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zingerode für sein Interim Gleichberechtigung KurhessenS mit — — — — vermuthlich mit Oesterreich vorbehalten hat. WaS bedeutet diese Gleichberechtigung, wenn das In­terim wirklich der Embryo eines völkerrechtlichen Vereins zwi­schen Kleindeutschland und Oesterreich sein soll? Für diese Gleichberechtigung ist absolut kein Raum zu finden, oder Hr. V. Winzingerode muß sich sein Kleindeutschland und dessen Be­ziehungen zu Oesterreich auf eine eigene Manier denken.

Die volle Glorie der Gagern'schen Entwickelung der Dinge wird etwas dürftig ausfallen. Dem guten Glauben unseres revolutionären Ministeriums erlauben wir uns, unseren bösen Glauben zur Seite zu stellen. Selbiger lautet dahin:

1) Der Dreikönigsbund ist ein zwischen Preußen, Oesterreich und Rußland abgekartetes Gaunerstück.

2) Hannover und Sachsen mußten beitreten, um die klei­nen Herren kirre zu machen.

3) Hannover und Sachsen mußten zurücktreten, sobald die kleinen Herren gefangen waran.

4} Um die kleinen Herren nicht scheu zu machen, erheuchelt man ein Zerwürfniß mit Sachsen und Hannover und packt die kleinen Herren an der Ehre und ihrer Dummheit an.

5) Sobald die kleinen Herren zu preußischen Beamten (erblichen Herzögen) herabgesunken sind, entwik- kelt sich das Interim. Die letzte Oelung der kleinen Herren ist die Berufung eines preußischen Reichstags. Oesterreich wird darin ein fait accompli sehen, — die demokratischen Staaten sind „unnergestoppt". Die kleinen Fürsten bleiben, Preußen exercirt sie, Rußland kommnndirt sie. Das ist der Vortheil gegen früher.

6) Das Interim entwickelt sich zu einem Bundestag der Könige von Preußen , Sachsen, Hannover, Würtcmberg, Baiern und des Kaisers von Oesterreich, lauter trefflicher Männer, die keiner Kosakenmaßregel widersprechen werden.

7) In diesem Bundestag haben Preußen und Oesterreich die Leitung. Die vier Könige werden laut (Statuten des Interims nur zu Schiedsrichtern benutzt (sobald nämlich Preußen und Oesterreich sich 'mal in die Haare gerathen).

8) Steht das Interim in seiner vollen Glorie da, so wird der preußische Reichstag modificirt. Wenn er nicht modificirt wird, so wird er ungefähr dieselbe erfreuliche Thätigkeit entfalten, wie die dermaligen Kammern i« Preußen.

9) Gagern, Eberhard re. werden zum Lohn für ihre Be­mühungen mit gleichen Fußtritten beehrt werden, als demnächst Hr. v. Manteuffel.

10) Rußland regiert.

Der Anschluß an das DreLkönigsbündniß ist Hochverrath ! Kein Staat darf zugeben, daß die Regierungen das Revolutionsrecht in Anspruch nehmen. Die Revolutionen der Regierungen haben keinen andern Weg, als den der Diplomatie, den Weg zum Galgen, die Revolution des Volkes ist dagegen offen, ehrlich, und deswegen einzig und allein zulässig.

Die Regierungen sollen keine Revolution machen. Sie könnten unö zum Teufel experimentiren.

__________ H. Heise.

Ständesitzung.

(Am 2 7. November.)

Am Ministertische: Eberhard und Winzingerode. — DaS Prototoll wird verlesen. Hr. Pfeiffer von Rotenburg für die Schleswig-Holsteiner. Die Staatâregicrung soll ihren Einfluß anwenden, daß das Recht der Herzogthümer gewahrt werde. Die hannöversche Kammer sei schon mit gutem Bei­spiel vorangegangen. (Ja wohl! Und Hr. Stüve hat geant­

wortet, daS sei ihm sehr unangenehm.) — Hr. Lederer ist natürlich für den Antrag. (Wahrscheinlich im Bewußtsein seiner Mitregentschaft, die aber setzt wieder zweifelhaft ist.) Hr. Theobald hielt den Antrag für fromme Wünsche, pia desideria, daâ Volk habe schon Manches gewünscht, erhalte aber gewöhnlich nichts. Uebrigens wolle er noch einmal m i t - wünschen. (Warum nicht?) Hr. Rauh ist gegen die frommen Wünsche, er wünsche nicht mit. Die Schleswig- Holsteiner wüßten, wer ihr Freund sei; die Herren, die'S ihnen am meisten versicherten, seien'S gewöhnlich am wenig­sten. (Der Hr. Pfeiffer soll wohl die Büchse auf die Schulter nehmen?) Man möge an die Reichsverfassung denken, die ge­wisse Leute mit Gut und Blut hätten vertheidige« wollen. (Ist schon lange her.) Der Antrag wird mit allen gegen die Stimme des Hrii. Rauh angenommen. (Die Herren scheine» von ihrem blödsinnigen „moralischen Eindruck" nicht loskommen zu wollen. Die Herzogthümer werden sich nichts weiß machen lassen.) — Hr. Kompe begründet seinen Antrag, die Reorganisation der Hospitäler Haina und Merrhauseu betreffend. (An einen Ausschuß.) —

Folgt die Berathung deâ Bayrhoffer'schen Antrags, die VerfassungS- und Rechtmäßigkeit des Anschlusses an das Eia» königSbündniß, sowie der Verordnung wegen des Schieds­gerichts betreffend. — Hr. Henkel: Die ganze Geschichte gehr der Ständeversammlung nichts an, das Volk habe zu ent­scheiden. (Gleichwohl hat Hr. Henkel wegen der Sacht adreßt.) — Wiederholen wir daS erst einmal.

Das Volk hat also zu entscheiden!!!

Die Stände sind also nicht mehr die Ver­treter des Volks'!!

L^enn Minoritätswahlen stattstnden und das Ministerium nicht zurücktritt, ist nach Henkel also die Revolution gerechtfertigt !!

DaS Ministerium darf wegen dieser Revo­lution keine Truppen ins Land rufeu!!!

Hr. Henkel: Eine Wahrung der verfassungsmäßige« Rechte und Freiheiten KurhessenS fei nicht nöthig gewesen^ Die Erwähnung derselben in der Adresse sei eine BeruhigungS- mütze für Hildebrand. (Hr. Henkel hat Recht. Da daS Volk und die Revolution entscheidet, so wäre eine Wahrung der landständischen Rechte Seitens der Landstände eine Phrase, mehr noch, ein Hochverrath!) Die Verordnung wegen deS Schiedsgerichts sei eine gemüthliche Bekanntmachung, eâ brauche sich kein Mensch danach zu richten. (Frische Heringe bei Bach, feld!) — Hr. Rauh: ES handle sich um bloße Jude» trachtnabme des Antrags. Er könne nicht begreifen, wie man bei einer solchen Angelegenheit sich der bloßen Jnbe- trachtnabme widersetzen könne. 24 Millionen Menschen halten den Dreikönigsbund für einen Bundesbruch, und Sie wollen nicht einmal prüfen lassen, ob ein sölcher vorliegt? Die Zweifelhaftigkeit der Sache ist eine Thatsache. DaS Vaterland ist mit den furchtbarsten Gefahren bedroht. DaS Gewicht der Thatsachen, auf das sich unsere Gegner stützen , erinnert mich an den Stiefel Carls X11. für seine Reichsstände. Ich wün­sche, daß Sie den Antrag wenigstens prüfen, prüfen mit dem- Feuer der Wahrheit. (Bravo von den Gallerieu.) • ;

Hr. Bayrhoffer: Zum Anschluß an den Bond sei ein Gesetz nöthig gewesen, die bloße Meinungsäußerung in der Adresse habe dem Ministerium nicht genügen dürfe». Sie habe ihm einen Fingerzeig gegeben, aber nicht zum definitiven Abi schluß, sondern zur Vorlage deâ Bündnisses. Der Berliner VerwaltungSrath werde schon beweisen, wohin dieser ungesetz­liche Anschluß führe. Es werde nunmehr bei Berathung des Wahlgesetzes Einstimmigkeit nöthig sein. Die Berufung an S Volk, auf die Revolution, acceptire er. Sie sei aber illu­sorisch. Wenn nur der neunte Theil der Wahlberechtigten wähle, werde man darin doch den Beweis der Billigung des