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Dieses Blatt wird Dienstags, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) ausgegeben. Die Erpedi- tion befindet sich in der obern En- lengasse Nr. 132. Der Abonne­mentspreis ist Vierteljahr!. 18 Sgr.

Lweiter Jahrgang.

Durch alle Postämter zu bezie, hen. Inserate aller Art werden ausgenommen u. die Spaltenzeile mit I Sgr., bei wiederholter Ein- rlickung m. 8 Hlr. berechnet; diesel­ben sind in der Expedition abzug«, den, woselbst auch abonnirt wird.

Die Mornisse.

Naum, Ihr Herren, dem Flüzellchlag Liner freien Seele!"

M- ISO» Kassel,? Dienstag, den 18. Dezember 1840»

Mit dem Jahr 1850 werden wir unser Blatt täglich erscheinen lassen. Wir hoffen damit unserer Partei einen entschiedenen Dienst zu leisten, namentlich unsern Freunden in Kurhessen. Mit dem alten Muth, mit erneuerter Kraft werden wir auf erweitertem Kampfplatz die tägliche Schlacht schlagen und annehmen.

Unser Banner bleibt dasselbe: die Wohlfahrt und die absolute Freiheit des Volkes, die demokratisch-soziale Republik. Unser Schwert gegen die Lüge des verrotteten Staats und der demoralisirten Gesellschaft ist die rücksichts­lose Wahrhaftigkeit, unser Schild der Spruch der Gerechtigkeit:Freiheit, Gleichheit und Brüderlich­keit!" So führen wir den Kampf fort nicht im Abstrakten blos, sondern Mann gegen Mann, Auge in Auge, Brust an Brust, so lange uns zu kämpfen vergönnt ist. Und wenn wir fallen im Streit, so erfüllen wir nur unsere Pflicht.

Wer geben dieses Blatt als Probeblatt für die zukünftige Einrichtung der Hornisse. Eine Vergrößerung des Formats (vom neuen Jahrgang an) wird uns eine noch größere Vielseitigkeit erlauben. Wir werden die neuesten Tagesereignisse bringen, worin wir durch die Erwerbung von Correspondenten in Paris, Berlin und in der Schweiz unterstützt werden, und fortwährend leitende Artikel beifügen. Die Verhandlungen der Ständekammer, sowie etwaige Gesetzvorlagen sollen so vollständig als möglich mktgetheilt werden. In einem Feuilleton soll für gediegene Unter­haltung Sorge getragen werden.

Unsere Frennde rufen wir zur thätigen Mitwirkung auf durch ihr Abonnement und durch ihre Betheiligung als Mitarbeiter unter Zusicherung eines angemessenen Honorars.

Kassel, am 17. Dezember 1849. Die Redaktion.

Der preußische Reichstag und die

Demokratie.

1.

Für die radikale, für die social-demokratische Partei ist die Frage längst entschieden, daß nicht nach Erfurt gewählt wird. Die Entscheidung verstand sich von selbst. Hier die unbedingte Volkâsouveränetät niedergelegt in einer eben be­schworenen bildungsfähigen Verfassung, geheiligt durch die Jugenderinnerung an die erwachte Hoheit der deutsche» Na­tion, dort die Willkür deü Despotismus, die unter dem Schein liberaler Formen die Vergrößerung eines Sonder »Reichs und die Selbstverherrlichung einer verhaßten Dynastie vorbereitet. Hier ist keine Frage! Es ist die heiligste Pflicht dieser bru­tal unterdrückten Partei, daâ Banner ihres lautern Prinzips gerad in den Tagen der allgemeinen Ehrlosigkeit, der Rechts- Verwirrung und der Schande hoch und frei zu entfalten und es stolz und unbeugsam voranzutrageu, als Zeichen der Ehre,

der Treue und der Wahrhaftigkeit; eS ist ihre heiligste Pflicht, durch lauten, offenen Protest Trug und Lug zu brand­marken, als daS, was eS ist, damit in dieser dunklen Nacht des Vaterlands ein klarer, leuchtender Stern Hoffnung und Trost verheiße, damit ein hohes Ziel der Leiter fei und bleibe durch die verschlungenen Pfade der Gegenwart.

Die Partei wird handeln, wie eS ihre Pflicht gebietet. Sie müßte so handeln, und wenn daS Beispiel der Sittlich­keit und der Ehre, daS sie sich selbst und dem Volke schul­det , über Trümmer von Staaten, über Barrikaden und Lei­chen führte, sie müßte so handeln, und wenn damit die Zer­splitterung der Nation verlängert würde, und daS Ziel der Einheit zu verschwinden schien. Eine Nation ohne Ehre, ist der Spielball ihrer Zwingherrn und der Hohn ihrer Feinde; für sie gibt weder ein Vaterland, »och eine Freiheit. Eine Nation ohne Ehre ist Nichts.

Aber die Partei ist sich bewußt, daß in diesem Falle die Entscheidung, die daS Prinzip für sich gibt, mit der Zweck­mäßigkeit und der Politik Hand in Hand geht.

DaS giebt sie den Männern zu bedenken, welche unter dem Aushängeschild der Demokratie große Neigung verrathen,