind ihnen fremd. Sie müssend fühlen.

S t a n d e f i tz n n g.

(Am 13. December.)

(Schluß.)

Hildebrand rügt, daß die verschiedenen möglichen Dck- kungomiltel nicht erwogen seien im Bericht (den er für den abwesenden Ne beltbau vorgeiragen). Emission von Papier­geld, Staatsschatzangriff, verzinsliche Anleihe Papier­geld haben wir bereits 2! Million, ist nicht zu viel denn