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Fweiter Jahrgang.

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Die

Hornisse.

Naum, Ihr Herren, 6ein Flügelschlag Einer freien Keele!"

Äi- 131

Kassel. Dauacrstag den 20. Dezember

1849.

Zur R a ch r i ch t!

DieHorniffe" erscheint in demselben Geiste, wie bisher, aber mit größerer Be­rücksichtigung der politischen Nachrichten, auch im nächsten Vierteljahr, und zwar, mit Ausnahme des Montags, täglich, zum Abonncmcntspreis von 24 Sgr für das Quartal Einzelne Nummern werden in der Expedition zu 6 Hlr. abgegeben.

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Die Redaction derHornisse".

Der preußischeReichstag" und die

Demokratie.

Der zweite Hauptgrund, den die Männer der Zweckmäßig­keit und der Interessen " für eine Betheiligung an der Wahl zur Erfurter FestungSgesellschaft angeben, besteht in der höchst tapfer klingenden Phrase, man müsse jede, auch die geringste Position festhalten, in dem AbschlagezahlungSschrei: Besser EtwaS, wie gar Nichts. Es seisehr leicht, sich pas­siv zu verhalten, aber sehr schwer, gegen die persönliche Neigung zu kämpfen und zu ringen, blos auS Pflichtgefühl; und darum sei eS erhaben und verdienstlich. Man hat selbst von gewisser Seite sich nicht gescheut: Stuttgart mit Erfurt zusammenzustellen und zu behaupten, daß die­selben Gründe für die Frohnveste sprächen, welche die Nationalversammlung nach Stuttgart geführt: zu retten, was zu retten ist.

Hinter all' diesen Phrasen liegt der verschwiegene Ge­danken: in der Politik giebt eS keine Ehre. Ja, cs ist wahr, in der Politik, die bis jetzt die europäische Welt beherrschte, ist die Ehrlichkeit Dummheit, die Auf­richtigkeit Verrücktheit. In d i e se r Politik ist daS Vertrauen eine Abgeschmacktheit und die Treue unter Erwarten der Gegentreue ein Gegenstand unauslöschlichen Gelächters. Mit dieser Politik haben wir nichts mehr zu schaffen. Mit ihr hat das Volk gebrochen zur Stunde der Revolution.

Gegen sie hat die Demokratie daö Schwert gezückt, und nur die Gewalt hat eS ihr entrungen. Wer sie anerkennt, wer mit ihr unterhandelt, zählt nicht zur Partei deS Volkes; er schließt von Neuem den Bund mit dem Erbfeind der Frei­heit. Und Jeder, der der preußischen Oktroyirung die Hand reicht, schließt diesen Bund und wird ein Feind deS Volkes.

Der ehrlosen Politik, der alten Diplomatie, der Kunst, die Gedanken zu verheimlichen und die Stimme deS Herzens zu ersticken, dem Gewerbe der äußerlichen, der interes- sirtcn Scheinehrt, der besternten und bekrönten StaatS- lüge setzt daS Volk eine neue Politik entgegen, die Poli­tik der Wahrheit, der Volksehre, der ewigen Treue an den GeniuS der Freiheit, und deS Hasses und der ewigen Ver­folgung gegen die alte Staatslügen- und Betrugskunst.

Das ist das Wesen der neuen Zeit. Wer ihm untreu wird, gehört zur alten.

In Stuttgart machte man den letzten Versuch, das Banner der deutschen Nationalhoheit zum Siege zu tragen Wer wagt es, diese Heldenthat zu vergleichen mit dem Skla­re nopfer. das in jener Frohnveste der gleisnerischen Despotie der Hohenzollern bereitet wird?

Dieö Opfer ist kein neuer Streit, eS ist die Entsagung, eS ist keine Stellung mehr, eS ist die Auslieferung der Frei- heit. Im eigenen Heere, im Dienste des streitenden Prinzips ist die Rettung des Kämpfers, die Unterhandlung im Lager deS Feindes ist die Gefangenschaft, ist der Görgeysche Ver rath an den Streitgenoffen. WaS gedenkt ihr zu retten in Erfurt? Wer daS Prinzip verräth, ist abhängig von der Gnade deS Siegers, und seine Ketten klirren schon längst vor