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gramm, daS tm Namen „ Napoleon " liegt, trösten wollen. LouiS Napoleon wird die Anarchie der Legitimisten und Dr* Iranisten , die Anarchie von Oben, Hr. Carlier wird die Anar­chie von Unten unterdrücken, den Sozialismus.

Louis Napoleon hat sein Schach gegen die Legitimi­sten noch einmal zurückgenommcn, der Polizeipräfekt nimmt vielleicht auch sein Schach gegen die Sozialisten zurück. Der vagabnndirende Präsident sicht sich vielleicht noch einmal ge­nöthigt, mit eben diesen Sozialisten sein letztes Schach zu bieten. Die Finger hat er bereits a n der Figur. Der kol- lerige Hanswurst hat einen Theil der 1848er Juni-Insurgen­ten begnadigt.

Und das Ende von all' den Schachs und Drohungen und Deklamationen und Nenommagen? Das Ende von alledem ist der Anfang der sozialen Revolution oder eine Invasion der Großmächte zu Gunsten des fünften Heinrich. Wenn LouiS Napoleon, wie er verheißt, die dynastische Religion und alle sonstigen Apparate der Dynastie restaurirt hat, wenn er den Dynasten nichts zu restauriren übrig gelassen hat, als die Dynastie, wenn LouiS Napoleon zu einem Staatsstreich seiner Existenz wegen gezwungen wird, werden die Groß­mächte zu Gunsten der Ruhe und Ordnung, der restaurirten Religion re. :c. einschreiten, und den „ großen Regulator der Freiheit" abermals in sein Vagabundenleben veeweisen.

Im klebrigen ist auS Frankreich zu berichten, daß daö Fal- loux'schc Unterrichtsgesetz sehr möglicherweise nicht angenom- men wird, — es ist an den Slaatsrath abgegeben! — daß Hr. LouiS Napoleon sich mit Nordamerika versöhnt hat, daß General Baraguay - d'Hilliers zum Commandanten der römi­schen Operationsarmee ernannt ist, daß die Befangner An­geklagten freigesprochen, die Versailler aber, ohne ver­theidigt worden zu sein, — das Gericht verlangte, daß die Vertheidigung den Grund deS Aufstandes nicht berühren sollte — vernrtheitt sind

Die Zeitung für Norddeutschland schreibt darüber:

„Paris, 13. Nov. Das Urtheil des National­gerichtshofs in dem Juniproceß ist heute erfolgt. Siebzehn Angeklagte, unter ihnen auch Guinard, sind zur Deportation; drei, zu Gunsten deren die Geschwor­nen mildernde Umstände anerkannt hatten, zu fünfjähriger Haft, dreizehn endlich, unter ihnen Forestier, für nichtschuldig erklärt und fr ei gesprochen worden. Das Ur­theil ist gegen den ersten Theil der Angeklagten härter aus­gefallen, als man es erwartet hat, ja als es selbst das Ver­biet der Geschworenen nöthig machte, das mehrere, unter andern Guinard, nur eines der Anklagepunkte, des Attentats, schuldig fand. Man vermuthet daher, daß der Gerichtshof das höchste Strafmaß nur darum gewählt hat, weil er im Voraus gewiß war, daß in Kurzem, gleich wie gestern für den größern Rest der noch in der Haft befindlichen Theilneh- mer der vorjährigen JuniJ-nsurrection, eine umfassende Amnestie erfolgen würde. Die Verurtheilten nahmen das Erkenntniß mit Lebehochrufen auf die Republik auf. Ihre Namen sind: Chifron, Andre, Dufclix, Lebon, Langlois, Paya, Cvm- missaire, Maigne, Fargiu-Fayelle, PilheS, Dan. Lamaziere, Boch, Vauthier, Deville, Gambon, Schmitz und Guinard (zur Deportation verurtheilt), Suchel, Mvnbet und Fraboulet de Chalandre (zu üjähriger Detention). Sollte das Urtheil wirklich zur Ausführung kommen, so würde die Deportation in lebenslängliche Haft umzuwandelu sein, da daS neue, von dem Justizminister eingebrachte Gesetz, daS die Insel Mayotte zum DeportationSort bestimmt, auch wenn eS angenommen werden sollte, keine rückwirkende Kraft auöübt. Auch außer den Reihen der Linken hat dies @e|e$ übrigens manche Geg­ner, da Mayotte als ein sehr ungesunder Ort gilt, was in­deß von Anderen wieder in Abrede gestellt wird.

„ Als heute nach Verkündigung des Verdikts der Geschwor­nen in Versailles der Präsident die Vertheidiger der schul­dig erklärten Angeklagten fragte, ob sie rücksichtlich der zu er­kennenden Strafe Bemerkungen zu machen hätten, verbeugten sich wieder alle und schwiegen. Der Präsident fragte hierauf die einzelnen Angeklagten. Angekl. Lebon: Ueber die An­wendung der Strafe? Ich glaube niemals ihre Milderung ver­langt zu haben. Ihre Feinde sind in Ihren Händen. Schla­gen Sie sie, schlagen Sie sie stark, bis ihre Tage.... Prä­sident: Angeklagter, ich kann Ihnen nicht das Wort lassen. Setzen sie sich. Paya: Ich habe nichts über die Anwendung der Strafe zu sagen. Aber die Wahrheit ist nicht bekannt ge­worden. Ich erkläre bei dieser Gelegenheit, daß ich den Ent­schluß, mich nicht zu vertheidigen, frei und ohne irgend einen fremden Einfluß gefaßt habe. Maigne: Um für die souve- ränen Rechte der Völker ein Zeugniß abzulegen, und der Strenge der Geschichte einen Protest zu überliefern, der der­einst die Ehre Frankreichs, unserer geliebten Mutter, retten wird, ist uns jede Strafe süß, und wir werden um sie nicht markten. Ihre Sache ist es, bis zu welchem Grade Sie in den Bahnen der Ungerechtigkeit hinuntersteigen wollen, die Ih­nen eine pflichtvergessene Regierung geöffnet hat.

Lama ziere: Ich habe nur Eins zu sagen. Die sechsund­dreißig Männer, die hier sind... Präsident: Setzen Siesich, ich kann Ihnen das Wort nicht lassen. Gensd'armen, lassen Sie den Angeklagten sich niedersetzen. Deville: Männer, wie wir, nehmen jede Verurtheilung an. Ihre Freiheit, ihr Leben ist dem Dienst des Vaterlands geweiht, sie sind stets bereit, es ihm zu opfern. Verdammt mich, ich nehme Alles an in der Hoffnung, daß Frankreich mich einst rächen wird. Fraboulet: Bürger Präsident, auch ich habe eine Wahrheit in meiner Hand. Sie allein kennen sie. Die Geschichte wird sie einst kennen: Es lebe die demokratische und soziale Repu­blik! — Nach dem Erkenntniß des Gerichtshofes (resp. De­portation und Detention nebst Verurtheilung Aller solidarisch in die Gerichtskosten) wurden die Verurtheilten sofort durch die GcnSd'armen abgeführt; sie befinden sich bereits auf dem Wege nach Clairvaux. Guinard konnte nur eine halbe Stunde erlangen, um von seiner Familie Abschied zu nehmen."

Italien. Der Papst ist noch immer nicht wieder in Rom. Statt sich seiner zusammengchauenen Unterthanen an­zunehmen und ihnen die Früchte der restaurirten Politik mit eigenen Händen zu reichen, machen Se. Heiligkeit Strumpftouren von Portici nach Benevent und weiter, und überlassen cs den Kardinälen , die alte ehrwürdige Politik der Päpste wieder zu Ehren zu bringen, gegen deren Consequenz Pms IX. gefre­velt halte. Wie wir schon einmal gesagt haben: Von jetzt an regiert in Rom nicht mehr der gutmüthige Pius, sondern daS päpstliche Prinzip, die reine, von allen Zufälligkeiten und Persönlichkeiten entkleidete Politik der Kirche. Der Papst bedeutet den Absolutismus in seiner traditionellen Ehr- würdigkeit.

Der Regulator der römischen Freiheit, Louis Napoleon, wird diesem Absolutismus in aller Gemüthlichkeit zusehen. Al­lerdings ließe sich nach der donnernden Botschaft des Präsi­denten, wonach sein Name ein Programm ist, und worin er sich einen eigenen Willen und eine eigene Politik vorbe­hält, erwarten, der Straßburger Glücksritter werde trotz Kam­merbeschluß und Majoritäten auf sein donnerndes Manifest an den Papst zurückkommen, und in der römischen Sache zuerst seinen eigenen Willen und seine eigene Politik zur Gel­tung bringen; — indessen hat's mit den napoleonischen Don­nerwettern, wie gesagt, nicht viel zu sagen, Louis Napoleon wird den Papst zu einem Thore herein- und seine Armee zum andern hinausführen. Bereits hat der französische Genera