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ehrlosesten Mittel bediente. Die Reaktion hat nie andere- gebraucht, und oft genug mit dem schönsten Erfolg. Nein, weil man sich cüju erbärmlicher, allzu dummer Personen bediente, Personen , denen der Schmutz der niedrigsten Interessen auf der schaamlvsen Stirn geschrieben stand, denen die Lüge auf den Lippen und die Thorheit auf der Zunge saß.
Die Ncaknonöpartei des Jahres 1849 hat damit gezeigt, daß sie dun m ist, dümmer, als ihre alten Lehrer, als die alten Großmeister vom Stuhle der geheimen Inquisition, der Ketten- und Kerkerstrafen. Aber freilich, ein Etwas von unberechenbarer Macht unb Gewalt verdirbt ihnen das höllische Spiel, ein Umstand, den die Georgi's, die Dvring's und Kuhl'S, die Wangemann' s , Robert's, Eggcna's u. s. w. nicht zu fürchten brauchten, — d i e O e ffe n t l i ch k e i t des Gerichtsverfahrens. — Noch ist das menschliche Geschlecht nicht so bodenlos verdorben, daß cs der Verworfenheit der Seele und der Sitten Beifall zuzujauchzen wagt, wenn die Männer der Ehre und der Wahrhaftigkeit dagegen ihre strenge Stimme erheben. — Wer würde cs gewagt haben, einen Weidig zu verdammen, wenn vor dem klaren Licht der Sonne seine bestochenen Verfolger und sein wahnsinniger, schaamloscr, unmenschlicher Kerkermeister ihr Innerstes hätten enthüllen müssen.- Wer hätte cs gewagt, jenen Jordan dcr damaligcn Zeit schuldig zu sprechen, wenn ihm gegenüber der Mord als gedungener Ankläger gestanden und die Ehrlosigkeit als Peiniger und Untersuchungsrichter.
Ein Kuhl, ein Döring, ein Ohm und ein Gödsche sinken sich überall, ein Gericht jedoch, daS ihrer Stimme Gehör schenkt, eine öffentliche Gewalt, die auf ihre Denunziationen wohlgefälligst eingehend die edelsten Männer der Nation zu den Verbrechern wirft und dem Kerkerbüttel überantwortet, eine solche öffentliche Gewalt gab es vor 1848 freilich nicht blos in dem blinden Hessen, sondern überall in ganz Deutsch' land, nach 1848 aber nur — i n Preuß cn.
Nicht daS ist das Zeichen, daS „Etwas faul im Staate Dänemark", daß eS Schurken giebt, sondern daß die Staatsgewalt mit diesen Schurken liebäugelt. Sage mir, mit wem Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist.
Doch kommen wir zu den Verhandlungen selbst, um zu sehn, mit wem die preußischen Behörden umgehn.
Am 28. November begannen vor ohngcfähr 200 Zuhörern, in einem übermäßig beschränkten Raume, die Verhandlungen. Nach den üblichen Vorverhandlungen, Beeidigung der Gc- schwornen :c., nach Verlesung der langen und ebenso inhaltlosen Anklageakte antworteten beide Angeklagte, der Spion und dcr Märtyrer, auf die Frage schuldig oder unschuldig mit: unschuldig.
Darauf begann Ohm seine Vertheidigung. Schon sein frecheö Wesen, sein nichtssagendes geputztes Acußere giebt Kunde von der Nichtigteit seiner Seele, seine gemeine Sprache und seine jüdisch-inkorrekten und ordinären Wendungen widersprachen sofort der frechen Behauptung, daß er der Vertraute eines d Ester und der Jntin uS cincS Waldeck gewesen. — Die Bekenntnisse dieser elenden Seele selbst thun daS ihrige, die Schaamlosigkeit und Niedrigkeit deS ganzen Lügengewebes sofort zu enthüllen. Zehnmal widerrief er frühere Aussagen alS erlogen, verwickelte sich in Widersprüche, stockte und stammelte neue Lügen. — Sein gemeines Spioncnhandwcrk, das er unter der Firma eines Mitarbeiters der preußischen Zeitung getrieben, und für das er monatlich 60 Thlr. baar erhalten, stellte er dar als eine That voll glühender Vaterlandsliebe, mit Gott für König und Vaterland. Er sei einst Demokrat gewesen, aber er habe sich gebessert und zur Buße dann die gräßlichen Pläne seiner früheren Genossen enthüllt. Lon ihm stammen jene lügnerischen Enthüllungen der Neuen Preußischen, welche dieselbe über das Treiben der De
mokratie im Jahr 1848 gegeben, ein Gewebe von Lüge und Dummheit zugleich *).
Aus dem Verhör Ohms ging hervor, daß Alles waS er vorgebracht, die dümmste Erfindung war. — Mit Waldeck, dem er Briefe d'Estcrs hatte überbringen sollen, wollte er bekannt gewesen sein, ohne daß er angeben konnte, ihn jemals irgendwo gesehen zu haben. — Der Brief d'EsterS, der bei ihm gefunden, war mit seinem eigenen Siegel versiegelt; er behauptete, es sei daS Siegel d'Estcrs, das dieser bei ihm zurückgelassen habe. Und als der Präsivent ihn plötzlich fragte, ob er von den Verschwörungen Kunde gehabt — (Antwort ja) — und wer die Mitglieder gewesen, und ob er keine zu nennen wüßte: (Nein!) und als er auf die Frage, ob er der Obrigkeit Anzeige davon gemacht habe, antwortete: Nein, meinem Freunde Gödsche — worauf ein Hohngelächter dcr Tribüne folgte — da war die Entlarvung der Luge vollkommen.
Schon die Voruntersuchung hatte dieselbe Halt- und Boden - losigkcit dieser Erfindungen eines 24jährigcn Ladenschwengels so evioent ergeben, daß daS Gericht erster Instanz erklärte, daß auf diese Aussagen gar keine Anklage angenommen werden könne. Aber der StaatSanwalt appcÜirte, und dcr Ap- pcllsenat entschied mit vier gegen drei Stimmen die Begründung der Anklage, und damit die Verfolgung eines jeden Ehrcn- mannes auf jede beliebige Denunciation nach böswilligem Belieben der Staatsanwaltschaft. Gepriesene Unabhängigkeit der p r e u ß i s ch c n G e r i ch t c ! — Die Erbärmlichkeit OhmS, die Faulheit seiner Sache war schon durch die Anklageakte so klar, daß kein Anwalt Berlins sich durch seine Vertheidigung entwürdigen wollte, und daß endlich ihm von Seiten des Gerichts ein Anwalt zugethcilt wurde, wobei fr) der eigenthümliche Fall ereignete, daß dieser gezwungene Anwalt nicht von Ohm anerkannt wurde, und selbst nicht sowohl zu seiner Vertheidigung, als vielmehr zu seiner vollständigen Entlarvung beitrug. — So fragte er ihn, wann er sich gebessert habe u. s. w.
Warum hat der Staatsanwalt nun dennoch auf die öffentliche Verhandlung gedrungen? — Sollte ihn kein Gedanken an die Unhaltbarkeit dieser Aussagen überkommen haben? — Waruin setzte er die Regierung einer so wahrscheinlichen Niederlage aus, und warum veranlaßte er ohne Amsiht ans Erfolg die Enthüllung des Zusammenhangs der Behörden mit Spionen und Schuften? — Antwort: cs giebt noch höhere Mächte im Staat, als ein Staatsanwalt. ES konnten noch andere Aussagen fallen im Verlauf der Verhandlungen, als die jenes blödsinnigen Judenjünglings. Der Präsivent der Polizei und sein Freund , der geheime Oberspion Gödsche, famen zum Verhör; von ihrer Allwissenheit, von ihrer — Schlauheit konnte man noch manches Neue erwarten, mancher Halt für eine neue Verfolgung, wenn auch diese umsonst war. Auf die gränzenlose Dummheit eines Ohm und eines Gödsche hatte man zu wenig Gewicht gelegt — auf die gänzliche Unwissenheit deS P o l i z e i d i r e k l o r S H in k e l d e y in Punkto Verschwörungen hatte man nicht gerechnet.
Nach Ohm führte Waldeck seine Vertheidigung; beide waren so verschieden, wie die Personen selbst. Aus Waldecks Wesen und Auftreten leuchtet sofort die geistige Capazität, die Erhabenheit eines in seiner lautern Wahrhaftigkeit unbesiegbaren Seelenfriedens, der Charakter gediegener Ehre und Manneöwürde. Ohm konnte keinen düinmern Einfall haben, als diesen Mann gerade zum Gegenstand seiner Lügen zu machen, um sich die Rittersporen der Denunziation zu verdienen. — Waldecks blondes Haar ist im Gefängniß ergraut.
venvfh^war^ rr "" Mauuscr.pt, dessen Ablesung ihm
War es von ihm oder 2 - "" ^^ glatt und fließend. -