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Schwefelbande rührt, stoßt nieder, hört Jhr'S, gleich die Kugel durch den Leib, nach solchen Kerls kräht weder Huhn noch Hahn. Was hat Euch hergeführt? He! Was habt ihr gewollt? He! Der Trieb zum Stehlen hat Euch zusammengebracht, aber ich will Euch die Finger schon vergolden lassen. Banditenhüte mit rothen Federn und rothe Halstücher habt Ihr getragen, allein ich werde Euch den Geschmack an der rothen Farbe schon vertreiben. Für waS habt Ihr gekämpft, für die rothe Republik, Ihr Erzhalunken! Wer kämpft für die rothe Republik? wer keinen ehrlichen Namen und kein ehrliches Geschäft hat. Das seid Ihr, zusammengelaufenes Lumpenge- ssndel! Theilen habt Ihr gewollt und ein liederliches Leben führen, Ihr meineidigen Schurken, die ihr seid. Die Kugel vor den Kopf, das ist noch viel zu gut für Euch, man muß Euch im Himmel noch einmal erschießen, daß sede Spur von Euch vergeht. Freiheit habt Ihr gewollt. He! Ja Freiheit zum Rauben und Stehlen. Da war Euch der gute Großherzog und die bestehende Ordnung im Wege. Ihr meineidigen Hunde, habt Ihm die Treue gebrochen, Eure braven Offiziere fortgesagt und Lumpen an ihre Stelle gesetzt. Die Bande, die an Eurer Spitze stand, war der Auöwurf von Europa, gestohlene Gegenstände aller Art haben wte in den Koffern gefunden, aber die gerechte Strafe GotteS wird sie treffen, nicht wir, sondern der liebe Herrgott hat Euch besiegt, der faate: bis hier her, und nicht weiter. Wer von Euch Hunden diesmal glücklich davon kommt, danke Gott auf den Knieen, aber die Schuldigen werden der Strafe nicht entgehen, Gott wird gewiß die Kugel lenken, die ihr meineidiges Herz treffen soll. Ich konnte Euch Alle, Einen nach dem Andern, erschießen lassen, aber ich thue eö nicht, ich habe ein gutes Herz, ich sorge für Euch, Hemden sollt ihr auch haben, vorläufig aber nur die, die gar keins anhabcn, Schuhe gleichfalls, das sagt mir mein christliches Mitgefühl, aber ich rathe Euch, geht in Euch, bereut Eure Verbrechen, damit ihr noch gute Staatsbürger und treue Unterthanen werden könnt, sonst erwischen wir Euch noch einmal, ihr kennt die Preußen, die fackeln nicht, ich lasse Euch allesamnit todtschießen, und daß wir Euch erwischen, könnt Ihr versichert sein. Seht, waS habt Ihr ge- macht, das schöne Baden habt Ihr inS Unglück gestürzt, das Land verwüstet und auSgcstchlen, Mordbrenner und Räuber seid Ihr, jeder Hans Narr wollte von Euch Minister werden und ohne Mühe zu etwas kommen, Ihr habt geglaubt, Ihr könntet schon die Welt regieren, aber Ihr versteht vom Welt- regieren so viel wie ein Dreck. In die Wirthshäuser sitzen und die Kirchen abschaffen, das wolltet Ihr, Raubgesindel, von Staatögcschäften wolltet Ihr reden, aber dazu seid Ihr viel zu dumm, Ihr Esel, geht fleißig in die Kirche und arbeitet, da werden Euch die Gedanken an den Staat vergehen und Ihr könnt ein guter Familienvater werden."
(Man bringt einen Todten auf der Bahre, welcher bei der versuchten Flucht aus seinem Elend erschossen wurde.)
„Hier seht her, da liegt der Lump, ja, meine Schützen treffen gut, laßt'S Euch zur Warnung fein, seht her, da liegt der Kerl und hier steht der brave Mann, der ihn niederschoß. „Meine brave Landwehr" hat Frau und Kinder verlassen, um dem Lande den Frieden und das Glück wieder zu geben, Deutschland wird cs ihr Dank wissen. Damit Ihr nun seht, daß ich ein christliches Herz habe, so habe ich verordnet, daß Ihr alle ein um den andern Tag SchnappS bekommt, jetzt geht und bessert Euch, sonst soll euch alle der Teufel holen."
Solche Reden pflegte der tappere Feldhauptmann öfters an die Gefangenen zu halten, bald zu Fuß, bald herab vom Schlachtroß, am häufigsten nach Tisch zu seiner Verdauung. „Ich bin ein Preuße"
Sehnsucht.
Waö ist's? Was wühlt, waS drängt mir in der Brust Dem Wetter gleich mit überird'scher Kraft?
Ich bin mir keiner Frevelthat bewußt, ES ist kein Sturm, den das Gewissen schafft.
Wie, oder ist es Sucht nach eitlem Glanze?
Nein! mir genügt mein karges Erdengut.
So ist es Sehnsucht nach dem Lorbeerkranze? Ihn zu erstreben fehlt mir Kraft und Muth.
So ist es Liebe, die mit Feuerfluthen Die wunde Brust mir sengend heiß verzehrt? An welcher Sehnsucht, Herz, mußt du verbluten, WaS ist cs, das dein wilder Schlag begehrt?
Quält dich nicht Sündenlast, nicht Sucht nach Glanz, Und ist cs nicht der Liebe süße Pein, Und nicht daS Streben nach dem Lorbeerkranz: Dann muß eS Sehnsucht nach der Freiheit sein!
P. F. Trautmann.
Antrag
des Landtagsabgeordneten Kompe von Wetter, Neviston der Gemeindeordnung , Aufhebung der unteren Dcrwaltungsämtcr und der SteuerinfpeKtionen, sowie Einführung von Wahlamts- beziehungsweise Gber- bürgermciftcreien auf dem Lande betreffend.
Der Antragsteller setzt zuerst auseinander, daß nur der kleinere Theil der Kammer seiner Ansicht sei, daß man die Gemeinden gänzlich frei geben müsse. Er will deßhalb der Majorität eine Konzession damit machen, daß er bestimmte Mittelbehörden laßt, hofft deßhalb um so größere Berücksichtigung.
Die kurhessische Gesetzgebung habe die Mündigkeit des Volkes bereits anerkannt, durch Ausschreiben der Wahlen zum Parlament durch die Geschwornengerichte, Bezirkèräthe, Preßfreiheit; — es ist anzunehinkn, daß die Gemeinden Kurhessens auf einer höhern Stufe stehn, als daß die alte Gemeindeverfassung noch genügen könnte. Die Gemeinden sind jedenfalls zur Selbstregierung geistig befähigt, und damit die kostspieligen und lästigen StaalskontroUcn überflüssig.
Aber auch gefährlich ist die Beibehaltung unwürdiger Vormundschaft. Sie war der Hauptgrund zur Erhebung des Volkes.
Freilich ist die Polizeiherrschaft alten Styls jetzt nicht mehr möglich. Aber das Mißtrauen des Volkes ist noch nicht geschwunden.
Es ist dringend nothwendig, das Versprechen vom 11. März 1848 (vergleiche Nr. 9 des §. 21 des Landtagsabschiedes vom -’^ 1848) eine Aenderung der Gemeindeverfassung eintreten zu lassen. Auf dem Lande ist dieselbe längst erwartet.
Statt dessen ist die Abhängigkeit von untern und obern Verwaltungsämtern geblieben, die Verwaltungèkosten sind erhöht. Die Bezirksräthe sind noch zu neu (und schlecht gewählt). Die untern Verwaltungsämter sind die alten Kreisämter unter neuem Namen.
Ferner sind die meisten Gemeindebeamten unter der Herrschaft und oft nach den Zwecken des alten Polizeistaates bestellt, beziehungsweise indirekt aufgedrungen, und in ihren Stellungen belassen, ohne Rücksicht, ob sie Vertrauen haben, oder verdienen. In den meisten Gemeinden herrscht deshalb bei gebliebenem Zündstoff zur Unzufriedenheit und Unruhe ein