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1) daß wir gar keine besondere Malice gegen irgend einen von ihnen haben, daß wir aber von Grund unseres Her- zenS wünschen, die kleinen Lanbesväter suchten sich sammt den großen eine andere Erwerbsquelle;

2) daß wir anch keine besondere Malice gegend irgend einen der Aristokraten haben, daß wir sie aber en bloc auf einen andern Stern wünschen;

3) daß wir zwar auch keine besondere Malice gegen irgend einen der Bourgeoisie haben, daß wir dieselbe aber gleichwohl, — nicht auf einen andern Stern —, son­dern direkt zum Teufel wünschen;

4) daß unser einzi eö Prinzip die soziale Gerechtigkeit ist.

Dies vorausgeschickt, mögen unsere kleinen Lanbesväter Wissen, daß sie keinen größeren Feind als die Bourgeoisie und die Büreaukraten haben, daß selbige beiden Menschenracen aber auch die ärgsten Feinde der socialen Reform sind, uxb daß die Demokraten der Meinung sind, die Herren Bourgeois beabsichtigten, mit den Fetzen des fürstlichen Purpurö ihre Wollsäcke zu flicken und dadurch ein Monopol zu schaffen, das tausendmal heilloser wär, als das fürstliche und Adelsmonopol je gewesen ist.

Die Demokraten sind mit der edlen Absicht der Bourgeoisie, die Beispiels halber den Armen nicht einmal daS Wahlrecht ge­stattet, sondern ihnen geradezu den Mund verbietet, nicht ein­verstanden. Sie haben sich die Sache genau überlegt und ge­funden, daß ein ganzer Purpur besser ist als ein geflickter Wollsack. Von zwei Uebeln wählen sie daS kleinste. Sie gedenken einfach den Wollsack durch den Purpur im Schach zu halten. Eine gewisse Ehre und Noblesse, welche das Fürsten- und AdelSregimeut Anstands halber nicht verleugnen darf, soll dem spießbürgerlichen Schachergeiste ein wenig das Gegenge­wicht halten. Die Demokraten lassen einfach das halb schlechte Monopol in Ruhe, um daS ganz schlechte nicht vollends in Flor zu bringen.

Die kleinen Landesväter werden unsere Offenheit ehren und eS unS nicht übel nehmen, wenn wir ihnen nochmals wieder­holen, daß wir keine große, aber doch immer etwas mehr Zärtlichkeit für sie haben, als ihre Wollsackunterthanen.

Ständesitzung

(Am 27. November.)

(Schluß.)

Nach dem Tumult, welchen daS ehrlose Betragen deS Hru. Henkel hervorgerufen hatte, sprach Hr. Theobald: Es fänden sich immer Leute, die unwürdig genug waren, die Vernichtung der Freiheit zu vertheidigen. — Hr. Henkel: Zur Ordnung! (Natürlich dachte kein Mensch daran, auf die Forderung deS Hrn. Henkel zu hören.) — Hr. Theo­bald: Es fänden sich immer Leute, die in jedem Attentate auf die Verfassung eine schönere Aufrechthaltung derselben sähen. Durch diese Force gewisser Leute habe das deutsche Volk seine Freiheit im Vorparlament verloren. Allerdings hätten die Demokraten mehr gewollt als diese Leute, sie hät­ten sich aber nachher beschieden und gewisse Leute erst ihre Spielzeuge abspielen lassen. Gewisse Leute hätten das auch gethan und schließlich eine Reichsverfassung gemacht. Ur­plötzlich hätten sie aber gefunden, daß die ReichSverfassung zu weit gehe und hätten deßhalb Reue gefunden und mo- disicirt. (gewisse Leute hielten eS mit ihrer Ehre gar nicht für unvereinbar, fortzulaufen, d. h. auf dem betre- tenen Wege umzukehren, als sie einsahen, daß derselbe zu keinem Ziele führe. Bei der Dreikönigsverfassung hielten sie unter gleichen Umständen die Umkehr für ehrlos. Natürlich! Diesmal befindet man sich in Gesellschaft hoher Herren.) ES werde auch noch ferner modificirt werden, jetzt an den De­

mokraten und dann an gewissen Leuten selbst. — Unsere Re­gierung sei nicht zu tadeln, die werde von gewissen Leuten forcirt. Aber man müsse doch wenigstens die Verfassung wah­ren, um so mehr, als man sehe, wie Preußen mit seiner Verfassung umspringe. Dem DreikönigSbündniß gegenüber stehe man rechtlos. Das Schiedsgericht sei eine Falle für die revolutionären Kräfte. Man müsse protestiren. — Hr. Gräfe: Es sei traurig, daß die Regierung die Stände umgangen habe, das sei aber gewiß aus Dienstbeflissenheit geschehen. (Wegen des „rasch und entschlossen") Die Kammer habe nun einmal zugestimmt, und man könne also nicht zurück. Seine Bedenken gingen eigentlich nur gegen den Berliner VerwaltungSrath. (Unsere etwas weiter.) Hr. Gräfe stellt deßhalb einen An­trag, den er nachher einstimmig verworfen hat. — Hr. B'a y r - Hoffer: Er denke nicht daran, daß Hessen keine höhere Macht über sich gehabt habe, aber Hessen solle jetzt doppelt media- tisirt werden. Er wiederhole, was er gesagt habe: die ganze Verfassung stehe in Frage. Was der Dreikönigöbund ver­schone, werde das Interim verschlingen. Man dürfe den Dy­nasten nicht einen Schritt mehr einräumen, als die Verfassung vorschreibe. Durch den Dreikönigöbund werde man den König von Preußen, durch daS Interim ihm und seinem Schwager in Oesterreich, buch die BundeSakte der Gesammtheit der deutschen Fürsten und durch unsere Verfassung dem Kurfürsten unterworfen. Er sei dafür, daß man die Verfassung festhalte, und deßhalb auch am Kurfürsten. Die Revolution sei eine andere Frage. Da werde er schon wissen, waS er zu thun habe. Da stehe er für seine Thaten mit dem Kopf ein. Hr. Henkel möge seine Denunciation bei den Gerichten an- bringcn. — Hr. Wolf: Die Dinge hätten sich seit der Adresse geändert. Er würde Hrn. Henkel widerlegen, wenn derselbe nicht wehrlos sei. Der Antrag müsse wenigstens in Be­tracht genommen werde». — Hr. Eberhard: Die Stände- vcr;ammlung sei Schuld, daß die Regierung den betretenen Weg eingeichlagen habe. ES wäre doch nun gar zu traurig, wenn die Scändeversaminlung sie im Stiche lassen wolle. (Repetirt später in der Pfeiffer'schen Anccdote vom Flur- schutz und Lohnkulicher.) — Hr. Eöster faßt alle Gründe gegen das Bundniß nochmals zusammen. — Hr. Pfeiffer aus Rotenbuig repetirt die Rede des Hrn. Eberhard in einem Gleichnuß. (Nach der Neuhessischen ist diese Rede so ausge­zeichnet gewesen, daß wir uns vielleicht bewogen finden lasse», sie einmal speciell vorzunehmen.) — Hr. Brenner: Preußen meine es ehrlich. Für diese Ueberzeugung wolle er leben »»^ sterben. (Noch so jung und schon so schwermüthig.) — v. Winziugervoe läßt sich über seine Stellung aus und ver­sichert namentlich, daß er nur aus Rücksichten deS Patriotis­mus Vorstand deS Ministeriums des Aeußern geworden fcu Es sei gar sein Fach nicht. (Na, eS geht aber doch!) Uebrigen gedenke er konsequent zu sein, die Stände möchten beschließen, was sie wollten.

Der weitere Verlauf ist schon mitgetheilt.

(Vom 30. November.)

(Vorläufig.)

Das Vereinswahlgesetz ist gegen 17 Stimmen, welche in der vorhergehenden Sitzung den Protest untcrfcyy* ben haben, angenommen. — ES half nichts, daß die V Bayrhoffer, MalkmuS, Eöster und Weinzierls nochmals geg den preußischen Absolutismus und die russische Gaunere» »9 Stimmen erhoben, die Majorität saß mit stieren Augen eiserner Stirn auf ihren Plätzen und--- stimmte, " der Herr befahl. Ja, nein, ja, nein, — wie ein e»ogei«d ter Papagei.

---------------------- (Beilage.)