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flüssigen Staatsbürger, zu vernichten, zu vernichten durch Quälereien, Entbehrungen und Unmenschlichkeit aller Art. DaS Volk verflucht diese Häuser und nennt sie Armengesetz- Bastillen.
Seht, daâ ist Euer England, Ihr Konstitutionellen! Euer gepriesenes England! —
Frankreich Und das gepriesene Frankreich, von dessen lustigem Leben daâ alte Sprüchwort stammt: „er lebt, wie der Herr in Frankreich!" Ah, das lustige Frankreich ist gar bedächtig worden, und seinem jetzigen Herrn, Herrn Louis Napoleon Bonaparte, ist gar nicht so wohl zu Muthe, wie jenen ritterlichen Königen, die vor Zeiten mit ihren Maitressen und Hofdienern deö Landes Mark verpraßten und ver- schlemmten.
„Es geht ein finsterer Geist durch dieses HauS."
Gleich Banquo'S Schatten steigt er empor auâ der Tiefe und setzt sich zum Festgelage der Reichen.
Es ist der Geist deS Sozialismus.
In Versailles auf den Bänken der Angeklagten sitzt er mit stolzer, siegesverkündender Stirn, und vor den Blitzen der Wahrheit, die sein Auge strahlt, erbleicht das Heer der gedungenen Blutrichter und Königszeugen. ES wird immer- mehr offenbar, daß die rothe Reaktion die edelsten Herzen Frankreichs mit schaamloser Hinterlist, mit einem Lügengewebe von falschen Anklagen ersticken will. — Der Aufstand deS Juli war eine Lüge, erfunden von dem rothen JesuitiSmuS der Herrscher Frankreichs, um die Helden der Freiheit auf die Guillotine schleppen zu können.
In ganz Frankreich geht er um, jener Geist, den sie umsonst mit CavaignacS Kartätschen in den Straßen von Paris Niedergeschmettert hatten in jener ^tägigen Mordschlacht.
Von allen Seiten kommt die Kunde, und mit bestürzten Blicken schaut die Reaktion nach den Provinzen, wo der Brand, den sie unter den Trümmern der Hauptstadt verschüttet wähnten, mit einem furchtbaren Ausbruch droht. Jetzt erst erkennen sie, womit die „Wühler" die Zeit verbracht, seitdem sie in Paris nmsonst zuletzt ihr Blut vergossen.
Gut! Hoffen wir! Ein französischer Bauernkrieg gegen die rothe Reaktion. Ein solcheâ Schauspiel war noch nicht da im Lande Frankreich. — Ob eâ zum Ziele führt? — Wenigstens einen Schritt näher!
Wollt ihr wissen, wie viel Anhänger der Sozialismus im lustigen Frankreich hat, oder noch erwerben kann? —
Der Volköalmanach für 1850 giebt uns davon Kunde.
„Daâ Gesammteinkommen Frankreichs, heißt es darin, beträgt im Jahre 10,182 Millionen Franken (diese Summe ist also das Einkommen aller einzelnen Franzosen), welche folgendermaßen vertheilt sind:
„14 Millionen Menschen haben im Durchschnitt täglich 25 Centimen (2 Sgr., macht monatlich 2 Thlr. und jährlich 24 Thlr.), d. h. sie schmachten im äußersten Elend;
„17 Millionen Habeu täglich 89 Centimen (beinah' 7 Sgr., monatlich 7 Thlr., jährlich 84 Thlr.), d. h. sie gehören zu den Dürftigen;
„3,136,000 sind wohlhabend und beziehen täglich 2 Franken 27 Centimen (18 Sgr., 18 Thlr. monatlich, 216 Thlr. jährlich);
„ 600,000 sind reich: tägliche Einnahme 5 Franken 20 Centimen (1 Thlr. 12 Sgr., monatlich 42 Thlr., jähr- lich 504 Thlr.);
„ 184,000 leben im Ueberfluffe, tägliches Einkommen 25 Franken 20 Centimen (circa 7 Thlr., monatlich 210 Thlr., jährlich über 2500 Thlr.).
„ Also erhalten 31 Millionen Proletarier (7,750,000 Familien) jährlich 5539 Millionen Franken — während
circa 4 Millionen Privilegirte (980,000 Familien) an 5000 Millionen Franken beziehen."
Bei 3 1 Millionen Proletariern hat der Sozialismus blühende Aussichten!
Veruneinigtes Deutschland. In Berlin sitzt der hochwohlweise Verwaltungsrath des schwarz - weißen Bündnisses — und in Frankfurt wird stündlich der Senat deâ zwei- spännigen neuen Bundestags erwartet.
ES war noch in den schönen Tagen von Aranjuez, in den Sommermonaten dieses Jahres, als die rothe Reaktion eben ihre zukünftigen Standrechtssoldaten an den Grenzen Badcnâ zusammenzog, als wir bereits von dem Seherblick jenes Mar- quid Posa Etwas in unS spürten, und uns vermaßen^ einem „hohen" kurhessischen Ministerium einige offene Winke zu geben („mit der Mistgabel", sagen unsere Feinde). — Aber dieser ehemals so revolutionäre Hanauer Don Carlos war bereits bis über die Ohre nverliebt in die schwarz-weiße Camarilla Sr. König!. Majestät von Preußen. Was können wir dafür, wenn Se Königl. Majestät schon mehrmals drohten, und wenn sie plötzlich hervortritt mit den Worten Philipps an seinen Großinquisitor. —
Wir behaupteten damals:
Die ganze Entwickelung entwickelt sich dahin, daß die Königreiche Majestäten selbständig bleiben und die übrigen Herrschaften mehr oder weniger, langsamer oder schneller von der Landkarte Europas verschwinden. Und siehe da, so geschieht es.
Baiern und Würtemberg haben wohlweislich ohne alle Umstände sich ihre Selbständigkeit reservirt. Hannover und Sachsen haben nur zum Schein und um Zeit zu gewinnen, sich in jenes berüchtigte Dreikönigsbündniß eingelassen. Daß eâ nur zum Schein geschah, wußte Preußen sehr gut, mußte es wissen nach jenen Erklärungen seiner königlichen Verbündeten, die sofort die Erfüllung des Bundes auf Bedingungen stellten, deren Erfüllungen unmöglich waren, auf den Beitritt von Oesterreich.
Aber waS liegt Preußen an den Königreichen; diesen schwer verdaulichen Raub will es gern verschmähen, — aber jene kleinen, allerliebsten Bissen, diese leichte Beute von kleinen Lappländern, Kurhessen, Braunschweig, Thüringen u. dgl., sie sind gefangen, und wenn sie auS dem künstlich gewobenen Netze noch einmal entkommen, können sie von Glück sagen, nicht aber von — Verstand.
Deutsch Oesterreich, Baiern, Würtemberg, Sachsen und Hannover haben zusammen eine Bevölkerung über 20 Millionen, — die 30 Staaten - Lappen, die im preußischen Netz gefangen sind, nur ohngefähr 6 Millionen, und ein solches Bündniß nennt die Schamlosigkeit deutscher Ausreißerei von Frankfurt und Gotha, nennen die Helden deS Märzeâ, die Sänger des Liedes:
Das soll es sein, das soll es sein,
Das ganze Deutschland soll eâ sein — noch „deutsches Bündniß?" und seinen oktropirten Bastard- Reichstag „den deutschen Reichstag!"
16 Millionen Preußen haben bereitâ eine Nationalversammlung, und 6 Millionen anderweitigen Bundesgenossen resp- Provinzlern zu Gefallen, sollen sie noch eine zweite Way zu einem Reichstag vornehmen, nach Erfurt, oder nacy Kassel, oder besser nach der Festung Ziegenhain?
Da ist es doch wohl billiger und einfacher, daß ^1, Millionen Kurhessen, Thüringer Strclitzer und Jtzenplitzer ] fort nach Berlin wählen und Preußen werden. Dici Vorschlag wollten wir hiermit hochwohlweisem Verwaltung " zur schleunigsten Berücksichtigung empfohlen haben. Wir r H nen auf gute Belohnung! —
Die Sache ist gemacht!
(Beilage.)