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,, Uoum , Ihr Herren , dem Flügelschlag Liner freien Keele!"
W- IMS» Kassel, Donnerstag, den 13. Dezember 1849.
Zur Rachrècht!
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Die deutsche Zeitung und das Capitel, von der Treue zu den Fürsten.
n.
(Schluß.)
Die Revolution von 1789 war cs , die nach den Tagen der „Ausbreitung des Christenthums", der festgestellten, mit Bann und Ketzergerichten behaupteten Glaubenssätze, nach den Tagen der päpstlichen Größe, der „katholischen Kirche", die ferner auch nach den Tagen des lutherischen Attentates, der durch Blut und Kampf besiegelten Empörung gegen daS Dogma, gegen die Kirche, — die französische Revolution war eS, die zuerst wieder auf die einfach menschliche, gesellschaftliche, irdische Seite des Christenthums zurückkam, die zuerst die Worte: „ Freiheit, Gleichheit!" auf ihr Banner schrieb, Worte, von denen fortan nicht wieder loszukommen ist, deren Inhalt sich immer weiter und weiter enthüllen wird, die zuletzt die ganze Welt resormiren, die ganze Welt zu Bekenner» des Christenthums machen werden. Die französische Revolution ist nicht etwa ein vereinzeltes, zufälliges Faktum, sie ist ein Glied in der Kette der christlichen Civilisation, sie ist der Anfang des irdischen, menschlichen Christenthums, desselben Christenthums, das achtzehnhundert Jahre der Welt nur seine himmlische, mystische, ideale Seite offenbart hat.
In dieser zweiten, praktischen Periode deS Christenthums sind nun keine Kasten und Stände, keine angestammten Rechte und Vorzüge, keine angestammten Fürsten und Herren, folglich ist auch keine Treue mehr zu diesen abgethanen Dingen möglich. Der
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Die Redaction der „Hornisse".
christliche Gedanke reißt daS Herz mit Gewalt von seinen Gewohnheiten und Sitten; die Macht der Vernunft spottet der Restauration der Unterthancngemüthlichkeit, die Kraft deS Geiste» lockert von Stuude zu Stunde, von Tag zu Tag unmerklich die Banden der ersten Periode des Christenthums, — keine Macht der Welt leimt diese gelösten Verhältnisse wieder zusammen, verpflanzt die Sitten der überwundenen Tage in die Tage der Gegenwart. Die konstitutionelle Partei, welche es versucht, gräbt ihr eigenes Grab, beweist ihre Bornirtheit, ihre Wissen- schaftSlosigkcit, ihre Heuchelei und Inkonsequenz. Oder ist der konstitutionelle Staat nicht gerade die erste theoretischeAufhe- bung der ersten Periode des Christenthums? Sind seine Fic- tionen nicht gerade die ersten Plünderungen der alten Zeit, die nothwendige Aufhebung ihrer Glaubenssätze? Ist nicht die konstitutionelle Treue, der konstitutionelle Fürstenbegriff gerade schon die Verneinung der eigentlichen Treue, deS eigentlichen Fürsten? Ist cs nicht lediglich Feigheit, Angst vor der eignen Idee, Angst vor der galvanischen Kraft der gemordeten Gewalten, die der konstitutionellen Partei bestehlt, mit Ausflüchten und Fictionen, mit Scheinheiligkeit und Lüge, mit Hypothesen und Gauklerkünsten den begangenen Mord zu bemänteln, die Wahrheit, daß eine neue Zeit angebrochen sei, zu übertünchen?
Der Angriff auf die Fürstenherrschaft ist nur daS erste Attentat der neuen Periode. Er mag tausendmal zurückgeschlagen werden, am Ende werden die Fürsten dennoch vernichtet. Die Anmaßung der Aristokratie und damit der Fürsten ist die brutalste von Allen, eine Anmaßung, die selbst dem Blödesten in die Augen springen muß.