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Wie Hornisse.

Raum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Liner freien Keele!"

RE 147.

Kassel, Dienstag, den II. Dezember

1849.

Die deutsche Zeitung,

daS fünfbeinige Schandblatt des Edlen von Gagern, daS Evangelium der gesummten konstitutionellen Partei, offenbart uns zum Schluß deS Jahres noch einmal sein innerstes Ge­müthsleben und hält halsbrechende Vorlesungen über die deutsche Treue. Die Gesinnungsgenossen desselben Herrn Matthy, der die Treue gegen seinen Freund durch brudermörderischen Verrath bekundete, die Freunde desselben Herrn von Gagern, der die Treue zu seinem Vaterlande dadurch bewiesen hat, daß er sich nicht, wie er versprach, mitten zwischen die Ba­jonette des Bürgerkriegs warf, daß er nicht, wie er gelobt hatte, an die Durchführung deS Werks der Nationalversamm­lung Gut und Blut setzte, die Cumpane desselben Herrn Bas­sermann, der auS Angst vor den Berliner Gestalten die Treue zu seinem eigenen Kinde nicht drei-, sondern tausendmal ver­leugnete, diese löbliche Sippschaft, deren ureigenster TypuS eben die Gesinnungslosigkeit, die Feigheit, der Meineid und der Verrath ist, scandalisiren sich jetzt in ihrem Organe über den Mangel der Deutschen an Treue zum Fürsten , zum Vater­lande, zu--ihren Freunden. Die löbliche Sippschaft ist entrüstet über den frevelhaften Abfall der christlich-germa­nischen Nationen von jenendeutschen" Männern,dre den überströmenden Wogen des Umsturzes einen Damm entgegen­gesetzt haben",deren Treue, Einsicht und Festigkeit die Für­sten die Abwendung einer grenzenlosen Anarchie verdanken", diezu Ministerposten berufen" jetztvon Unten Verleum­dung , Verhöhnung, Beschimpfung und Verfolgungen jeder Art" undvon Oben Widerwillen, Groll und Haß" zu dul­den hätten. Wir wollen diese sittliche Entrüstung " etwaö näher betrachten.

Zunächst acceptiren wir bestens das Geständniß der Edel­sten aller Edlen", daß sie so ziemlich auf allen Seiten in Miß­kredit gekommen, von allen Seiten mit Fußtritten traktirt sind. Offenheit ist unter allen Umständen eine Tugend! DaS Ge­ständniß ist um so lobenswerther und wichtiger, alö es ein vollkommen glaubwürdiges, mit allen Gründen belegtes, ein detaillirteS, umständliches, nach Innen und Außen logisches ist. Die mißhandeltenVaterlandsretter" rechtfertigen nämlich die Verachtung , die ihnen daS Volk zu Theil werden läßt, durch daS Zugeständniß, daß die Fürsten ihnen ihre dermalige Eristenz d. h. ihren SäbelabsolutiâmuS zu verdanken hätten; sie recht­fertigen andererseits den Groll und Haß der Fürsten durch ihre Frechheit,sich seit Jahren den freiheitsfeindlichen und unna­tionalen Gesinnungen von Oben widersetzt zu haben". Die glorreichen VaterlandSretter haben sich den Dank des Volkes

und der Fürsten verdienen, sie haben den Hirsch und den Adler fangen wollen, und haben sich naturgemäß mit beider­seitiger Verhöhnung begnügen müssen, sie haben auf beiden Schultern getragen und werden dafür von beiden Seiten mit Verachtung behandelt. Statt sich über das Schicksal zu beschweren, statt flennend und kriechend den Fürsten vorzuwer­fen, daß manals Netter willkommen" gewesen sei, und nun nachgeleistetem Dienste" entlassen wurde, statt die­ser schmutzigen, geschmacklosen, unverhüllten Gereiztheit über das fürstlicheEntledigen" von denRettern der Für­sten", statt der winselnden, wimmernden, um Wiederaufnahme in denDienst" bettelnden Anfrage, ob sich die Fürsten, statt auf ihre Retter, wieder auf eine starke Militärmacht" stützen wollten, würde denEdelsten" die Ueberlegung wohl ange­standen haben, welcher Unterschied zwischen ihnen und gewissen bösen Geistern" in Theaterstücken bestehe, die auch nach ge­leistetem Dienste regelmäßig en Canaille behandelt und nicht wieder zu Gnaden angenommen werden.

Wir acceptiren das Geständniß der liberalen Sackhüpfer, daß sie abgethan seien, und betrachten ihre Abhandlung über die Treue nur noch als einKlaglied auf den Trüm­mern " ihrer Partei.

I.

Also das deutsche Volk entbehrt der Treue zu seinen Für­sten? Ohne Zweifel. Die konstitutionelle Partei gesteht selbst zu, daß daS eigentlich garnicht zu verwundern, vielmehr ganz natürlich sei. Sie bekennt, daß der Name der Treue miß­braucht worden sei, um damit jenes schaamlose System der vergangenen Jahre zu rechtfertigen,ein System der Will- kühr, der Unterdrückung, der Rechtlosigkeit", ein System, daS allen Mannes- und Bürgerstolz ertövtet, alles Mark deS Volkes vertrocknet hätte" , sie bekennt, daß die Forderung der Treue mißbraucht worden fei, um den Unterthan zu knech­ten, willen- und geistesloS zu machen, ihn zum Hunde zu er- niedrigen, ihm alle Schande und Schmach, jedes Opfer durch Duldung jeder Mißhandlung zuzumuthen, sie gesteht ein, daß das Fürstenregiment der letzte» Zeit ein offener Treubruch, ein Hohn auf daS alte Verhältniß der Deutschen zu ihrem Führer, eine Verspottung des Verhältnisses des Vasallen zu dem Lehnsherrn gewesen sei, sie leugnet nicht, daß unsere Zustände total veränderte sind, die alte Treue in der alten Weise nicht wieder herzustellen ist. Die konstitutionelle Par­tei hat guten Grund zu diesen Bekenntnissen und Eingeständnis­sen. Oder wer war eS, der seit 30 Jahren rast - und ruhe­los den Lehnsstaat, den Staat der persönlichen Hingebung,