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Die Propofinon der Staatsregierung, betreffend die Er- Höhung der Normalgehalte für die Gränzjäger, wurde bis zur Berathung deâ Budgets zurückgelegt.

Für den Bau der Eisenbahn wurden abermals 1,000,000 Tbaler verwilligt gegen eine Stimme , wobei aber der Regierung aukgegeben wurde, eine Betheiligung des Staats­schatzes eintreteu zu lassen. Hr. Wippermann bemerkte bei der Gelegenheit, daß die Bahn bis Wabern vom 19. d. M-, bis Trevsa vom 2. k. M. an befahren werden solle. Hr. Gräfe meinte, es sei weltbekannt, daß Bau und Verwaltung der Babn zu lururiös waren, er würde daher auch einen Antrag auf Untersuchung der Sache stellen, wenn er nicht wüßte, daß Bau und Verwaltung der Bahn nicht zu lururiöè wären. Auf diesen logischen Knopf, den Hr Gräfe dem Vorstand deâ Finanzministeriums setzte, bemerkte Hr. Wippermann, zu lururiöS sei wirklich nicht verfahren, es sei Alles ganz an­ständig. Eine Untersuchung der Sachlage würde nur dazu führeu, daß die Bahn noch theurer zu stehen komme. Man kenne solche Geschichten. (Wäre diese Bemerkung von Hrn. Motz gefallen, so würde der ganze Froschteich gequakt habe».) Uebrigenâ sollte und müßte die Babn mit der beantragten Million und noch circa ein paarmalbunderttausend Thalern fertig gebaut werden. entstand sodann eine interessante Debatte über unsern Staatsschatz, die sich aber ganz collegialisch und cordial dahin verlief, daß Hr. Wippermann das Gewicht seiner Wünsche eiolegke und Hr. Weinzierl vollständig verlegen wurde, als fich zeigte, daß sein Antrag dem Hrn. Wippermanunnicht so lieb" wäre, als der deS Hrn. Wolf.

Hr. Gräfe gab übrigens auch folgende» natioualökono- mischen Satz zum Besten:

Ein Staat sann ohne Schaden soviel Papiergeld emittiren, daß sein Werth die Hälfte der Staatâ- einnahme beträgt."

Dürfte« wir vielleicht Hrn. Gräfe fragen, vor welcher SüutSutb er seine «atloualökosomischcu Studien gemacht hat? Hr. Gräfe beantragte zu Ehren seines anlediluoiaoischeu Grundsatzes tie Erdoduvg unseres Papieres um 500,000 Thlr.

Hr Wiv vermass versprach, nächstens eine berujigenbe Erklärung hinsichtlich seiner Divvermännerchen in die Welt zu schicken. (Sehr dankbar, hilft aber nichts.)

Hierauf trug Hr. Gundlach darauf an, das vropvairte Grundütuerze'etz en bloc anznuehmen. ES sei süperbe, pa- role dhonneur. Hr. B a y rhosfer trug darauf an, das propvuirt« Gruudsteuergesetz en bloc zu verwerfe». Die Sache glich fich also aus, und blieb vorläufig in ihrer Lage.

Ansichten -cs Hrn. Professor Wagner in Göttingen über die Demokratie.

., Unsere Fürsten mit sammt ihren Räthen , Stände» und Diplomaten gefallen mir nicht. Die S allköpfe von De­mokraten aber haben vollends dem Volke weiß gewacht, daß es ungeheuer gescheidt sei, statt daß man ihm nichts Heil ameres einrede» könnte, als die Ueberzeugung, daß die Ge'cheidtheit so nothwendig brauchen könnte, als daS liebe Brod. Die'er T«mokratenfchu»d muß nieber, wenn die Welt nicht ein Schweinestall werden soll. Die Sol­daten find noch allein wem Trost, unb ich wollte, ich wäre einer. We.l'â die besten stad, werden sie auch noch eine Zeülang herrschen, das ist eine Raturnolhweudigkeit. ES ist am besten, daß man sich im Feldlager aafhâlt, wo man seine Vernunft gefangen giebt unter den Gehorsam, und den Herrn General und unsern Herrgott sorgen läßt und so unvernünftig drein schlägt, als nur kreuzmöglich."

Profefforenanfichten! Hr, Wagner ist nicht verrückter, als die meisten andern gelehrten Herren dito.

Der Jahrestag der Mondkalb-wahl in Frankreich ist still und ftiedlich, wie der Geburtstag eines deutschen Fürsten vor übergegangen. Nicht einmal die Course sonnten fich überwin­den, eine bestimmte angemessene Haltung anzuuehmcu.

Bei Gelegenheit eines Baskets gab Hr. Louiâ Napoleon die Erklärung, daß er und die Nationalversammlung gleichen Ursprung, gleiches Interesse und gleichen Zweck hätten. DaS heißt: die Nationalversammlung ist vom Volke gewählt, nm daS Programm, daS in dem Namen Napoleon liegt, auszuführen. Daâ Unangenehme ist, daß daâ Volk unter ber' Hand etwas changirt, und zwar in'â Rothe".

In Baden läßt fich mit dem Volke nicht mehr regieren.

I» Sachse» läßt sich mit dem Volke nicht mehr regieren.

In Würtcmberg läßt sich mit dem Volke nicht mehr re­gieren.

In Darmstadt läßt sich mit dem Volke nicht mehr regieren.

Selbst in Siegmaringen ist eine solche Regierung nicht mehr möglich.

Und doch hat man in fürstlicher Huld und Gnade alleâ Mögliche gethan, um eine Regierung mit dem Volke möglich zu machen. Man hat das Volk gestandrechtet, decimirt, ge- stockprügelt, eincafemattet, gemordet und todtgeschlageu. Da Alles »ichtS geholfen hat, bleibt den Gesalbte» uichtâ anders übrig, als nunmehr gegen daS Volk z» regieren. Der Herr schütze uns!

Die Berliner Areuzzeilunz nennt Herrs Basrhcffer de« hessisches Oberwühler, das Ministerium Brandeoburg- Masteusse! Svitzbubr», Räuber n nb Communisten, die Ge'chwocseszerichte verrückte Märzerruu ge»schaftc» und die preußischen Kammer» Natürlich ü la Reform eine Gaunergesell schaft, bei der eS nur zu bedauern fei , daß seine Demokraten brautet wäre».

Hr. Grâfe, der Mann der Interesse», erklärt es in fei­ne» LandtazSblall für dir spezifische Aufgab« der Demokraten, sich zu versöhnen Unter solche» Umstäsdes ist's freilich recht angenehm, Demokrat zu sein. Es gehört nur die bibli­sche Begabung dazu, nach dem erste» Fußtritt auch des zweite« z» fordern.

Derselbe Hr. Gräfe ist sittlich entrüstet über die Berwir- rung der sittliches Begriffe bei der extremen Partei. Am fa­talsten ist ihm die Charakters erâ uderuug des Herrs Raveaar. weiland Märzsereinler unb BerföhuungSchnst. Herr Raseaar soll nämlich gesagt haben: weun'S einmal wieder loSgiag, werde der Hanf theuer werden (soll heiße», rasa werde ein wenig gestandrechtet unb sich revangirt werden) " Sollte Hr. Gräfe vielleicht ein Interesse an billigem Hsr' habe«?

Wir bitten alle diejenigen, die auf di« zweüe Bürgermeister- stelle rejleftiren, sich baldigst zu melden. Der Gehalt wird durch Simpel» gedeckt.

Ich unb meine Kinder melden sich zu keiner StaatsfteÜe- Eise städtische ist aber so übel »ichl. Stadtfiwpel» siad keiae Sttucrsimpelll. Henkel.

( B erläge-)