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Das ist die wahre Ehre, dem Parier der Freiheit getreu zu bleiben bis zum Tode, einem Panier, das nicht in Stutt­gart, nicht in Dresden, nicht am Rhein zu Grabe getragen wurde, wie Manche vermeinen. Es wird entfaltet werden noch tausend und taufend Mal, morgen, heute noch; — und wer eS einmal verlassen, wird fein Feind heißen, ob er auch hundertmal früher unter ihm gekämpft in Frankfurt oder in Stuttgart.-

Die Männer der überwältigenden Nothwendigkeit begehen einen großen Fehler, der beweist, daß sie nicht die feinen Staatsmänner sind, die sie zu sein glauben. Von der Volks- partei haben sie sich zu spät entfernt, um drüben Gnade finden zu können, zu früh, um bei dieser als gezwungen an­gesehen zu werden. — Schon ist es zu spät, im fürstlichen Heerlager für die Stimme der Buße noch Gehör zu erwarten, — stets ist es zu früh, um beim Abfall vom Volke die Nothwendigkeit vorzuschützen und seinen Platz für zukünftige bessere Zeiten sich vorzubchalten.

Ja, ihr konntet Etwas gelten, wenn ihr bliebet, wo ihr wäret. So seid ihr Nichts mehr! —

O, es war gar kein Beweis staatsmännischer Befähigung, zu Etwas ungern seine Stimme zu geben, etwa um nicht be- kennen zu müssen, daß man sich einmal geirrt, oder um eine Entscheidung herbeiführen zu helfen, die doch erfolgt wäre, oder um sich den Rücken zu decken, obgleich die Zeit dazu längst vorüber ist.

Die Geschichte ist gerade so, als wenn Judas Jscharioth sich über den Verrath Christi damit entschuldigen wollte, Christus sei ja doch für die Kreuzigung bestimmt gewesen. —

S t ä n d e s i tz u n g

(Am 30. November.)

Tagesordnung: Preußisches oktroyiertes- Wahlgesetz zum preußischen VolkShause in Erfurt. —

ES riecht nach Denunzianten. Der Depntirte Hen­kel erstattet Bericht für den Ausschuß, mit dem Antrag, auf den Entwurf einzugehn.

Bayr Hoffer setzt darauf auseinander, daß bis jetzt der Anschluss an den preußischen Einkönigs - Sonderbund rein un­gesetzlich sei, da er nur durch Verordnung erfolgt. Auch die frühere Verbindlichkeit sei erloschen durch Rücktritt Sachsens und Hannovers und durch Nichtbeitritt Würtembergs und Baierns, und durch den Eingang Preußens aus daS Interim. Die Theilung Deutschlands unv der preußische Bundes staat sei damit Ein und Dasselbe. Nur so könne Oestcircich jenen Bund bewilligen. Stellt den Antrag auf Verwer­fung des Gesetzes und behält sich vor, bei Eingehung darauf die Abstimmung nach §. 153 der Vers. - Urk. zu ver­langen, da durch das Gesetz der Anschluß an den Bundesstaat gesetzlich wird und hierdurch die Versassung verletzt werde. (Namentlich §. i.)

MalkmuS: Er erkläre zuerst, trotz aller Einwürfe :c., noch derselben Ansicht zu sein. Das Bündniß vom 26. Mai bestehe nicht mehr. An eine kompakte Einheit Deutschlands, wenn auch Oesterreich ausgeschlossen bleibe , sei nun kein Ge­danken mehr. Nach Zurücktritt der Königreiche habe Preußen die Majorität, dadurch sei der Anschluß der kleinen Staaten die M e d iatisiru ng. Alle Proteste der Minderheit würden dagegen ebensowenig helfen, als sie dies in den Ständever- sammlungen der kleinen Staaten thäten. Die Verhältnisse hätten sich geändert, weßhalb selbst die Majorität der Kam­mer nicht unkonsequent verfahren würde, wenn sie sich dem Antrag Bayrhosser's anschlösse. — (Kommt nun eine Ercursion auf den Henkel.) Schon in einer frühern Sitzung habe ein Mitglied durch die Blume (natürlich faustdick, durch die

Fabel von der schwarzen Katz aus der Kindersibcl) der Ver­sammlung zllgerufen: den Ultra montanen nicht zu trauen, mit welchem Namen die Wemeinkeit und der bh'nbe 4?n^ die Katholiken zu bezeichnen pflege (Hen­kel, warum rufen Sie nicht zur Ordnung?), allein dieses Mitglied befolge für sich seinen eignen Rath nicht (weiß, daß er nichts taugt), es denke nicht daran, daß daâ preußische Svnderbündniß selbst von einem ultramontanen Kopf auügcheckt sei, daß dieses Gericht gekocht und zugerichtet sei vom Herrn von Radowitz. — Er wolle das Interesse Kurhessens wahren; aber die Vereinsgewalt (d. h. Preußen) werde über unser Alles verfügen, Militär, Finanzen. Wer A gesagt, müsse auch B sagen und so durch bis 43 und 28! — Der Anschluß sei ein politischer Selbstmord. Erzählt nun eine Fa­bel vom Schaaf und den Füchsen.

Der Fuchs ersucht das Schaaf, ihm eine Wohnung für fried­liches Beisammensein cinzuräumen, zum Schutz gegen innere und äußere Feinde. Darauf bringt aber auch der Fuchs sein Weibchen mit, behauptet, daü verstäub' sich von selbst, und vermehrt sich um 6 Junge. Dem Schaaf wird Heu und Wolle genommen, und als es wimmert, droht der Fuchs mit Bei­ßen. Die kleinen Füchse werden inzwischen größer, und drängen bad Schaaf immer mehr in die Ecke; da kündigt es die Wohnung und droht mit einer Klage beim Löwen. Der Fuchs aber sagt: Die Klage ist längst verjährt, daS Schaaf werde sie in allen Instanzen um so mehr verlie­ren, als sein, des Fuchsen, Bruder, deâ Königs Minister sei, und in des Königs Verwa ltung srath und S chicd ö- gericht Füchse angestellt seien.

(Stille im Schaafstalle. — Beifall auf den Tribünen. — Der Präsident droht mit Räumung.)

Der Fuchs habe darauf zum Schaaf gesagt: Du fängst mir überhaupt an, beschwerlich zu werden, ich rathe Dir, die Woh­nung zu räumen. Auf seine Weigerung geht der Fuchs zum Wolf und spricht: Die Zeit der Erfüllung unserer geheimen Traktate ist gekommen, und darauf kommen sie überein, dem ungefügigen Nachbar den GarauS zu machen, ihm die Haut abzuzichen, und sich in sein Fleisch zu theilen. So weit die Fabel. Auf die Anwendung brauche er keinen Preis zu setzen.

Ein Preis war schon deswegen unnöthig, weil einige der herumsitzenden Schaafogesichter, die sie nicht sinken können, die Auffindung der Anwendung für alle Welt wesentlich erleich­terten.

Weinzierl: DaS ganze Bündniß sei eine Chimäre, ein todtgeborencS Kindlein. Keiner habe eS dabei ehrlich ge­meint. Mit tem Interim sei die alte Idee „ein Oester­reich und ein Preußen" wieder erstanden. Man lächle über diese Bedenken, aber das sei dasselbe (rmücfu) Lächeln mit dem man die Voraussagungen der Linken begleitete, alv biefe prophezeite, daß Preußen die Kaiserkrone nicht anneh men werde. ES sei erfüllt worden, und diese Voraussagung werde ebenso erfüllt werden.

Nun erhebt sich der weise Hr. Gräfe, der Staatsmann der Interessen (der pekuniären?), theilt alle Bedenken, wa Z selbst die dicksten Steine herbei gegen daâ Bündniß, um mi einem leichtfertigen Satz darüber hinwegzusctzcn an der Ba>an- cirstange der Interessen. Bei diesem Herrn gibt eS kein R och und keine Freiheit mehr. DaS ist für einen Schulgelchucn zu einfach Er kennt nur das Interesse deS Rechts und Freiheit. .

Nach allen seinen Gegenbeweisen schlägt er sich Gesicht und setzt rechts um die Ecke nach Erfurt mit kläZu'c Schulmeistergcwinsel. ,

Außerdem spricht der Herr vom Interesse ber C r / die hauptsächlich gebiete, dem gegebenen Worte treu zu ' DaS Interesse der Ehre! Welches Kauderwelsch, ein solcher Mensch einen dummen Streich gemacht ha