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Zweiter Jahrgang.

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Äaum, Ihr Herren, dem /lügelschlag Tiner freien Keele!"

KL las.

Kassel, Donnerstag, den 6. Dezember

1849.

Die MkediatifirungWurhessens.

2»

In jener saubern Adresse hatte sich die kurhessische Stän- dekammer rasch und entschlossen dem Einkönigssonderbund hingegeben, mit der Annahme des Wahlgesetzes hat sie ebenso tapfer und erhaben das Land Kurhessen, gegen Verfassung und Recht, einem Bundesstaat im Bunde, dem preußischen Sonder­bund, unrettbar in die Arme geschleudert. Wenn nicht Blitze aus jener höhern Sphäre, welchen wir (wie Hr. Nebel­thau meint) unbedingt unterworfen sind, das ganze Gebäude in feine Atome zertrümmert.

Daâ hoffen wir! Das wünschen wir!

Ja, den Wettein, welcher jetzt noch über uns in unerreich­barer Ferne schweben, dem sich entladenden Gewitter euro­päischer Fürstenzwietracht, diesen Stürmen werden wir nicht entrinnen, weder hier in unsern engen Mauern, noch dort im ehernen SchooS des Militär- und Belagerungsstaates Preußen (wie der gutmüthige Hr. Brenner sich einbildet *)).

Aber lassen wir die höhere Sphäre die höhere Sphäre sein. Leben wir in einem Glase Wasser, warum sollen wir nicht hier unsern Sonnenschein haben und unsern Sturm erre­gen. Hier, wie im weiten Raum der Unendlichkeit ist Recht: Recht, und die Ehre: Ehre, und so soll bleiben!

Hattet ihr und und Deutschland verrathen an die fürst­lichen Interessen, an die Interessen der Ehre von Gottes Gnaden (wie Hr. Gräfe sich auSdrücken würde), als ihr jenes unverantwortliche Oberhaupt Deutschlands wähltet, daS seine Unverantwortlichkeit so konsequent zu unverantwortlichen Thaten benutzte: wir hatten Nichts mit euch zu schaffen!

Habt ihr unS und Deutschland abermals verrathen , als ihr jenen wackern König zum deutschen Kaiser stempeltet, um ihm daS Recht zu geben, euch zu kaiserlichen Hofnarren und und unS zu deutschen Sclaven zu .stempeln: wir hatten Nichts mit euch zu schaffen!

Habt ihr und und die Verfassung verrathen, um ein auf- gezwungeneS Reich, ein befohlenes Parlament und eine dik- tirte Verfassung in elender Henchelei alö ein Eldorado zu preißen und euren feigen Gehorsam als freien Männerwillen auSzuposaunen: wir haben nichts mit euch zu schaffen!

Wählt ihr zu eurem f. g. Volkshause, das in einer preu- ßischen Festung mit geknebeltem Maule zusammengetrommelt

) und nähmen sie Flügel der Morgenröthe, Hr. Brenner, und bet­teten sich an den äußersten Grenzen des Meeres; siehe Oesterreich, dem sie entrinnen wollen, ist auch da. Armer Hr. Brenner!

wird, um zu dem Kommandowort deS herrlichen Kriegsherrn blödsinnig Beifall zu lächeln und zu nicken. Probirt eS, wie viel Volks ihr zusammentreiben werdet, welche köstliche Sippschaft von Wahlmännern auS der Ururne hervorgehen, welche politisch-sittliche Krüppel diese dann nach Erfurt oktroyiren werden. Doch, bitte um Verzeihung, das letztere seid ihr ja selbst. Nun denn, so probirt euch nochmals in der Frohnveste Erfurt in den alten Künsten der Kriecherei, der Speichelleckerei, deS Lobhudelns allervurchlauchtigst, gnä­digster Ohrfeigen, deS freiwilligen KniebeugenS und AnbetenS, wenn euch die Hundepeitsche gezeigt wird, und kehrt be­gnadigt mit allerhöchsteigenfüßigen Tritten als vervollkomm­nete Lakaien in die liebe Heimath zurück, unter blödsinnigem Zubel eure Schmerzen und Gewissensbisse verbergend mit einem Wort: Thut waS ihr sollt: wir haben Nichts mit euch zu schaffen.

Mit dem Volk Preußens, mit der Demokratie aller Län­der stehen und fallen wir im Bunde gegen euch und euer Bündniß mit der Lüge, der Heuchelei, der Oktroyirung und deS fürstlichen ReichSoerrathS. Fort mit den Wursthelden von Gotha, mit den Feinde» der Nation, in die Frohn­veste von Erfurt.

Waldeck's Prozeß.

Derkühne Griff" der Reaktion ist mißlungen. Waldeck ist freigesprochen. Der Staatsanwalt selbst mußte aufNicht - schuldig antragen, und die Geschwornen sprachen eS auS am 3. Dezember, Abends 6 Uhr.

Die Verhandlungen begannen bereits am 28. November. Der Spion Ohm und der halb als Zeuge, halb als Anklä­ger auftretende Gödfche liefern hierbei ein so dunkles Bild der Gemeinheit und der Demoralisation im Dienste deö Ab­solutismus, die Umtriebe der preußischen allmächtigen Polizei gegen die Männer der Freiheit, die Abhängigkeit der Gerichte Preußens traten bei diesem Prozeß dermaßen in den Vorder­grund, daß wir nicht umhin können, näher darauf einzugehen.

Dieser Prozeß war der erste Versuch von Seiten der Re- aktionâpartei, die politischen Gegner, die Männer der auf­richtig konstitutionellen uuv der demokratischen Partei des Hochoerrathö und der Verschwörung zu überführen gegen Krone und Staat, eS war der erste Versuch, eine allgemeine "uter- suchung über ganz Preußen, über ganz Deut'chlanv zu v-r- breiten, um, wie in den dreißiger Jahren, m drejem kirnen Netze die Männer der Bewegungsparte» zu fangen und zu er- würgen. - Er ist mißlungen. Nicht weil man sich dazu der