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eine bessere Benutzung des Materials verspricht, wird diesen Umstand nicht vernichten können. Der Branntwein wird schlecht bleiben und theurer werden.

ES ist allerdings patriotisch, nach dem im Zollvereinsver­trag von 1833, Art. 11, gesteckten Ziele zu streben, daß man eine Uebereinstimmung der Steuersätze der verschiedenartig be­steuerten Erzeugnisse herzustellen sucht, „es ist ein Förde- rungömittel der deutschen Einigkeit", wie eS in der Motivirung dieser Gesetzvorlage heißt, — allein eh' man dazu schreitet, einig zu sein rasch und entschlossen, müßte doch ganz ganz sicher sein, daß man bei dieser materiellen Einheil nicht vielleicht ebenso geprellt wird, wie bei der poli­tischen, und daß nicht so und soviel eigene „Unterthanen" darüber verhungern.

Um wie viel der Branntwein durch diese Vorschläge, d. h. die erhöhte Steuer und den Anschluß an Preußen, nicht durch die Art der Erhebung, vcrtheuert wird, läßt sich nicht bestimmen; daß er vcrtheuert wird, ist sicher *).

Der Branntwein ist noch mehr ein nothwendiges LebenS- bedürfniß bei unö, als das Bier. Alle Mäßigkeitspredigten und vornehmen Verdammungen helfen hierzu nichts. Das Volk hat nichts Anderes zu seiner Erquickung, wenn ihm Brod fehlt und Fleisch — und wenn das Bier theuer und unge­nießbar ist.

Auch die Steuer vom Branntwein muß erniedrigt, aber nicht erhöht werden.

Aber woher soll das Geld kommen? — Da seht Ihr zu!

Von der Civilliste!!! von hohen Gehalten!!! vom Militäretat!!! Nur nicht vom Volke! ______________ G. K.

•) Nach dem Gesetz vom 24. Dezember 1833 , das für Schmalkalden die preußische Ataischsteuer (1841 auch in Schaumburg) einführt, soll jiun in ganz Kurhessen von 20 preußischen Quart 1 Sgr. G Hlr. nach dem Maisch raum bei mehligen Stoffen, nach dem Eimermaas bei nicht mehligen Stoffen (Weintreber, Kernobst re), für 60 preußische Quart 4 Sgr., für Trauben - oder Obstwein 8 Sgr. 27 Maas kurheisisch sind gleich 47 preußische Quart. — Demnach werden demnächst diese 27 Maas mehliger Maisch an Steuer kommen circa 3 Sgr. 4 Hlr., nach den jetzigen nur 2 Sgr. 6 Hlr.

Politische Wochenschau.

Frankreich. Nichtig, er hat es vollbracht! — Der Neffe seines Onkels ist gewachsen zum Niesen, wie die Ma­rionette im Puppenspiel, um morgen — zum Zwerg zusam­men zu schrumpfen.

Wie hatten sie ihn gehöhnt und verspottet! — Seine Mi­nister regierten und der verantwortliche Präsident war gleich einem konstitutionellen Schattenkönig. ■— Da stieg ihm daö Prinzip zu Kopf — daö Prinzip — Napoleon zu heißen — d. h. Absolutismus von Volkeâ Gnaden — er em­pfand das berauschende Hochgefühl, auö dem 10. Dezember einen 18. Vrümaire machen zu können — aus dem Neffen den Onkel, auö dem Verantwortlichen den Unverantwortlichen, aus dem Schwächling den Helden, mit einem Worte auö dem Ochsen — den Kaiser

FlugS ließ er die erstaunten Minister laufen — und stand am Berge, wie es Ochsen zu gehn pflegt.

Seine Feinde, die Anhänger der alten Monarchie, entließ er, und andere Feinde mußte er heranziehn. Freilich nahm er sich Strohköpfe — denn er will selbst Etwas gelten, — wie könnte er'ö bei gescheidten Männern? — aber eS ist eine Fast­nachtsposse, ein Narrenspiel, dem über Nacht neuer Schimpf des großen Napoleon,' den folgen wird — und ein neuer Triumph der Legitimisten oder der demokratischen Republik.

Die Lust ist mit Elektrizität gefüllt. — Die furchtbarste Explosion kann loöbrechen bei der geringsten Erschütterung.

Aber die Parteien kennen ihre eigne Stärke und die der Feinde nicht. Sie liegen auf der Lauer. — Wer die Dumm­heit hat, loszuschlagen, wird zuerst zur Beute. Der Behut­samste wird Sieger sein diesmal.

Auö der MinisterentlassungSbotschaft des Herrn Präsidenten Napoleon, Neffen, aber nicht Erben des Systems und Prin- zips Napoleon, an den Präsidenten der Nationalversamm­lung, theilen wir folgende kaiserlich-lächerliche Phrasen mit:

„ Um die von so vielen Seiten durch die Anarchie bedrohte Republik zu befestigen, um die Ordnung wirksamer zu sichern, als sie es bis diesen Tag war, um nach Außen den Namen Frankreichs auf der Höhe seines Rufes zu erhalten, bedarf es Manner, welche beseelt von einer patriotischen Hingebung die Notwendigkeit einer einzigen und entschiedenen Leitung und einer bestimmt formulirten Politik anerkennen; welche die Gewalt durch keinerlei Unentschlossenheit b l o sste l l en; welche ebensoviel Gewicht auf meine eigene Ver­antwortlichkeit, wie auf die ihrige, und auf die Handlungen, wie auf daö Wort legen. Seit bald einem Jahre habe ich genug Beweise von Selbstverleugnung gegeben, so daß man sich über meine wahren Absichten nicht täuschen kann. Ohne Groll ge- gen irgend eine Persönlichkeit oder gegen irgend eine Partei, ließ ich zur Leitung der Geschäfte die Männer von den ver­schiedenartigsten Parteimeinungen zu, jedoch ohne die glückli­chen Ergebnisse zu erlangen, welche ich von dieser Annäherung erwartete. Anstatt eine Verschmelzung von Nuancen zu bewerk­stelligen , bewirkte ich nur eine Neutralisirung der Stärke.

Die Einheit von Ansichten und Absichten wurde gehemmt, der Geist der Versöhnung für Schwäche gehalten. Kaum wa­ren die Gefahren der Straße beseitigt, so sah man die al­ten Parteien ihre Fahnen wieder aufrichten, ihre Neben­buhlereien wieder wecken und das Land durch Aussäen von Un­ruhe allarmiren. Inmitten dieser Verwirrung sucht Frankreich, beunruhigt, weil es keine Leitung sieht, nach der Hand, dem Willen deö Gewählten vom 10. Dez. Es kann nun aber dieser Wille sich nur dann be­merklich machen, wenn vollständige Gemeinschaftlichkeit der Ideen, Absichten und Ueberzeugungen besteht zwischen dem Präsivcnten und seinen Ministern, und wenn die National­versammlung selbst sich dem nationalen Gedanken anschließt, dessen Ausdruck die Wahl der Exekutivgewalt war. Ein ganzes System triumphirte am 10. Dec., denn der Name Napoleon ist für sich allein ein ganzes Programm. Er bedeutet: Im Innern Ordnung, Autori­tät, Religion, Wohlfahrt deö Volks; nach Außen: nationale Würde. Diese durch meine Wahl inaugurirte Politik ist eS, welcher ich mit der Unterstützung der Nationalversammlung und des Volks den Triumph verschaffen will. Ich will deS Vertrauens der Nation würdig sein durch die Aufrechthaltung der Verfassung, die ich beschworen habe; ich will dem Lande durch meine Loyalität, meine Ausdauer und meine Festigkeit ein solches Vertrauen einflößen, daß die Geschäfte wieder aufleben und daß man Vertrauen auf die Zukunft habe. Der Buchstabe einer Verfassung hat ohne Zweifel einen gro­ßen Einfluß auf die Geschicke deS Landes; aber auch durch die Ideen und Grundsätze, welche die Negierung zur Geltung zu bringen versteht, kann die Gesellschaft beruhigt werden. Richten wir also die Autorität wieder auf, ohne die wahre Freiheit zu beeinträchtigen; beruhigen wir die Be­sorgnisse durch entschlossene Bändigung dcr schlimmen Leiden­schaften und indem wir allen edlen Neigungen eine nützliche Richtung geben, befestigen wir daS religiöse Prinzip ohne irgend etwas preiszugeben von den Errnngenschas en er Revolution, und wir werden dann daS yanv re cn, i vtz er Parteien, trotz der ehrgeizigen Strebungen und selbst trotz der